"Internationale Verrechnungspreise und
Erfolgsbeurteilung von Auslandsgesellschaften"
Name: Miriam Rinke
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis 2
1. Einführung 3
2. Definition "Verrechnungspreis" 4
3. Ziele, Aufgaben und Wirkungsweise von Verrechnungspreisen 5
3.1. Erfolgsermittlungsfunktion 5
4. Typisierung von Verrechnungspreisen 7
4.1. Marktpreisorientierte Verrechnungspreise 7
4.2. Kostenorientierte Verrechnungspreise 8
5. Verrechnungspreismethoden u. ihre Eignung für die Erfolgsbeurteilung 9
5.1. Transaktionsbezogene Methoden 9
5.1.1. Preisvergleichsmethode ( comparable uncontrolled price method) 9
5.1.2. Wiederverkaufsmethode (resale price method) 11
5.1.3. Kostenaufschlagsmethode(cost plus method) 12
5.2. Gewinnbasierte Methoden 13
5.2.1 Comparable Profit Method (CPM) 13
5.2.2. Profit Split Method (PS) 14
5.2.3. Transactional Net Margin Method (TNMM) 16
6. Schlussbetrachtung 18
7. Literaturverzeichnis 20
7.1. Internet-Adressenverzeichnis 22
1. Einführung
Die Auseinandersetzung mit dem Thema "Verrechnungspreise" ist keineswegs neu. Während sich schon Schmalenbach 1903 mit diesem Thema habilitierte und den Begriff der pretialen Lenkung im Hinblick auf die Funktionen von Verrechnungspreisen prägte (vgl. Kreuter 1997, 1), rückt im Zeitalter zunehmender Globalisierung und Internationalisierung das Thema "internationale Verrechnungspreise" weiter in den Vordergrund. Verrechnungspreise sind ins Schussfeld der Kritik geraten, weil sie nach Ansicht der Steuerbehörden oftmals missbraucht werden, um Gewinne aus Hochsteuerländern in Niedrigsteuerbereiche zu verschieben. Doch die Verrechnungspreise haben nicht nur im Steuerrecht im Sinne der Einkunftsabgrenzung ihre Funktion, sondern dienen auch in betriebswirtschaftlicher Sicht als Planungs- und Lenkungsinstrument und sind ein wichtiger Faktor zur Beurteilung und Steuerung von Auslandsgesellschaften. Dieser letztgenannte Punkt der Erfolgsbeurteilung ist auch Thema dieser Seminararbeit.
Mit der Ausbreitung des Strukturierungsprinzips im Sinne einer Profit Center Konzeption und der Divisionalisierung von Unternehmen gewann die Verrechnungspreisproblematik zu-nehmend an Bedeutung (vgl. Kreuter 1997,1). Laut eines Presseberichts der Wirtschafts-prüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Ernst& Young sind "konzerninterne Ver-rechnungspreise mittlerweile für 85 % der multinational operierenden Unternehmen die wichtigste Steuerfrage" (vgl. www.ey.com, 2002), was ebenfalls auf die steigende Brisanz dieses Themas hindeutet, und dies gilt nicht nur für den steuerlichen Bereich. Denn große internationale Konzerne mit zahlreichen Auslandsgesellschaften sind für den Vorstand schwer zu überschauen, so dass die Auslandsgesellschaften häufig nach ergebnisverantwortlichen Breichen organisiert werden (vgl. Kellers/Ordelheide 1984, 103). Leistungen zwischen den Unternehmensbereichen müssen bewertet, Erfolge gemessen, versteuert und den einzelnen Leistungseinheiten zugerechnet werden. Die Gewinnverantwortung der Profit-Center führt zu einer stärkeren Beachtung der Erfolgsermittlungsfunktion von Verrechnungspreisen (vgl. Kreuter 1997; 44 und Pausenberger 1992, 777) und der Möglichkeit Auslandsgesellschaften zu beurteilen. Steuerliche, rechtliche und betriebswirtschaftliche Problemfelder entstehen dadurch im Hinblick auf die richtige Bestimmung der Verrechnungspreise, der einheitlichen und korrekten Gewinnermittlung und somit auch der Erfolgsbeurteilung von Auslands-gesellschaften. Eine undurchsichtige Vielzahl von Ermittlungsmethoden ist inzwischen entstanden. Diese Heterogenität hat in der Vergangenheit zu großer Unsicherheit und zu Kontroversen in der Verrechnungspreisproblematik sowohl bei Unternehmen als auch bei Behörden geführt. Unstimmigkeiten über Ermittlungsmethoden, unterschiedliche Ausgestal-tung der inner-staatlichen Gesetze ( vgl. Boos, Rehkugler, Tucha 2000, 2390) und differierende Auslegungsgrundlagen erschweren internationale Vergleiche und senken das Vertrauen der Beteiligten - nicht zuletzt auch im Bereich der verursachungsgerechten Erfolgsermittlung -und damit auch der Erfolgsbeurteilung der Leistungseinheiten. Verschärfte Verrechnungspreisprüfungen (vgl. www.ey.com, 2002, 1), Gewinnkorrekturen, Strafzu-schläge und Doppelbesteuerungen sind Folgen dieser Probleme der Verrechnungspreis-bildungen und haben nicht nur positive Auswirkungen auf die Erfolgsbeurteilungen der Auslandsgesellschaften. Nicht umsonst lautet die Überschrift eines Presseartikels aus einer Umfrage von Ernst & Young "Nur die Hälfte der geprüften Unternehmen können ihre Gewinne verteidigen" (vgl. 2000, 1).
Im Rahmen dieser Seminararbeit soll deshalb aufgezeigt werden, was Verrechnungspreise sind, welche Funktion sie im Hinblick auf die Erfolgsbeurteilung bei den Unternehmens-bereichen erfüllen und wie die Preise bestimmt werden. Erörtert werden die praktischen und theoretischen Probleme, die sich bei der Ermittlung der Transferpreise und der damit einhergehenden Gewinnermittlung und "Erfolgszerlegung", wie Kellers und Lederle dieses Problem bezeichnen, ergeben (vgl. 1984, 163), so dass gleichzeitig auch eine Einschätzung der Eignung dieser unterschiedlichen Methoden für eine korrekte Erfolgsbeurteilung gegeben werden soll. Dabei werden sowohl die traditionellen Typen von Verrechnungspreisen, sowie die transaktions- und gewinnbezogenen Verrechnungspreismethoden betrachtet und beurteilt. In der Schlussbetrachtung werden dann die wichtigsten Ergebnisse noch einmal kurz zusammengefasst.
2. Definition "Verrechnungspreis"
[...]
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Miriam Rinke, 2002, Internationale Verrechnungspreise und Erfolgsbeurteilung von Auslandsgesellschaften, Munich, GRIN Publishing GmbH
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