INHALTSVERZEICHNIS:
I. EINLEITUNG 3
II. SORELS LEBEN VOR DEM MARXISMUS. 4
III. DIE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER MARXISTISCHEN IDEOLOGIE 4
1. PROBLEME BEI DER AUSEINANDERSETZUNG MIT DEM MARXISMUS. 5
2. ABWEICHUNGEN VON DER MARXSCHEN LOGIK 5
3. ELEMENTE, DIE DER REVOLUTIONÄRE SYNDIKALISMUS ÜBERNIMMT 6
IV. DER REVOLUTIONÄRE SYNDIKALISMUS 7
V. DER GENERALSTREIK UND DIE IDEE DES MYTHOS. 8
VI. DIE SPÄTERE IDEOLOGISCHE ENTWICKLUNG SORELS. 9
VII. STILISTISCHE BESONDERHEITEN DER WERKE SORELS. 10
VIII. SCHLUSSFOLGERUNG. 11
IX. LITERATURVERZEICHNIS. 12
X. ZUSAMMENFASSUNG / ABSTRACT 13
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„Marx hat sich im allgemeinen darauf beschränkt, summarische und symbolische Formeln zu
geben, die fast immer glücklich gewählt sind. Aber sobald er als Mann der Aktion zur praktischen
Arbeit übergehen wollte, war er weit weniger gut inspiriert.“ (Sorel 1978: 50)
I. Einleitung
Das Leben von Georges Sorel ist durch Hinwendung zu den verschiedensten radikalen politischen Bewegungen gekennzeichnet. In den Jahren 1903 bis 1910 unterstützte er die Bewegung des revolutionären Syndikalismus in zahlreichen Aufsätzen, Zeitungsartikeln und Ansprachen. Diese Zeit nimmt in seinem Leben eine herausragende Stellung ein, zum einen, weil Sorel in seiner Zeit als revolutionärer Syndikalist den größten Einfluss auf das politische Geschehen erlangte, zum anderen, weil Sorel hier am meisten Kreativität und eigenen Geist demonstriert.
Da sich Sorel, bevor er den revolutionären Syndikalismus entwickelte, als Marxist bezeichnete und den revolutionäre Syndikalismus als „Weiterentwicklung“ des Marxismus betrachtete, liegt ein Vergleich der beiden ideologischen Systeme nahe. Zuvor muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass Sorel auch schon während seiner Zeit als „Marxist“ Ansichten vertrat, die dem Marxismus widersprachen. Deshalb soll in dieser Arbeit zunächst die Beschäftigung Sorels mit der marxistischen Ideologie näher untersucht und sein Bekenntnis zum Marxismus hinterfragt werden. Anschließend soll der revolutionäre Syndikalismus näher erläutert werden und dabei immer wieder auf Unterschiede und Gemeinsamkeiten zur marxistischen Theorie hingewiesen werden. Besonderen Wert erhält dabei die Erklärung der syndikalistischen Forderung nach einem Generalstreik, und die Erklärung des Mythos-Begriffes als zweier Konzeptionen, die am stärksten den Unterschied der Denkweise Sorels zum marxistischen Denken verdeutlichen. Da die wechselhafte und oft falsche Verwendung von Begriffen und Definitionen das Verständnis der Gedankenführung Sorels erschwert, war ich bemüht, möglichst die französischen Originaltexte als Quellen für diese Arbeit heranzuziehen. Eine Beurteilung der These Zeev Sternhells, dass der strenge Moralismus Sorels bereits die Anlagen für den später in Italien erstarkenden Faschismus in sich trug, wäre über das Thema der Arbeit hinausgegangen, deshalb verwendete ich ausschließlich das erste Kapitel seines
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Buches „Die Entstehung des Faschismus“, in dem eine deutliche Abgrenzung Sorels zu Marx vorgenommen wird.
II. Sorels Leben vor dem Marxismus
Georges Sorel wurde am 02.11.1847 in Cherbourg in der Normandie geboren. Er stammt aus einer alten, angesehenen katholischen Familie. Seine berufliche Laufbahn begann er als Ingenieur für Brücken- und Straßenbauwesen. 25 Jahre lang arbeitete er in Randgebieten Frankreichs, abgeschieden von der Gesellschaft und damit auch von jeglicher politischen Diskussion.
Umso erstaunlicher wirkt es, dass er 1882 seinen Abschied nahm, um sich den Sozialisten anzuschließen. Gemeinhin wird angenommen, dass dieser Umstand auf die Erfahrungen Sorels im Familienleben, insbesondere auf das Zusammenleben mit seiner Frau, zurückzuführen ist. Auf eine genaue Analyse seiner Beweggründe soll an dieser Stelle verzichtet werden, da sie für das Thema dieser Arbeit nicht relevant ist. Dass Sorel durch seine politischen Schriften und kritischen Gesellschaftsanalysen später zu einer bedeutenden politischen Größe avancierte und einen solch starken Einfluss auf die westeuropäische Arbeiterbewegung nehmen konnte, erklärt sich aus den großen sozialen Spannungen der Zeit, in der Sorel sie schrieb.
III. Die Auseinandersetzung mit der marxistischen
Ideologie
Bei der Untersuchung der Auseinandersetzung Sorels mit dem Marxismus stellt sich zunächst die Frage, ob Sorel jemals tiefergehende Kenntnisse der marxistischen Ideologie besessen hat. Denn in seinen Werken bezeichnet er einige Ideen, die von ihm selbst stammen und mit dem Marxismus nichts gemein haben oder diesem sogar widersprechen, als marxistisch. Gleichzeitig lässt er große Teile der marxistischen Ideologie unbeachtet und meint daher an einigen Stellen, auf Lücken in der marxistischen Logik gestoßen zu sein, die zu füllen er als seine Aufgabe betrachtet.
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Arbeit zitieren:
Gerrit Langel, 2001, Der Syndikalismus bei Sorel und der Vergleich mit der marxistischen Theorie, München, GRIN Verlag GmbH
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