Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung 03
II. Hauptteil 04
1. Forschungsbericht. 04
2. Definition von Phantastik 05
3. A.A. Bestužev- Marlinskij. 09
4. „Strašnoe gadanie“ 11
III. Schluss 17
IV. Anhang 18
Literaturverzeichnis. 18
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I. Einleitung
Schon seit einigen Jahrhunderten lassen sich Autoren und Leser von der phantastischen Literatur faszinieren. Auch heute gibt es auf dem Buchmarkt Unmengen von phantastischer Literatur. Das bedeutet, dass die Nachfrage nach dieser Literatur immer noch präsent ist. Da fragt man sich, warum der Leser sich für die Phantastik interessiert? Sind es vielleicht die Motive, die ihn faszinieren? Oder ist es die Darstellung von Gespenstern, Monstern, Teufeln und Vampiren? Sehr oft ist ein Bereich des Unerforschten und Fremden, was auch Risiken mit sich verbindet, für viele Leser genau deswegen reizvoll und abenteuerlich. Im Rahmen des Hauptseminars „Phantastisches Erzählen in der russischen Literatur“ haben wir mehrere Schriftsteller, deren Lebensgeschichten sowie ihre Werke kennen gelernt. Wir haben versucht diese Werke auf phantastische Elemente zu analysieren, was uns nicht immer gelang. Zurückführen lässt sich dies vermutlich auf die Schwierigkeit der Thematik und verschiedene Erscheinungsformen der Phantastik. Sie hat etwas Märchenhaftes, Groteskes, Übernatürliches und Utopisches an sich.
Am meisten hat mir die Erzählung „Strašnoe gadanie“ von A. A. Bestužev- Marlinskij gefallen. Deswegen möchte ich mich näher mit diesem Werk befassen und auf phantastische Elemente untersuchen. Diese Hausarbeit versteht sich als Versuch einer Annäherung an das große Thema der russischen Phantastik. Insbesondere auf die Struktur der Übergänge zwischen den verschiedenen in künstlerischen Texten dargestellten Welten. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen die zeitliche Struktur der Darstellung und die Frage nach der Struktur der phantastischen Motive und Themen. Bevor ich aber mit der Untersuchung beginne, möchte ich kurz in dem ersten Abschnitt auf den Forschungsstand über die Phantastik eingehen.
Im zweiten Abschnitt möchte ich auf die unterschiedlichen Definitionen der Phantastik eingehen und dabei auf die Standpunkte einiger Autoren hinweisen. Dabei wird auch die Ausführung von Tzvetan Todorov eine wichtige Rolle spielen, weil sie oft als Zusammenfassung der schon existierenden Untersuchung gilt und an die neuen Ansätze anknüpft.
1 Seeßlen, Georg/ Weil, Claudius: Kino des Phantastischen. Geschichte und Mythologie des Horror-Films. Reinbek 1980, S. 37.
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Im dritten Kapitel möchte ich das Leben des Autors der Erzählung skizzieren. Klären möchte ich unter anderem, woher er kommt und welchen Einfluss sein Leben auf seine Werke hatte? In diesem Zusammenhang möchte ich Chmielewski und Kotljarevskij erwähnen, die eine ausführliche Darstellung und Untersuchung zum Leben und Werken von Marlinskij bieten. Im vierten Abschnitt werde ich eine kurze Inhaltsangabe der Erzählung geben und dabei Schritt für Schritt auf phantastische Elemente untersuchen. Im Anhang befinden sich das Quellenverzeichnis und der Leistungsnachweis. Persönlich habe ich schon mehrere phantastische Erzählungen gelesen, aber irgendwie nie so bewusst darüber nachgedacht. Als ich im Rahmen eines Hauptseminars in Form eines Referats mich mit diesem Thema auseinander setzte, bin ich auf viele interessante Fragen und Formulierungen gestoßen, was mein Interesse an Phantastik gesteigert hat. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen über die Phantastik und speziell an dem Beispiel von der Erzählung „Strašnoe gadanie“ zu forschen und die phantastischen Elemente in der Erzählung unter die Lupe zu nehmen.
II. Hauptteil
1. Forschungsbericht
Die Phantastik zählt zu einer der umstrittensten Literaturgattungen dieser Zeit. Die meisten Forscher zählen die Zeit der Romantik zu dem Anfang der Entstehung von Phantastik. Die Menschen von damals suchten in der Literatur das Abenteuerliche und Unheimliche. Die phantastische Literatur hat großes Interesse und die Faszination nicht nur bei Autoren und Lesern ausgelöst, sondern auch viele Wissenschaftler und Theoretiker interessieren sich für die Phantastik. Viele Literaturforscher versuchen eine Definition dieses Genres zu geben. Demzufolge gibt es sehr viele Forschungsansätze zur Phantastik. Als ausführlichste Studie zur phantastischen Literatur gilt die „Einführung in die fantastische Literatur“ 2 von Tzvetan Todorov. In der Studie versucht er einen Neueinsatz in der Bestimmung der Gattung aus strukturalistischem Aspekt zu bestimmen. Seine Theorie wird auch oft als Gesamtheit aller vorausgehenden Definitionsversuche betrachtet, da Todorovs Definition auf den Untersuchungen vieler Wissenschaftler basiert. So stützt er sich auf Northrop Frye bei der Auseinandersetzung mit Begriffen wie Wirklichkeit, Fiktion und Wahrheit. Auch Sigmund
2 Todorov Tzvetan: Einführung in die fantastische Literatur. München 1972.
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Freud beschäftigt sich schon 1919 in seinem Werk „Das Unheimliche“ mit der Phantastik. 3 Die Studie von Todorov wird aber auch oft kritisiert, wie zum Beispiel von Stanislaw Lem 4 , der Todorov eine mangelnde Bereitschaft vorwirft, auf Probleme der literarischen Wertung einzugehen. Auch Uwe Durst versucht die Phantastik in seinem Buch „Theorie der phantastischen Literatur“ 5 zu analysieren. Er betont, dass Todorovs „Einführung“ die grundlegendste Untersuchung ist und stützt sich auf seine Untersuchungen. Auch Hans Bemann startet mehrere Definitionsversuche in seiner Arbeit „Phantastische Literatur. Abgrenzungs- und Definitionsversuche“ 6 . Hans Richard Brittnacher hat eine ausführliche Studie „Ästhetik des Horrors: Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur“ 7 veröffentlicht. Die Untersuchung von Renate Lachmann „Erzählte Phantastik. Zur Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer Texte“ 8 die 2002 veröffentlicht wurde, gibt eine ausführliche Analyse des Phantastischen an. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die phantastische Literatur schon seit einigen Jahren die Forscher interessiert. Sie versuchten eine genaue Definition für Phantastik zu finden, allerdings basieren die Untersuchungen immer auf den schon existierenden Analysen, die nicht immer ausführlich und sehr oft strittig sind.
2. Definition von Phantastik
In diesem Kapitel möchte ich die unterschiedlichen Definitionen der Phantastik vorstellen. Viele bezeichnen „phantastisch“ alles, was unrealistisch, unglaublich und wunderbar ist. Die Phantastik bedeutet immer etwas Unerwartetes, eine fremde Welt, bei der zwei unterschiedliche Sphären konfrontiert werden. Oft wird phantastische Literatur als Darstellungsmedium des gesellschaftlichen Tabus verstanden.
Sehr oft wird Phantastik nach solchen Merkmalen wie Verwendung von Geistern, Vampiren, Gespenstern und Teufel klassifiziert.
3 Freud Sigmund: Das Unheimliche. In: Sigmund Freud Studienausgabe, Band IV, hrsg. von A. Mitscherlich, A. Richards und J. Strachery. Frankfurt am Main 1919, S. 241-274.
4 Lem Stanislaw: Tzvetan Todorovs Theorie des Phantastischen. In: Zondergeld, Rein A. (Hrsg.): Phaicon 1. Almanach der phantastischen Literatur. Frankfurt am Main 1974, S. 92-122.
5 Durst Uwe: Theorie der phantastischen Literatur. Tübingen 2001.
6 Bemann, Hans: Phantastische Literatur. Abgrenzungs- und Definitionsversuche. In: Lehren und Lernen, H. 5, 1993, S. 52-67.
7 Brittnacher, Hans Richard: Ästhetik des Horrors: Gespenster, Vampire, Monster, Teufel und künstliche Menschen in der phantastischen Literatur. Frankfurt am Main 1994.
8 Lachmann, Renate: Erzählte Phantastik. Zur Phantasiegeschichte und Semantik phantastischer Texte. Frankfurt am Main 2002.
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Arbeit zitieren:
Nadja Krenz, 2009, Die Phantastik und ihre Elemente in dem russischen Prosawerk "Strashnoe gadanie" von Bestuzhev-Marlinskij, München, GRIN Verlag GmbH
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