Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. William Faulkner 3
3. Yoknapatawpha County 7
4. Die Protagonisten Yoknapatawphas 9
4.1. Familie Sartoris. 10
4.2. Familie Sutpen 11
4.3. Familie Bundren 13
5. Schluss 15
6. Literaturverzeichnis 16
1
1. Einleitung
William Faulkner wurde 1950 mit dem Nobelpreis für sein Werk geehrt, und auch für ihn selbst stand sein Werk im Vordergrund. Nicht ihm als Mensch wurde der Preis verliehen, sondern seinem Werk. 1 In seinen Büchern, und nicht nur in den seinen, lebt die Erinnerung an den Amerikanischen Bürgerkrieg fort. Ohne Kenntnis der Ereignisse aus den Jahren 1860 bis 1865 bleibt dem Leser der Zugang zu Faulkners Werk verwehrt.
Der Autor liefert mit seinen Erzählungen aus den Südstaaten Stoff für das „kollektive Gedächtnis“ 2 , wie es Ute Müller nennt, eine Tradition des Sich-Erinnerns an die eigene Geschichte in Prosa und außerhalb von gelehrten Diskursen. Dies ist essentiell um Geschichte nicht nur auf Lehre und Forschung zu beschränken, sondern Interesse für unser aller Vergangenheit auch einer breiteren Öffentlichkeit zu wecken.
Im Folgenden wird der Autor kurz vorgestellt, anschließend wird die Landschaft, in der ein großer Teil seiner Erzählungen und Romane spielen, verortet und sowohl mit dem Autor als auch mit der realen Geschichte der Vereinigten Staaten in Verbindung gebracht. Danach werden knapp die wichtigsten Protagonisten der erwähnten Romane vorgestellt, ebenso wird kurz auf deren Bezug zur Biographie Faulkners eingegangen.
1
Vgl. WHEELER, Dr. L. Kip. „Dr. Wheeler's Homepage at Carson-Newman “2010 Januar 28. 2010 Juni 24.
2 Vgl. MÜLLER, Ute. William Faulkner und die deutsche Nachkriegsliteratur. Würzburg: Königshausen & Neumann, 2005. 20f.
2. William Faulkner
William Cuthbert Faulkner wurde am 25. September 1897 in New Albany im Bundesstaat Mississippi geboren. Er gehört damit gerade noch zu jener Generation, die später von Historikern und Soziologen als „verlorene Generation“ bezeichnet wurde, derjenigen Generation, die im sogenannten „Großen Krieg“, dem ersten Weltkrieg, den höchsten Blutzoll zahlen musste.
Er war nicht der erste aus seiner Familie, der erfolgreich literarisch tätig war. Schon sein Urgroßvater, William Clark Falkner, veröffentlichte absatzstarke Bücher zum Beispiel The White Rose of Memphis (1881) oder Rapid Ramblings in Europe (1883). 3
Besagter Großvater kämpfte im Amerikanischen Bürgerkrieg, wurde von seinen Soldaten erst zum Anführer gewählt, dann wieder abgewählt und führte nach dem Ausscheiden aus der regulären Armee eine Partisanentruppe an. Seine - oft romantisiert verklärten - Husarenstücke wurden in der Familie Falkner oft erzählt. Der junge Autor (schon in der Grundschule gab er als Berufswunsch „Schriftsteller“ an) änderte seinen Namen von Falkner zu Faulkner. Manche sagen, es sei ein Druckfehler gewesen, andere wiederum interpretieren die Absicht hinein, sich vom berühmten Urgroßvater abzuheben.
Im Alter von fünf Jahren zog die Familie Falkner nach Oxford, Mississippi, und hier verbrachte William Cuthbert seine Kindheit und Jugend; Towner zufolge war es eine glückliche Zeit. Seine Großmutter mütterlicherseits und seine Mutter brachten ihm das Lesen bei, mit seinen drei Brüdern verlebte er die Kindheit mit all ihren Fährnissen. In dieser Zeit lernte er auch schon seine spätere Ehefrau Lida Estelle Oldham kennen, die schon 1903, als William gerade einmal sechs Jahre alt war, gegenüber der Dienstmagd die prophetische Aussage machte, dass sie ihn später einmal heiraten werde. Es sollten noch 26 Jahre vergehen, ehe dieses Ereignis eintrat, trotz eines gemeinsamen Faibles für romantische Dichtung während der
3 Vgl. Im Folgenden: TOWNER, Theresa M. The Cambridge Introduction to William Faulkner. Cambridge: CUP, 2008. 2.
Jugendzeit. Doch ihre Eltern waren gegen eine Verlobung mit dem armen „Billy“, und der Plan, gemeinsam davonzulaufen wurde nicht durchgeführt. Sie musste einen anderen, Cornell Franklin, heiraten. William wollte dieses Ereignis nicht miterleben müssen und versuchte im Jahr 1914 der Luftwaffe der Vereinigten Staaten beizutreten, um im Ersten Weltkrieg kämpfen zu können. Er wurde abgelehnt, vermutlich wegen seiner zu geringen Körpergröße. Aus dieser Misere half dem 17jährigen sein späterer Mentor Phil Stone 4 . Erst im Sommer 1914 wurden sie einander vorgestellt und Stone lud den vier Jahre jüngeren William zu sich ein. Er lenkte dessen Lesetätigkeit und bestärkte ihn nach intensiven Beratungen in dem Plan, sich bei der kanadischen Luftwaffe mustern zu lassen, um doch noch am Krieg in Europa teilnehmen zu können. Um dies zu bewerkstelligen, war einiger krimineller Aufwand nötig: angefangen mit dem „falschen“ Namen Faulkner, über eine falsche Altersangabe und einen ebenso falschen Geburtsort bis hin zu einem nachgeahmten britischen Akzent, der zur angeblichen Geburtsstadt Middlesex in England passte. Obwohl die Täuschung gelang, sah William Faulkner den Krieg nicht mit eigenen Augen: Der Waffenstillstand 1918 wurde geschlossen, als er noch in der Pilotenausbildung war. Sein jüngerer Bruder Jack hingegen nahm an mehreren Schlachten teil. Bei seiner Heimkehr maskierte sich William Faulkner als Pilot der Royal Air Force und täuschte eine Verletzung vor, die ihn angeblich zum Hinken zwang. Er behauptete, sich die Verletzung zugezogen zu haben, als er betrunken kopfüber durch einen Hangar geflogen sei. Doch diese Verkleidung war nur eine unter vielen, bis an sein Lebensende schlüpfte er in etliche verschiedene Rollen. In den 1920ern schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch, darunter drei Jahre als Leiter der Universitätspoststelle der „Ole Miss“. Diese Aufgabe erledigte er überaus schlecht und nach seiner Absetzung sagte er: „I reckon I’ll be at the beck and call of folks with money all my life, but thank God I won’t ever again have to be at the
4
Vgl. PADGETT, John B. “William Faulkner: Frequently Asked Questions.” William Faulkner on the Web. 17 August 2006. 24 June 2010
Arbeit zitieren:
Christian Häring, 2010, William Faulkner, der Chronist von Yoknapatawpha County, München, GRIN Verlag GmbH
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