INTENTION DER UNTERRICHTSREIHE
Am 11. November wird im Christentum der Martinstag gefeiert. Der Tag leitet sich aus dem Geburtstag Martin Luthers und dessen Namenspatrons Sankt Martin ab. Es handelt sich also um eine Mischform evangelischen und katholischen Brauchtums.
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Sankt Martin zu feiern heißt für die Kinder der 1. und 2. Klassen unserer Schule vor allen Dingen mit einem Laternenlicht in die Dunkelheit zu gehen - ein Ritual, das sie über alles lieben. Die Bilderbuchgeschichte
Aus diesem Grund habe ich mich für die Unterrichtsreihe zum Thema Teilen in Bezug auf die Geschichte
AUFBAU DER UNTERRICHTSREIHE:
1. Wir teilen und geben ab! - Durch das Teilen einer Tafel Schokolade im Klassenverband werden die Kinder für das Thema Teilen sensibilisiert, so dass sie sich in gemeinsamen Gesprächen über Gegenstände, die man bereits geteilt hat oder die man gerne oder nicht gerne teilt, austauschen und über Gefühle, die man beim Teilen erlebt, sprechen. 2. Wir bitten und danken! - Indem die Schülerinnen und Schüler in Rollenspielen um verschiedene Gegenstände bitten und dabei gezielt auf ihre Handlung achten, entdecken sie weitere Handlungsmöglichkeiten wie das Leihen, das Tauschen oder das Schenken und sammeln somit weitere Einsichten zum Thema Teilen.
3. Wir hören die Geschichte vom kleinen Martin und erinnern uns an Sankt Martin! - Um die Verbindung zwischen den vorangegangenen Stunden und der Legende Sankt Martin herzustellen, hören die Kinder die Geschichte „Das schönste Martinslicht“, tauschen sich über die Handlungen des kleinen Martin aus und halten ihre Verknüpfungen schriftlich oder malerisch fest.
4. Wir lernen, dass auch Jesus in der Bibel vom Teilen und Helfen spricht! - Durch das kindgerechte Gestalten des Bibeltextes (Matthäus 25,31-46) erhalten die Kinder einen biblisch-christlichen Zugang und verknüpfen dadurch ihre Erkenntnisse über die Handlungen des kleinen Martin und von Sankt Martin mit ihrem eigenen Handeln. 5. Wir teilen wie Martin! - Indem die Kinder Brötchen mit ihren Klassenkameraden teilen, vertiefen sie ihre gewonnenen Kenntnisse des Teilens und Helfens in Bezug auf die Legende Sankt Martin und verstehen sie als Deutung für die eigene religiöse Praxis.
1 Vgl. O.A.
2 Vgl. Wölfel, Ursula/ Winterhager, Daniela (1), S.6.
3 Ebd.
4 Vgl. Religionspädagogisches Zentrum Heilsbronn (Hrsg.), S.16.
2
INHALTE DER UNTERRICHTSREIHE
1. Sequenz: Wir teilen und geben ab!
2. Sequenz: Wir bitten und danken!
3. Sequenz: Wir erinnern uns an Sankt Martin und hören von dem kleinen Martin!
4. Sequenz: Wir lernen, dass auch Jesus in der Bibel vom Teilen und Helfen spricht!
5. Sequenz: Wir teilen wie Martin!
BEMERKUNGEN ZUR LERNGRUPPE
Die evangelische Religionsgruppe setzt sich aus 16 Kindern (4 Mädchen und 2 Jungen aus den Klassen 1a und b sowie 4 Mädchen und 6 Jungen aus Klasse 2) zusammen. Die Gruppe trifft sich zweimal in der Woche zum gemeinsamen Religionsunterricht. 2 der Kinder sind keiner Religion zugehörig, nehmen aber vom 1. Schuljahr an am evangelischen Religionsunterricht teil. Alle anderen Kinder sind evangelisch. Die Kinder nehmen grundsätzlich mit Freude am Religionsunterricht teil.
Von Anfang an wurden Organisationsformen, wie der „Stuhlkreis“ und der „Theaterkreis“ als Elemente in den Unterricht einbezogen. Auch Arbeitsformen, wie „Gespräche in Kleingruppen“ und „Rollenspiele“ wurden von Beginn an durchgeführt. Durch die jahrgangsübergreifende Gruppe gelang es sehr schnell unterrichtsrelevante Regeln umzusetzen, da die älteren Kinder (Klasse 2) diese bereits länger gebrauchen. Die Kinder kennen somit Gesprächsregeln und versuchen sich daran zu halten, z.B. Mitschülern zuzuhören und sie ausreden zu lassen.
Das Thema Teilen und Abgeben ist für Kinder nicht leicht, da es soziale Fähigkeiten verlangt, die man erst erlernen muss. Um teilen zu können, muss sich das Kind in die Lage eines anderen versetzen können. Dabei muss man behutsam mit den Kindern umgehen und sie nicht zum Teilen zwingen oder überreden. Teilen muss aus einer inneren Überzeugung und Einstellung heraus geschehen. 5 Durch die praktische Handlung des gemeinsamen Teilens der Schokolade oder der Brötchen/ Hörnchen wird erwartet, dass sich alle Kinder auf das Thema einlassen und miterleben können, dass Teilen auch eine positive Rückwirkung auf den Teilenden haben kann.
Das Thema Sankt Martin mit seiner guten Tat der Mantelteilung ist den meisten Kindern bekannt, da die Kindergärten in der Schulumgebung dieses Thema jedes Jahr einbeziehen und gemeinsam mit der Schule einen großen Laternenumzug mit anschließendem Martinsspiel anbieten. Somit ist zu erwarten, dass sich die Kinder auf die Geschichte des kleinen Martin einlassen werden und eine Verbindung zu Sankt Martin herstellen können.
5 Ebd..
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KOMPETENZERWARTUNGEN
Miteinander leben
Schülerinnen und Schüler finden Antworten auf ihre Fragen nach gelingender Gemeinschaft in Familie, Schule, Kirchengemeinde und mit Menschen aus anderen Kulturkreisen.
Jesus lebt und verkündet das Reich Gottes
Die Schülerinnen und Schüler finden Antworten auf ihre Fragen nach Maßstäben und Vorbildern für eigenes Handeln.
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RELIGIONSPÄDAGOGISCHE GRUNDLEGUNG/ LEHRPLANBEZUG
Die Unterrichtsreihe lässt sich laut Lehrplan hauptsächlich zum Bereich Miteinander leben zuordnen. Es geht hierbei um den Umgang miteinander, um Verständnis, Offenheit und Toleranz anderen gegenüber, um Verantwortung für die Gemeinschaft und christlich geprägte Formen des Miteinanders. 6 An den Bereich Jesus lebt und verkündet das Gottesreich wird ebenfalls angeknüpft. Hier geht es um die Auseinandersetzung mit der Wirkung Jesu sowie um Vorbilder, denen Kinder nacheifern können. 7
Alle vier wesentlichen Erfahrungsräume (Identität entwickeln, Gemeinschaft leben, Verantwortung übernehmen und Hoffnung schöpfen) 8 des Faches evangelische Religionslehre lassen sich in der Unterrichtsreihe wieder finden.
Das Miteinander von Ich und Du soll hier durch das Thema Teilen und Abgeben bewusst gemacht werden. Durch das Teilen von Schokolade und Brötchen/ Hörnchen sowie anderen sozialen Handlungen soll die
Gemeinschaft
positiv erfahren werden. Hilfsbereites Handeln, wie das Teilen, das Leihen, das Tauschen und das Schenken soll praxisnah erlebt und gefühlt und durch die Gespräche vertiefend auf die eigene
Identität
bezogen werden. Kinder setzen sich zwar noch nicht bewusst mit der eigenen Identität auseinander, aber sie haben durchaus eine eigene Meinung, die sie vertreten und begründen können. Durch die Geschichte
6 Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), S.9.
7 Ebd., S.10.
8 Ebd., S.7,8.
9 Krautter, Adelheid/ Schmidt-Lange, Elke (Hrsg.), S.148,172.
10 Vgl. Jahnke, Michael (Hg.), S.36.
11 Vgl. Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), S.6.
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Arbeit zitieren:
Yvonne Buchenau, 2010, Unterrichtseinheit: Teilen wie (Sankt) Martin - 1.+ 2. Klasse, München, GRIN Verlag GmbH
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