Inhaltsverzeichnis
N 1. Der (Unterrichts-) Einstieg - ein allgemeiner Überblick 03
1.1 Ein Hinweis vorweg 03
1.2 Begriffsaggregation zum (Unterrichts-) Einstieg 03
1.3 Allgemeine Beispiele für (Unterrichts-) Einstiege aus dem schulischen Alltag 04
1.4 Der (Unterrichts-) Einstieg und dessen Bedeutung für den Unterricht 04
1.5 Der schulgeschichtliche Ursprung des (Unterricht-) Einstiegs 06
N 2. Die Aufgaben und Funktionen des (Unterricht-) Einstiegs 08
2.1 Die Aufgabe und Funktion des (Unterricht-) Einstiegs in der Theorie 08
2.2 Die Aufgabe und Funktion des (Unterricht-) Einstiegs in der Praxis 10
N 3. Didaktische Merkmale von (Unterrichts-) Einstiegen 13
3.1 Didaktische Merkmale guter (Unterrichts-) Einstiege 13
N 4. Beispiele für (Unterrichts-) Einstiege 18
4.1 Die fünf Kategorien 18
N 5. Schlusswort 31
Quellen
N 6. Literaturverzeichnis 32
6.1 Genutzte Literatur 32
6.2 Weiterführende Literatur 32
2 S e i t e
N 1. Der (Unterrichts-) Einstieg - ein allgemeiner Überblick
1.1 Ein Hinweis vorweg
In dieser Seminararbeit befasse ich mich ausschließlich mit den Zugangsformen für einen Unterrichtsbeginn, - den (Unterrichts-) Einstieg. Nahe und eng verwandte Termini, die sich unter anderem mit den sog. cStundeneröffnungsritualen^ auseinandersetzen, waren und sind nachwievor nicht Gegenstand dieser Ausarbeitung, da sie - auch wenn sie an die Thematik angrenzen und teilweise punktuell in sie überführen - einen anderen unterrichtlichen Rahmen abdecken, den es in einer separaten Auseinandersetzung abzuhandeln gilt.
1.2 Begriffsaggregation zum (Unterrichts-) Einstieg
Beschäftigt man sich im Allgemeinen mit einer x-beliebigen Thematik und deren Wissenschaft, so stellt man binnen kurzer Einlesephase in das Thema fest, dass jede Autorin und jeder Autor zu einer gegebenen Begrifflichkeit noch ihre bzw. seine eigene formuliert - allein wohl deswegen, weil sie / er der Meinung ist, dass lediglich ihr / sein Begriffsfundus die Thematik erst so richtig gut beschreibtlassen wir sie in ihrem Glauben. Denn was dabei ganz in Vergessenheit gerät, ist, dass sich hierdurch Begrifflichkeiten über Begrifflichkeiten im Laufe der Zeit ansammeln, da man davon ausgehen muss, dass sich nicht nur eine Person einmalig mit einer Sache auseinandergesetzt und diese in Form eines Buches auf den Markt cgeschmissen^ hat. Was uns Leserinnen und Lesern letztlich davon übrig o]U ]v cP]((µÁo^U µZ ] Á] µv ]vuo u] DZ µZZoPv müssen, um zum eigentlichen Oberbegriff zu gelangen, der irgendwann o c^ KP](( schlechthin offiziell auserkoren wurde... Á]c~hv]Z-]v]P^XAuf dem Weg dorthin stoßen wir im Dickicht immer wieder auf neuartige Begriffe, die - wenn man sie genauer betrachtetvon ihrem begrifflichen Erscheinungsbild zwar anders in Erscheinung treten, aber inhaltlich ein und dasselbe bedeuten. Werfen wir nun zu Beginn einmal einen Blick auf das, was uns die Literatur bezüglich des (Unterricht-) Einstiegs hergibt...
1.3 Allgemeine Beispiele für (Unterrichts-) Einstiege aus dem schulischen Alltag
Im Folgenden möchte ich nur kurz und knapp einige allgemeine Beispiele für (Unterrichts-) Einstiege auflisten, wie sie im heutigen Schulalltag immer wieder vorkommen. Auf einige dieser werde ich im weiteren Verlauf dieser Ausarbeitung auch noch genauer eingehen.
1.4 Der (Unterrichts-) Einstieg und dessen Bedeutung für den Unterricht
Der Unterrichtseinstieg ist die Visitenkarte des Lehrers - sie zeigt, wer er ist, was er kann und was er will! 1
c hv]Z]v]P ] - wie der Name sagt - dazu da, den Schülern den Einstieg in ein neues dZuÌÁX]vvµ>vµ(P̵Zo]vX]}̵Pvbd}ZUµZ^Zºo]v die neue Lern->vZ( Z]vµÁvU } ] b,(ZU ] v vPºZv d]P ̵u µ(PZv ]vPX^ 2
Der (Unterrichts-) Einstieg zählt als feststehender Begriff zu der zusammengehörigen Gruppe unterrichtsmethodischer Fachbegriffe, die sich mitunter auf den zeitlichen Ablauf eines jeweiligen Unterrichts beziehen. Er (in diesem Fall der Unterrichtseinstieg) tituliert in seiner eigentlichen Bedeutung einen bzw. den zeitlichen Arbeitsschritt (der Lehrperson), einen Abschnitt, eine Stufe oder Phase des unterrichtlichen Geschehens - cXXX ]v ]u &oo v vX^ 3 Eine thematische Trennung der genannten Begriffe relativiert sich durch deren einheitliche Grundbedeutung, da sie allesamt eine und dieselbe Funktion innehalten, die dieser Unterrichtsschritt - wenn man ihn so betiteln vermag - in der im Vorfeld stattfindenden Unterrichtsplanung einnimmt. cDv lnnte o]Po]Z P]((o]Z µv ]vZoo]Z ÌÁ]Zv u b^µvv]v]PZ µv u b]v]P ]v ]v vµ dZuZµvZ]vµuPZ]u&}oPvv nicht] [...] [Mir] geht es im Folgenden also sowohl um Stundenanfänge, wie auch um Einstiege in PdZuvl}uoÆX^ 4 . cÁ]]v Unterrichtsschritt? In erziehungswissenschaftlichen Lexika und Kompendien werden Sie vergeblich
1 Vgl. Meyer, 2006, S. 13
2 Meyer, UnterrichtsMethoden II: Praxisband, S. 122
3 ebd.
4 ebd.
4 | S e i t e
nach einer Definition suchen. Was ein Unterrichtsschritt ist, wird als bekannt vorausgesetzt. Deshalb die folgende - keineswegs ironisch gemeinte - Arbeitsdefinition: Ein Unterrichtsschritt ist das, was der >Z(ºZoX^ 5 Unterrichtsschritte sind in ihrer Abfolge linear verknüpft, von ihren Übergängen betrachtet fließend und von ihrem wahrscheinlichen Eintreffen entweder versehentlich eingetreten oder geplant. Eine jede Lehrerin und ein jeder Lehrer muss sich im Vorfeld eine Vielzahl von Gedanken für die Durchführung ihrer / seiner Unterrichtsstunde machen. Dazu gehört auch, die Phrasierung des Unterrichtsablaufs (= Stufen-, Phasenkonzeption), anhand dieser die Lehrperson ihren Unterrichtsablauf in Schritte, Stufen und Phasen gliedert. c] ZPovU vZ vv ] individuellen Phrasierungen vorgenommen werden, sind nirgendwo genau festgelegt. Sie werden im Folgvv o Zsoµ((}uv hv]ZZ Ì]Zv µv À}v v ]v dZ}] vÁ]lov Stufen- µv WZvl}vÌ]}vv PPvÌX^ 6 Die Verlaufsformen bilden das zeitliche Strukturgerüst des Unterrichtablaufs und dienen zur Verzahnung aller alleinigen Unterrichtsschritte, von denen der (Unterrichts-) Einstieg der erste aller Schritte ist. Obwohl sich jede Lehrperson ihre individuellen Verlaufsformen und Strickmuster ganz nach ihrer eigenen Persönlichkeit und eigenen Vorstellungen konstituiert, kommen sie (bzw. sollten sie) allesamt um die Unterrichtsmethode (wenn man das in diesem Fall so betiteln darf) des (Unterrichts-) Einstiegs nicht drum herum. Ein Unterricht, in seiner vollendeten Form, ist - wie auch eine musikalische Komposition - dreigeteilt. Er besteht aus einer Einleitung, einem Hauptteil und zu guter Letzt einem Schluss. ]cIntroduc]}v^ 7 (= Einleitung, Eröffnung) ist in der Musik ein kurzer Instrumentalsatz, der einem Hauptsatz (Hauptteil) vorangeht. Vergleicht beziehungsweise überträgt man diese Definition auf den Unterricht, so folgt nach dem Unterrichtseinstieg (Introduction), der eigentliche Unterricht. Dem anschließend folgen (wenn man es abermals musikalisch betrachtet) sogenannte Zwischen- und Hauptsätze - das wären im Falle der Unterrichtsbetrachtung die einzelnen Unterrichtsschritte - deren Abschluss im Outro (Outroduction 8 = Ausleitung, (Ab-) Schluss) endet, das den letzten Teil eines musikalischen Werkes oder den Stundenabschluss betitelt. Wie in der Musik, wird auch in der Pädagogik diese Komposition ~^]luµ ]v hv]Zµv ̵ ]vu c[...] fest verinnerlichten Bestandteil des eigenen DZ}v}]X^ 9
5 Meyer, UnterrichtsMethoden I: Theorieband, S. 129
6 ebd., S. 133
7 Anmerkung: /v}µ]}vUvPo]Z)]v(ºZµvPb]vo]µvPUs}ooµvP
8 Anmerkung: Outroduction, englisch = Ausleitung, (Ab-) Schluss
9 Meyer, UnterrichtsMethoden I: Theorieband, S. 133
5 | S e i t e
1.5 Der schulgeschichtliche Ursprung des (Unterricht-) Einstiegs
Betrachtet man heute aus der Sicht einer Schülerin oder eines Schülers die Unterrichtsstunden, die deren täglichen Stundenplan füllen etwas genauer - und zwar punktuell am Gesichtspunkt des Lehrerverhaltens - so lassen sich in Bezug auf die Stundeneröffnung (hier der Unterrichtseinstieg) immer wieder gleiche und in abgewandter aber verwandter Form wiederkehrende Muster erkennen. Das Fabrikat c>Z^ des einundzwanzigsten Jahrhunderts aus der Baureihe c^Zµo^U P]( ]u Regelfall (Ausnahmen nicht mit inbegriffen) auf altbewährte stark ritualisierende Muster zurück, mit v c,]o(^U den durchaus wichtigen Schritt des (Unterrichts-) Einstiegs, weder auf die Klasse angepasst noch deren Situation gerecht, kurz und knapp über die Bühne bringt, ohne dabei viel Aufwand zu betreiben... um herauszufinden, wie hoch der Motivationspegel der Schülerinnen und Schüler bei solch einer Lehrperson ist, müssten wir uns zunächst einmal die negativen Zahlen auf der Skala eines Thermometers im Bereich der sibirischen Kälte betrachten...
Selbstverständlich gibt es auch andere Typen vom Fabrikat cLehrer^, die dies deutlich besser machen und durch ihre Eigenkreativität schon von der ersten Sekunde an ein vielseitiges Interesse der Schülerinnen und Schüler wecken, sowie für deren Motivationssteigerung einen enormen Teil beitragen.
Schauen wir aber zunächst einmal zurück, wie sich die Eröffnungsrituale im Laufe des chistorischen Formwandels^ entwickelt haben:
Das Morgengebet
c&ºZ } Z] U Pvvv À]o >Z v hv]Z u] u Morgengebet und einem Kirchenlied. Ich glaube kaum, daß den Schülern und auch den Lehrern dabei sonderlich feierlich zu Mute gewesen ist - aber ein markantes Signal war gesetzt, mit dem die körperliche und geistige Umorientierung der Schüler vom lauten ScZµoZ}(]̵ZÌ}Pvvhv]Z]]vPo]ÁµX^ 10
Guten Morgen, Kinder!
cXXXÁ]]v]v]^oo'u]l(]P^]uu À}PPvµvu]}uµo]lPo]b'µvD}PvU<]vJZ^ 11
10 Meyer, UnterrichtsMethoden II: Praxisband, S. 195
11 ebd. 6 | S e i t e
So! ...
c]oÌ^ZÁµvµ(]v]u}]}v}ÌÀ}v((vµvP]µov]u]v Zµ ºo]Zv <µÌ((vµvPv b^}JZU b^] ]Z }Á]JZU b<vvv Á] v(vPvJZ erreichtX^ 12
Der offene Unterrichtsbeginn
cP]XXX>ZUXXXUdie] kommen in die Klasse, setzen sich ans Pult, beginnen auf dem Pult zu räumen und sind in den ersten Minuten offen für all die vielen kleinen Sozialkontakte, die an einem Schulvormittag zwischen Lehrer und Schülern erforderlich sind [...]. [...] [Hieraus] wird dann erst einige Minuten später der offizielle Start des Frontalunterrichts oder aber die Fortführung der Gruppen- und Stillarbeit ]vPoµX^ 13
Rein prinzipiell hat sich an der Thematik des (Unterricht-) Einstiegs nichts verändert. Er dient nachwievor - auch wenn er (der Unterrichtseinstieg) mit einer langen Liste an gleichbedeutenden Begriffen immer auf das ein und selbe hinzielt - zur Eröffnung des Unterrichts bzw. der jeweiligen Unterrichtsstunde. Lediglich an Kreativität hat sie zugenommen... auch wenn so manche schwarzen Schafe immer wieder meinen, das Gegenteil beweisen zu müssen.
Je anspruchsvoller ein (Unterrichts-) Einstieg gestaltet und letztendlich realisiert wird, desto bedeutend wichtiger ist das Verhältnis zwischen Lehrperson sowie den Schülerinnen und Schülern.
12 Meyer, UnterrichtsMethoden II: Praxisband, S. 195
13 ebd. 7 | S e i t e
N 2. Die Aufgaben und Funktionen des (Unterricht-) Einstiegs
2.1 Die Aufgabe und Funktion des (Unterricht-) Einstiegs in der Theorie
Ein (Unterrichts-) Einstieg soll das neue (Stunden-) Thema (oder z.B. das Thema der Unterrichtseinheit, o.ä.) für die Schülerinnen und Schüler auf- oder erschließen. c/v ]v s]oÌZo verschiedener] [...] didaktisch-methodischen Literatur wird diese Grundfunktion der Erschließens in ]vZ]ZÀ}vd]o(µvl]}vvµ(PZoºoX^ 14
Im Folgenden beziehe ich mich sinngemäß auf didaktische Lehrwerke von Roth (1963, S.124-128), Stöcker (1970, S. 319-324), Aschersleben (1974, S. 31-33), Grell (S. 1979, S. 134-171), Klingenberg (1982, S. 319-322), Prange (1983, S. 169-183), Wagenschein (1975, S. 14f.), Greving und Paradies (1996)
Der (Unterrichts-) Einstieg soll... :
14 Meyer, UnterrichtsMethoden II: Praxisband, S. 122
15 ebd., S. 123 8 | S e i t e
Arbeit zitieren:
Fabian Zilliken, 2010, Zugangsformen für den Unterrichtsbeginn: Der (Unterrichts-) Einstieg, München, GRIN Verlag GmbH
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