I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis II
1 Einleitung - 1 -
1.1 Problemstellung - 1 -
1.2 Methodisches Vorgehen - 3 -
2 Wissensmanagement in Beratungsunternehmen - 4 -
2.1 Theoretische Grundlagen - 4 -
2.1.1 Wissen - 4 -
2.1.2 Beratungswissen - 6 -
2.1.3 Wissensmanagement - 9 -
2.2 Ansätze des Wissensmanagements - 10 -
2.2.1 Der Ansatz von Nonaka und Takeuchi - 11 -
2.2.2 Ansatz von Willke - 13 -
2.2.3 Ansatz von Probst, Raub und Romhardt - 15 -
3 Schluss - 17 -
3.1 Ergebnisse - 17 -
3.2 Konsequenzen - 18 -
Literaturverzeichnis III
II
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Der dreidimensionale Wissenswürfel - 5 -
Abbildung 2: Modell nach Nonaka und Takeuchi - 12 -
Abbildung 3: Wissensmanagement als Geschäftsprozess - 14 -
Abbildung 4: Wissensmanagement nach Probst, Raub und Romhardt ......................... - 16 -
- 1 - 1Einleitung
1.1 Problemstellung
John Sparrow hat vor über zehn Jahren geschrieben: Ä,WVHHPVWKDWZHQHHGWRXQGHUVWDQG the µknowledge¶ that organizational participants µhave¶ in order to perform their jobs.´ 1 Heute scheint es nicht mehr notwendig zu sein, sondern es ist notwendig. Mit dem Übergang von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft sowie im Zuge der Globalisierung von Märkten wird Wissen als vierter Produktionsfaktor und strategischer Wettbewerbsvorteil angesehen. 2 Es ist eine Ressource, die sich durch den Gebrauch vermehrt ± sie findet im Prozess der Leistungserstellung Einsatz und ist zugleich Ergebnis dieses Prozesses.
Dies gilt in keiner Branche mehr als in Beratungsunternehmen, welche zu den wissensintensivsten Dienstleistungsanbietern zählen. Die Arbeit ist stark vom Projektgeschäft geprägt und mit der einhergehenden dezentralen Organisation sind Bereitstellung und Austausch von Wissen wichtige Erfolgsfaktoren im Beratungsgeschäft. Zu den Besonderheiten gehören die Intangibilität, Spezifität, Integrativität und Vertraulichkeit der Leistung. 3 In Beratungsunternehmen werden täglich viele Erfahrungen gewonnen, die für die Zukunft nützlich sein könnten. Ä9LHOIlOWLJHV :LVVHQ VLQQYROO ]X strukturieren, um es in den Beratungsprozessen gezielt einsetzen zu können, ist ein entscheidender Bestandteil der Leistungsfähigkeit von Beratungsunternehmen und ein Herausstellungsmerkmal ersten Ranges.³ 4 Es sollte daher dem Wissensmanagement ein hoher Stellenwert eingeräumt werden, denn die Existenzberechtigung liegt in einer kollektiven wissensbasierten Leistungserbringung,bei der verschiedene Wissensträger
(Berater) ihr Wissen integrieren, um gemeinsam eine Beratungsleistung zu erbringen. 5 Der
1 Sparrow, John³.QRZOedge in Organizations ± Access to Thinking at WRUN´/RQGRQ 1998: S. 24
2 9JO3DZORZVN\3HWHUÄ,QWHJUDWLYHV:LVVHQVPDQDJHPHnW³LQÄ:LVVHQVPDQDJHPHQW±
Erfahrung XQG3HUVSHNWLYHQ³YRQPawlowsky, Peter (Hrsg.); Wiesbaden 1998: S. 13
3 9JO5LFKWHU$QVJDU6FKU|GHU.DWULQÄ2UJDQLVDWLRQYRQ0DQDJHPHQWEHUDWXQJHQDOV
3DUWQHUVFKDIWHQ³LQÄ&RQVXOWLQJ5HVHDUFK± Unternehmensberatung aus wissenschaftlicher
3HUVSHNWLYH³YRQ1LVVHQ9RONHU+UVJ); Wiesbaden 2007: S. 167
4 9HQLW]8GRÄ3UR]HVVRULHQWLHUWHV:LVVHQVPDQDJHPHQWLQGHU8QWHUQHKPHQVEHUDWXQJ³;
Diskussionspapier der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Saarbrücken;
Saarbrücken: S. 2
5 9JO+DXQ0DWWKLDVÄ+DQGEXFK:LVVensmanagement ± Grundlagen und Umsetzung, Systeme und
3UD[LVEHLVSLHOH³%HUOLQ±Heidelberg 2002: S. 102
- 2 -Beratungsprozess besteht in der Transformation von bisherigem Wissen in neues Wissen und stellt damit einen Wissensverarbeitungsprozess dar. 6 Das Ergebnis ist neu geschaffenes Wissen, welches wieder die Grundlage für künftige Projekte begründen kann.
Weitere Besonderheiten des Beratungsmarktes sind zum einen die vorherrschenden Informationsasymmetrien in der Berater-Klient-Beziehung. Zum anderen ist das Geschäft von Unsicherheiten geprägt, wobei Glückler und Armbrüster folgende charakterisieren: Ä:H LGHQWLI\WKHWZRPRVWVLJQLILFDQWW\SHVRIXQFHUWDLQW\ LQWKHFRQVXOWLQJVHFWRUDV institutional uncertainty, which derives from the lack of formal institutional standards such as professionalization, industry boundaries, and product standards; and (2) transactional uncertainty, which derives from confidentiality of information, service-product intangibility, and the interdependent and interactive character of the co-production of
consultants DQG FOLHQWV´ 7 Vor allem die transactional uncertainty ist für das Wissensmanagement entscheidend. Während der Beratung bekommen die Berater oft tiefe Einblicke in die Kundenorganisation und erhalten Zugang zu vertraulichen Informationen. Das heißt, Äas pDUW RI D FRQVXOWDQF\¶V NQRZOHGJH PDQDJHPHQW IRU H[DPSOH FOLHQW information may be benchmarked with data from other firms without the client knowing; project reports, presentations, and analyses may be saved in internal knowledge databases and downloaded when similar projects come up; or approaches and methods of handling problems that the client firm has developed itself may be appropriated for another client of
the consultancy.´ 8
Das begründet die Notwendigkeit eines effizienten Wissensmanagements in Unternehmensberatungen, nicht nur aufgrund der hohen Wissensintensität der Geschäftsprozesse, sondern auch durch die hohe Fluktuation, Wissenskomplexität und Wissensdynamik sowie durch die Besonderheiten in der Leistungserstellung (z. B. Projektorganisation und Mobilität). 9
6 Vgl. %DPEHUJHU,QJROI:URQD7KRPDVÄ.RQ]HSWLRQHQGHUVWUDWHJLVFKHQ
8QWHUQHKPHQVEHUDWXQJ³LQÄ6WUDWHJLVFKH8QWHUQHKPHQVEHUDWXQJ ± Konzeption, Prozesse,
Methoden³YRQ%DPEHUJHU Ingolf (Hrsg.); Wiesbaden 2005: S. 12
7 *OFNOHU-RKDQQHV$UPEUVWHU7KRPDVÄ%ULGJLQJ8QFHrtainty in Management Consulting ± The
0HFKDQLVPVRI7UXVWDQG1HWZRUN5HSXWDWLRQ´LQ³2UJDQL]DWLRQ SWXGLHV´9RO1R
S. 270
8 Glückler, Johannes / Armbrüster, Thomas; a. a. O.: S. 275
9 Vgl. Blessing, Dieter / Riempp, Gerold / Österle, +XEHUWÄ(QWZLFNOXQJVVWDQGXQG perspektiven des
Managements dokumentierten Wissens bei großen %HUDWXQJVXQWHUQHKPHQ³LQ
Ä:LUWVFKDIWVLQIRUPDWLN³; Vol. 43, Nr. 5 / 2001: S. 432
- 3 -Besonders in den letzten Jahren ist eine Vielzahl an Literatur zum Thema Wissensmanagement in Unternehmensberatungen in Büchern wie Aufsätzen in Fachzeitschriften veröffentlicht worden, was dessen Aktualität aufzeigt. Bis heute die gegenwärtige Diskussion in der (vor allem betriebswirtschaftlichen) Managementlehre von mehreren Konzepten und Ansätzen geprägt. Dabei sind sich diese Konzeptionen sehr ähnlich, unterscheiden sich aber in ihrer Betrachtungs-, Funktions- und Argumentationsweise.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Überblick darüber zu geben, was Wissen und Beratungswissen ist, dessen Problematik, Bedeutung sowie Management für die Arbeit in Beratungsunternehmen aufzuzeigen und ausgewählte Ansätze des Wissensmanagements vorzustellen. Dabei erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Ansätzen hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit für Unternehmensberatungen.
1.2 Methodisches Vorgehen
Gegenstand der Arbeit ist eine Betrachtung des Wissensmanagements in Beratungsunternehmen. Zunächst werden die notwendigen theoretischen Grundlagen gelegt. Dazu zählen ein allgemeiner Überblick zum Begriff Wissen, die Charakterisierung von Beratungswissen und dessen Problematik sowie eine kurze Einführung in das Wissensmanagement und dessen Bedeutung für Beratungsunternehmen. Der zweite Teil der Arbeit stellt ausgewählte Ansätze des Wissensmanagements vor und betrachtet diese kritisch vor dem Hintergrund ihrer Praxistauglichkeit. Die Arbeit schließt mit Ergebnissen und Konsequenzen.
- 4 - 2Wissensmanagement in Beratungsunternehmen
2.1 Theoretische Grundlagen
Im folgenden Abschnitt soll zunächst allgemein geklärt werden, was unter Wissen zu verstehen ist. Daran anknüpfend wird das für Beratungsunternehmen relevante Wissen charakterisiert und problematisiert sowie eine kurze Einführung zum Wissensmanagement speziell für Beratungsunternehmen gegeben.
2.1.1 Wissen
In der Praxis gilt Wissen generell als Oberbegriff für Fähigkeiten, Fertigkeiten,
Werthaltungen, Know-how oder Qualifikationen. 10 Es ist problematisch Wissen einheitlich theoretisch zu definieren und empirisch zu beschreiben und deswegen gibt es in der Literatur zahlreiche Begriffsbestimmungen ± je nach Sichtweise und
Schwerpunktsetzung. 11 So definieren beispielsweise Probst, Raub und Romhardt Wissen ZLH IROJW ÄWissen bezeichnet die Gesamtheit der Kenntnisse und Fähigkeiten, die Individuen zur Lösung von Problemen einsetzen. Dies umfasst sowohl theoretische Erkenntnisse als auch praktische Alltagsregeln und Handlungsanweisungen. Wissen stützt sich auf Daten und Informationen, ist im Gegensatz zu diesen jedoch immer an Personen
gebunden.³ 12
Bevor Wissen sozusagen als Endprodukt erreicht bzw. generiert wird, ist der Durchlauf mehrerer kognitiver Verarbeitungsprozesse erforderlich. Zeichen bzw. Zeichenfolgen ergeben Daten, welche durch eine Kontexteinbettung Informationen darstellen. Wissen ist das Ergebnis der Informationsverarbeitung und ±vernetzung und ermöglicht seinem Träger (individuell oder kollektiv) Handlungen zielgerichtet durchzuführen. 13 Zusammengefasst
10 Vgl. Thommen, Jean-Paul / Achleitner, Ann-.ULVWLQÄ$OOJHPHLQH Betriebswirtschaftslehre ±
8PIDVVHQGH(LQIKUXQJDXVPDQDJHPHQWRULHQWLHUWHU6LFKW³ Wiesbaden 2006: S. 1025
11 Vgl. Alvesson, Mats / Kärremann, Dan / Swan, Jacky; Ä'HSDUWXUes From Knowledge And/Or
0DQDJHPHQW,Q.QRZOHGJH0DQDJHPHQW³LQÄ0DQDJHPHQW&RPPXQLFDWLRQ 4XDUWHUO\³9RO
No. 2 / November 2002: S. 284
12 3UREVW*LOEHUW5DXE6WHIIHQ5RPKDUGW.DLÄ:LVVHQPDQDJHQ± Wie Unternehmen ihre
wertvollste Ressource oSWLPDOQXW]HQ³:LHVEDGHQ6
13 Vgl. Haun, Matthias; a. a. O.: S. 100
Arbeit zitieren:
Dipl.-Betriebswirt (FH) Felix Merz, 2010, Wissensmanagement in Beratungsunternehmen , München, GRIN Verlag GmbH
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