Zusammenfassung
In den letzten Jahren ist Open Innovation sowohl in der Theorie als auch in der Praxis zu einem wichtigen Phänomen geworden. Unternehmen betreiben nicht nur intern Forschung und Entwicklung, sondern greifen auch auf sämtliche Wissensquellen außerhalb des eigenen Unternehmens. Sie haben erkannt, dass man durch das Einbeziehen von Kunden und Lieferanten und Integration externer Forschungs--und Entwicklungseinrichtungen in den
Entwicklungsprozess, das unternehmerische Innovationspotenzial vergrößert. Die Gründe für Open Innovation sind kürzere Innovationszyklen, erfolgreiche und an Kunden ausgerichtete Innovationen und die Reduzierung der Kosten. Aufgrund steigenden Wettbewerbsdrucks in einen komplexen und globalen Markt nutzen viele Unternehmen Open Innovation und nutzen dabei möglichst alle Wissensquellen. Open Innovation ist eine neue Perspektive, um Probleme wie steigende Kosten oder kürzere Produktlebenszyklus zu meistern.
Schlagwörter: Innovationsmanagement, offene Innovation,
Innovationsprozess, technologischer Innovation, Open Source Produkte und Märkte
JEL Klassifikation: O31, O32, Q55, L17
Abstract
Over the recent years open innovation has become increasingly important phenomenon. The companies are not only operating internal research and development, but they rely on all sources of knowledge outside the own company. They realized that the entrepreneurial innovation potential increased since the involvement of customers and suppliers as well as the integration of external research and development institutions in the development process. Shorter innovation cycles, successful and customer oriented innovations and cost reduction are the reasons for open innovation. Nowadays, due to increasing competitive pressure in a complex and global market many companies apply open innovation and use all source of knowledge as possible. Open Innovation is a new perspective to overcome problems such as rising costs or shorter product life cycle.
Key words: Innovation Management, Open Innovation, Innovation Process, technological Innovation, Open Source Products and Markets
JEL Classification: O31, O32, Q55, L17
I
Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung. I
Abbildungsverzeichnis III
1 Einführung 1
1.1 Thematische Abgrenzung 2
1.2 Zielsetzung 2
2 Grundlagen 3
2.1 Invention vs. Innovation 3
2.2 Innovationsprozess 4
2.3 Innovationsansätze 4
2.3.1 Open Innovation Ansatz nach Chesbrough 5
2.3.1.1 Der Closed Innovation Paradigma 5
2.3.1.2 Der Open Innovation Paradigma 7
2.3.2 Open Innovation Ansatz nach Reichwald/Piller 7
2.3.3 Kritische Würdigung beider Ansätze 8
3 Open Innovation 11
3.1 Kernprozesse von Open Innovation 12
3.1.1 Outside-in-Prozesse 13
3.1.2 Inside-out-Prozesse 13
3.1.3 Coupled Prozess 14
3.2 Vorteile von Open Innovation 14
3.2.1 Vorteile aus Unternehmersicht 15
3.2.2 Vorteile aus Kundensicht 16
3.3 Grenzen von Open Innovation 16
4 Fachhochschule Frankfurt am Main 18
4.1 Situationsanalyse 18
4.2 Betriebliches Vorschlagswesen 21
4.2.1 Open Innovation Ansatz 22
4.2.2 Kritik an das betriebliches Vorschlagswesen der FH FFM 23
4.2.3 Verbesserungsvorschlag 24
4.3 Kooperationsnetzwerke 25
4.4 FH FFM und Kernprozesse von Open Innovation 26
5 Zusammenfassung 28
6 Conclusion 29
Literaturverzeichnis 30
Anhang 32
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 Idealtypischer Innovationsprozess
Abbildung 2 Geschlossene Innovationsmodell
Abbildung 3 Offene Innovationsmodell
Abbildung 4 - Die Kernprozesse des Open-Innovation-Ansatzes
Abbildung 5 Innovationsmanagement an der FH Frankfurt
Abbildung 6 Drei Kernprozesse von Open Innovation und FH FFM
III
1 Einführung
Die Informationstechnologie hat eine ständig und aktiv wachsende Rolle in unserem Leben. Ein gutes Beispiel hierfür ist das von Apple entwickeltes iPhone. Vormittags nutzen wir das iPhone für Terminkoordination, E-Mail Abruf und in der Freizeit um Musik zu hören. Das Forschungsunternehmen Forrester Research klassifiziert mit dem Forrester's Social Technographics® Tool sechs Nutzertypen im Web 2.0. Gemäß den Daten sind 33% der Befragten in Europa zwischen 18 und 24 Jahren "Creators" und 37% "Critics". Creators sind Nutzer, die selbst im Web Texte schreiben, Blogs oder Wikis führen oder Bilder und Videos hoch laden. Creators sind also Nutzer, die das Social Content vorantreiben und Critics solche, die auf den Inhalt antworten 1 . Die weltweit größte Suchmaschine Google hat 88.9 Mio. (6.89 Mio. aus Deutschland) Einträge unter "Innovation" und 57.5 Mio. (361 Tsd. aus Deutschland) unter "Open Innovation" 2 . Dies deutet hin, dass das Thema Innovation zunehmend an Interesse zunimmt. Der klassische Innovationsprozess im Unternehmen fand bislang intern in F&E Abteilung statt und der Kunde wurde als Warenempfänger gesehen und nicht im Entwicklungsprozess eingebunden 3 . Heute aber profitieren Unternehmen Dank der Informationstechnologien von Kunden, die als Produktentwickler aktiv sind. So sind Open Source Produkte wie z. B. Linux oder der Apache Web Server entwickelt worden, die inzwischen Massenprodukte sind 4 . Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung eines Öko-Autos (OSCar Project), das meist von Studenten entwickelt wurde und jetzt fahrbereit ist 5 . Im Bereich der Computerspielindustrie gibt es Weiter -oder Neuentwicklungen durch den Kunden. Dabei verlangen Firmen wie Sony oder Westwood eine Gebühr vom Nutzer, damit die Nutzer neue Spiele entwickeln dürfen, die dann auf dem
1 Vgl. (Forrester Research 2009).
2 Siehe http://www.google.de, Suchwort: Innovation oder Open Innovation, Abruf: 31.03.2010.
3 Vgl. (Reichwald 2009, S. 56).
4 Vgl. (Reichwald 2009, S. 209).
5 Vgl. (Reichwald 2009, S. 213).
1
Weltmarkt kommerziell vermarktet werden.
Der Kunde profitiert dabei von der Innovation ebenfalls. Diese sind nichtmonetären Motivationsstrukturen 6 wie z.B. Reduktion der Unsicherheit, soziale Bestätigung und externe Anerkennung oder monetäre Gegenleistungen wie z. B. Rabatte, Gratisprodukte oder Zahlungen des Herstellerunternehmens unter anderem auch Karriereperspektive in den jeweiligen Unternehmen 7 .
1.1 Thematische Abgrenzung
Die vorliegende wissenschaftliche Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Thema Open Innovation und gibt eine Einführung in die Thematik. Zunächst werden die Ansätze des Open Innovation dargestellt und Begriffe operationalisiert.
In Anlehnung an die Ansätze wird im Kapitel drei der Begriff Open Innovation aus heutiger Sicht erneut definiert und die drei Kernprozesse näher betrachtet. Die Vorteile aus Unternehmens ±und Kundensicht werden ebenfalls im Kapitel 3 behandelt. Anhand der gewonnen Erkenntnisse aus den vorherigen Kapiteln wird das Thema transformiert auf die Fachhochschule Frankfurt am Main. Das Thema Intellectual Property Rights ist nicht Gegenstand dieser Arbeit, hier verweise ich auf (Reichwald 2009).
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser vorliegenden wissenschaftlichen Ausarbeitung ist die Transformation des Themas mit Bezug auf die Fachhochschule Frankfurt am Main.
6 Vgl. (Reichwald 2009, S. 168 -169).
7 Vgl. (Reichwald 2009, S 170).
2
2 Grundlagen
In dem folgenden Kapitel werden die Grundlagen für die vorliegende wissenschaftliche Ausarbeitung vermittelt.
2.1 Invention vs. Innovation
Unter einer Innovation versteht man eine Erneuerung oder Verbesserung an technischen Produkten oder Verfahren 8 . Das neue Duden Lexikon von Dudenverlag definiert Innovation ZLHIROJWÄEntwicklung neuer Ideen, Techniken, Produkte und dergleichen³ 9 . Hier wird ersichtlich, dass bei dem Begriff Innovation unterschiedliche Definitionen gibt. Der österreichische Ökonom Schumpeter dagegen besagt, dass eine Innovation dann vorliege, wenn eine Invention einem wirtschaftlichen Erfolg bringe 10 . In der Innovationsforschung wird wiederum strikt zwischen der Invention und Innovation unterschieden. Dabei versteht man unter einer Invention den ersten Schritt im Innovationsprozess, denn erst wenn die Invention (also die Idee oder Erfindung) ein markfähiges Produkt wurde, spricht man von einer Innovation. Dabei ist eine Idee der Grundbestandteil einer jeder Innovation, jedoch ist sie ohne geeignete Anwendung oder Umsetzung wertlos. Zusammengefasst liegt eine Innovation dann vor, wenn eine Idee umgesetzt und in den eingeführten Markt Erfolge erzielt 11 . Man kann nicht von einer Innovation reden, wenn man lediglich nur eine Idee patentiert 12 . Auch eine
8 Siehe (Hermann, S.188).
9 Siehe (Lexikon - Meyers Lexikonredaktion 1991, S. 1822).
10 Vgl. (Weissbach 2009, S. 15). Schumpeter sagt weiterhin, dass Innovationen durch Unternehmen geschaffen und in einer geschlossenen Form der Innovationsgenerierung entwickelt werden müssen. Chesbrough bezeichnet diese Closed Innovation.
11 Vgl.(Weissbach 2009, S. 187 ff.).
12 Ein Patent schützt lediglich eine Invention und kann als den ersten Schritt zur kommerziellen Transfer in einen Anwendungskontext gesehen werden. Eine Patentanmeldung ist keine Innovation, denn das Deutsche Patentamt gibt lediglich einen klaren Kriterienkatalog für Inventionen vor und besagt, dass eine Erfindung auf einer erfinderischen Tätigkeit beruhen muss. Näheres im Patentrecht online verfügbar unter http://www.gesetze-im-internet.de/bundesrecht/patg/gesamt.pdf
3
Glühbirne, die heute eine Innovation ist, brauchte dafür 50 Jahre 13 . Die klassischen Innovationsobjekte sind Produkte, Prozesse und Organisationsformen ergänzt durch Service, System oder Strategie (siehe Anhang 1 und Anhang 2).
2.2 Innovationsprozess
In der Innovationsmanagementliteratur hat sich das Prozessmodell von Bessant und Tidd durchgesetzt 14 (siehe Abbildung 1). Das Thema Open Innovation gliedert sich in dem Prozessschritt Ideensuche (für ein differenziertes Prozessmodell siehe Anhang 3), denn es geht darum, wie und wo man Ideen sucht. Nach der Ideensuche werden die ausgewählten Ideen in den Markt eingeführt und anschließend auf die Erfolgswirksamkeit evaluiert und verbessert (auch genannt kontinuierliche Verbesserungsprozess).
2.3 Innovationsansätze
In den letzten Jahren hat sich der Markt und die Bedürfnisse der Kunden dramatisch geändert. Die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens als Erfolgsfaktor nimmt immer mehr an Bedeutung zu und gilt als Wettbewerbsfaktor. Dass neue und innovative Produkte den Marktanteil, den Marktwert und das langfristige Überleben eines Unternehmens sichern, wurden
Vgl. (Bellis 2010) und (Kulke,2009) 13
14 Vgl. (Möslein 2009, S. 6).
15 Vgl. (Möslein 2009, S. 6).
4
Arbeit zitieren:
MSc Ilyas Atas, 2010, Business Engineering: Open Innovation, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Nicht-mediale Nebenprodukte von Publikumszeitschriften - Marktstatus u...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Diplomarbeit, 155 Seiten
Erfolgsfaktoren bei Markteinführungen von Special Interest Zeitschrift...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 146 Seiten
Medienmarkenmanagement aus Perspektive des market-based-view und der r...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Diplomarbeit, 139 Seiten
Medienmarken als Erfolgsfaktor - Zusatzgeschäfte als strategische Opti...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Diplomarbeit, 124 Seiten
Strategische Planung und strategisches Management
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 25 Seiten
Wandel und Zukunft der Tageszeitung
Ein traditionelles Druckmedium...
Medien / Kommunikation - Printmedien, Presse
Magisterarbeit, 76 Seiten
Methoden und strukturierte Ansätze für den Innovationsprozess
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 33 Seiten
Führungsaufgaben - Institutionelle Aspekte der Verlagsführung
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Entwicklung eines Vermarktungskonzeptes für neu einzuführende Produkte
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 115 Seiten
User generated content - complement or threat to the print media indus...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 33 Seiten
Produkteinführung in der Multi-Mediawelt bei der T-Mobile Deutschland ...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 139 Seiten
Produktinnovationen durch IT in der Medienbranche
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Bachelorarbeit, 76 Seiten
Open Innovation - Ursachen, Instrumente und Motivation der Öffnung des...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Diplomarbeit, 91 Seiten
Open Innovation - Innovationsprozess der nächsten Generation?
Eine Bestandsaufnahme
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 62 Seiten
Management von Markentransfers unter besonderer Berücksichtigung des S...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 111 Seiten
Print unter Druck - Innovationen im Verlagswesen
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Diplomarbeit, 75 Seiten
Erstellung einer Marketingkonzeption für die flächendeckende Einführun...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 232 Seiten
Neue Erlösmodelle von Tageszeitungen
Zeitungsbibliotheken – Ein Übe...
Medien / Kommunikation - Medienökonomie, -management
Seminararbeit, 18 Seiten
BWL - Sonstiges: neuer Titel erschienen: Business Engineering: Open Innovation
Ilyas Atas hat einen neuen Text hochgeladen
Innovation Happens Elsewhere: Open Source as Business Strategy
Ron Goldman, Richard P. Gabriel
Eine ökonomische und technisch...
Bernd Brügge, Dietmar Harhoff, Oliver Creighton, Marina Fiedler, Joachim Henkel, Arnold Picot
Open Source Development, Adoption and Innovation: IFIP Working Group 2...
Joseph Feller, Brian Fitzgerald, Walt Scacchi
Open Source Business Intelligence (OSBI)
Möglichkeiten, Chancen und Ris...
Uwe Haneke, Stephan Trahasch, Tobias Hagen, Tobias Lauer
Open Source Development, Adoption and Innovation
IFIP Working Group 2.13 on Ope...
Joseph Feller, Alberto Sillitti, Walt Scacchi, Brian Fitzgerald
0 Kommentare