Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
Abbildungsverzeichnis 2
Abk ürzungsverzeichnis. 2
1. Einführung 3
2. Modellbeschreibung 4
2.1. Definition „Politischer Konjunkturzyklus“ und Einordnung des Modells 4
2.2. Annahmen des Modells 5
2.2.1. Phillipskurvenkonzept-Beschreibung der Wirtschaft 5
2.2.2. Wählerverhalten 7
2.2.3. Regierungsverhalten und Politiker 9
2.3. Analytische Modelldarstellung 10
3. Kritische Würdigung des Modells 17
3.1. Allgemeine Kritikpunkte und Problembereiche 17
3.2. Empirische Evidenz des Modells 19
4. Schlussbetrachtung 20
5. Literaturverzeichnis. 22
1
Abbildungsverzeichnis
Abb.1: Das Grundschema der Modelle opportunistischer Konjunkturzyklen S. 5 Abb.2: Phillipskurvenkonzept S. 6
Abb.3: Die kurz- und die langfristige Phillipskurve S. 11
Abb.4: Nordhaus-Konjunkturzyklus S. 15
Abb.5: Der politische Konjunkturzyklus S. 16
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage Bd. Band bspw. beispielsweise bzgl. bezüglich c.p. ceteris paribus Diss. Dissertation hrsg. herausgegeben Hrsg. Herausgeber KPK Kurzfrisitige Phillips-Kurve LPK Langfristige Phillips-Kurve m.a.W. mit anderen Worten s. siehe sog. sogenannten u.a. unter anderem vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
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1. Einführung
„The timing of elections influences the rate of unemployment [...] the short-term managament of
inflation and unemployment, the flow of tranfer payments, the undertaking of expansionary or
contractive economic policies, and the time perspective of economic policy-making...Economic life
vibrates with the rhythms of politics “ [Tufte (1978, S. 137)].
In der traditionellen Volkswirtschaftslehre wird unterstellt, dass sich die wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger auf makroökonomischer Ebene wie wohlwollende Diktatoren verhalten, welche sich auf eine Stabilisierungspolitik konzentrieren und versuchen, extreme Konjunkturschwankungen zu glätten. Diese normative Sichtweise berücksichtigt dabei allerdings nicht die Frage, ob die wirtschaftspolitischen Instanzen überhaupt gewillt sind, sich allgemeinwohlorientierend zu verhalten oder ob ihre Eigeninteressen bei dem Einsatz konjunkturpolitischer Instrumentarien miteinfließen, was eine stabilitätsorientierte Wirtschaftspolitik erst beeinträchtigen würde.
Im Gegenzug dazu berücksichtigt die Theorie des Politischen Konjunkturzyklus dieses Verhalten der wirtschaftspolitischen Entscheidungsträger im Rahmen der Neuen Politischen Ökonomie und untersucht die Auswirkungen und Wechselbeziehungen zwischen Regierung, Wahlzeitpunkten, Wählern und Wirtschaftslage. Diese Interdependenzen verdeutlicht auch das obige Eingangszitat von Tufte.
Die ersten Versuche, das Politikerverhalten und die ökonomische Entwicklung miteinander zu verbinden, fand in der Mitte des 20. Jahrhunderts statt 1 . Es dauerte allerdings bis 1975, dass William D. Nordhaus seinen in dieser Hinsicht bahnbrechenden Aufsatz “The Political Business Cycle“ veröffentlichte, in dem er den Begriff des Politischen Konjunkturzyklus aufgriff und ihn zur Theorie des Politischen Konjunkturzyklus ausweitete. Nordhaus geht in seiner Ausführung davon aus, dass es der Regierung möglich ist, einen Konjunkturzyklus und damit Schwankungen in der Wirtschaft zu erzeugen.
Inhalt dieser Seminararbeit soll deshalb sein, das Konjunkturmodell von Nordhaus darzustellen und zu erläutern, wobei das Modell im ersten Teil in den Theorienkontext eingeordnet wird. Des Weiteren werden die von Nordhaus gestellten Annahmen dargelegt und erklärt, wobei vor allem auf die Annahmen über die Wirtschaft, die Wähler und die Regierung eingegangen werden soll. Anschließend erfolgt dann die analytische Darstellung des Modells. Da das Nordhaus-Modell von einem sehr vereinfachten Bild der Wirtschaft sowie deren Wirtschaftssubjekte ausgeht (Punkt 2 der
1 Siehe dazu u.a. Schumpeter(1939), Kalecki (1943), Akerman (1947), wenngleich die Zusammenhänge von Wirtschaft
und Politik schon früher betrachtet wurden, setzte die intensive Beschäftigung erst Mitte des 20. Jhd. ein.
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Arbeit), lassen sich einige Defizite aufdecken, was im Punkt 3 der Seminararbeit geschehen wird. Es wird dabei gleichzeitig auch die Frage nach dem Erklärungsgehalt und der empirischen Evidenz der Theorie politisch erzeugter Konjunkturzyklen gestellt.
Abschließend werden die wesentlichen Punkte noch einmal in einer Schlussbetrachtung zusammengefasst.
2. Modellbeschreibung
2.1. Definition „Politischer Konjunkturzyklus“ und Einordnung des Modells
Ein Politischer Konjunkturzyklus entsteht in westlichen Demokratien, wenn durch Wiederwahl -oder Ideologieinteressen motivierte Regierungen die wirtschaftliche Aktivität bewusst und eigennützig beeinflussen und dadurch selbst zusätzliche, oft systematische Schwankungen auslösen (vgl. Belke, 1993, S. 919, Scheuerle, 1999, S. 2).
Bei dieser Definition erfolgt- wie bereits in der Einführung erwähnt und durch Frey ausgeführt wird- „eine Abkehr von der weit verbreiteten Annahme benevolenter Politiker, die im privaten Sektor entstandene ökonomische Fluktuationen durch geeignete Stabilitätspolitiken gemäß einer gesellschaftlichen Wohlfahrtsfunktion ausgleichen“ (vgl. Frey, 1976, S. 95). Somit stehen die so gedeuteten Modelle auch im Gegensatz zu denen der Tinbergen-Theil-Tradition, in der Politiker nicht ihren eigenen Nutzen, sondern allein das Gesamtwohl zu realisieren versuchen (vgl. Tichy, 1994, S.147). Darüber hinaus ist der Politische Konjunkturzyklus von den unbewusst erzeugten Zyklen im Sinne der monetaristischen Konjunkturerklärung abzugrenzen. Diese beruht bekanntlich eher auf einer ungenügenden Steuerbarkeit der Wirtschaft und geht davon aus, dass die auf Stabilisierung zählende Regierung, infolge beschränkter Möglichkeiten diese Zyklen unbeabsichtigt auslöst (vgl. Scheuerle, 1999, S. 2).
Allen Modellen des Politischen Konjunkturzyklus ist jedoch gemeinsam, dass sie politische Faktoren endogenisieren und deren Zusammenspiel mit wirtschaftlichen Faktoren analysieren (vgl. Nordhaus, 1989, S. 2).
In Abhängigkeit von den Argumenten, die in der Nutzenfunktion der Politiker Berücksichtigung finden, lassen sich zwei Arten sowie eine Mischform der politisch erzeugten Konjunkturzyklen voneinander abgrenzen (vgl. Scheuerle, 1999, S. 2-3). Beim Modelltypus des opportunistischen Konjunkturzyklus, zu dem auch das Nordhausmodell zählt, steht das Wiederwahlinteresse im Vordergrund. Eine in diesem Sinne opportunistisch handelnde Regierung wird versuchen, die Wirtschaftslage dahingehend zu manipulieren, dass in dem unmittelbaren (Vor-)Wahlzeitraum eine von den Wählern besonders günstig bewertete wirtschaftliche Entwicklung erzeugt wird, die dann
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wiederum zu einer gewünschten maximalen Stimmenanzahl führen soll ( Scheuerle, 1999, S. 3). Stehen dagegen nicht die Wiederwahl, sondern die von der Regierung verfolgten ideologischen Ziele im Vordergrund, spricht man von ideologischen Konjunkturzyklen (vgl. Scheuerle, 1999, S. 3). Der dritte Modelltypus, eine Mischform aus den bisher genannten Richtungen, geht von der Erkenntnis aus, dass ohne die Wiederwahl, die Verfolgung und Durchsetzung der ideologischen Ziele nicht möglich ist. Maßgeblich für die Wirtschaftspolitik der Regierung sind somit beide Arten von Motiven- Wiederwahl und Ideologie. Bei einer sicheren Wiederwahl steht dabei die Ideologie im Vordergrund, bei einer unsicheren Wiederwahlchance wird der Stimmenmaximierung mehr Bedeutung zugemessen. Diese Mischform bezeichnet man als ideologisch-opportunistischen Konjunkturzyklus.
2.2. Annahmen des Modells
2.2.1. Phillipskurvenkonzept-Beschreibung der Wirtschaft
Wie Abb.1 nachstehend skizziert, beruht der Grundmechanismus aller Modelle opportunistischer Konjunkturzyklen auf der Zweiteilung in ein ökonomisches und ein politisches System, die jeweils miteinander verbunden sind (vgl. Scheuerle, 1999, S. 9).
Während das politische System in den Punkten 2.2.2. und 2.2.3. näher erläutert wird, lassen sich für den ökonomischen Kontext folgende Aussagen bzw. Annahmen machen:
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Arbeit zitieren:
Miriam Rinke, 2003, Politische Konjunkturzyklen - Das Nordhaus-Modell, München, GRIN Verlag GmbH
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