Wissenschaftliche Hausarbeit Simeon Handte
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 5
2. Das Internet 8
2.1 Geschichte & Entstehung 8
2.1.1 Der Begriff Internet 8
2.1.2 Geschichtliches 8
2.1.3 Die Entstehung des Internets 10
2.2 Vom WorldWideWeb (WWW) zum Web 2.0 10
2.3 Möglichkeiten der Nutzung des Internets 12
2.3.1 Das Internet als Kommunikationsmedium 13
2.3.2 Das Internet als Informationsmedium 14
2.3.3 Das Internet als Unterhaltungsmedium 14
2.4 Communities 15
3. SchülerVZ 17
3.1 Entstehung der Community 17
3.2 Daten & Fakten 18
3.3 Funktionen und Aufbau 19
3.3.1 Startseite und Profilseite 19
3.3.2 Kommunikationsmöglichkeiten 22
3.4 Die Technologie hinter SchülerVZ 24
3.4.1 Das Client-Server-Prinzip. 24
3.4.2 SchülerVZ und das Client-Server-Prinzip. 25
3.5 Die AGBs und Nutzungsvereinbarungen 26
3.5.1 Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen 26
3.5.2 Verhaltenskodex 28
3.6 Datenschutz 30
3.7 SchülerVZ und die Medien 31
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4. Unterrichtseinheit zum Thema „SchülerVZ“ 33
4.1 Einführung 33
4.2 Lernvoraussetzungen 34
4.2.1 Schule und Einzugsgebiet. 34
4.2.2 Klasse 36
4.2.3 Lernvoraussetzungen in Bezug auf das Thema 36
4.3 Sachanalyse 37
4.4 Didaktische Analyse 38
4.4.1 Bezug zum Bildungsplan 38
4.4.2 Auswahl von Inhalten 39
4.4.3 Unterrichtsziele 40
4.4.4 Begründung der Ziele und Inhalte nach der
bildungstheoretischen Didaktik von Wolfgang Klafki 41
4.5 Didaktisch-Methodische Analyse 43
4.5.1 Stunde 1. 43
4.5.2 Stunde 2. 44
4.5.3 Stunde 3. 46
4.5.4 Stunde 4. 47
4.6 Verlaufsskizzen & Unterrichtsmaterialien 48
4.7 Reflexion 49
4.7.1 Eigenreflexion 49
4.7.2 Fremdreflexion 57
5. Auswirkungen von Communities auf den schulischen Unterricht 59
5.1 Schule in der Vergangenheit 59
5.2 Schule in der Gegenwart - Wandel der Gesellschaft - Medienpädagogik
heute 60
5.3 Auswirkungen von Communities auf die Schule am Beispiel von
SchülerVZ 61
5.3.1 Positive Auswirkungen 61
5.3.2 Negative Auswirkungen 63
6. Resümee 69
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7. Literatur 72
7.1 Primär- und Sekundärliteratur 72
7.2 Internetquellen 73
8. Anhang. 76
8.1 Einverständniserklärung der Schule 76
8.2 Materialien der Unterrichtseinheit 77
8.2.1 Stunde 1. 77
8.2.2 Stunde 2. 81
8.2.3 Stunde 3. 88
8.2.4 Stunde 4. 92
9. Eidesstattliche Erklärung 94
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1. Einleitung
Solche und ähnliche Artikel über die Online-Community SchülerVZ sind in den letzten Jahren immer häufiger in Zeitungen, Zeitschriften oder auf Internetseiten zu finden. Dies sind Themen, mit welchen sich die Gesellschaft erst in den letzten Jahren auseinandersetzen musste, weil diese sog. Communities (deutsch: Gemeinschaften) sich in den letzten Jahren erst entwickelt haben und die Nutzung solcher rasant zunimmt.
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Vor allem bei Schülern 1 ist der Gebrauch jener Communities wie z.B. SchülerVZ, Facebook oder Kwick äußerst beliebt. Laut einer Studie, in welcher das Heranwachsen mit dem Internet beschrieben wird, nennen mehr als 50% der Befragten SchülerVZ als ihre Lieblingsinternetseite. Die meisten davon verbringen täglich mehrere Stunden in dieser Community. (Vgl. Schmidt u.a. 2009, S. 6f)
Bei vielen Schülern ist bereits ein reges Suchtverhalten zu erkennen. Diese Tatsache, dass viele Schüler täglich teilweise mehrere Stunden im Internet verbringen, muss aus meiner Sicht Auswirkungen auf den schulischen Unterricht haben. Wenn außerschulische Themen Auswirkungen auf den Unterricht haben, dann müssen sich die Lehrer damit befassen, um ihren Unterricht gezielt zu verändern.
Es soll aber bereits zu Beginn dieser Arbeit darauf hingewiesen werden, dass nicht alles schlecht und von Nachteil ist, was mit den Communities zusammenhängt. Es gilt, die Schüler gezielt auf die Nachteile und den daraus resultierenden Probleme hinzuweisen, aber gleichzeitig auch die Vorteile im schulischen Unterricht zu fordern und zu fördern.
Diese positiven und negativen Auswirkungen haben mein Interesse geweckt und die Beschreibung derer soll das Ergebnis dieser Wissenschaftlicher Hausarbeit sein.
Um die Auswirkungen von Communities auf die Schule beschreiben zu können, benötigt man ein Grundwissen über das Thema Internet sowie einige geschichtlichen und technischen Aspekte hierzu. Damit werde ich diese Wissenschaftliche Hausarbeit beginnen.
Um die zum Schluss anstehenden Auswirkungen verstehen und nachvollziehen zu können, muss man mit der Community SchülerVZ vertraut sein. Dieses große Kapitel beinhaltet deren Entstehung, ihre Funktionen, deren Technologie, das Thema Datenschutz sowie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (kurz: AGBs).
1 Aufgrund der besseren Lesbarkeit werde ich in dieser wissenschaftlichen Hausarbeit auf
Doppelnennungen, wie z.B. Schülerinnen und Schüler, verzichten. Die männliche Formulierungsvariante
steht somit für beide Geschlechter. Sollte das spezifische Geschlecht für den Zusammenhang von
Bedeutung sein, werde ich gesondert darauf hinweisen.
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Als angehender Lehrer ist es mir stets ein Anliegen, theoretische Themen in der Praxis umzusetzen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, eine Unterrichtseinheit zum Thema SchülerVZ für die Sekundarstufe I auszuarbeiten und in der Schule durchzuführen. Auch hier möchte ich bereits darauf hinweisen, dass ich durch die Unterrichtseinheit Erkenntnisse, für die zum Schluss folgenden Auswirkungen, erhalten möchte. In der Unterrichtseinheit werde ich verschiedene Themen zum Thema SchülerVZ beschreiben, die aus meiner Sicht für eine Durchführung in der Schule geeignet sind. Deren Erprobung und Reflexion soll für die Auswirkungen eine große Rolle einnehmen.
Im letzten Kapitel folgt die Beschreibung des Themas dieser Wissenschaftlichen Hausarbeit. Aufgrund der vorangegangenen Kapitel SchülerVZ und der Unterrichtseinheit werde ich außerdem anhand einer Studie die positiven und negativen Auswirkungen von Communities auf die Schule beschreiben. Da ich in den vorangegangenen Kapiteln mich objektiv mit dem Thema befasse, werde ich in meiner abschließenden subjektiven Reflexion das Thema kritisch betrachten und hoffe, den Leser mit meinen persönlichen Gedanken zum Nachdenken anregen zu können.
Das Ziel dieser wissenschaftlichen Hausarbeit soll sein, dass der Leser einen umfangreichen und informellen Einblick in das Thema erhält. Mein Wunsch ist es, dass das Thema SchülerVZ mehr in den Schulen behandelt und auf die Gefahren hingewiesen wird. Ich hoffe und wünsche mir, dass diese Arbeit einen Teil dazu beiträgt.
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2. Das Internet
2.1 Geschichte & Entstehung
Um die heutige Form des Internets verstehen zu können, ist es absolut notwendig, mit der Geschichte und Entstehung vertraut zu sein. Alles zu beschreiben, was seit Beginn der Entstehung geschehen ist, würde den Rahmen dieser Arbeit sprengen. Aber ich halte es für sinnvoll, die wesentlichen Meilensteine der Entstehung des heute größten weltumfassenden Computernetzwerkes dazustellen.
2.1.1 Der Begriff Internet
Das Internet ist eine weltweite Verbindung von Computern. Das Wort Internet kommt aus dem Englischen von den Wörtern Interconnected Networks. (Vgl. Gäbler 2006, S. 111)
Das Internet hat in vielen verschiedenen Bereichen Veränderungen gebracht, wie z.B. im Kommunikationsverhalten, im wissenschaftlichen Arbeiten, in der Entwicklung, im Freizeitgeschehen oder auch im Zahlungsverkehr. (Vgl. Henning 2007, S. 302)
2.1.2 Geschichtliches
Die Entstehung des heutigen Internets geht zurück bis in die 60er-Jahre. Damals erteilte im Jahr 1969 die Advanced Research Project Agency (ARPA) des US-Verteidigungsministerium den Auftrag, ein neues Netzwerk zu entwickeln, in welchem die militärischen Gruppen miteinander verbunden sind und eine neue bzw. andere Kommunikation ermöglichen sollte. Aufgrund des Kalten Krieges und
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der Kubakrise forderte man außerdem, dass dieses Netz im Falle eines Nuklearangriffs funktionsfähig bleiben musste. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 11f) Das Department of Defense 2 (DoD) der USA war stark daran interessiert, über ein Kommunikationsmedium zu verfügen, das selbst bei schlechtesten Bedingungen die Übertragung von Daten gewährleistet. Auch beim Ausfall von Teilen des Netzes musste das System funktionsfähig bleiben. (Vgl. Scheller u.a. 1994, S. 5f)
Dieses Netz wurde ARPANET genannt. ARPANET wurde so konzipiert, dass Informationen in kleine Pakete unterteilt wurden, welche mit Angaben über Ausgangs- und Zielort unabhängig voneinander durch das Netz geschickt werden konnten. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 12)
„Schon bald entstanden verschiedene Dienste, die eine effiziente Nutzung des Rechnernetzes erlauben. Die ersten Dienste waren: - Telnet: Dieser Dienst ermöglicht es dem Benutzer, sich vom eigenen Rechner aus auf entfernten Rechnern einzuloggen und dort Programme auszuführen, sofern er für den entfernten Rechner eine Zugangsberechtigung besitzt.
- FTP: Das File Transfer Protocol (FTP) ermöglicht es, Dateien zwischen verschiedenen Rechnern auszutauschen. Der Anwender muss für beide Rechner eine Zugangsberechtigung besitzen.
- E-Mail: Dieser Dienst dient zur interpersonellen Kommunikation und erlaubt den Austausch elektronischer Briefe zwischen einzelnen Benutzern des Netzes.“ (Stolpmann 1997, S. 12)
Noch im Jahr 1969 wurden die o.g. Dienste entwickelt. Innerhalb von nur drei Jahren wuchs das ARPANET sehr schnell. Zu Beginn waren in diesem Netz lediglich vier Rechner miteinander verbunden, im Jahr 1972 waren es bereits 50 Forschungseinrichtungen, die das ARPANET nutzten. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 12)
2 Verteidigungsministerium der USA
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2.1.3 Die Entstehung des Internets
Das Jahr 1983 gilt als Entstehungsjahr des heutigen Internets. Bis dahin waren fast 400 Rechner im ARPANET vernetzt und TCP/IP (Transmission Control Protocol/Internet Protocol) wurde als verbindlich für alle angeschlossenen Rechner vorgeschrieben. 1986 wurde das NSFnet (National Science Foundation Network) gegründet, welches das Ziel verfolgte, alle Universitäten in den USA auf der Grundlage der ARPANET-Technologie miteinander zu verbinden. Dieses große Wissenschaftsnetzwerk wurde sehr schnell ausgebaut und es wurden viele Mittel- und Grundschulen miteinander vernetzt. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 13) In Europa wurde im Jahr 1986 das RARE (Rèseaux Associès pour la Recherche Europèenne) entwickelt, das ebenfalls für die akademische Zusammenarbeit in Europa genutzt werden sollte.
Im Jahre 1990 wurde das Internet auch für die Bevölkerung außerhalb der Universitäten zugänglich gemacht. (Vgl. Scheller u.a. 1994, S. 5f) Dies geschah durch ein vom europäischen Forschungszentrum für Teilchenphysik CERN in Genf ins Leben gerufenes Projekt, welches das Ziel verfolgte, auch dem Laien eine einfache Nutzung der Informationsdienste des Internets zu ermöglichen und die Kommunikation der CERN-Wissenschaftler zu verbessern. In diesem Projekt entstand die Vorstellung des World Wide Web (WWW): Ein weltumspannendes Informationsnetz. (Stolpmann 1997, S. 13)
2.2 Vom WorldWideWeb (WWW) zum Web 2.0
Wie bereits unter 2.1.3 beschrieben, wurde das WWW in den 90er-Jahren entwickelt und wuchs rasant an.
Aus folgender Grafik lässt sich erkennen, wie schnell die Nutzung des WWW in nur zehn Jahren zunahm. Unter Hosts versteht man die Anzahl der angeschlossenen Computer:
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(http://www.uniklinikum-giessen.de/med3/history/internet/Count_WWW.gif. Datum der Recherche: 11.2.2010)
Ebenfalls interessant ist die Zunahme von Internetseiten. Folgende Grafik liefert hierzu genauere Informationen:
(http://www.uniklinikum-giessen.de/med3/history/internet/Count_WWW.gif. Datum der Recherche: 11.2.2010)
Das Internet diente in den 90er-Jahren noch als reines Informationsmedium. Erst im 21. Jahrhundert wurde aus dem Informationsmedium ein Teilnahmemedium. Dies beinhaltete u.a., dass Software zur sozialen Interaktion von Menschen zur
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Verfügung gestellt wurde. Dieser Wandel wird häufig auch als Paradigmenwechsel bezeichnet. Dem einzelnen Anwender stehen nun viel mehr Möglichkeiten und Dienste zur Verfügung. Nicht nur die Communities, welche durch das sog. Web 2.0 einen wahren Boom erleben, sondern auch Tauschbörsen, Internet-Auktionshäuser, Wikis und Blogs gehören zu den neuen Anwendungen. (Vgl. Henning 2007, S. 415f)
Der Begriff Web 2.0 erfreut sich in den Medien und auch in der Industrie als äußerst beliebt. Dennoch existiert keine anerkannte, einheitliche Definition, zumindest bis heute nicht. Oftmals wird auch anstatt Web 2.0 von dem sog. Social Web gesprochen. (Vgl. Hass u.a. 2008, S. 24) Der Begründer des Begriffs Web 2.0, Tim O`Reilly, versteht im Kern darunter, dass der Internetnutzer wesentlich stärker als bisher partizipieren und mit geringem Aufwand selbst Inhalte generieren und mit anderen teilen kann. (Vgl. O`Reilly 2005, S. 35)
2.3 Möglichkeiten der Nutzung des Internets
Die bisher dargestellte Theorie fordert nahezu die Fragen, was denn nun das Internet dem Nutzer konkret bringt und wie er es nutzen kann. Stolpmann unterscheidet die Nutzung des Internets auf drei Arten: - zur Kommunikation - zur Information - zur Unterhaltung (Vgl. Stolpmann 1997, S. 64)
Auf den folgenden Seiten werde ich in aller Kürze diese drei Nutzungsarten des Internets erläutern.
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2.3.1 Das Internet als Kommunikationsmedium
Das Internet dient als Kommunikationsmedium dem Austausch von Informationen und Nachrichten zwischen einzelnen oder mehreren Nutzern. Hierbei wird unterschieden, ob der Informationsaustausch öffentlich oder privat ist.
Private Kommunikationsformen zeichnen sich dadurch aus, dass man i.d.R. weiß, wer die teilnehmenden Kommunikationspartner sind und dass es sich im Wesentlichen um einen Nachrichtenaustausch zweier Teilnehmer handelt. Öffentliche Kommunikationsformen lassen verschiedene Teilnehmer an dem Austausch teilnehmen. Der Verfasser weiß nicht genau, wer sein Geschriebenes liest. Der Vorteil liegt darin, dass viele „Experten“ eine Antwort zu einer bestimmten Frage verfassen können. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 64)
Eine andere Möglichkeit, Kommunikationsformen zu differenzieren, ist die Unterteilung nach Online- und Offline-Diensten. Online bedeutet, dass die Nutzer zur selben Zeit an einem Computer sitzen müssen.
Offline bedeutet, dass Nachrichten zwischengespeichert werden und zeitversetzt abgerufen werden können.
Die folgende Tabelle fasst die Kommunikationsarten mit Beispielen nochmals zusammen.
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2.3.2 Das Internet als Informationsmedium
Das Internet gilt heute als das meistgenutzte Medium zum Suchen von Informationen jeglicher Art. Keine Bibliothek der Welt kann bezüglich des Informationsgehaltes dem Internet konkurrieren.
Die Informationsdienste im Internet sind vielfältig. Das bekannteste und auch meistgenutzte Medium ist das World Wide Web. Doch es gibt noch weitere Dienste, die ebenfalls über das Internet gehandhabt werden. Hier sind v.a. neben dem WWW noch das Telnet, FTP und Gopher zu nennen. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 65)
Äußerst interessant ist auch die Tatsache, dass das Internet mittlerweile das meistgenutzte Medium zum Beschaffen von alltäglichen Informationen geworden ist. So schreibt Widmann auf dem Internetportal www.zdnet.de: „Während die Zeitungsbranche mit sinkenden Auflagen- und Verkaufszahlen in Folge der Abwanderung vieler Leser ins Web kämpft, erfreuen sich Nachrichtenportale zunehmender Beliebtheit. Die Online-Plattform des Magazins Spiegel erreicht laut ACTA 2008 nunmehr etwa drei Millionen Nutzer pro Woche, was einem Wachstum von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch andere Nachrichtenportale wie FAZ.net (47 Prozent), Welt Online (39 Prozent) oder Bild.de (41 Prozent) erzielten große Zuwächse.“ (Widmann 2008, Online)
2.3.3 Das Internet als Unterhaltungsmedium
Das Internet dient immer mehr als Unterhaltungsmedium. V.a. Jugendliche und junge Erwachsene verbringen viel Zeit im WWW. Beliebt sind v.a. Chatdienste, Enzyklopädien, Demoversionen neuer Computerprogramme, Musikseiten. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 67)
Die Delphistudie besagt, dass die zunehmende Digitalisierung unsere Gesellschaft grundlegend verändern wird. Bis zum Jahr 2015 soll das Internet nicht nur zuhause am Computer konsumiert werden, sondern jederzeit mobil auf das WWW zurückgegriffen werden. (Vgl. Schobelt 2009)
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Stolpmann sieht in dem zunehmenden Konsum des Internets aber auch die Gefahr der Sucht. V.a. die Nutzung solcher MUDs (Multi-User Dungeons), bei der mehrere Mitspieler miteinander oder gegeneinander Aufgaben in einer Fantasiewelt lösen, lassen bei vielen Jugendlichen Suchterscheinungen erkennen. (Vgl. Stolpmann 1997, S. 67f)
2.4 Communities
In der Fachliteratur existieren verschiedene Definitionen, was man unter einer sog. Community versteht.
Gäbler definiert es folgendermaßen: „Eine Community bezeichnet ein Webforum oder ein Portal, das einen Anlaufpunkt für User mit ähnlichen Interessen bietet. Nach der Registrierung können die einzelnen User sich austauschen. Eine Community ist eine Art Online-Familie. Man lernt schnell Leute kennen, die die eigenen Interessen teilen.“ (Gäbler 2006, S. 42)
Aufgrund der großen Bedeutung dieses Begriffes für diese Arbeit zitiere ich ebenfalls eine weitere Definition aus einem anderen Buch: „Virtuelle Gemeinschaften sind soziale Zusammenschlüsse, die dann im Netz entstehen, wenn genug Leute diese öffentlichen Diskussionen lange genug führen und dabei ihre Gefühle einbringen, so dass im Cyberspace ein Geflecht persönlicher Beziehungen entsteht.“ (Beck 2006, S. 165) In Bezug auf SchülerVZ beschreibe ich im Folgenden noch solche klassischen von Jugendlichen genutzten Communities:
Nach der Registrierung kann der User sein persönliches Profil einrichten, indem er das ihm zur Verfügung gestellte Profil mit seinen persönlichen Daten füllt. Diese Angaben sind i.d.R. Hobbies, Lieblingsfächer, Musik etc. Weitere Möglichkeiten der individuellen Gestaltung sind ein Profilbild oder Foto-Galerien. Da eine Community von den virtuellen Beziehungen und Freundschaften zwischen den Benutzern lebt, können Freundschaften mit anderen Usern geschlossen werden. Zusätzlich stehen in den meisten Communities noch weitere Möglichkeiten der Kommunikation zur Verfügung. Eigentlich immer existiert eine Funktion, mit welcher man Nachrichten an andere User versenden
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kann. Zusätzlich weisen viele Communities die Funktion auf, in verschiedenen Foren zu bestimmten Themen zu diskutieren bzw. seine Meinung zu hinterlassen. (Vgl. Richard 2007, S 66f)
Diese soeben allgemeine Beschreibung trifft auf die meisten Communities zu. Genaueres werde ich unter 3. am Beispiel von SchülerVZ erläutern.
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3. SchülerVZ
Im folgenden Kapitel werde ich die Community SchülerVZ beschreiben. Die eingefügten Bilder bzw. bearbeiteten Screenshots habe ich einem Account entnommen, welchen ich unter einem Pseudonym erstellt habe. Um einen Account bei SchülerVZ einzurichten, benötigt man eine Einladung eines Mitglieds, welche ich auf Nachfrage von einer mir privat bekannten Schülerin erhalten habe.
3.1 Entstehung der Community
Vor fünf Jahren wurde in einer kleinen WG in Berlin die Firma VZnet Netzwerke Ltd. gegründet. Als erstes wurde StudiVZ für Studenten entwickelt. Diese ist bis
heute sehr beliebt und wird viel benutzt. Die Plattform StudiVZ wuchs so rasant an, dass nach nur einem Jahr, also im Jahr 2006, zwei weitere Verzeichnisse, das SchülerVZ und das MeinVZ gegründet wurden. Allerdings ging SchülerVZ erst im Februar 2007 online.
SchülerVZ ist ausschließlich für Schüler, StudiVZ nur für Studenten und für alle anderen Menschen, die weder die Schule noch eine Hochschule bzw. Universität besuchen, wurde das MeinVZ entwickelt, welches aber mit StudiVZ verbunden ist.
(Vgl. StudiVZ Ltd 2010, Online)
Seit Januar 2007 gehört die StudiVZ Ltd. zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrink und hat ihren Hauptsitz in Berlin. Im August 2009 erfolgte die Umbenennung der Firma von StudiVZ Ltd in VZNetzwerke Ltd.
Dr. Clemens Riedl, Jodok Batlogg und Thomas Baum sind die Geschäftsführer der VZ Netzwerke Ltd. Hinter ihnen steht mittlerweile eine große Firma mit mehreren Abteilungen. Außer den Programmierern und Grafikern hat die Firma Abteilungen, die für die Systemadministration oder die interne Technik zuständig sind. Außerdem gibt es Mitarbeiter für Vertrieb und Werbung.
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3.2 Daten & Fakten
Die folgenden Angaben habe ich der Internetseite www.schuelervz.de entnommen. Diese sind nicht ganz aktuell. Sie stammen vom August 2009. Wie bereits beschrieben, wurde SchülerVZ als Weiterentwicklung von StudiVZ erstellt. Im Herbst 2009 waren bei SchülerVZ 5,5 Millionen Schüler angemeldet. Zusammen mit StudiVZ und MeinVZ sind bei den VZ Netzwerken über 16 Millionen Mitglieder registriert. (Vgl. SchülerVZ 2010, Online)
Allein die Community SchülerVZ benötigt einen enorm großen Speicher. Pro Monat liefern die Systeme ungefähr 300 Terabyte Speicher an die Nutzer aus. Dies sind 300.000 Gigabyte. Würde man diese auf CDs mit je 700 MB Speicher brennen wollen, so würde man davon rund 428.000 Stück benötigen. (Vgl. SchülerVZ 2010, Online)
Alle drei Netzwerke laufen auf 750 Hochleistungsservern mit über 4.000 Prozessorkernen und 9.500 Gigabyte Hauptspeicher (RAM). Zum Vergleich: Ein aktueller neuer PC besitzt einen Hauptspeicher (RAM) von 4 Gigabyte. Diese Server sorgen dafür, dass die Übertragungsrate enorm hoch ist. In Spitzenzeiten erreichen die Daten 5.400 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Ein normaler DSL-Anschluss schafft gerade mal 16 Mbit/s. Im Gegensatz zu anderen Communities ist SchülerVZ und die beiden anderen VZ-Netzwerke für die Benutzer kostenlos. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich über Werbung, welche dem Benutzer beim Konsumieren der Seite gezeigt wird.
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3.3 Funktionen und Aufbau
3.3.1 Startseite und Profilseite
Besucht man im Internet die Seite www.schuelervz.net, dann landet man auf der Startseite der Community. Dort stehen im Mittelpunkt der Login-Bereich sowie die Möglichkeit, sich zu registrieren. Am unteren Ende der Seite ist ein horizontaler Abschnitt, in welchem sich alle Besucher der Seite über SchülerVZ, Datenschutz, die AGBs etc. informieren können. Da die Community Lehrern und Eltern keinen Zutritt gewährt, sind hier auch Links gesetzt, um Eltern und Lehrer zu informieren. Hat man von einem SchülerVZ-Mitglied eine Einladung erhalten, selbst Mitglied zu werden, so kann man sich auf der Startseite hierfür registrieren. Nachdem man sich das erste mal registriert hat, kann man sich immer direkt über den Login-Bereich einloggen.
Auf der folgenden Grafik (S. 20) ist der Bildschirm angezeigt, welcher erscheint, wenn man sich erfolgreich in die Community eingeloggt hat. Es zeigt die Startseite des Benutzers. Dort wird ihm angezeigt, wenn er neue Nachrichten empfangen hat oder was es sonst Neues im SchülerVZ gibt. Der Buschfunk ist eine Art öffentlicher Chat. Hier kann jeder Nutzer Nachrichten aller Art schreiben, welche dann auf allen Startseiten der jeweiligen Freunde erscheinen. Auf der rechten Seite sieht man die Funktion „Kennst du schon...?“. Hier werden die Bilder mit Profilname von evtl. Bekannten gezeigt. Es wird unterschieden in „Stadt“, also irgendwelche Profile aus der gleichen Stadt und „Freundeskreis“. Dort werden Profile von Freunden der eigenen Freunde gezeigt. Mit nur einem Klick kann man diese möglichen Bekannten als Freunde hinzufügen. Auf der linken Seite ist die Navigationsleiste. Egal, wo sich der Benutzer aufhält, ob in Gruppen, bei Galerien oder auf anderen Profilen, diese Navigation verändert sich nicht. Dies macht die gesamte Community übersichtlich, da man mit nur einem Klick immer auf die eigene Startseite bzw. Profilseite zurückkommt.
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Arbeit zitieren:
Simeon Handte, 2010, Auswirkungen von Communities auf die Schule am Beispiel von SchülerVZ, München, GRIN Verlag GmbH
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