Inhaltsverzeichnis:
0. Einleitung
1. Leben, Forschung und Wirkung
2. „Über die Kreuzung socialer Kreise“
3. „Zur Psychologie der Frauen“
4. Fazit
0. Einleitung
Georg Simmel wird als einer der bedeutendsten Soziologen Deutschlands angesehen. Ziel dieser Hausarbeit ist, einen kurzen Eindruck über Simmels Leben und Schaffen zu zeigen und zwei seiner früheren Texte von 1890 zusammenzufassen und näher zu beschreiben. „Über die Kreuzung socialer Kreise“ beschäftigt sich mit diesen erwähnten Kreisen und „Zur Psychologie der Frauen“ vergleicht Frauen mit Männern.
Was also sind soziale Kreise, wie entstehen sie, wie wirken sie aufeinander und wie können sie auf modernes Leben bezogen werden? Und wie unterscheiden sich nach Simmel Frauen von Männern?
1. Leben, Forschung und Wirkung
Georg Simmel wird 1858 als jüngster Sohn des Kaufmanns Edward Simmel geboren. Er hat noch sechs ältere Geschwister und wächst in Berlin auf. Simmel, von seiner Abstammung her Jude, wird protestantisch getauft, tritt aber später aus der Kirche aus. (vergl. Helle 1988, S. 6-11)
Nach seinem Abitur 1876 besucht er die Königl. Friedrich-Wilhelms Universität in Berlin und studiert dort Geschichte, Philosophie und Völkerpsychologie. Er promoviert 1881 und habilitiert 1885, wonach er Privatdozent in Berlin wird. 1890 heiratet er Gertrud Kinel, die ihm einen Sohn gebärt. Ab 1901 arbeitet Simmel als außerordentlicher Professor, bis er 1914 als Ordinarius an die Universität von Straßburg geht. 1918 stirbt er dort an Leberkrebs. Neben Ferdinand Tönnies und seinem Freund Max Weber „gilt er als Pionier und Klassiker der Soziologie“ (Nedelmann 1999, S. 130). Simmel ist stark von der Psychologie und den Werken von Moritz Lazarus und Herbert Spencer beeinflußt. Er begründet die Soziologie „als eigenständige, empirische Wissenschaft und fördert ihre Institutionalisierung“ (ebenda). Gegenstand von Simmels formaler Soziologie sind die Formen von Wechselwirkungen in der Gesellschaft, die sich ständig verändern, methodologischer Situationalismus genannt. Diese Vergesellschaftung ist somit ein dynamischer Ansatz. Es gibt keine festen Gesetze, nur allgemeine Sätze. Das Individuum ist bei Simmel weniger interessant. Er fordert eine wertfreie Analyse und Beschreibung der Gesellschaft und benutzt dazu eine idealtypische, bzw.
positive verstehende Methode. Das „Verstehen“ bezieht sich insbesondere auf die Geschichte und das Leben (vergl. Mikl-Horke 1997, S. 99f). Simmel ist einer der Gründer der Gruppensoziologie, da er sich speziell mit den formalen Aspekten von sozialen Gruppen auseinandersetzte. Er schrieb über die Bildung von Gruppen, Kreisen und deren Wirkung auf das einzelne Individuum. Arbeitsteilung und Differenzierung spielten dabei eine große Rolle. Weiteres Interesse hatte er in den Problemen der modernen Kultur. So schrieb er über alltägliche Themen des Lebens, wie Mode, Geld und Frauen. „Simmels Soziologie findet heute weltweit Beachtung.“ (Nedelmann, S. 145) Besonders angesehen war und ist sie in Amerika, wo sie „zu einem festen Bestandteil der sogenannten Chicago School“ (ebenda) geworden ist, nicht zuletzt durch seine Beiträge im „American Journal of Sociology“.
Seine Hauptwerke: 1890: „Über sociale Differenzierung“ 1892: „Die Probleme der Geschichtsphilosophie“ 1900: „Philosophie des Geldes“
1908: „Soziologie. Untersuchungen über die Form der Vergesellschaftung“
2. „Über die Kreuzung socialer Kreise“
Simmels Buch „Über sociale Differenzierung“ von 1890 handelt von der zunehmenden Individualisierung der Gesellschaft mit immer mehr sozialen Kreisen in denen sich das Individuum bewegt und einer immer extremeren Arbeitsteilung. Der Abschnitt „Über die Kreuzung socialer Kreise“ erläutert, wie diese Kreise entstehen und wie sie sich mit dem Individuum entwickeln. Kreise sind somit nicht nur soziale Gruppen, denen ein Individuum angehört, sondern ein Überbegriff, der neben Gruppen auch Geschlecht, Generationszugehörigkeit, usw. umfasst.
Simmel sagt, daß jeder durch seine Geburt in eine zufällige Verbindung zu seiner Familie gerät, die er sich nicht aussuchen kann (vergl. Simmel 1989 [1890], S. 237ff). Unter den Mitgliedern der Familie herrscht anfangs eine sehr starke Beziehung, bis das Individuum sich weiterentwickelt und weitere Beziehungen zu anderen Individuen knüpft. Diese Beziehungen kommen durch gemeinsame
Arbeit zitieren:
Wolfgang Bürkle, 2002, Über Georg Simmels Werke "Über die Kreuzung socialer Kreise" und "Zur Psychologie der Frauen", München, GRIN Verlag GmbH
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