Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG: 3
2 DER GESCHICHTLICHE KONTEXT: 3
3 DARSTELLUNG DER PERSONEN KAUTSKY UND FELDEN IM HISTORISCHEN KONTEXT5
3.1 EMIL FELDEN: 5
3.2 KARL KAUTSKY: 6
4 SOZIALDEMOKRATIE UND RELIGION IM KAISERREICH: 6
4.1 EMIL FELDEN UND DIE RELIGION: 11
4.2 KARL KAUTSKY UND DIE RELIGION: 12
5 VERGLEICH ZWISCHEN KAUTSKY UND FELDEN: 14
6 FAZIT: 15
7 QUELLEN: 17
2
1 Einleitung:
Das Thema dieser Hausarbeit ist ein Vergleich zwischen Emil Felden und Karl Kautsky im Bezug auf ihre Ansichten zur Religion im Verhältnis zum Sozialismus. Religion soll hier schwerpunktmäßig die katholische Religion bzw. Kirche betreffen, da beide auf sie Bezug genommen haben und die Zentrumspartei überwiegend aus katholischen Mitgliedern bestand. Beide Personen, Felden und Kautsky, lebten im Kaiserreich und erlebten die Weimarer Republik. Felden lebte sogar noch über den Nationalsozialismus hinaus. Im Folgenden wird der Schwerpunkt des Vergleichs in der Kaiserzeit bis zum 1.Weltkrieg liegen. Das Thema ist insofern relevant, da zum einen das Verhältnis zwischen Religion und Sozialismus bzw. Sozialdemokratie (beide Begriffe werden im Folgenden synonym verwendet) sehr gespalten und zum Teil sehr verfeindet war. Zum anderen, weil sowohl Felden, als auch Kautsky Mitglieder der SPD waren. Das Thema aus Sicht der beiden Personen zu beleuchten ist deswegen interessant, weil Felden Theologe und Kautsky einer der wichtigsten und einflussreichsten Theoretiker der damaligen SPD war. Ich werde zuerst den geschichtlichen Kontext beleuchten, danach die Personen Felden und Kautsky vorstellen, im Anschluss das Verhältnis zwischen Religion und Sozialismus zu der damaligen Zeit skizzieren, damit der nachfolgende Vergleich zwischen Kautsky und Felden besser zu verstehen ist. Am Ende soll die Problematik des Sachverhalts Kirche und Sozialdemokratie klar sein und entscheidende Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen den Personen sollen bewusst werden.
2 Der geschichtliche Kontext:
Den historischen Rahmen für den Vergleich bildet die Zeit vom Kulturkampf (1871) bis zum 1. Weltkrieg (1914). Zwar lebten Felden und Kautsky darüber hinaus, aber ihre Werke, auf die ich mich bei dem Vergleich stütze, entstanden in dieser Zeit. Danach spielte das Verhältnis zwischen Religion und Sozialismus sowieso eher eine untergeordnete Rolle. Kaiser war zu der Zeit Wilhelm I., der 1988 verstarb. Sein Nachfolger war Friedrich III., der allerdings nur 99Tage im Amt war und auch verstarb. Es regierte dann Wilhelm II. bis 1918. Otto von Bismarck war bis 1890 Reichskanzler und spielte eine große Rolle bei dem Verhältnis zwischen Kirche und Sozialismus. Deswegen bleibt er als einziger Reichskanzler im Folgenden erwähnenswert. Denn ab ca. 1871 beginnt der so genannte Kulturkampf. Damit bezeichnet man die verschiedenen Gesetze Bismarcks gegen die katholische Kirche. Dazu
3
zählen das Jesuitengesetz, das Schulaufsichtsgesetz, die Zivilehe, die Maigesetze, das „Brotkorbgesetz“ und das Klostergesetz. 1
Hintergrund dieser Gesetze war eine immer lauter werdende Forderung, Kirche und Staat zu trennen, da man den Staat lieber in der Rolle sehen wollte, die die katholische Kirche innehatte, wie zum Beispiel bei der Schulaufsicht. Außerdem sah man den Katholizismus als Staatsgefährlich an. 2 1878 endete der Kulturkampf. Nachdem Bismarck wieder Verhandlungen mit dem Papst aufnahm, wurden die Gesetze abgemildert. Zum einen tat Bismarck das, weil er sein politisches Ziel verfehlte, nämlich die Schwächung der Zentrumspartei. Stattdessen bekam sie mehr Zulauf, da sich in der Bevölkerung ein gewisses Solidaritätsgefühl für die Unterdrückten entwickelte. 3 Zum anderen brauchte Bismarck für sein nächstes vorhaben, das so genannte „Sozialistengesetz“, eine Mehrheit im Reichstag und versuchte das Zentrum mit ins Boot zu holen.
Das „Sozialistengesetz“ trat 1878 in Kraft. Grund für den Erlass waren zwei fehlgeschlagene Attentate auf den Kaiser, die Bismarck zum Vorwand nahm gegen die aufstrebende Bewegung der Sozialdemokratie vorzugehen. Die beiden Attentate wurden Anhängern der Sozialdemokratie zugeschrieben, was aber nicht zutreffend war. Bismarck war ein konservativer Politiker, der demokratischen Ideen skeptisch bis ablehnend entgegen stand. Mit dem Gesetz wollte er die Sozialdemokratie zu einer kleinen unbedeutenden Gruppe schrumpfen lassen, da er durch sie den Obrigkeitsstaat gefährdet sah. 4 Im Zuge des „Sozialistengesetzes“ kam es zum Parteiverbot, Gewerkschaftsauflösungen und Ausweisungen von Sozialdemokraten.
Aber auch hier verfehlte Bismarck sein Ziel. Die sozialistische Arbeiterpartei (ab 1890 SPD) wuchs zusammen und konnte ihre Position sogar noch verbessern. Zum einen, weil die Industriegesellschaft und damit die Zahl der Industriearbeiter wuchs und zum anderen, weil die Sozialdemokraten einen großen Erfindungsreichtum beim Aufbau von Geheim- und Tarnorganisationen an den Tag legte. 5 Während des „Sozialistengesetzes“ existierte die sozialdemokratische Bewegung, „als Staat im Staat, als Gesellschaft in Gesellschaft“. 6
1 Das Jesuitengesetz verbot den Jesuiten Niederlassungen in Deutschland; das Schulaufsichtsgesetz ersetzte die
geistliche durch staatliche Schulaufsicht; die Zivilehe besagte, dass vor dem Gesetz nur noch die Eheschließung
durch das Standesamt anerkannt werde; die Maigesetze sahen vor, dass die Ausbildung und Einstellung von
Geistlichen durch den Staat geschieht; das Brotkorbgesetz entzog der Kirche staatliche Zuwendungen und das
Klostergesetz löste die Kloster in Preußen auf (Ausnahme waren die, die sich mit Krankenpflege beschäftigten).
2 Vgl. Horváth, Árpád, Sozialismus und Religion : die Religion und ihre Funktionen im Spiegel sozialistischer
Ideologien, Bd. 1: 1835 - 1900, Bern 1987, S.274.
3 Vgl. ebd., S.275.
4 Vgl. Ritter, Gerhard A., Die Sozialdemokratie im Deutschen Kaiserreich in sozialgeschichtlicher Perspektive,
München 1989, S.10.
5 Vgl. ebd., S.10.
6 Vgl. ebd., S.14.
4
Nachdem das Sozialistengesetz im Januar 1890 ausgelaufen war, wurde die SPD nach den Wahlen stärkste Partei und ihr größter Gegner Bismarck wurde im März entlassen. Seit 1888 war Wilhelm II. neuer Kaiser. Nach Auseinandersetzungen zwischen dem Kaiser und Bismarck, der dessen Außenpolitik nicht billigte, entließ Wilhelm II. Bismarck. Wilhelm II. machte zwar den Sozialdemokraten gegenüber Zugeständnisse, trotzdem war er kein Freund von ihnen. Er versuchte dadurch die Sympathien für die Sozialdemokratie zu schwächen. Außerdem nahmen die innergesellschaftlichen Unterschiede weiter zu. Es bestand weiterhin ein hoher Ausbeutungsgrad der Arbeiter und es vereinigte sich immer mehr Macht in den Händen von wenigen Unternehmern. In den Jahren 1900/02 verschärften sich die Klassengegensätze durch die erste zyklische Krise noch mehr. 7 Wodurch auch immer mehr Arbeiter sich der SPD zuwendeten. Daher blieb die SPD weiterhin eine ernstzunehmende Größe im Kaiserreich.
3 Darstellung der Personen Kautsky und Felden im historischen Kontext:
3.1 Emil Felden:
Emil Felden wurde 1874 geboren und starb 1959. Er studierte Theologie und beschäftigte sich nebenbei noch mit Soziologie, Philosophie und Volkswirtschaftslehre. Nach dem Studium war er als Vikar und Hauslehrer tätig und wurde später im streng katholischen Elsaß Pfarrer. Er selber war jedoch evangelischer Theologe. Nachdem er Pfarrer in Bremen wurde, zeigte er großes soziales Engagement und Einsatz für die Arbeiterbewegung. Er setzte sich gegen den bürgerlichen Widerstand dafür ein, Arbeiter in den Konvent des Kirchenvorstandes aufzunehmen und trat für die Rechte der Frauen ein. Um die Unabhängigkeit der Kirche zu wahren, forderte er die Trennung von Staat und Kirche. 1919 trat er der SPD bei und war von 1923 - 1924 Reichstagsabgeordneter. Als Theologe in der SPD stieß er bei Parteifunktionären auf Misstrauen, bei der Arbeiterschaft jedoch auf Zustimmung. Er war freigeistiger Monist und lehnte Dogmen und Bekenntnisse ab. Er war geprägt von dem Fortschrittsoptimismus seiner Zeit. 8 Emil Felden „betrachtet[e] die Staatskirche als Werkzeug des Staates zur
7 Vgl. Albrecht, Babara/ Albrecht, Günther/ Hartwig, Wolfgang, Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik, in:
Erlebte Geschichte, Teil 1, Hrsg. Albrecht, Günther, Berlin 1967, S.12.
8 Vgl. Kalthoff, Horst im Biographischen - Bibliographischen Kirchenlexikon,
http://www.bbkl.de/f/felden_e.shtml am 04.11.2008.
5
Arbeit zitieren:
Markus Ruschke, 2009, Vergleich zwischen Emil Felden und Karl Kautsky, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche: neuer Titel erschienen: Vergleich zwischen Emil Felden und Karl Kautsky
Markus Ruschke hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare