Inhaltsverzeichnis
1. Begriffsklärung Muskeleigenreflex. 3
2. Muskelspindel als Dehnungssensor 3
3. Mechanismen des Eigenreflexes 4
3.1 Direkte Erregung der -Motoneurone 4
3.2 Erregung über die -Schleife 4
4. --Koppelung 5
5. Hemm-Mechanismen 5
5.1 Rekurrente Hemmung 5
5.2 Autogene Hemmung 5
6. Bedeutung des Dehnungsreflexes 6
7. Verschiedene Muskeleigenreflexe 6
8. Literaturverzeichnis 7
1. Begriffsklärung Muskeleigenreflex
Um den Begriff des Muskeleigenreflexes zu klären, stellt sich zunächst die Frage, was man unter einem Reflex allgemein versteht. De Mareés beantwortet diese Frage folgendermaßen: „Der Reflex [Hervorhebung im Original] ist durch die Aufeinanderfolge von Reizaufnahme (Sensor), Erregungsleitung und Reizbeantwortung (Effektor) charakterisiert. Er stellt die rasch erfolgende motorische Antwort [Hervorhebung im Original] auf einen sensorischen Reiz [Hervorhebung im Original] dar“ (2003, S. 69). Es gibt allerdings auch Reflexe, die hemmend wirken, und deshalb muss diese klassische Definition erweitert werden. Man kann allgemein sagen, dass ein Reflex eine durch sensorische Afferenzen veranlasste Aktivitätsänderung ist (vgl. De Mareés, 2003, S. 69). Dabei kann man zwischen Eigen- und Fremdreflexen unterscheiden. Unter einem Muskeleigenreflex „versteht man einen monosynaptischen Dehnungsreflex, bei dem Receptor [sic] (Sensor), (Muskelspindel) und Effector [sic] (extarafusale [sic] Muskelfasern) im gleichen Organ (nicht Gewebe!) liegen“ (Hirner, o.J.), während beim polysynaptischen Fremdreflex Sensor und Effektor nicht im gleichen Organ liegen.
2. Muskelspindel als Dehnungssensor
Beim Muskeleigenreflex wird der Reiz vor allem durch die Muskelspindel als Sensor wahrgenommen. Muskelnspindeln sind Sinnesorgane in den Muskeln, die den Dehnungszustand der Skelettmuskulatur erfassen und parallel zu den quergestreiften Fasern im Muskel liegen. Die Spindeldichte ist abhängig von der Größe und der Funktion des jeweiligen Muskels. Z.B. hat der Mensch 130 Muskelnspindeln pro Gramm Muskelgewebe in der kleinen Handmuskulatur, während die rumpfnahe Muskulatur (z.B. M. triceps brachii) weniger als eine Muskelspindel pro Gramm Muskelgewebe aufweist.
Die Muskelspindel ist aus dünnen, kurzen, quergestreiften Muskelfasern zusammengesetzt (vgl. de Mareés, 2003, S. 69) und liegt in einer Bindegewebskapsel (vgl. Hirner, o.J.). Sie besteht aus zwei Endstücken, die nicht kontrahierbar sind, und einem Mittelstück, das als dehnungsempfindlicher Sensor auch Dilatosensor genannt wird. Dieser wird bei Dehnung des Muskels gedehnt und bei Kontraktion entspannt. Außerdem ist das Mittelstück von afferenten sensiblen Nervenfasern, den sogenannten Ia-Fasern, umsponnen und durch diese mit den Hinterhörnern des Rückenmarks verbunden (vgl. De Mareés, 2003, S. 69).
Weiterhin gibt es noch sogenannte Proportional-Differential-Fühler (PD-Fühler), die die Größe der Dehnung, d.h. die Längenzunahme des Muskels, und die Dehnungsgeschwindigkeit, die
Längenänderungen pro Zeiteinheit, messen. Daneben gibt es noch sogenannte sekundäre Spindelendigungen mit langsam ableitenden Typ-II-Fasern (vgl. De Mareés, 2003, S. 70), „die hauptsächlich Längenänderungen registrieren, also Proportionalempfindlichkeit besitzen“ (De Mareés, 2003, S. 70).
3. Mechanismen des Eigenreflexes
Eine Muskelkontraktion beim Eigenreflex ist auf zwei Wege möglich. Zum einen durch die direkte
Erregung der -Motoneurone des Rückenmarks über supraspinale Zentren und zum anderen über die primäre Aktivierung der -Schleife (vgl. De Mareés, 2003, S. 71). Beide Mechanismen sollen im Folgenden dargestellt werden.
3.1 Direkte Erregung der -Motoneurone
Die Erregung der -Motoneurone soll am Beispiel des Patellarsehnenreflexes erklärt werden: „Durch einen Schlag auf die Kniesehne unterhalb der Kniescheibe werden der M. quadriceps femoris und die in ihm liegenden Muskelspindeln gedehnt“ (De Mareés, 2003, S. 70). Wenn die Muskelspindeln gedehnt werden, werden auch die Mittelstücke gedehnt, wodurch in den Ia-Fasern ein Aktionspotenzial erzeugt wird. Dieses Aktionspotenzial wird dann über diese Fasern ins Hinterhorn des Rückenmarks weitergeleitet, wo das Signal dann über eine Synapse ins Vorderhorn
auf -Motoneurone übertragen wird. Diese -Motoneurone lösen dann eine Kontraktion des Muskels aus und der M. quadriceps femoris verkürzt sich. Vom Schlag bis zur Kontraktion bedarf es einer Latenzzeit von ca. 40 ms (vgl. De Mareés, 2003, S. 70). Gleichzeitig wird die antagonistische Muskulatur gehemmt (im Beispiel die ischiokrurale Muskulatur), wodurch die reflektorische Kontraktion des M. quadriceps femoris erhöht wird (vgl. De Mareés, 2003, S. 71). „Man spricht von reziproker Antagonistenhemmung [Hervorhebung im Original], die über Zwischenneurone im Rückenmark vermittelt wird“ (De Mareés, 2003, S. 71).
3.2Erregung über die -Schleife
Der Muskel kann noch über einen anderen Weg kontrahiert werden, nämlich über die sogenannte - Schleife:
Intrafusale Muskelfasern werden am kontraktilen Ende von motorischen Vorderhornzellen mit
dünnen Nervenfasern, den -Motoneuronen, versorgt. Diese stehen meist über Zwischenneurone mit supraspinalen motorischen Zentren in Verbindung, durch deren Aktivierung sie erregt werden.
Durch diese Aktivierung der -Motoneurone werden die Spindelendstücke kontrahiert, wodurch das
Arbeit zitieren:
Nadine Gröschl, 2010, Muskeleigenreflexe, München, GRIN Verlag GmbH
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