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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Zum Begriff Unterrichtsstörungen 3
3. Lehrerpersönlichkeit 5
4. Lehrerangst als Ursache von Unterrichtsstörungen 9
5. Unsicherheit und Angst kommen auch durch Körpersprache zum Ausdruck 12
6. Untersuchung einiger Fallbeispiele 15
6.1 unbewusste Konflikte von Lehrerinnen und Lehrern 15
6.2 Verschiebung des Austragungsortes von Konflikten 17
6.3 Wenn pädagogisches Handeln an Heimtücke erinnert 19
6.4 Verstärkung von Unterrichtsstörungen 20
7. Zusammenfassung 22
8. Literaturverzeichnis 24
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1. Einleitung
In der folgenden Arbeit wird sich die Verfasserin mit dem Thema „Unterrichtsstörungen“ beschäftigen. Da es jedoch nicht möglich ist in dem begrenzten Umfang, der für diese Arbeit zur Verfügung steht das Thema in aller Ausführlichkeit zu behandeln, wird ein Schwerpunkt auf die Rolle des Lehrers gesetzt. Entgegen dem stereotypen Denkschema vom störenden Schüler und dem intervenierenden Lehrer versucht die Verfasserin aufzuzeigen, wie auch Lehrer Unterricht stören oder zu Störungen des Selben beitragen können. Dabei wird zunächst zu erläutern sein, was überhaupt als Unterrichtsstörung zu bezeichnen ist. Darüber hinaus werden der Begriff der Lehrerpersönlichkeit, Angstpsychologie und Körpersprache eine zentrale Rolle spielen, denn diese erscheinen der Verfasserin zur Erklärung von Störungen durch den Lehrer wichtig. Neben diesen wird sich ein Teil der Arbeit mit der Untersuchung von Fallbeispielen befassen, die einen Einblick in bestimmte Störsituationen und deren Gründe geben.
Die Arbeit erhebt keinesfalls den Anspruch der Vollständigkeit im Hinblick auf die Ausarbeitung des Schwerpunktes und sie soll auch nicht als Anleitung zum besseren Unterrichten verstanden werden. Es ist der Versuch eine Thematik näher zu beleuchten, die in der gängigen Literatur bisher zwar angesprochen, aber nach dem Kenntnisstand der Verfasserin nicht in vollem Umfang ausgearbeitet worden ist. Die für diese Arbeit verwendete Literatur ist größtenteils in den 70er und 80er Jahren entstanden und auch neuere Daten in der Literaturangabe sind meist nicht als Neuerscheinungen zu verstehen, sondern nur Neuauflagen und Überarbeitungen älterer Werke, in denen dann aber neuere Erkenntnisse mit verarbeitet wurden. In dem angesprochenen Zeitraum entstand eine Fülle von Werken zu diesem Thema, deren Vorworte und Einleitungen eine Art Befreiungsschlag in der Hinsicht vermuten lassen, als dass mit dem Aufkommen der Reformpädagogik, der kommunikativen Didaktik und anderen, neuen Modellvorstellungen dieser Zeit, endlich auch darüber geredet und geschrieben werden durfte, was viele Lehrer jeden Tag aufs Neue erleben, die Unterrichtsstörungen. In älteren Werken, vornehmlich aus den 50er und 60er Jahren, wird dieser Begriff noch gar nicht verwendet, sondern nur von Disziplinschwierigkeiten gesprochen und geschrieben und ein guter Lehrer bzw. ein guter Unterricht zeichnete sich durch möglichst hohe Disziplin der Schüler aus. Dennoch waren auch damals, genau wie heute Unterrichtsstörungen ein alltägliches Problem, mit dem sowohl Lehrer als auch Schüler jeden Tag konfrontiert wurden und immer noch werden.
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2. Zum Begriff Unterrichtstörungen
Für die Bearbeitung des Themas dieser Arbeit ist es essentiell, dass zunächst der Begriff Unterrichtsstörungen näher erläutert und eingegrenzt wird. Jede Unterrichtssituation unterliegt, wie jede andere Form der Kommunikation, immer bestimmten Einflussfaktoren und ist damit permanent in der Gefahr gestört zu werden. Die Anzahl und Eigenschaft der Einflüsse ist dabei nahezu unbegrenzt. Da gibt es auf der einen Seite äußere Faktoren, die durch die Umwelt entstehen, wie z. B. Lärm, Hitze oder Kälte. Ein weiterer äußerer Einflussfaktor sind die Normen, Gesetze und Regeln der bestehenden Gesellschaft, nach denen sich die Struktur der Kommunikation richtet. Auf der anderen Seite beeinflussen natürlich auch innere Faktoren das Unterrichtsgeschehen, so z. B. das Normengefüge und - verständnis der am Unterricht beteiligten Personen. Inwieweit einzelne Faktoren dabei von verschiedenen Individuen als Störung empfunden werden, ist sehr unterschiedlich und hängt von der einzelnen Interpretation und vom Standpunkt der an der Kommunikation teilnehmenden Personen ab. Daher ist es sinnvoll Unterrichtsstörungen vom Unterricht her abzuleiten: Eine Unterrichtsstörung liegt dann vor, wenn der Unterricht gestört ist, d. h. wenn das Lehren und Lernen stockt, aufhört, pervertiert, unerträglich oder inhuman wird. (Winkel, 1996 S. 31) Mit diesem Definitionsansatz wird deutlich, dass eine bestimmte Situation, die von einem Lehrer als störend empfunden wird, von einem anderen möglicherweise gar nicht beachtet werden würde. Beispielhaft für eine solche Situation ist der Kaugummi kauende Schüler, auf den der eine Lehrer mit einer Unterbrechung des Unterrichts reagiert, um den Schüler dazu zu veranlassen den Kaugummi zu entfernen, wohingegen ein anderer Lehrer sich an diesem Schülerverhalten in keiner Weise stört. Ebenso lässt sich diese Aussage auch auf das Verhalten des Lehrers übertragen. Während der eine Schüler sich durch bestimmte Aktionen des Lehrers gestört fühlt, kann ein anderer Schüler in der gleichen Situation ungestört weiter arbeiten. Ein Beispiel hierfür ist die Situation, in der sich der Lehrer bei einer Stillarbeit hinter einen Schüler stellt und ihm über die Schulter schaut, woraufhin sich ein Schüler möglicherweise nicht mehr konzentrieren kann und seine Gedanken nur noch um die Anwesenheit des Lehrers kreisen, einen anderen Schüler dagegen stört dies gar nicht.
Viele Unterrichtstörungen unterliegen also meist der Interpretation einzelner Personen, die verschiedene Erwartungen an den Unterricht stellen. Da an einer Unterrichtssituation immer mehr als eine Person beteiligt sind, treffen hier diese Erwartungen aufeinander und es ist nötig
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Kompromisse zu schließen. Wenn die Bereitschaft hierzu an bestimmten Punkten von einer Seite nicht vorhanden ist, kommt es unweigerlich zu Konflikten. (vgl. Biller, 1981 S. 29) Eine Störung ist zudem auch immer eine Mitteilung an den Kommunikationspartner, die bezogen auf Unterricht meist ein Appell der Schüler an den Lehrer ist, dass Langeweile, Unverständnis oder Desinteresse vorherrschen. So treffen in einem Klassenraum beispielsweise unterschiedliche Biografien aufeinander, d. h. ein Schüler oder auch ein Lehrer ist momentan möglicherweise mit ganz anderen Problemen beschäftigt, als denen um die sich das Unterrichtsgeschehen dreht. Weiterhin verfolgt störendes Verhalten auch immer bestimmte Ziele, dazu gehören u. a. Entschuldigung bzw. Vertuschung eigener Mängel, Erregung von Aufmerksamkeit, Vermeidung von Unterlegenheit und Gewinnung von Überlegenheit, Vergeltung bzw. Rache oder Gewinnung von Liebe. Neben unterschiedlichen Biografien, Erwartungen und Wertvorstellungen treffen im Unterricht auch verschiedene „Lernografien“ aufeinander. So haben Lehrer bestimmte Dinge mit anderen Mittel gelernt als ihre Schüler. Ein prädestiniertes Beispiel dafür sind im heutigen Unterricht vor Allem die neuen Medien, deren Einsatz teilweise von Lehrern gescheut von den Schülern aber gefordert wird. Denn diese sind an die Rezeption via Bildschirm gewöhnt, bei der alles bunt, grell und laut ist, daher erscheint der Lehrer dagegen dann sehr langweilig. (vgl. Winkel, 1996 S. 34)
Zur Verdeutlichung der Problematik von Unterrichtsstörungen (nach Winkel, 1996 S. 35):
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3. Lehrerpersönlichkeit
In der Literatur wird der Begriff der Persönlichkeit als die dynamische Organisation derjenigen psychophysischen Systeme im Individuum, die sein charakteristisches Verhalten determinieren (Allport 1970, S. 28) und als das, was ein Mensch „wirklich ist“, unabhängig davon, wie andere Menschen seine Eigenschaften sehen oder wie wir sie erforschen, definiert. (ebenda, S. 34)
Diese Aussagen betreffen genauso das, was man unter Lehrerpersönlichkeit versteht, denn der Lehrer ist in erster Linie ein Mensch und unterliegt demnach genauso seinen menschlichen Bedürfnissen und Neigungen, d. h. er ist nicht frei von Vorurteilen, Gefühlen, wie Sympathie und Antipathie, er empfindet Zorn, Liebe, Mitleid und alle anderen menschlichen Emotionen. Dennoch ist der Beruf des Lehrers auch immer mit einem gesellschaftlichen Anspruch an die Persönlichkeit verbunden, dem in der Praxis nur schwer gerecht zu werden ist. So ist der ideale Lehrer immer gerecht, sensibel für Sorgen und Probleme der Schüler, fördert den Einzelnen, sorgt für ein gutes soziales Klima in der Klasse und beweist nicht zu letzt fachliche Kompetenz. Dies sind nur einige Vorstellungen, die an das Erscheinungsbild des Lehrers gerichtet werden. Im Schulalltag wird schnell deutlich, dass der eine oder andere Lehrer gewisse Schüler zu bevorzugen scheint, mit der einen Klasse besser zurecht kommt als mit der anderen oder auch eine fachliche Frage nicht korrekt beantworten kann. Trotz fachlicher und didaktischer Ausbildung gibt es also immer wieder Situationen, denen ein Lehrer nicht gewachsen ist. Denn das von der Gesellschaft postulierte Idealbild des Lehrers ist eben nur ein Bild, das sich im Laufe der Zeit ebenso ändert, wie der erzieherische Anspruch an die Schule. Es gibt dennoch bestimmte „zeitlose“ Eigenschaften, die sich als positive Merkmale eines Lehrers herauskristallisiert haben. Zunächst ist eine gewisse Flexibilität im Bezug auf die methodische Planung seines Unterrichtes von Nöten, denn wenn jede Stunde nach dem gleichen Muster abläuft, kommt sehr schnell Langeweile und Desinteresse auf. Dies führt dann zu Unterrichtsstörungen von Seiten der Schüler, die der Lehrer durch mangelnde Vorbereitung selbst mit hervorgerufen hat. Weiterhin gilt vor allem ein engagierter Lehrer meist als ein guter Lehrer, denn wenn Schüler das Gefühl haben, dass der Lehrer bereit ist Schwierigkeiten zu überwinden, um ihnen einen Gegenstand näher zu erläutern, dann sind sie im Gegenzug auch dazu bereit selbst etwas zu leisten. Ein Beispiel dafür sind Fortbildungen, die in dem multimedialen Zeitalter, in dem wir leben immer wichtiger werden. Der souveräne Umgang mit neueren technischen Geräten hilft Schwierigkeiten im Hinblick auf die Disziplin
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zu vermeiden und sorgt für eine größere Vielfalt der Gestaltungsmöglichkeiten des Unterrichts. Außerdem ist auch ein gewisser Enthusiasmus des Lehrers im Unterricht nötig, denn Schüler, die dem Gesichtsausdruck, der Haltung oder der Stimme des Lehrers Müdigkeit, Desinteresse oder Übellaunigkeit entnehmen, sind in logischer Konsequenz nicht zu Leistungen zu animieren. Neben diesem materiellen und gestalterischen Engagement ist natürlich auch soziales Engagement des Lehrers eine wichtig Voraussetzung für eine gute Beziehung zu seinen Schülern. Denn diese merken sehr schnell, ob der Lehrer sich auch für sie als Personen interessiert, oder aber in ihnen nur eine graue Masse sieht, der es gilt ein bestimmtes Thema zu erläutern. Daher schafft eine gewisse Offenheit und Ehrlichkeit den Schülern gegenüber Vertrauen, sodass diese die Möglichkeit haben in dem Lehrer nicht nur den Wissensvermittler, sondern auch einen Gesprächspartner bei eventuellen Problemen sehen. Diese soziale Kompetenz, die ein Lehrer benötigt, beinhaltet auch bestimmte menschliche Tugenden. Eine davon ist ein Sinn für Gerechtigkeit, denn sobald Schüler sich ungerecht behandelt sehen geht auch deren Bereitschaft Kompromisse in Konfliktsituationen einzugehen zurück und immer wiederkehrende Auseinandersetzungen sind die Folge. Objektivität und absolute Gerechtigkeit sind aber dennoch nicht zu erreichen, da wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung auch immer positive oder negative Emotionen eine Rolle bei der Bewertung bestimmter Situationen spielen.
Zu den angesprochenen Tugenden zählt auch ein gewisses Maß an Autorität, diese ist manchen Lehrern auf Grund ihrer Erscheinung oder ihres Auftretens ohnehin schon „gegeben“, ein großer Teil der Lehrerschaft aber muss diese erst erwerben. In den meisten Fällen wächst die Autorität im Unterricht über die Jahre durch die größer werdende Erfahrung des einzelnen Lehrers. So sind junge Lehrer, die noch am Anfang des Berufslebens stehen meist unsicherer im Umgang mit Schülern als ihre älteren erfahrenen Kollegen. Dennoch beschränkt sich dieses Wachstum an Autorität, denn es gibt keine Formel, die besagt je mehr Dienstjahre als Lehrer, desto höher die Autorität. Vielmehr gilt es auf Konfliktsituation angemessen und mit der nötigen Konsequenz zu reagieren und den Schüler in die Lösung von Konflikten mit ein zu beziehen. Denn Autorität hat weniger damit zu tun, dass der Lehrer immer Recht oder das letzte Wort hat, sondern dass auch die Meinung des Schülers berücksichtigt wird. Ein wichtiger Einflussfaktor hierbei ist das Alter der Schüler, denn während jüngere Schüler dem Lehrer eine ähnliche Rolle, wie ihren Eltern zuschreiben, negieren und rebellieren Schüler in der Pubertät naturgemäß sehr viel öfter gegen jegliche Form von Autorität. Daher müssen mit zunehmendem Alter den Schülern auch gewisse
Arbeit zitieren:
Bettina Nolde, 2002, Unterrichtsstörungen - Ursachen und Analyse einiger Fallbeispiele, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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