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Opportunistische Konjunkturzyklen bei rationalen Erwartungen

Title: Opportunistische Konjunkturzyklen bei rationalen Erwartungen

Seminar Paper , 2003 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stephan Wolter (Author)

Economics - Economic Cycle and Growth
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Summary Excerpt Details

[...]
"Die Ökonomen sollen aufhören, politischen Rat zu erteilen, als wären sie bei einem wohlwollenden Despoten
beschäftigt. Stattdessen sollten sie den Rahmen ins Auge fassen, in dem politische Entscheidungen gefällt
werden."
Diese Seminararbeit betrachtet dabei insbesondere das opportunistische Ziel der im Amt befindlichen
Regierung, wiedergewählt zu werden. Selbst wenn die Wähler rational agieren, sie also die Intentionen
der Regierung erkennen, können eigennutzorientierte Eingriffe der Regierung in die wirtschaftliche
Entwicklung unter noch zu klärenden Umständen zur Erzeugung politisch initiierter Konjunkturzyklen
führen. Wesentlich für die Theorie ist dafür die Einbeziehung der Spieltheorie. In der Interaktion von
Wähler und Regierung finden sich Reputations- und Signalgleichgewichte, die regelmäßige
wirtschaftliche Schwankungen erklären.
Die Theorie hält zur Beschreibung politischer Konjunkturzyklen mehrere Ansätze bereit, welche
man anhand der Ausgestaltung der Erwartungsbildungshypothese und der Zielfunktion der Politiker
voneinander abgrenzen kann. Diese Ansätze werden im 2. Kapitel in grober Form beschrieben. Das
opportunistische Erklärungsmodell unter rationalen Erwartungen soll dann vertieft werden. In Kapitel 3
werden dazu der Zusammenhang zwischen Ökonomie und Wahlergebnis allgemein betrachtet und
anschließend die konkreten Grundlagen für eine mögliches Modell erarbeitet, welches im 4. Kapitel
durch Lösung und Interpretation mit unterschiedlichen Annahmen und Erweiterungen auf die
Erklärbarkeit von Konjunkturzyklen hin untersucht wird.1 Der kritische Blick auf die ökonomische und
politische Modellstruktur sowie auf die Ergebnisse eröffnet sich in Kapitel 5. Darin wird auch auf die
empirische Evidenz eingegangen. Im letzten Kaptitel werden die Ergebnisse zusammengefasst und wird
ein Fazit gezogen. Das 6. Kapitel enthält abschließend zudem einige ausblickende Bemerkungen, in
denen vor allem auf die Notwendigkeit weiterer Forschungsarbeiten hingewiesen wird.

1 Aus platztechnischen Gründen wird in dieser Arbeit auf die graphischen Lösung nur verwiesen. Für Kap 4.1 findet man sie
bei Scheuerle (1999, S. 84 ff.), für Kap. 4.2 in Scheuerle (1999, S. 92 und S. 99) und für Kap. 4.3 bei Scheuerle (1999, S. 124 ff.
und S. 129 ff.)

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theorie der politische Konjunkturzyklen

3 Modellrahmen opportunistisch-rationaler Konjunkturzyklen

3.1 Modellmechanismus: Zusammenhang zwischen Ökonomie und Wahlergebnis

3.2 Politisches und ökonomisches System im Grundmodell

4 Herleitung opportunistisch- rationaler Konjunkturzyklen

4.1 Lösung des statischen Spiels

4.2 Dynamisches Spiel mit Reputationsmechanismus

4.3 Signalspiele und Kompetenzzyklen

4.3.1 Erweiterung des Grundmodells

4.3.2 Signalgleichgewichte und daraus resultierende Konjunkturzyklen

4.3.2.1 Separierendes Gleichgewicht

4.3.2.2 Poolendes Gleichgewicht

5 Kritische Bemerkungen

5.1 Modellformulierung

5.2 Empirische Evidenz

6 Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Das primäre Ziel dieser Seminararbeit ist die theoretische Herleitung opportunistischer Konjunkturzyklen unter der Annahme rationaler Erwartungsbildung, wobei das Wiederwahlinteresse der amtierenden Regierung als zentraler Treiber fungiert. Die Arbeit untersucht, wie Regierungen durch den Einsatz fiskal- und geldpolitischer Instrumente versuchen, den Konjunkturverlauf gezielt zu beeinflussen, um ihre Popularität zu steigern.

  • Die spieltheoretische Modellierung des Interaktionsverhältnisses zwischen Regierung und rational agierenden Wählern.
  • Die Analyse von Reputationsmechanismen als Bedingung für glaubwürdige oder manipulative Wirtschaftspolitik.
  • Die Untersuchung von Signalspielen zur Vermittlung von Regierungskompetenz vor Wahlen.
  • Die kritische Würdigung der Modellannahmen sowie der empirischen Evidenz für solche politischen Konjunkturzyklen.

Auszug aus dem Buch

4.2 Dynamisches Spiel mit Reputationsmechanismus

Fehlende Glaubwürdigkeit war im statischen Spiel die Ursache für die Nichterreichung der pareto-optimalen Lösung und für die Unmöglichkeit, im Wahljahr einen Boom auszulösen. Der Reputationsmechanismus von Barro/Gordon im Rahmen eines Superspiels ist eine Variante der Triggerstrategie bei unendlichem Zeithorizont nach Friedman (1971). Eine Regierung ist glaubhaft, solange sie die erwartete Inflationsrate setzt. Die Wähler erwarten die regelgebundene Inflationsrate. Weicht dagegen die tatsächliche Inflationsrate von der erwarteten ab, verliert die Regierung ihre Glaubwürdigkeit und wird in der Folgeperiode durch die höhere diskretionäre Inflationsrate in den Wählererwartungen bestraft. Man spricht daher auch von einer Drohstrategie.

Vernachlässigt man gemäß Barro/Gordon eine mögliche Wahlniederlage, lässt sich die Frage nach dem Nutzen oder den Kosten der Investition in Reputation durch das folgende Kalkül beantworten. Der Nutzen der Manipulation ergibt sich als Differenz der Regierungskosten bei Regelbindung und Täuschung. Annahmegemäß werden die Wähler auf eine Manipulation in allen Folgeperioden, in denen die Regierung weiter die Macht inne hat, mit einer höheren Inflationserwartung reagieren. Die Kosten der Manipulation betragen somit die Summe der über das Bestrafungsintervall mit diskontierten Differenzen zwischen den Kosten der diskretionären und der regelgebundenen Lösung. Die Regierung wird also in jedem Fall den Täuschungsversuch unterlassen und bleibt somit glaubwürdig, solange die Kosten mindestens die gleiche Höhe wie der aus der Manipulation gezogene Nutzen haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung motiviert das Thema durch das Wiederwahlinteresse von Politikern und skizziert die spieltheoretische Ausrichtung der Arbeit.

2 Theorie der politische Konjunkturzyklen: Dieses Kapitel differenziert zwischen opportunistischen und ideologischen Konjunkturzyklen sowie zwischen adaptiven und rationalen Erwartungen.

3 Modellrahmen opportunistisch-rationaler Konjunkturzyklen: Hier wird das Grundschema des ökonomischen und politischen Systems definiert, wobei die Philips-Kurve den Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit beschreibt.

4 Herleitung opportunistisch- rationaler Konjunkturzyklen: Dieses Kernkapitel analysiert das statische Spiel, dynamische Reputationsmodelle und Signalspiele, um die Bedingungen für politische Konjunkturzyklen zu finden.

5 Kritische Bemerkungen: Das Kapitel diskutiert die Vereinfachungen der Modellformulierung und bewertet die gemischte empirische Evidenz für opportunistische Zyklen.

6 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse resümiert und zukünftige Forschungsansätze, etwa die Integration weiterer Akteure, aufgezeigt.

Schlüsselwörter

Politische Konjunkturzyklen, Rationale Erwartungen, Spieltheorie, Regierung, Wiederwahlinteresse, Inflation, Arbeitslosigkeit, Reputation, Signalspiele, Kompetenz, Fiskalpolitik, Geldpolitik, Barro-Gordon-Modell, NAIRU, Wahlzyklus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob und unter welchen theoretischen Bedingungen eine amtierende Regierung durch politisch motivierte Eingriffe in die Wirtschaft – etwa durch Manipulation von Inflation oder Arbeitslosigkeit – ihre Chancen auf eine Wiederwahl erhöhen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die spieltheoretische Modellierung der Interaktion zwischen Wählern und Politikern, das Konzept der rationalen Erwartungsbildung sowie die Untersuchung, wie Reputations- und Signaleffekte ökonomische Zyklen im Vorfeld von Wahlen erklären können.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, in einem spieltheoretischen Modellrahmen zu zeigen, wie Regierungen bei rationalen Wählern opportunistische Konjunkturzyklen erzeugen, selbst wenn diese die Intentionen der Regierung durchschauen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine formal-ökonomische, spieltheoretische Analyse verwendet, die auf Modellen der Neuen Politischen Ökonomie basiert, insbesondere auf Varianten der Barro-Gordon-Reputationsmodelle und Rogoff-Signalspielansätzen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil leitet schrittweise vom statischen Grundmodell über dynamische Reputationsmodelle bis hin zu komplexen Signalspielen über, in denen die Kompetenz der Regierung durch ökonomische Signale vor Wahlen glaubhaft gemacht oder imitiert wird.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Politische Konjunkturzyklen, Rationale Erwartungen, Spieltheorie, Wiederwahlinteresse, Reputation und Kompetenzsignalspiele.

Warum reicht ein statisches Modell nicht aus, um Zyklen zu erklären?

Im statischen Modell führen rationale Erwartungen und vollständige Information dazu, dass die Wähler den Täuschungsanreiz der Regierung antizipieren, wodurch jede wahltaktische Manipulation wirkungslos bleibt und kein Konjunkturzyklus entstehen kann.

Welche Rolle spielt die Kompetenz der Regierung in den untersuchten Modellen?

Die Kompetenz dient als asymmetrische Information; da Wähler den tatsächlichen Kompetenzschock einer Regierung nicht direkt beobachten können, nutzen Regierungen fiskalpolitische Signale, um Kompetenz vorzutäuschen (Poolendes Gleichgewicht) oder ihre tatsächliche Überlegenheit zu beweisen (Separierendes Gleichgewicht).

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Details

Title
Opportunistische Konjunkturzyklen bei rationalen Erwartungen
College
http://www.uni-jena.de/  (Lehrstuhl für VWL -Makroökonomik-)
Course
Seminar: Konjunkturtheorie
Grade
1,3
Author
Stephan Wolter (Author)
Publication Year
2003
Pages
25
Catalog Number
V15378
ISBN (eBook)
9783638204996
Language
German
Tags
Opportunistische Konjunkturzyklen Erwartungen Seminar Konjunkturtheorie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephan Wolter (Author), 2003, Opportunistische Konjunkturzyklen bei rationalen Erwartungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/15378
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