“[…] the Great Depression was a multi-faceted event that is unlikely to be adequately accounted for by any monocausal explanation” (Eichengreen 2003, 7). Wie oft fälschlicherweise vermutet, ist die Börsenkrise an der Wall Street nicht als alleiniger Grund für die Wirtschaftskrise 1929 zu sehen. Vielmehr ist von einer Vielzahl von Faktoren auszugehen, die an der Entwicklung der Weltwirtschaftskrise beteiligt waren. Im Folgenden soll der Zusammenhang zwischen Börsenkrise und Wirtschaftskrise im Jahre 1929 aufgezeigt werden und geklärt werden, inwieweit weitere Gründe für die Entwicklung einer der größten wirtschaftlichen Krisen der Moderne verantwortlich zu machen ist.
Trotz eines Nachkriegsbooms aufgrund der aufgestauten Nachfrage nach dem Ersten Weltkrieg und florierender „War Babies Industries“, wurde die amerikanische Wirtschaft schon seit Beginn der Zwanziger Jahre von einer weniger beachteten Wirtschaftskrise 1920/21 und einem riskantem Investitionsklima beeinflusst. „The stock market boomed in the 1920s not so much because of a perception of improved prospects for future earnings and dividends as because of the flow of new money into the stock market driven by the “fads and fashions” of uninformed new investors” (Barsky 1990, 267). Eine Kombination von expansiver Geldpolitik und Produktionsrationalisierung hatte die Krise 1920/21 schnell abgewendet, und führten bei Betrachtung des sich entwickelnden Booms mitunter zur Fehleinschätzung der Krise 1929. Weiterhin befand sich die amerikanische Landwirtschaft ab Mitte der zwanziger Jahre in einer Absatzkrise, da die Nachfrage nach Grundprodukten gesunken war. Die Überproduktion konnte durch staatliche Regulation nicht effektiv bekämpft werden und somit führte der Preisverfall zusammen mit Missernten und der hohen Verschuldung der Farmer zu einem weiteren Faktor, der die Wirtschaftskrise bedingte.
Millionen von Amerikanern investierten in den zwanziger Jahren an der Börse. Dies wurde erst durch die Aufnahme hoher Kredite möglich, die die Banken in Erwartung hoher Zinszahlungen gerne gewährten. Infolge des Spekulationstrends stiegen die Börsenkurse Ende der Zwanziger rasant an. Im August 1929 hob die Federal Reserve Bank die Diskontrate, um die weitere Aufnahme von Krediten zu bremsen und löste damit einen Konjunkturabschwung aus. Die Instabilität des Systems wurde sichtbar, als Anleger im Oktober 1929 infolge der gesunkenen Investitionsrate ein plötzliches Ende der Börsenhausse fürchteten und damit begannen, aus Angst vor Verlusten ihre Aktien zu verkaufen. Den ersten Panikverkäufen folgten weitere und verursachten damit nicht nur einen rapiden Wertverlust der Aktien, sondern auch den völligen Zusammenbruch der amerikanischen Börse am 24. Oktober 1929, dem „Black Thursday“. Hier verband sich nun die Börsenkrise mit der zyklischen Rezession und der Krise in der Landwirtschaft zu einer nationalen Wirtschaftskrise. Von Milton Friedman wird auch der pro-zyklischen
Arbeit zitieren:
2005, Der Zusammenhang von Börsenkrise und Wirtschaftskrise im Jahre 1929, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Ursachen und Verlauf der Weltwirtschaftskrise 1929 - 1933 unter besond...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 13 Seiten
Konjunktur und Wachstum 1918-1933 - Eine Analyse
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 35 Seiten
Der Kommunale Bürgerhaushalt in Deutschland
Eine Bestandsaufnahme am Beisp...
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Hausarbeit, 21 Seiten
Der Rückerwerb eigener Aktien in der Weltwirtschaftskrise 1929-1931
Eine Untersuchung zu den Hinte...
Reni Maltschew
The Homoeopathic Treatment of the Diseases of Females and Infants at t...
Gottlieb Heinrich Georg Jahr
The Clinical Guide; Or, Pocket-Repertory for the Treatment of Acute an...
Gottlieb Heinrich Georg Jahr
0 Kommentare