Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung. 3
1.1. Problemstellung 3
1.2. Die Zielsetzung meiner Seminararbeit 3
1.3. Die methodische Vorgehensweise 3
1.4. Die Relevanz des Themas 3
1.5. Hauptprobleme der Lehrer. 4
2. Schwierigkeiten für die Lehrer bei Ursachen durch den Schüler. 5
2.1. Motivation 5
2.1.1. Ursachen der Demotivation bei Schülern 6
2.1.2. Schwierigkeiten bei demotivierten Schülern 7
2.2. Disziplin 7
2.2.1. Schwierigkeiten durch Disziplinprobleme. 9
2.3. Migrationsschüler 9
2.3.1. Probleme mit Migrationsschülern. 10
2.4. Leistung und motorische Leistungsfähigkeit 10
2.4.1. Schwierigkeiten durch Leistungsunterschiede. 11
2.5. Die Koedukation. 12
2.5.1. Schwierigkeiten beim Koedukativen Unterricht. 13
3. Die empirische Untersuchung 15
3.1. Die Zielsetzung der empirischen Untersuchung. 15
3.2. Der Aufbau des Fragebogens. 15
3.3. Die Auswertungsmethode des Fragebogens. 16
3.4. Ergebnisse und Interpretation der Antworten 16
3.4.1. Demographische Daten. 16
3.4.2. Anspruchsvolle Aufgaben der Lehrer. 17
3.4.3. Belastungen der Lehrer. 18
3.4.4. Beeinträchtigende Probleme als Sportlehrer. 20
3.4.4.1. Motivation und Interesse der Schüler 20
3.4.4.2. Disziplinprobleme der Schüler 21
3.4.4.3. Integration von Schülern. 23
3.4.4.4. Schwierigkeiten durch Leistungsunterschiede. 25
3.5. Korrelationen 26
3.6. Faktorenanalyse 27
4. Lösungsansätze um die Probleme zu verringern. 29
4.1. Lösungsvorschläge auf der Schulebene. 29
4.2. Lösungsvorschläge auf der Beziehungsebene 30
4.3. Lösungsvorschläge auf der Unterrichtsebene 30
5. Zusammenfassung. 32
6. Quellenverzeichnis 33
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1. Einleitung
Sportlehrer haben es schwer! Der eine Schüler mag nicht, der andere ist faul und eine Gruppe schreit sinnlos durch die Turnhalle. Der Sportunterricht ist komplexer und herausfordernder geworden, wodurch Sportlehrer zunehmend ausgebrannt sind und hohe Krankenstandszahlen aufweisen. Des weiteren zählen Sportlehrer zu den am frühesten betroffenen Lehrern, die in Frühpension gehen, was auch volkswirtschaftlich fragwürdig ist.
1.1. Problemstellung
Die Problemstellung dieser Arbeit lässt sich folgendermaßen formulieren: Welche Probleme und Belastungen ergeben sich für die Sport- und Bewegungslehrer an Schulen, ausgehend vom Schüler?
1.2. Die Zielsetzung meiner Seminararbeit
Diese Arbeit versucht, den Kenntnisstand der aktuellen Literatur in Verbindung mit unseren Untersuchungsergebnissen zu setzen. Ein weiterer Teil beinhaltet Lösungsvorschläge, die zu einer Verbesserung der Probleme und belastenden Situation an Tiroler Schulen führen sollen.
1.3. Die methodische Vorgehensweise
In dieser Arbeit wird gezielt auf die Probleme und Belastungen, die den Lehrer betreffen, eingegangen. Ausgangspunkt dieser Schwierigkeiten bilden dabei die Schüler. Durch gezielte Literaturrecherche wird ein Überblick über die Hauptprobleme geschaffen. Mittels Fragebögen wird versucht, tirolweit die Hauptschwierigkeiten und Belastungen von Tiroler Sport- und Bewegungslehrern zu ermitteln. Diese Ergebnisse werden ausgewertet und wiederum mit dem derzeitigen Kenntnisstand der Literatur verglichen und diskutiert. Am Ende dieser Arbeit werde ich einige Lösungsansätze erläutern um die Probleme der Lehrer zu verringern und eine Zusammenfassung formulieren.
1.4. Die Relevanz des Themas
Fabian ist ein 14jähriger Schüler an einem Gymnasium. Auch heute hat er kaum Lust am Sport- und Bewegungsunterricht teilzunehmen. Selbst interessant aufgebaute Geräte wie Ringe oder Kasten bewegen ihn kaum zu einer Aktivität im Sportunterricht. Irgendwann wird dies auch dem Lehrer, Herrn Prof. Mayer, zuviel. Dieser schimpft auf Fabian ein, so dass es zu einem lauten Streitgespräch kommt und Fabian den Unterricht verlässt. Nach der Stunde fragt sich Prof. Mayer, warum er das nur verdient habe und dass ihm das alles eigentlich zuviel sei mit dem ganzen Lärm und den undisziplinierten, faulen Schülern hier.
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Die beschriebene Situation ist sicherlich an jeder Schule schon einmal vorgekommen. Diese fiktive Situation zeigt einige Problemfelder im Bereich des Sport- und Bewegungsunterrichts auf: Auf der einen Seite der demotivierte Schüler und auf der anderen Seite der vom Lärm und seinen undisziplinierten Schüler beeinträchtigte Lehrer. Diese Problemfelder sind jedoch nur ein kleiner Teil, die auf einen Lehrer zutreffen können. Im folgenden Kapitel soll ein grober Überblick über die Hauptprobleme dargestellt werden.
1.5. Hauptprobleme der Lehrer
In mehreren Sitzungen zum genannten Seminar einigten sich die Seminarteilnehmer auf fünf Hauptprobleme, die ihrer Meinung nach derzeit an Tiroler Schulen aktuell und relevant sind. Diese sind in Abb. 1. zusammengefasst und haben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Hauptprobleme können vom Schüler (unter anderem Disziplin und Motivation) oder vom Lehrer (Motivation, Fitness) ausgehen. Als weiteres Problem wurde der Bereich der Wertschätzung (Image, Leistungshonorierung) genannt. Weitere Probleme und Schwierigkeiten können bei der Organisation (Gefahren, Sicherheit) und bei den Inhalten (Zielsetzung) auftreten.
Ich entschied mich für die Gruppe Schüler, die sich genauer mit den Schwierigkeiten und Problemen, die sich für Lehrer ergeben können, befasste. Den Ausgangspunkt und Auslöser der Belastungen bilden in diesem Bereich die Schüler.
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2. Schwierigkeiten für die Lehrer bei Ursachen durch den Schüler
Überblicks halber sei auf die Abb. 2 verwiesen. Unsere Gruppe gliederte den Bereich des Schülers erneut in fünf Unterpunkte auf: Motivation, Disziplin, Schüler mit Migrationshintergrund, Leistung und Koedukation bildeten unsere fünf
Hauptschwierigkeiten, auf die in Kapitel zwei näher eingegangen wird.
2.1. Motivation
Unter dem Begriff der Motivation versteht man einen Beweggrund, der das Handeln eines Menschen bestimmt. Im Begriff Motivation ist das Wort „Motiv“ enthalten. Es wird vom lateinischen movere „bewegen“ abgeleitet. Ein Motiv bezeichnet einen Beweggrund, Antrieb, Auslöser oder eine Ursache (nach Lechleitner, 1996). Bei einer Studie (nach Baillod, S. 162 ff., 1997) mittels Interview an 100 Sportlehrern wurde nach frustrierenden Episoden der Sportlehrer gefragt. Die Antworten wurden in Kategorien zusammengefasst und es stellte sich heraus, dass 40% der Lehrer die fehlende Motivation der Schüler als zweithäufigstes Problem und frustrierend empfinden. Erstgenannt waren Beziehungsprobleme zwischen Schülern und Lehrern. Zu etwas anderen Ergebnissen kommt die Sprintstudie (vgl. dt. Sportbund, 2006), bei der Motivationsprobleme lediglich an vierter Stelle der beeinträchtigenden Faktoren, ausgehend vom Schüler, genannt werden (vgl. Abb. 4). Keinen signifikanten Unterschied konnte Gerlach (1998) hinsichtlich der psychischen Belastung von
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weiblichen Turnlehrern im Vergleich zu männlichen Turnlehrern bei demotivierten Schülern feststellen. Gerlach befragte 226 Lehrer von verschiedenen Schultypen hinsichtlich des Burnout-Syndroms. Generell empfinden laut Gerlach weibliche Sportlehrerinnen bestimmte Situationen belastender als ihre männlichen Kollegen und seine Befunde deuten auf ein erhöhtes Risikopotential von weiblichen Sportlehrkräften hin, am Burn-out-Syndrom (Ausbrennen) zu erkranken. Seine Befunde sind jedoch nicht signifikant. Ebenso spielte der Schultyp der Befragten keine Rolle, wie belastend bestimmte Situationen im Sportunterricht empfunden wurden.
2.1.1. Ursachen der Demotivation bei Schülern
Ich bin der Meinung, dass dieses Problem es wert ist, genauer betrachtet zu werden. Deshalb gehe ich in diesem Kapitel genauer auf die Ursachen der Demotivation von Schülern ein. Die Ursachen, dass sich Schüler nicht oder nur mangelhaft am Sport- und Bewegungsunterricht beteiligen, können sehr vielfältig sein. Sie müssen nicht immer primär mit dem Lernstoff zusammenhängen. Es kann sein, dass in der Turnhalle schlechte Luft ist, die Temperatur in der Halle zu hoch ist, private Probleme der Schüler (zerrüttetes Elternhaus) vorliegen oder dass die Schüler untereinander Kontaktschwierigkeiten haben . Eine Abneigung gegenüber der Sportart, an der gerade versucht wird ein Lernziel zu erreichen, ist allerdings der Hauptgrund für demotivierte Schüler (vgl. Lederle 2007, S. 74 ff.). Lederle (2007) untersuchte in einer empirischen Arbeit die Ursachen für Demotivation mittels eines qualitativen Fragebogens an 46 Schülern an Gymnasien aus Österreich. Die Ergebnisse sind in Abbildung vier zusammengefasst.
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Die Antworten wurden in fünf Kategorien eingeteilt.
Der Hauptgrund der Schüler für Motivationsverlust ist mit Abstand die Langeweile. Knapp zwei Drittel der Antworten der Befragten, ließen sich in diese Kategorie einordnen. Mit deutlichem Abstand folgen die Eintönigkeit, der Leistungsdruck, Interesselosigkeit und das Bekommen von schlechten Noten. Kritisch anzumerken an dieser Arbeit von Lederle ist allerdings, dass es sich bei den Probanden ausschließlich um weibliche Schüler handelt. Weiterhin fehlt in Lederles Diplomarbeit die Angabe des Alters der befragten Schülerinnen. Trotzdem zeigt diese Arbeit die Vielfältigkeit der Gründe für einen Motivationsverlust der Schüler auf.
2.1.2. Schwierigkeiten bei demotivierten Schülern
Die Schwierigkeiten, mit denen ein Lehrer bei demotivierten Schülern umgehen muss, sind ebenso vielfältig. Zum einen können demotivierte Schüler sich nach innen kehren und überhaupt nicht mehr am Unterricht teilnehmen. Diese Schüler geben keine Antworten auf Fragen und führen Übungen und Bewegungsanweisung schlampig aus. Götsch, Bittermann und Glöckner (2002) führten eine umfangreiche Projektarbeit im Rahmen der Lehramtsausbildung am ILS zum Thema „Demotivierte Schüler - Wie lassen sie sich motivieren?“ durch. Ingesamt wurden 340 Schüler der Oberstufe an drei Innsbrucker Gymnasien mittels offener Fragebögen befragt. Unter anderem wurde nach den Gründen von und dem Verhalten bei Demotivation gefragt. Exemplarisch seien an dieser Stelle die meistgenannten Antworten zusammengefasst.
Demotivierte Schüler tun oft so, als würden sie sich Mühe geben, innerlich verabscheuen sie allerdings die Unterrichtsstunde. Einige Schüler machen nur mit, um eine gute Note zu bekommen. Viele Schüler versuchen einfach nur wach zu bleiben. Ein Nichterscheinen am Unterricht kommt vor allem bei Sportstunden am späten Nachmittag vor. Bei Mädchen in der Pubertät wird das Eintreten der Menstruation oftmals als Grund vorgeschoben, um nicht am Sport- und Bewegungsunterricht teilnehmen zu müssen. In fast sämtlicher relevanter Literatur werden oft Disziplinprobleme der Schüler angesprochen, die die Lehrer belasten, diese werden im folgenden Kapitel 2.2. angesprochen.
2.2. Disziplin
In einer Längsschnittuntersuchung (nach Miethling, 1986) über einen Zeitraum von 20 Jahren stellte sich unter anderem bei der Befragung von zwölf Sportlehrern an verschiedenen Schultypen heraus, dass Disziplinmangel der Schüler als eine der stäksten Belastungen der Lehrer empfunden wird. Die geringe Stichprobenzahl bei der Längsschnittuntersuchung sehe
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ich sehr kritisch, hervorzuheben ist jedoch die Dauer der Untersuchung über 20 Jahre. Zu ähnlichen Ergebnissen wie Miethling kommt Hubermanns (zit. nach Miethling, 2007 ). Hubermanns und Miethling stellten weiterhin fest, dass vor allem die ersten vier Berufsjahre für Junglehrer von großer Verunsicherung und Belastung gekennzeichnet sind. Die Untersuchungen von Heim und Klimek mittels explorativer Faktorenanalyse an 203 Lehrern im Raum Berlin und Brandenburg (1999) zeigten die gleichen Ergebnisse. Neben anderen Stressoren, die für die Lehrer belastend sind, war vor allem der Disziplinmangel der Schüler ausschlaggebend und erstgereiht bei der Frage, was zu psychische Beeinträchtigungen und deren Gewichtung der Lehrer führt.
Eine neuere Untersuchung an 152 Sportlehrern erneut von Miethling und Brand (2004) aus dem Raum Baden-Württemberg bestätigt die Ergebnisse von Heim und Klimek. Hervorzuheben ist bei dieser Untersuchung, dass männliche Sportlehrkräfte die Disziplinmängel von männlichen Schülern eher als Belastung einstufen wie ihre weiblichen Kollegen. Ein weiterer interessanter Aspekt dieser Studie ist, dass häufiges Erleben von Belastungsbedingungen mit geringen Werten in den Widerstandsressourcen zusammen fällt. Das heißt, die Lehrer, die eine niedrige Reizschwelle besitzen, hinsichtlich ihrer Belastungsverträglichkeit, empfinden Problemsituationen als belastender. Die Sprint-Studie (vgl. dt. Sportbund, 2006) zeigt allerdings, dass die Disziplinprobleme der Schüler als nachrangig erachtet werden (vgl. Abb. 4). Am problematischsten wurden die Lerngröße der Gruppe und die mangelnde motorische Leistungsfähigkeit der Schüler genannt. Erst dann folgten die Disziplin- und Motivationsprobleme. Die zwei letztgenannten Probleme werden als nur mittelmäßig belastend empfunden.
Hotter und Kornexl (2005) befragten in einer empirischen Erhebung mit offenen und geschlossenen Antwortmöglichkeiten 45 Sportlehrer an höheren Schulen in Tirol hinsichtlich besonderer Belastung im Sportunterricht. Lediglich an vierter Stelle nach Lärm (85%), der hohen Schülerzahl pro Klasse (80%), komplexe Aufsichtsfunktion- Verantwortung (76%) wurden undiszipliniertes Verhalten und Motivationsprobleme (50%) der Schüler genannt. Kritisch zu beurteilen ist, dass es sich bei dieser Befragung um Lehrer handelte, die mindestens 20 Jahre im Dienst sind und der Bereich der Junglehrer bei dieser Untersuchung dadurch ausgeblendet wurde.
Geschlechtsspezifische Unterschiede lassen sich laut Gerlach (1998) auch hinsichtlich des Belastungsempfindens bei undisziplinierten Schülern nicht finden. Die in Kapitel 2.1. angesprochene Studie von Gerlach zeigt auch hier ein höheres, aber nicht signifikantes Belastungsempfinden von Turnlehrerinnen. Dieser Befund deckt sich mit der Erhebung von
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Hotter und Kornexl (2005), die ebenfalls keine signifikanten Unterschiede feststellen konnten, hinsichtlich des Belastungsempfindens bei Disziplinproblemen der Schüler.
2.2.1. Schwierigkeiten durch Disziplinprobleme
Unter Disziplinproblemen versteht Berger (S. 57, 1989) das Verhalten eines Kindes in bestimmten Situationen, in denen es von einem zu erwartenden Normverhalten abweicht. Der Begriff Verhaltensstörung oder Disziplinproblem gipfelt laut Berger in aggressiven Auseinandersetzungen.
Die Probleme und Schwierigkeiten, mit denen ein Sportlehrer bei Disziplinmangel der Schüler zu kämpfen hat, sind sehr vielseitig. Äußere, sichtbare Disziplinprobleme zeigen sich in vermehrter Unruhe der Kinder, sie stören oder ärgern ihre Klassenkameraden, zeigen Widerstand gegen die Autoritätsperson, stören den Klassenverband und sind aggressiv. Es gibt jedoch auch innere Disziplinprobleme und Verhaltensauffälligkeiten, welche oft übersehen werden und die einen Rückzug des Schülers mit Inaktivität und Kontaktschwierigkeiten zur Folge haben (vgl. Berger, 1989). Der nächste Problembereich beschäftigt sich mit dem Thema der Migrationsschüler.
2.3. Migrationsschüler
Der wissenschaftliche Befund unserer Gesellschaft weist deutlich eine zunehmende kulturelle Vielfalt auf. Die Vielfalt der Kulturen in unserer Gesellschaft bedingt sich zum größten Teil aus dem Zuzug von kulturfremden Personen (Öffnung der Grenzen der EU, Schengener Abkommen). Migration wird im üblichen Sinne anhand von Zuwanderungszahlen, Bevölkerungsverschiebungen und der ethnischen Zusammensetzung der Gesellschaft behandelt. Eine realistische Weltsicht bedingt die Akzeptanz der Einsicht, dass unsere Kultur unwiderruflich multikulturell ist: Unsere Lebensräume und Interaktionen sind von einer Pluralität der Lebensweisen, Werteordnungen, Religionen und ästhetischen Orientierungen geprägt. Ebenso gilt eine Vorstellung von einer Leitkultur, nach der sich andere zu richten haben, für unvertretbar. Speziell türkische Migranten der zweiten Generation gelten als fremd in beiden Kulturen. Verwestlicht, heimatlos und fremd, gestrandet im kulturellen Niemandland sind sie auf der Suche nach einer Identität und es sind Tendenzen absehbar, die das Wort „Parallelgesellschaft“ entstanden ließen (vgl. Hessenberger 2005, Mauracher 1991). Mit Parallelgesellschaft wird gemeinhin die räumliche, soziale und kulturelle Abgrenzung einer ethnisch homogenen Bevölkerungsgruppe von der Mehrheitsgesellschaft bezeichnet. Diese Situation ist die Folge einer misslungenen Integrationspolitik (vgl. Hessenberger, 2005).
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Arbeit zitieren:
Stephan Glöckner, 2009, Belastende Probleme der SportlehrerInnen an Schulen, München, GRIN Verlag GmbH
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