Philipps Universität Marburg
SS 2002
Institut für Politikwissenschaft
Fußball, Politik und Medien
Thema:
Fußball-Diplomatie
Thomas Löwer
Inhaltsangabe
I. Einleitung S. 2 -3
II. Der Fußballkrieg – Vom Spielfeld zum Schlachtfeld
1. Das Rückspiel – El Salvador gegen Honduras S. 4
2. Eine Woche zuvor – Das Hinspiel S. 5
3. Die Beziehungen der beiden Länder zueinander vor den beiden Weltmeisterschaftqualifikationsspielen S. 5 – 7
4. Der Krieg – Der Verlauf, das Ende und die Folgen S. 7
III. Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien – Der Fußball ist frei, die Bevölkerung unterdrückt
1. Die Situation Argentiniens vor der Weltmeisterschaft S. 8
2. Das Interesse deutscher Konzerne und der deutschen Regierung an Argentinien S. 8- 9
3. Die Versuche der Junta, die Realisierung der Weltmeisterschaft zu ermöglichen S. 9 – 10
4. Die Stellung der FIFA zur Junta und den Menschenrechtsverletzungen S. 10
5. Gewalt und Folter – Und keiner sieht hin? S. 11
6. Der gekaufte Sieg S. 11 – 12
IV. Die Weltmeisterschaft in Korea und Japan
1. Die gemeinsame Geschichte beider Länder S. 13 – 14
2. Mong-Jong Chung – Der Initiator der koreanischen Bewerbung S. 14
3. Die Beziehungen zwischen Japan und Südkorea S. 15 – 16
4. Diplomatische Schwierigkeiten im Vorfeld der WM S. 16 – 17
V. Nordkorea als Gastausrichter bei der Weltmeisterschaft Korea/Japan?
1. Die allgemeine Situation beider Länder S. 18
2. Die Konkreten Pläne zur Einbeziehung Nordkoreas S. 18 – 19
VI. Schlussbetrachtungen S. 20 – 21
VII. Abkürzungen S. 22
VIII. Literaturverzeichnis S. 23 - 24
I. Einleitung
Fußball und Politik. Unter diesem Leitfaden untersucht diese Arbeit vier Ereignisse. Es soll der Frage nachgegangen werden, in wie weit Fußball und Politik miteinander einhergehen. Kann der Sport auf zwischenstaatlicher Ebene neue Brücken schlagen, oder zerstört er gar alte? Vielleicht hat Sport auch überhaupt keinen Einfluss auf die Politik und wird nur als Spielball missbraucht. Der schwedische Parlamentsabgeordnete Lars Gustafsson schlug sogar vor, den Friedensnobelpreis 2001 dem Fußball zu widmen. Demnach muss Fußball mit Politik zu tun haben. Um dieses näher zu beleuchten, sollen hier vier ausgewählte Fälle untersucht werden.
Bei Fall Nummer eins handelt es sich um den sogenannten Fußballkrieg zwischen El Salvador und Honduras. Nach einem WM-Qualifikationsspiel kam es zwischen diesen beiden Ländern zu einem bewaffneten Konflikt. Wurde das Spiel mit unfairen Mittel geführt, oder stecken vielleicht andere Gründe außerhalb der fußballerischen Hemisphäre dahinter? Da der Fußballkrieg schon 1969 stattfand gibt es Literatur, auf die sich hier bezogen wird. Hauptsächlich wird auf das Buch Der Fußballkrieg von dem polnischen Journalisten Ryszard Kapuscinski verwiesen. Es gilt aber dabei zu beachten, dass es sich um einen Erfahrungsbericht handelt, und er deswegen mit Vorsicht zu betrachten ist. Weiterhin wurden einige Zeitungsartikel herangezogen.
Die Weltmeisterschaft 1978 stellt einen völlig anders gelagerten Fall dar. In Argentinien regierte zur WM eine Militärjunta, die durch gröbste Menschenrechtsverletzungen auf sich aufmerksam machte. Heute stellt sich die Frage, wieso eine Weltmeisterschaft in einem Land ausgetragen wurde, deren Regierung jegliche ethische Werte missachteten? Wieso wurde die Weltmeisterschaft nicht in ein anderes Land verlegt oder wenigstens von den westeuropäischen Staaten boykottiert, die immer ihre Wertegemeinschaft und hohen moralischen Ansprüche preisen.
Die Literatur zu diesem Teil der Arbeit setzt sich aus Erich Laasers Die Fußballweltmeisterschaft 1978 in der Tagespresse der Bundesrepublik Deutschland und dem Aufsatz Folter ja, Folter nein in Die Geschichte der Fußballweltmeisterschaften von Dietrich Schulze-Marmeling und Hubert Dahlkamp zusammen.
Die beiden letzten Teile beschäftigen sich mit der Weltmeisterschaft in Korea und Japan. Vergeben wurde die WM an beide Länder, damit es in diesem brisanten Wettstreit keinen Verlierer gab. Den ehemals verfeindeten Ländern sollte die Möglichkeit gegeben werden, ihre nicht optimalen Beziehungen zu verbessern. Die Frage bleibt, ob dieser Schachzug gelungen ist.
Mit Südkorea richtete nur ein Teil des Landes die WM aus. Nordkorea sollte aber nicht außen vor bleiben. Wenigstens symbolisch sollte der kommunistische Norden teilhaben. Wäre dies gelungen, hätte es wahrscheinlich einen Meilenstein auf dem Weg zur Wiedervereinigung bedeutet. Der Versuch scheiterte aber. Mit den Fragen, wie die Teilnahme ermöglicht werden sollte und wieso es nicht geklappt hat, befasst sich der vierte und letzte Teil dieser Arbeit. Da es sich um zwei sehr zeitnahe Ereignisse handelt, liegt Forschungsliteratur zu diesen Themen noch nicht vor. Daher wurden zur Bearbeitung eine Vielzahl von Zeitungsartikeln herangezogen.
II. Der Fußballkrieg – Vom Spielfeld zum Schlachtfeld
1. Das Rückspiel – El Salvador gegen Honduras
Vor einem Qualifikationsspiel zur Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko zwischen El Salvador und Honduras kam es zu einem Eklat. Die Spieler von Honduras wurden von den einheimischen Fans die Nacht über in ihrem Hotel terrorisiert. Alles was an Steinen, Fäkalien, Kadavern und faulem Obst in die Hände der Fans aus El Salvador gelang, wurde in Richtung Hotel geworfen. Die ganze Nacht wurde auf der Straße vor dem Hotel so viel Lärm gemacht, durch hupende Autos, schreiende und pfeifende Menschen etc., damit die Mannschaft von Honduras übermüdet und nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte das Spiel am darauffolgenden Tag bestreiten musste. Während des Spieles wurde die psychologische Kriegsführung seitens El Salvadors fortgesetzt. Das Stadion in San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors, war vom Militär hermetisch abgeriegelt und um das Spielfeld herum waren Einheiten der Guardia National mit schussbereiten Maschinenpistolen in Stellung gegangen. Als die Nationalhymne Honduras gespielt wurde, schrie und pfiff fast das gesamte Stadion. Anstelle der hondurischen Flagge wurde ein alter dreckiger Fetzen Stoff auf den Fahnemast gezogen während die eigentliche Fahne in Flammen aufging.
[....]
Arbeit zitieren:
Thomas Löwer, 2002, Fußball-Diplomatie, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Charakteristik psychischer Belastung im Wettkampf - Darstellung möglic...
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Sport - Sportmedizin, Therapie, Prävention, Ernährung
Zwischenprüfungsarbeit, 23 Seiten
Betriebssport als betriebliche Sozialleistung: Eine interessenpluralis...
BWL - Personal und Organisation
Examensarbeit, 80 Seiten
Politik - Internationale Politik - Thema: Entwicklungspolitik
Seminararbeit, 39 Seiten
Kriegsberichterstattung: Journalismus in Zeiten von Konflikten
Medien / Kommunikation - Journalismus, Publizistik
Hauptseminararbeit, 37 Seiten
Das Verhältnis von Exekutive und Legislative im parlamentarischen Regi...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Hauptseminararbeit, 33 Seiten
Thomas Löwer's Text Fußball-Diplomatie ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Thomas Löwer hat den Text Fußball-Diplomatie veröffentlicht
Thomas Löwer hat einen neuen Text hochgeladen
Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft
Eine Einführung
Otfried Jarren, Patrick Donges
0 Kommentare