Inhaltsangabe
A. EINLEITUNG. 3
B. HAUPTTEIL 3
1. DIE LEHRE VOM HEILIGEN GEIST 3
1.1 Trinität. 3
1.2 Wortbedeutung Heiliger Geist 4
1.3 Wesensmerkmale des Heiligen Geistes. 4
1.4 Unterscheidung Geist - Ungeist. 5
1.5 Der Heilige Geist als wesentliches Thema des christlichen Gottesverständnisses 6
2. BIBLISCHE GRUNDLAGEN 7
2.1 Altes Testament. 7
2.2 Neues Testament 9
3. DOGMENGESCHICHTLICHE FESTLEGUNGEN 11
3.1 Konzil von Konstantinopel (381) 11
3.2 Ausgehende Antike, Mittelalter und Reformatoren. 12
3.3 Zweites Vatikanisches Konzil (1962-1965) 13
C. SCHLUSS 13
D. ANHANG. 15
2
A. Einleitung
Der Friedensnobelpreis, aktuell verliehen an eine Person, die einen neuen Geist des Dialogs und des Engagements verkörpert, zwar noch keine Leistungen für den Frieden erbracht hat, sondern eine Welt ohne Atomwaffen, die Versöhnung mit dem Islam, den Frieden in Nahost und den Klimaschutz als Hoffnung und Erwartung erreichen möchte, lässt nach der Kraft fragen, die Ursprung der Ziele ist und vor allem nach dem Woher dieser Kraft, die notwendig ist, solche friedensstiftenden Maßnahmen Realität werden zu lassen. Denn ohne eine „äußere“ Kraft, kann der Mensch nur im Rahmen seiner eigenen Grenzen agieren und dadurch oft sehr eng gesteckte Ziele erreichen. Dies aber wird die Welt nicht wesentlich verbessern. Gott allein schafft es, die Menschen über sich hinaus wachsen zu lassen, er ist Ziel, Sinn und zugleich Ursprung. Gott schenkt sich uns mit seiner Kraft, dem Heiligen Geist. In der Folgenden Arbeit soll zuerst diese „Kraft des Heiligen Geistes“ (Apg 1,8) näher charakterisiert werden, es folgen biblische Grundlagen dazu, welche sowohl Aussagen aus dem Alten wie dem Neuen Testament beinhalten. Schließlich sollen die wichtigsten konziliaren Aussagen über den Heiligen Geist erläutert werden.
B. Hauptteil
1. Die Lehre vom Heiligen Geist
1.1 Trinität
Pneumatologie als die Lehre vom Wesen und Wirken des Heiligen Geistes, als die dritte göttliche Person, erweist sich als wesentliches Thema des christlichen Gottesverständnisses. Dabei bezeichnet Dreifaltigkeit, Dreieinigkeit oder Trinität, abgeleitet vom lat. trinitas („Dreizahl“), in der christlichen Theologie die Einheit der drei Personen des göttlichen Wesens: Gott Vater, Gott Sohn als Jesus Christus und Gott Heiliger Geist. 1 Der Heilige Geist (lat. spiritus sanctus), im Johannesevangelium auch Paraklet genannt, ist im Christentum nach dem wichtigsten altkirchlichen Bekenntnis des 4. Jahrhunderts (Nicäno-Konstantinopolitanum) die dritte Person der Trinität. 2 Neben dem Begriff der dritten Person wird auch als zufrieden stellendes Vokabular der Begriffe Hypostase als Teil der Substanz verwendet. 3 Hypostase als griechisch-lateinischer Begriff drückt innerhalb der trinitarischen Gotteslehre Eigenstand und Besonderheit der drei göttlichen Personen
1 Vgl.: http://wapedia.mobi/de/Dreifaltigkeit
2 Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifaltigkeit
3 Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 321
3
aus; im einzigen göttlichen Wesen sind drei Hypostasen, d.h. drei Personen. 4 Vater, Sohn und Heiliger Geist bedeuten also nicht drei Götter. Das christliche Gottesverständnis ist streng monotheistisch, bedeutet: die Basis ist an einen Gott zu glauben, der alles umfasst und dessen Liebe uns lebendig macht, erfahrbar für den Menschen durch die Wirkungen des Heiligen Geistes. Der Ursprung der Trinität liegt in Mt 28,19, wo der Auferstandene seinen Jüngern den Auftrag erteilt: „Tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“
1.2 Wortbedeutung Heiliger Geist
Der Heilige Geist taucht in allen antiken Sprachen auf und hat eine ähnliche Bedeutung. Im hebräischen steht das Wort ruach - Wind, Hauch, Atem, Geist - als Vitalitätsprinzip der belebten Kreatur. Ohne ruach wäre der Mensch demnach nicht beseelt. Im Griechischen als pneuma bezeichnet wird der Odem, der Lebensatem von Mensch und Tier, der vom Schöpfer kommt und Leben schenkt. Auch dieses Wort beinhaltet das Geschenk Gottes an den Menschen, die Seele, mit der der Mensch Gott erahnen kann. 5 Spiritus als lateinischer Begriff macht den Menschen als Geistwesen, mit Spiritualität beschenkt, erkennbar. 6 Als Synonyme für Geist stehen auch lebendiges Wasser (Joh 4,10), Feuerszungen (Apg 2,3) oder Taube (Mk 1,10). 7 Synonyme zum Geist Gottes werden von Menschen seit jeher gebraucht, um den Erfahrungen, die sie durch die Kraft aus der Höhe gemacht haben, ein Gesicht zu geben. Der Heilige Geist gilt als die besondere Beziehung von Gott und Mensch, die „geheimnisvolle Brücke, die Schöpfer und Geschöpf verbindet“ 8 . Er ist „das Band der Liebe zwischen Gott Vater und Sohn, Ausdruck der Wesenseinheit“ 9 zwischen Vater und Sohn, da der Heilige Geist die Frucht ihrer Liebe ist und die Liebe Gottes zu den Menschen.
1.3 Wesensmerkmale des Heiligen Geistes
Der Geist bringt etwas in Bewegung, man erkennt ihn an seinen Wirkungen. 10 Menschen in ihren Gewohnheiten, Ansichten und Verhaltensmustern können sich Kraft des Heiligen Geistes im emotionalen Bereich einer für sie und ihrer Umwelt positiven Wandlung öffnen. Und gerade diese Bereitschaft zur Öffnung, das Erwarten, die Bereitschaft zu Empfangen, ohne genau zu wissen
4 Vgl.: http://www.fernkurs-wuerzburg.de/woerterbuch-theologie/h.html?page=1
5 Vgl.: GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 18
6 Vgl.: Ebd., 19
7 Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 325f
8 GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 19.
9 Yves, Congar, Der Heilige Geist Freiburg (Herder) 1982, 430
10 Vgl.: Ebd., 418
4
wann und wie lange eine Wandlung stattfindet, macht sensibel für die Wirkungen des Heiligen Geistes, wobei die Öffnung für den Geist bereits eine Wirkung des Heiligen Geistes darstellt. „Jesus vergleicht den Geist mit dem Wind, von dem man nicht weiß, woher er kommt und wohin er geht (Joh 3,8)“ 11 Der Heilige Geist wird vom Kirchenvater Aurelius Augustinus (354-430) als die „Gabe schlechthin“ bezeichnet. Der Geist ist demnach tatsächlich geschenkt, sprich gegeben und deshalb auch das Eigentum des Beschenkten durch den Geist. Für Thomas von Aquin (1225-1274) ist der Begriff Gabe, nämlich gegeben zu werden, logische Konsequenz, zumal betont dieser, dass die Gabe in Beziehung von Gebendem und Empfangendem steht. 12 Der Geist schenkt die Charismen, die Gnadengaben. Menschen, die öffentlich Zeugnis ihres Glaubens ablegen, auch vor den ihnen entgegenschlagenden Anfeindungen nicht zurückschrecken, Menschen, die ihre Liebe den Kranken und Bedürftigen gegenüber zum Ausdruck bringen (vgl. Kor 12,1-11), handeln sozusagen charismatisch, in der Liebe und somit im Geiste Gottes. Von den sieben Gaben des heiligen Geistes spricht man in Anlehnung an eine Verheißung des Propheten Jesaja (Jes 11,1-2). Weisheit und Verstand, Rat und Stärke, Wissenschaft und Frömmigkeit und die Gabe der Gottesfurcht als „innere Stärkung und persönliche Vervollkommnung.“ 13 Thomas von Aquin verband die sieben Geistesgaben mit den sieben Verheißungen der Bergpredigt und die von Jesus angesprochene erlangte Herzensreinheit. Mit dieser Herzensreinheit und dem dadurch erworbenem „gesunden Intellekt“ besteht erst die Möglichkeit das Transzendente zu erkennen. 14
1.4 Unterscheidung Geist - Ungeist
Paulus spricht von der Unterscheidung der Geister als Geistesgabe den Heiligen Geist und Ungeist zu identifizieren (1 Kor 12,10), also die Fähigkeit der Unterscheidung als bereits gewirktes Tun des Heiligen Geistes. Moralisch betrachtet ist Gottes Geist nach christlicher Überzeugung dann am Werk, wenn die Liebe im Vordergrund steht. Auch die Psychologie kennt den Heiligen Geist. Hier ist ein ausgeglichener Mensch, ein ruhiger und gelassener Mensch gemeint. Paulus schreibt hierzu: „Die Frucht des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung“ (Gal 5,22). Die Dogmatik sieht des Heiligen Geistes Willen, ein „Bekenntnis zu Jesus in der Gemeinschaft der Kirche“ als maßgebend. „Daran nämlich erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder, der bekennt, Jesus Christus sei im Fleisch gekommen, ist aus Gott“ (Joh 4,1f). In der Spiritualität wird wahrer Geist erkennbar, indem das etwaige Extremverhalten der
11 Vgl.: Congar, Yves, Der heilige Geist, Freiburg (Herder)1982, 422
12 GK LB 12 „Das Wirken des Heiligen Geistes in Kirche und Welt“, Hg. v. Theologie im Fernkurs, Würzburg 2007, 27
13 Ebd. 28
14 Vgl.: Ebd.
5
Arbeit zitieren:
Matthias Altmannsberger, 2009, Biblische Grundlagen und dogmengeschichtlichen Festlegungen von der Lehre des heiligen Geistes, München, GRIN Verlag GmbH
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