Inhaltsverzeichnis:
Einleitung 03
1. Definitionen des Begriffs 04
1.1 SOR-SMC-Schulen 04
1.2 Großer Migrationshintergrund als Chance 05
1.3 Multi-Kulti als Problem 05
2. Ziele multikultureller Schulen 06
2.1 Sprachförderung 07
2.2 Integration 07
2.3 Schulerfolg 08
2.4 Interkulturelle Pädagogik 08
3. Vergleich „normale“ vs. „multikulturelle Schule“ 09
3.1 Gemeinsamkeiten 09
3.2 Unterschiede 10
4. Gelungene Integration: Die Ganztagsschule St. Pauli in Hamburg 11
5. Multikulturelle Schulen - Fluch oder Segen 13
6. Resümee 14
7. Literaturverzeichnis 15
2
Einleitung:
Die Gesellschaft in der Bundesrepublik wird schon seit einiger Zeit immer vielfältiger. Über sechs Millionen Ausländer leben unter rund 82 Millionen Deutschen - ca. 7,5 Prozent der gesamten Bevölkerung der Bundesrepublik. 1 Andere Kulturen haben andere Sitten und Normen, was das Leben in einem fremden Land nicht immer einfach macht. So gibt es einige ausländische Mitbürger, die sich angleichen, was eine Integration erleichtert, während andere bewusst ihre kulturelle, religiöse und ethnische Identität aufrechterhalten, wodurch sie eher abgelehnt werden. Es herrschen auf Seiten der Deutschen und der ausländischen Mitbürger nach wie vor große Vorurteile, welche das Zusammenleben erschweren. Dieses Phänomen lässt sich auch in Schulen beobachten. Denn auch in diesen gehört es mittlerweile zum normalen Erscheinungsbild einer Schulklasse, dass in ihr Kinder aus verschiedenen Nationen und Kulturen anzutreffen sind. Dass es auch hier schon des Öfteren zu Konflikten gekommen ist, zeigen mehrere Beispiele. Ein ganz aktuelles findet man in einem ZDF Bericht, wo geschrieben steht: „Ein Berliner Gymnasium muss muslimischen Schülern einen Gebetsraum bereitstellen. Sie seien berechtigt, einmal am Tag außerhalb des Unterrichts in der Schule zu beten, urteilte das Verwaltungsgericht Berlin.“ 2 Aber das wohl bekannteste Beispiel ist die Rütli-Schule im Berliner Stadtteil Neukölln. Hier baten die Lehrer um Auflösung der Schule, da sie der Gewalt der Schüler nichtmehr standhalten konnten. Zurückgeführt wurde diese Gewalt auf die hohe Anzahl der Ausländer in diesem Stadtteil und somit auch in der Schule. Was 2006 eine große Diskussion über das Schulsystem in Deutschland, der Gewalt an Schulen und der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund ausgelöst hat, ist auch heute noch aktuell. In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Thema „Multikulturelle Schule - Fluch oder Segen?“ auseinander setzen. Was hier relativ provokant formuliert ist, soll im Verlauf der Arbeit verschiedene Sichtweisen auf solche Schulen aufzeigen. Es soll geklärt werden was multikulturelle Schulen sind, wie sie konzipiert sind und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede sich zu herkömmlichen Schulen aufzeigen lassen. Schließlich möchte ich versuchen eine Antwort auf meine zentrale Frage zu finden. In einem Resümee sollen schließlich alle Ergebnisse zusammenfassend erläutert werden.
1 Vgl. Statistisches Bundesamt Deutschland, Online verfügbar unter:
http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Statistiken/Bevoelkerung/Bevo elkerungsstand/Bevoelkerungsstand.psml, letzter Zugriff: 09.09.2009.
2 Heute.de Magazin: Berliner Schule muss Muslimen Gebetsraum bereitstellen (2009), Online verfügbar unter: http://www.heute.de/ZDFheute/inhalt/24/0,3672,7900472,00.html, letzter Zugriff: 29.09.2009.
3
1. Definitionen des Begriffs
Bevor man erklären kann, was multikulturelle Schulen sind, und wie sie funktionieren, muss geklärt werden, wie man sie definiert. Wie sich zeigen wird, ist nämlich eine Erklärung des Begriffs erst durch eine genaue Definition möglich. Es gibt verschiedene Ansätze, die multikulturelle Schulen unter verschiedenen Gesichtspunkten betrachten. In diesem Kapitel soll es also darum gehen diese Ansätze kennenzulernen und zu untersuchen, welche Aspekte sie auszeichnen und voneinander unterscheiden.
1.1 SOR-SMC-Schulen
Bei dem ersten Ansatz handelt es sich um Netzwerke von Schulen, die sich aktiv für die Förderung der Zivilcourage einsetzen und gegen den Rassismus kämpfen. Zudem sollen Schüler verschiedener Kulturen nicht nur miteinander sondern auch voneinander lernen. So gibt es Projektwochen, Schüleraustausche und bilingualen Unterricht, was den Schülern helfen soll einander kennen und respektieren zu lernen. Als Beispiel sind hier SOR-SMC-Schulen zu nennen. Hierbei handelt es sich um eine europäische Jugendbewegung. In Deutschland zählt diese Bewegung zu einem der größten Schulnetzwerke. SOR-SMC bedeutet „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ und „ist ein Projekt von und für SchülerInnen, die gegen alle Formen von Diskriminierung, insbesondere Rassismus, aktiv vorgehen und einen Beitrag zu einer gewaltfreien, demokratischen Gesellschaft leisten wollen.“ 3 Das bedeutet also, dass sich alle Schulen, die sich diesem Netzwerk anschließen, dazu verpflichten aktiv gegen Rassismus vorzugehen. Zudem wird Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geboten ihren Beitrag zum Aufbau einer Zivilgesellschaft zu leisten. Zusammengefasst handelt es sich also um Schulen, welche den Schülern Zivilcourage nahelegen möchten und Unterschiede von verschiedenen Kulturen als Chancen zur Weiterentwicklung jedes einzelnen sehen. Dies ist der beste Weg die Schüler auf die globalisierte Welt vorzubereiten und ihnen eine gute Grundeinstellung für die Zukunft zu vermitteln.
3 Schule ohne Rassismus Schule mit Courage, Online verfügbar unter: http://www.schule-ohne-rassismus.org/das-projekt.html, letzter Zugriff: 09.09.2009.
4
1.2 Großer Migrationshintergrund als Chance
Bei dem zweiten Ansatz verhält es sich etwas anders. Nach ihm werden multikulturelle Schulen nicht gegründet, sondern sie entstehen durch eine hohe Anzahl an Schülern mit Migrationshintergrund ohne aktives Eingreifen. An vielen herkömmlichen Schulen wird mit ausländischen Mitschülern meist nicht sehr respektvoll umgegangen und man versucht nach wie vor möglichst viele deutsche Schüler zu unterrichten und die Zahl der ausländischen Schüler gering zu halten. Für Schulen mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent fremdsprachiger Schüler, hat der Regierungsrat eine zusätzliche Unterstützung beschlossen, um gerade diesen eine Chance zu geben. 4 So soll der Schulerfolg von mehrsprachigen Klassen und die Integration ausländischer Schüler gleichermaßen gefördert werden. Wenn man nun multikulturelle Schulen unter diesem zweiten Ansatz betrachtet, so handelt es sich hier um Schulen, welche die wachsende Anzahl an Schülern mit Migrationshintergrund nicht als Problem ansehen, sondern als Chance. So soll dies allen Schülern die Möglichkeit geben die Vorurteile abzulegen und sich näher kennenzulernen. Auch versucht man die ausländischen Schüler so gut man kann zu integrieren, ihnen somit eine Chance zu geben in dem ihnen fremden Land Fuß zu fassen. Man versucht also eine Schule, welche nicht mit dem Anspruch multikulturell zu sein gegründet wurde, als Lösung des Problems „wachsende Migration an Schulen“, in eine solche umzuwandeln.
1.3 Multi-Kulti als Problem
Eine dritte Sichtweise ist die eine eher Negative. Hier wird der Multikulturalismus als Problem gesehen. Gewalt und Rassismus an Schulen wird auf dieses Problem der vielen unterschiedlichen Kulturen die an einem Ort vereint sind geschoben und als unlösbare Tatsache behandelt. Eine solche Situation findet man an vielen herkömmlichen Schulen, wobei herkömmlich bedeutet, dass sich diese Schule nicht mit dem Problem Migration und Integration auseinandersetzt sondern es hinnimmt, völlig ignoriert oder Rassismus und Vorurteile sogar noch fördert, sei es durch Ablehnung ausländischer Schüler oder Nichtbestrafung von Gewalt und Rassismus.
4 Konzept: Lehren und Lernen in Multikulturellen Schulen, 2008, Online verfügbar unter: http://www.schulenmitzukunft.ch/pages/unterlagen/dokumente/L+L_MS_Aus schreibung.pdf, letzter Zugriff:
10.09.09
5
Arbeit zitieren:
Annika Schalast, 2009, Multikulturelle Schulen – Fluch oder Segen?, München, GRIN Verlag GmbH
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