Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. These: Elisabeth, die „Starke, Mächtige“ und „unermüdliche Kämpferin“ des
St ückes 4
1.1 Der erste Auftritt 4
1.2 Macht 5
1.3 Elisabeths Erscheinungsbild 6
1.4 Präsenz 6
2. Antithese: Die Schwäche der Elisabeth 7
2.1. Erster Auftritt 7
2.2 Angst vor Verantwortung 8
2.3 Elisabeths besondere Beziehung zu Leicester 9
2.4. Weitere Momente der Schwäche 10
2.5. Kleidung 11
3. Synthese und Resümee 12
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Einleitung
„ Der Mensch muss wie alle Tiere jagen um zu überleben. Im Unterschied zu den Tieren, jagt er allerdings seine eigene Sorte. Jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens entweder Jäger oder Gejagter. Manchmal auch Beides zur gleichen Zeit.“ Luk Perceval
Der Kampf um Respekt und Ansehen von Menschen in ihrem sozialen Umfeld ist laut Theatermacher Luk Perceval eines der wichtigsten Themen seiner Inszenierung von ‚Maria Stuart’, die am 11. Februar 2006 in der Schaubühne am Lehniner Platz Premiere feierte.
Nach einer Projektpräsentation von Bühnenbildstudenten aus Straßburg, hatte ich das Glück, ihn persönlich kennenzulernen und nutzte die Gelegenheit, um mit ihm über seine aktuelle Inszenierung zu diskutieren.
In unserem Gespräch beschrieb Perceval die Elisabeth unter anderem als „ewige unermüdliche Kämpferin“ und bezeichnte sie als „die Starke und Mächtige“ in seiner Inszenierung. Über diese Aussage war ich sehr überrascht, da ich Elisabeth im Stück ganz und gar nicht als reine Kämpfernatur empfunden habe. Die Behauptung hat micht dazu inspiriert, zu untersuchen, wie Percevel die Figur der Elisabeth (gespielt von Jule Böwe) konzipiert hat und mich insbesondere mit dem Aspekt des „Kämpferischen“ in Elisabeth kritisch auseinanderzusetzen. Meiner Meinung nach wird Elisabeth durchgängig auch als schwach und verletzlich dargestellt. In der folgenden Arbeit werde ich zunächst Aspekte des Stückes betrachten, durch die Elisabeth als mächtig und stark gezeigt wird. Dazu gehe ich von der Szene aus, in der sie ihren ersten Bühnenauftritt hat und betrachte diese näher. Andererseits sehe ich in derselben Szene auch viele Anzeichen der Schwäche, die im zweiten Teil meiner Hausarbeit angeführt werden sollen. In Bezug auf die Konzipierung, betrachte ich Elisabeths Auftreten, d.h. Kostüm und ihre Stimme.
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1. These: Elisabeth, die „Starke, Mächtige“ und „unermüdliche
Kämpferin“ des Stückes
1.1 Der erste Auftritt
Baron von Burleigh (Ezart Haußmann) und Davison (Falk Rockstroh) befinden sich auf der Bühne, als nacheinander der Graf von Shrewsbury (Erhard Marggraf), Graf von Kent (Alexander von Hugo), Leicester (Bernd Grawert), Paulet (Rhomas Badig), Mortimer (David Ruland), der französische Gesandte Graf Aubespine (Patrice Luc Doumeyrou) und Graf Bellievre ( Jean Chaize ) von links die Bühne betreten und sich auf dem immensen Holzbalken, der den wichtigsten Teil des Bühnenbildes ausmacht, niederlassen. Als Elisabeth (Jule Böwe) erscheint und mit ihrem Schwert in den Balken sticht wird es augenblicklich totenstill. Ein Lichteffekt lässt die Bühne erstrahlen.
Davison wirft sich ihr zu Füßen, Graf Kent reicht ihr die Hand. Die Königin von England steigt in ihren High Heels über den Rücken von Davison und mit Hilfe von Kents Hand auf den Balken. Hoch über den Lords stöckelt sie diesen entlang. Sie tritt die Männer, wie zum Beispiel Baron von Burleigh leicht in den Rücken, wenn diese sie nicht sofort vorbeigehen lassen. Als sie Graf Leicester erreicht, zögert sie kurz, blickt ihn lange an und geht anschließend zurück zur Mitte des Balkens, wo sie eine Zeit lang wortlos stehenbleibt. Graf Bellievre schmeichelt ihr, doch sie wendet sich mit gelangweiltem Blick ab. Die Gesandten erwarten, dass sie ihnen das Versprechen gibt, den französischen Prinzen Franz von Anjou zu heiraten. Sie betont, dass die Könige nur Sklaven ihres Standes seien, nicht dem eigenen Herzen folgen dürften und dass sie das Versprechen nur des Volkes wegen gäbe. Des Öfteren unterbricht sie Bellelievre. Anschließend geht sie den Balken entlang nach links zurück und verlässt die Bühne.
Auf das Drängen der französischen Gesandten nach einem Zeichen des Eheversprechens für den Prinzen kreischt si: „Was wünscht er denn?“. Nun läuft sie vor dem Balken die Bühne entlang, schleift ihr Schwert hinter sich her, nimmt Graf Leicester dessen rote Krawatte ab und gibt sie den Franzosen. Sie lehnt sich mit Zigaretten von Leicester zwischen den Männern an die Mitte des Balkens und raucht mit übergeschlagenen Beinen und verschränkten Armen. Burleigh konfrontiert sie mit dem Wunsch des Volkes, das Todesurteil über Maria Stuart zu unterschreiben. Sie hört zunächst Burleighs Rat, dann spricht Graf Shrewsbury und zuletzt Leicester. Letztere versuchen sie zu überreden, das Urteil nicht zu unterschreiben. Relativ
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Arbeit zitieren:
Dipl. Jonathan Lecot, 2006, Maria Stuart - Untersuchung der Rolle der Elisabeth, München, GRIN Verlag GmbH
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