Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG 4
2. KONZEPTIONELLE ERÖRTERUNG 4
2.1. ZUM BEGRIFF DER WISSENSÖKONOMIE 4
2.2 BETRIEBSWIRTSCHAFTLICHE SICHTWEISE. 5
3. WISSENSÖKONOMIE AUF NATIONALER EBENE. 6
3.1 POLENS SITUATION VOR EU-BEITRITT. 6
3.2. ENTWICKLUNGEN POLENS SEIT EU-BEITRITT 7
3.2.1 Treiber und Charakteristika einer Wissensökonomie. 7
3.2.2 Ökonomische und soziale Outputindikatoren einer Wissensökonomie. 9
3.2.3 Indikatoren der Internationalisierung einer Wissensökonomie. 10
4. ERGEBNISSE UND IMPLIKATIONEN 10
5. FAZIT. 12
6. LITERATURVERZEICHNIS 13
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1. Einleitung
In der im Jahr 2000 festgelegten Strategie von Lissabon hält der Europäische Rat sein Ziel fest „die >Europäische@ Union zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt zu machen“ (Europäischer Rat 2000). Wissen ist demnach ein entscheidender Faktor für Fortschritt sowie für die Behauptung der Wettbewerbsposition auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene. Durch die Bildung neuen Wissens und anschließender Verbreitung bzw. Anwendung soll in den EU-Mitgliedsstaaten dauerhaftes ökonomisches Wachstum sowie sozialer Wohlstand erreicht werden. Die erste EU-Erweiterung 2004 stellte aufgrund der eklatanten Entwicklungsunterschiede zwischen alten und neuen Mitgliedsstaaten eine besondere Herausforderung für dieses gemeinsame Vorhaben dar (Udovic/Bucar 2007: 1f.). Vor diesem Hintergrund besteht das Ziel dieser Seminararbeit darin, das Konzept der Wissensökonomie zu erörtern und am Beispiel Polens zu analysieren, inwiefern das Land sich zu einer nationalen Wissensökonomie entwickelt (hat).
2. Konzeptionelle Erörterung
2.1. Zum Begriff der Wissensökonomie
Der Begriff „Wissensökonomie“ stellt den am stärksten wachsenden und volkswirtschaftlich wichtigsten Teil der Wirtschaft in den Mittelpunkt der Betrachtung (Moldaschl/Stehr 2010: 12). Trotz der unterschiedlichen Definitionen herrscht in der Literatur ein genereller Konsens darüber, dass durch die Globalisierung und den technologischen Wandel Wissen für den Fortschritt von Nationen bedeutender geworden ist als die Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden (Moldaschl/Stehr 2010: 49). Grundlage der Wissensökonomie ist der umfassende Informationsaustausch zwischen Individuen sowie ihrer Umwelt, der durch die Fähigkeit der Informations-verarbeitung den Erwerb neuen Wissens ermöglicht (Nonaka/Toyama/Byosière 2003: 492). Wissen wird als ein ökonomisches Gut definiert, da die Wertschaffung und das Wachstum der Wirtschaftssektoren auf der Nutzung dieses Guts basieren (Brinkley 2006: 5).
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2.2 Betriebswirtschaftliche Sichtweise
Die Fähigkeit eines Unternehmens neues Wissen zu generieren sowie es effektiv zu nutzen und durch Lernprozesse zu erweitern kann aus betriebswirtschaftlicher Sicht einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil begründen (Nonaka/Toyama/Byosière 2003: 491). Im Sinne der Resource Based View sind die Eigenschaften dieser immateriellen Ressource ausschlaggebend: sie kann von anderen Unternehmen nur schwer imitiert oder substituiert werden und ist eingeschränkt handelbar (Moldaschl/Stehr 2010: 46). Der Prozess der Wissensbildung nimmt in Unternehmen einer Wissensökonomie folglich eine entscheidende Bedeutung ein, der nach Nonaka/Toyama/Byosière (2003) anhand eines mehrstufigen Modells dargestellt werden kann. Ausgangspunkt ist hierbei die Stufe der Wissenskonversion von expliziten und impliziten Wissen. Explizites Wissen kann formal ausgedrückt und einfach verbreitet werden, wohingegen implizites Wissen durch subjektive Erfahrungen entsteht und nur schwer zu formalisieren ist. Die Externalisierung impliziten Wissens ist gemäß der Modelllogik der Schlüsselfaktor der organisationalen Wissensgenerierung. Des Weiteren ist die unaufhörliche und dynamische Interaktion mit den anderen zwei Stufen, den Plattformen bzw. Orten für die Wissensbildung sowie den Inputs und Outputs der Wissensbildung, zentral. Der resultierende spiralförmige Prozess kann laut Nonaka/Toyama/Byosière (2003) am effizientesten mithilfe eines middle-up-down Managementansatzes, bei dem die Führungskräfte der mittleren Managementebene zwischen Unternehmensführung und ausführenden Mitarbeitern vermitteln, umgesetzt werden. Kritisch ist bei diesem Modell jedoch der japanische Kulturkreis der Autoren sowie der eingeschränkte Bewährungsgrad zu anzumerken, wodurch das Modell in seiner Anwendung für westliche Betriebe limitiert wird (Gourlay 2006: 1430).
Nichtsdestotrotz zieht der im Modell beschriebene Einfluss des Ortes die wichtige Frage nach sich, wo ein Unternehmen seine Wissensbildungsprozesse verwirklichen will. Seit der Öffnung der Märkte innerhalb der EU und auf globaler Ebene haben sich Unternehmen häufiger dazu entschlossen, ihre F&E-Abteilung ins Ausland zu verlagern oder wissensintensive Tochtergesellschaften im Ausland aufzubauen. Motive für eine solche Entscheidung sind meist die Nähe zum lokalen Markt, d.h. die Möglichkeit zur intensiveren Kundenkontakten und zur schnelleren Wahrnehmung von Marktrends, der Zugang zu Wissen und Fähigkeiten der Erwerbsbevölkerung und den damit verbundenen Chancen des Lernens oder ein geringes Kostenniveau des Gastgeberlandes (De Mayer 1992: 166). Unter Umständen sind mehrere Motive miteinander verknüpft. Das Gastgeberland profitiert von dieser Internationalisierungsstrategie, da durch gleichzeitigen Wissens-und
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Arbeit zitieren:
Barbara Bilyk, 2010, Neue Wissensökonomie auf nationalem Niveau?, München, GRIN Verlag GmbH
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