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Validität des Strategiemodells

Title: Validität des Strategiemodells

Diploma Thesis , 2003 , 95 Pages , Grade: 2

Autor:in: Stefan Gerlach (Author)

Psychology - Developmental Psychology
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Summary Excerpt Details

n der vorliegenden Arbeit wurde es sich zum Ziel gesetzt, die seit einiger Zeit in der Kritik
stehende und als “Strategiemodell” bezeichnete Konzeption des Lernens zu validieren. Zu
klären war, inwieweit der Gebrauch von Strategien tatsächlich einen exponierten Einfluss
gegenüber den anderen drei Gedächtnisdeterminanten Vorwissen, Metagedächtnis und
Gedächtniskapazität auf die Gedächtnisleistung besitzt. Anhänger dieses Paradigmas sehen
vor allem im ontogenetischen Wandel des strategischen Vorgehens bei Kindern die Erklärung
dafür, weshalb sich das Memorierverhalten im Verlauf des (Klein)Kindes- und Jugendalters
qualitativ und quantitativ verbessert.
Zum Zwecke einer Validierung des Strategiemodells wurden bei je 60 Zweit- und
Viertklä sslern unter Experimental- und Kontrollbedingung das Metagedächtnis mittels zweier
Metagedächtnisbatterien erfasst, das Vorwissen durch freie Produktion von Tier- und
Pflanzennamen und Bearbeitung des Kognitiven Fähigkeitstests (KFT) und Heidelberger
Sprachentwicklungstests (HSET) dokumentiert und die Kapazität des Arbeitsgedächtnisses
mittels Wortnachsprech-Aufgaben festgestellt. Die Bewertung des Einflusses der Strategie
erfolgte durch eine MANOVA im Messwiederholungsdesign, die einen
Reproduktionsvergleich zog, und zwar zwischen der Experimentalgruppe, die bereits
vorkategorisierte Itemlisten zu lernen hatte, und der Kontrollgruppe, der die Items
randomisiert dargeboten wurde.
Zwar waren die Strategen den Nichtstrategen und die Viertklässler den Zweitklässlern
bezüglich der Memorierleistung überlegen, jedoch konnte keine Signifikanz bei den sich
ergebenden drei Wechselwirkungen aus Klasse, Experimentalbedingung und Stratege
nachgewiesen werden. Zusätzlich wurde eine multiple Regressionsanalyse gerechnet, in die
alle neun unabhängigen Variablen einflossen, die zur Erfassung der vier
Gedächtnisdeterminanten in oben genannten Tests generiert wurden. Es konnte hier der
Strategievariablen ein Effekt eingeräumt werden, der aber weder klassen- noch
materialspezifisch auftrat. Stattdessen lieferte die Variable des Vorwissens zu Tieren über alle
Kriterien hinweg den höchsten Erklärungsbeitrag für die Höhe der Gedächtnisleistung.
Dem Gebrauch von Strategien kann somit nicht ohne weiteres eine ausschlaggebende
Rolle für Gedächtnisleistung zugeschrieben werden. Es spricht Vieles dafür, dass eher eine
Interaktion der Gedächtnisdeterminanten für die Lernleistungen verantwortlich zu machen ist.
[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. ZUSAMMENFASSUNG

II. EINLEITUNG

III. STAND DES PROBLEMS

III.1. Die Gedächtnisdeterminanten

III.1.1. Die Gedächtniskapazität

III.1.1.1. Gedächtnisspanne

III.1.1.2. Verarbeitungsgeschwindigkeit

III.1.2. Das Vorwissen

III.1.2.1. Semantisches Netzwerk

III.1.2.2. “Weltwissen” und “bereichsspezifisches Wissen”

III.1.2.3. “Wissenshypothese” und “Experten-Novizen-Paradigma”

III.1.3. Die Gedächtnisstrategien

III.1.3.1. Enkodierstrategien

III.1.3.1.1. Rehearsal

III.1.3.1.2. Organisieren, Kategorisieren

III.1.3.1.3. Elaboration

III.1.3.2. Abrufstrategien

III.1.3.3. Defizite beim Strategiegebrauch

III.1.3.3.1. Mediationsdefizit

III.1.3.3.2. Produktionsdefizit

III.1.3.3.3. Nutzungsdefizit

III.1.4. Das Metagedächtnis

III.1.4.1. Deklaratives Metagedächtnis

III.1.4.2. Prozedurales Metagedächtnis

III.1.4.3. Die Entwicklung des Metagedächtnisses im Kindesalter

III.2. Konzepte für das Strategiemodells

III.2.1. Die Strategie-Emergenz-Theorie (SET)

III.2.1.1. Theoretische Grundannahmen

III.2.1.1.1. Das Modell des semantischen Netzwerks

III.2.1.1.2. Das Arbeitsgedächtnis nach Baddeley

III.2.1.1.3. Das Synergistic-Ecphory-Modell

III.2.1.2. Das Integrative Rahmenmodell

III.2.1.3. Hypothesen und Vorhersagen der SET

III.2.1.4. Ergebnis der Prüfung der Vorhersagen

III.2.2. Das Modell des guten Strategieanwenders

III.2.2.1. Strategie

III.2.2.2. Metakognitives Wissen über spezifische Strategien

III.2.2.3. Stil

III.2.2.4. Motivationale Überzeugungen

III.2.2.5. Nichtstrategische Wissensbasis

III.3. Kritik am Strategiemodell - und die Alternativen

III.3.1. Das Contra

III.3.1.1. Kritik am Konzept des Metagedächtnisses

III.3.2. Die Fuzzy-Trace-Theorie

III.4. “Clustering and Recall”

IV. SPEZIFISCHE FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN

V. METHODE

V.1. Allgemeine Begründung für das Vorgehen

V.2. Voruntersuchung

V.3. Hauptuntersuchung

V.3.1. Stichprobe

V.3.2. Untersuchungsplan

V.3.2.1. Operationalisierung

V.3.2.2. Unabhängige Variablen

V.3.3. Material und abhängige Variablen

V.3.3.1. Gruppensitzung

V.3.3.2. Einzelsitzung

V.3.3.3. Abhängige Variable

V.3.4. Ablauf der Untersuchung

V.3.4.1. Gruppensitzung

V.3.4.2. Einzelsitzung

V.3.5. Statistische Verfahren

V.3.5.1. Hypothesentestung

V.3.5.2. Multiple Regressionsanalyse

V.3.5.2.1. Einhaltung der Prämissen

V.3.5.3. Überprüfung der Varianz- und Korrelationshomogenität

VI. ERGEBNISSE

VI.1. Hypothesentestung

VI.1.1. Resultat zu Hypothese A

VI.1.2. Resultat zu Hypothese B

VI.1.3. Ergebnis zu Hypothese C

VI.1.4. Ergebnis zu Hypothese D

VI.2. Resultate der Regressionsanalyse

VII. DISKUSSION

VII.1. Hypothesen

VII.2. Regressionsanalyse

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Validität des sogenannten "Strategiemodells" des Lernens. Ziel ist es zu klären, ob der Strategiegebrauch tatsächlich einen exklusiven Einfluss auf die Gedächtnisleistung hat, der über den Einfluss der drei anderen Gedächtnisdeterminanten (Vorwissen, Metagedächtnis, Gedächtniskapazität) hinausgeht.

  • Validierung der zentralen Annahmen des Strategiemodells gegenüber konkurrierenden Faktoren.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen strategischem Verhalten und Reproduktionsleistung bei Kindern.
  • Vergleich von Experimentalgruppen (vorkategorisiertes Lernmaterial) und Kontrollgruppen (randomisiertes Lernmaterial).
  • Analyse des Einflusses von Vorwissen und Metagedächtnis auf das Lernergebnis.
  • Empirische Überprüfung mittels varianzanalytischer Methoden und multipler Regressionsanalysen.

Auszug aus dem Buch

Die Gedächtnisstrategien

Strategien werden generell aufgefasst als “potentiell bewußte, intentionale kognitive Aktivitäten [...], die dabei helfen sollen, eine Gedächtnisaufgabe besser zu bewältigen. (Schneider & Büttner, 1998, S. 672) Sie werden durch das Individuum kontrolliert ausgeführt und sind mental anstrengend.

Unterteilbar sind Strategien in Enkodierstrategien, die beim Lernen aktiv sind, und Abrufstrategien, die bei Erinnerungsprozessen in Kraft treten.

Zusammenfassung der Kapitel

I. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Darstellung der empirischen Studie an 60 Zweit- und Viertklässlern zur Validierung des Strategiemodells und der unerwarteten Befunde hinsichtlich der Vorwissens-Dominanz.

II. EINLEITUNG: Einführung in die vier Gedächtnisdeterminanten und die Fragestellung, ob der Strategiegebrauch tatsächlich die zentrale Rolle bei der Gedächtnisperformanz spielt.

III. STAND DES PROBLEMS: Detaillierte theoretische Abhandlung der kognitiven Entwicklung, inklusive der Strategie-Emergenz-Theorie (SET) und der Kritik durch die Fuzzy-Trace-Theorie.

IV. SPEZIFISCHE FRAGESTELLUNG UND HYPOTHESEN: Herleitung der vier Arbeitshypothesen zur Überprüfung des Einflusses von Strategien auf die Gedächtnisleistung im Vergleich zu Nichtstrategen und unter Berücksichtigung von Klassenstufen.

V. METHODE: Beschreibung des experimentellen Aufbaus, der Stichprobenauswahl an drei Grundschulen und der statistischen Vorgehensweise zur Datenauswertung.

VI. ERGEBNISSE: Präsentation der Ergebnisse der MANOVA und der multiplen Regressionsanalysen zur Klärung des Einflusses der verschiedenen Gedächtnisdeterminanten.

VII. DISKUSSION: Interpretation der statistischen Befunde und kritische Reflexion des Strategiemodells vor dem Hintergrund der gewonnenen Studiendaten.

Schlüsselwörter

Strategiemodell, Gedächtnisdeterminanten, Gedächtniskapazität, Vorwissen, Metagedächtnis, Strategiegebrauch, Kognitive Entwicklung, Grundschulalter, Reproduktionsleistung, Multiple Regressionsanalyse, Strategie-Emergenz-Theorie, Kategorisierung, Fuzzy-Trace-Theorie, Gedächtnisspanne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Validität des sogenannten "Strategiemodells", welches besagt, dass der bewusste Gebrauch von Lernstrategien der maßgebliche Faktor für die Qualität von Gedächtnisleistungen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die vier Gedächtnisdeterminanten: Gedächtniskapazität, Vorwissen, Gedächtnisstrategien und Metagedächtnis, sowie deren Zusammenspiel bei der Informationsverarbeitung von Kindern.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel besteht in der Überprüfung der Hypothese, ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Strategiegebrauch einer Person und ihrem Lernerfolg besteht, wenn man den Einfluss von Vorwissen und Kapazität berücksichtigt.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?

Es wurden experimentelle Studien mit Kindern der 2. und 4. Jahrgangsstufe durchgeführt (Experimentalgruppen vs. Kontrollgruppen). Statistisch wurden die Daten mittels einer MANOVA im Messwiederholungsdesign sowie durch multiple Regressionsanalysen ausgewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in aktuelle Gedächtnistheorien (SET, "Good-Strategy-User"-Modell), eine methodische Darlegung der eigenen empirischen Untersuchung und eine detaillierte Ergebnisanalyse.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind das Strategiemodell, Vorwissen als Einflussgröße, kategoriales Organisieren beim Lernen, Metagedächtnis und die statistische Validierung dieser Faktoren durch Regressionsmodelle.

Welches Ergebnis erbrachte die Regressionsanalyse in Bezug auf das Vorwissen?

Überraschenderweise zeigte sich, dass das Vorwissen (insbesondere in Bezug auf Tiere und Pflanzen) oft einen höheren Erklärungsbeitrag zur Gedächtnisleistung lieferte als der reine Strategiegebrauch.

Wie bewertet der Autor das "Strategiemodell" nach Abschluss seiner Forschung?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Strategiemodell nicht ohne weiteres als alleingültige Erklärung gelten kann. Er betont, dass eher eine dynamische Interaktion aller vier Gedächtnisdeterminanten für die Lernleistung verantwortlich zu machen ist.

Excerpt out of 95 pages  - scroll top

Details

Title
Validität des Strategiemodells
College
University of Würzburg  (Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie und Entwicklungspsychologie)
Grade
2
Author
Stefan Gerlach (Author)
Publication Year
2003
Pages
95
Catalog Number
V15359
ISBN (eBook)
9783638204880
Language
German
Tags
Validität Strategiemodells
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Gerlach (Author), 2003, Validität des Strategiemodells, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15359
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