Inhaltsverzeichnis - III
5. PPP Modelle im Kommunalen Bereich 16
5.1. Organisationsformen 16
5.1.1. Dienstleistungsmodell 16
5.1.2. Konzessionsmodell 18
5.1.3. Kooperationsmodell 19
5.1.4. Betreibermodell 20
5.2. Finanzierungsformen 23
5.2.1. Leasing Finanzierung 23
5.2.1.1. Funktionsweise 23
5.2.1.1.1. Sale and lease back Verfahren 25
5.2.1.1.2. Cross Border Leasing 25
5.2.1.2. Steuerrechtliche Aspekte 26
5.2.2. Fondsfinanzierung 26
5.2.3. Miet Mietkauf Modell 29
5.2.4. Factoring (Forfaitierung) 31
5.2.5. Projektfinanzierung 33
5.3. Zusammenfassung und Beurteilung 34
6. Rechtliche Grundlagen und Rahmenbedingungen 37
6.1. Die Straße als öffentliche Sache 37
6.2. Straßenbaulast 38
6.3. Zuständigkeiten 38
6.4. Eigentumsverhältnisse 39
6.5. Gebühren 40
6.5.1. Europarechtliche Regelungen 40
6.5.2. Bundes und landesrechtliche Regelungen 41
6.6. Fazit 42
7. Wertschöpfungskette im Straßenbau 44
Inhaltsverzeichnis - IV
8. Modelle im Straßenbau 47
8.1. Sonderformen der Haushaltsfinanzierung 47
8.1.1. Modelle der privaten Vorfinanzierung 47
8.1.1.1. Bund Modell 47
8.1.1.2. Mogendorfer Modell 49
8.1.1.3. Zusammenfassung und Bewertung 50
8.1.2. Funktionsbauvertrag 52
8.1.2.1. Funktionale Leistungsbeschreibung 52
8.1.2.2. Leistungsinhalte des Funktionsbauvertrages 53
8.1.2.3. Zusammenfassung und Bewertung 58
8.2. Nutzerfinanzierte Modelle 62
8.2.1. F-Modell 62
8.2.1.1. Allgemeine Darstellung des Modells 62
8.2.1.2. Darstellung am Beispiel der Travequerung Lübeck 65
8.2.1.3. Bewertung 70
8.2.2. Ausbaumodell (A-Modell) 72
8.2.2.1. Einführung der Lkw-Maut 72
8.2.2.2. Leistungsinhalte beim A-Modell 73
8.2.2.3. Bewertung 76
9. Diskussion und Beurteilung 78
9.1. Anwendbarkeit der kommunalen Modelle 78
9.1.1. Organisationsmodelle 78
9.1.2. Finanzierungsmodelle 78
9.2. Auslagerung der Kosten aus dem Haushalt 80
9.3. Kostensenkung in der Planung 80
9.4. Auswirkungen auf die Nutzer 81
10. Schlussbemerkung 83
Quellenverzeichnis: 84
Abkürzungsverzeichnis - V
____________________________________________________________________
Abkürzungsverzeichnis
A.................................. Autobahn
ABMG......................... Autobahnmautgesetz
Abs. ............................. Absatz
AD ............................... Autobahndreieck
AG ............................... Auftraggeber
AK ............................... Autobahnkreuz
AN ............................... Auftragnehmer
AO ............................... Abgabeordnung
Art. .............................. Artikel
AS................................ Anschlussstelle
B .................................. Bundesstraße
BB ............................... Brandenburg
BMVBW ..................... Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen
BW .............................. Baden-Württemberg
BY ............................... Bayern
bzgl.............................. bezüglich
ca. ................................ cirka
d.h................................ das heißt
DStGB ......................... Deutscher Städte- und Gemeindebund
DTV............................. Durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke
E. ................................. Einwohner
e.V. .............................. eingetragener Verein
EG ............................... Europäische Gemeinschaft
EP ................................ Einheitspreis
etc. ............................... et cetera
EU ............................... Europäische Union
EWG............................ Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
FStrG ........................... Bundesfernstraßengesetz
FstrPrivFinG................ Gesetz über den Bau und die Finanzierung von
..................................... Bundesfernstraßen durch Private
GG ............................... Grundgesetz
ggf................................ gegebenenfalls
GmbH.......................... Gesellschaft mit beschränkter Haftung
GO ............................... Gemeindeordnung
GTL ............................. Gesamttarifstundenlohn
HE ............................... Hessen
HH ............................... Hamburg
i.S. ............................... im Sinne
Abkürzungsverzeichnis - VI ____________________________________________________________________
inkl............................... inklusive
Kap. ............................. Kapitel Kfz............................... Kraftfahrzeug Km............................... Kilometer Lit. ............................... Litera (Buchstabe) Lkw.............................. Lastkraftwagen lt................................... laut Mio. ............................. Million Mrd.............................. Milliarden NI................................. Niedersachsen Nr................................. Nummer
NRW ........................... Nordrhein-Westfalen
Pkw.............................. Personenkraftwagen
PPP .............................. Public Private Partnership
rd. ................................ rund RP................................ Rheinland-Pfalz RStO............................ Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von ..................................... Verkehrsflächen S................................... Seite s. .................................. siehe SH................................ Schleswig-Holstein StrFinG........................ Straßenfinanzierungsgesetz StrWG NW.................. Straßen- und Wegegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen TIS............................... Tiefbau Ingenieurbau Straßenbau Tsd............................... Tausend u.U............................... unter Umständen
UK ............................... United Kingdom
usw. ............................. und so weiter vgl................................ vergleiche
VOB ............................ Verdingungsordnung für Bauleistungen
z.B. .............................. zum Beispiel ZDB............................. Zentralverband Deutsches Baugewerbe ZK. .............................. Zustandsklasse
ZN ............................... Zustandsnote
zzgl. ............................. zuzüglich
Abbildungsverzeichnis - VII
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1 : Gebrauchswert der Fahrbahnen der Bundesstraßen (freie Strecken) im
Erhebungszeitraum 2000 5
Abbildung 2 : Zustandsbewertung der Brückenbauwerke im Zuge von Bundesfernstraßen
(Hochrechnung) 6
Abbildung 3 : Vergleich der verkehrsgenerierten Einnahmen zu den Ausgaben für den
Verkehr 8
Abbildung 4 : Finanzrahmen 2000 bis 2005 in Mio Euro gemäß Haushalt 2002 8
Abbildung 5 : Entwicklung der Bauinvestitionen 9
Abbildung 6 : Vergleich ausgewählter Preisindizes 10
Abbildung 7 : Privatisierungsformen 13
Abbildung 8 : Betriebsführungs Betriebsüberlassungsmodell 17
Abbildung 9 : Konzessionsmodell 19
Abbildung 10: Kooperationsmodell 20
Abbildung 11: Beziehungsgeflecht zwischen den Beteiligten im Betreibermodell 22
Abbildung 12: Leasing-Finanzierung 24
Abbildung 13: Fonds-Finanzierung 28
Abbildung 14: Mietkauf Modell 31
Abbildung 15: Factoring-Modell 33
Abbildung 16: Kostensenkungspotential im Projektverlauf 44
Abbildung 17: Risikokategorien 45
Abbildung 18: Bund-Modell im Straßenbau 48
Abbildung 19: Mogendorfer Modell 50
Abbildung 20: Organisationsschema im Funktionsbauvertrag 59
Abbildung 21: Projektstruktur 67
Abbildung 22: Erlösprognose 68
Abbildung 23: Ermittlung der Mauthöhe 69
Abbildung 24: Projektstruktur A-Modell und Verwendung der Mauteinnahmen 76
Tabellenverzeichnis - VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Autobahnnetz der Europäischen Union sowie von Norwegen und der Schweiz
(Stand 2000) 4
Tabelle 2: Zustandsmerkmale und Indikatoren 53
Tabelle 3: Varianten der Leistungsinhalte im Funktionsbauvertrag 57
Tabelle 4: Projekte F-Modell Stand: 29 11 2002 64
Tabelle 5: Finanzierungsvolumen Travequerung 70
Tabelle 6: Liste der Pilotabschnitte für A-Modelle 74
Einleitung - 1 ____________________________________________________________________
1. Einleitung
In den letzten Jahren wird angesichts der zunehmend leeren öffentlichen Kassen und der sich seit Jahren in der Krise befindlichen Bauindustrie, bei gleichzeitig erforderlichen Investitionen im Infrastrukturbereich, immer wieder über Möglichkeiten der Privatisierung öffentlicher Aufgaben nachgedacht. Zu diesem Zweck werden im Rahmen dieser Diplomarbeit Modelle der privatwirtschaftlich-öffentlichen Zusammenarbeit als Instrumentarium zur Bereitstellung öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen – insbesondere im Straßensektor – aufgezeigt und diskutiert.
Dazu wird zunächst im folgenden Kapitel auf die allgemeine Situation im Straßenbau, die Lage der öffentlichen Haushalte sowie die Situation der Bauindustrie eingegangen In Kapitel 3 wird aus der gegebenen Situation die eigentliche Problemstellung hergeleitet.
Anschließend wird im 4. Kapitel ein kurzer Überblick über den Begriff der Privatisierung gegeben, bevor Kapitel 5 exemplarisch einige im kommunalen Bereich angewandte Modelle vorstellt, die es ermöglichen, private Unternehmen in die Erfüllung ehemals öffentlicher Aufgaben einzubeziehen.
Nach einer Erörterung der rechtlichen Grundlagen des Straßensektors in Kapitel 6 werden in Kapitel 8 im Rahmen einer Bestandsaufnahme die im Straßenbau angewandten Modelle vorgestellt.
In Kapitel 9 wird dann anhand der schon praktizierten Modelle überprüft, inwieweit sich die Privatisierungsmöglichkeiten der Kommunen auf den Bereich der Straße übertragen lassen und ob sich die gesteckten Ziele dadurch erreichen lassen. In der Schlussbemerkung schließlich wird ein Fazit aus den gewonnenen Erkenntnissen gezogen.
Situationsbeschreibung - 2 ____________________________________________________________________
2. Situationsbeschreibung
2.1. Wirtschaftliche Bedeutung deutscher Fernstraßen
Grundsätzlich hat der Standortfaktor „Verkehrswege“ für eine Wirtschaftsnation wie Deutschland, die vom Import von Rohstoffen, sowie dem Export produzierter Güter lebt, eine zentrale Bedeutung[1].
Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990, das Ende des kalten Krieges, welches eine westliche Orientierung der ehemaligen Ostblockstaaten ermöglichte und die damit verbundene geplante Osterweiterung der EU hat Deutschland geographisch in den Mittelpunkt Europas gerückt. Mit der Einführung des Euro als gemeinsame Währung in den Staaten der Europäischen Union sind deren Märkte nochmals näher zusammengerückt. Somit kommt Deutschland als Transitland in der EU eine tragende Rolle zu.
Auch binnenwirtschaftlich betrachtet spielt ein intaktes, leistungsfähiges Fernstraßennetz eine große Rolle. Staubedingte Wartezeiten bewirken einen erheblichen betriebswirtschaftlichen Schaden im transportierenden Gewerbe durch den entstehenden Zeitverlust und die durch den erhöhten Treibstoffbedarf entstehenden Kosten. Die mit den Wartezeiten verbundenen Ressourcenverluste durch Ausfall von Arbeitskräften verursachen darüber hinaus einen großen volkswirtschaftlichen Schaden. Der Vorsitzende des Fachbereichs Verkehrswegebau beziffert die volkswirtschaftlichen Schäden durch die täglichen Staus auf rd. 51 Mrd. Euro jährlich[2].
Situationsbeschreibung - 3 ____________________________________________________________________
2.2. Situation im deutschen Fernstraßennetz
Die Leistungsfähigkeit eines Straßennetzes lässt sich an mehreren Faktoren messen und für die Zukunft abschätzen. Einerseits ist zu betrachten wie viele Straßen den Einwohnern zur Verfügung stehen, also die Dichte des Straßennetzes, andererseits in welchem Zustand sich die Straßen und ihre Bauwerke (Brücken, Tunnel u.s.w.) befinden, also ihre Qualität und zum Dritten muss eine Aussage über die zukünftige Verkehrsentwicklung getroffen werden.
2.2.1. Dichte des Straßennetzes
Vergleicht man das deutsche Autobahnnetz mit anderen Netzen der Europäischen Union, so sieht man, dass die Dichte des Netzes, bezogen auf die Einwohnerzahl, im europäischen Durchschnitt liegt. Bezogen auf die Fläche liegt Deutschland leicht über dem Durchschnitt, von einer vorbildlichen Leistungsfähigkeit, wie sie einmal vorhanden war[3], kann jedoch nicht mehr gesprochen werden.
Situationsbeschreibung - 4 ____________________________________________________________________
Tabelle 1 : Autobahnnetz der Europäischen Union sowie von Norwegen und der Schweiz (Stand 2000)[4]
2.2.2. Qualität des Straßennetzes
Um die Qualität der Straßen und ihrer Bauwerke beurteilen zu können, werden durch die Straßenbauverwaltungen der Länder die Straßen alle 4 Jahre auf ihre Gebrauchstauglichkeit hin untersucht. Dabei werden sie anhand sogenannter Zustandsklassen (ZK) bewertet.[5]
Die Straßen sind dabei in 3 Zustandsklassen unterteilt (ZK 1-3,5 / ZK 3,5-4,5 / ZK > 4,5), wobei ab einer ZK 3,5-4,5 ein Nachbesserungsbedarf besteht, was lt. Erhebungszeitraum 2000 für rd. 31 % der Bundesstraßen zutrifft (Abbildung 1).
Situationsbeschreibung - 5 ____________________________________________________________________
Abbildung 1 : Gebrauchswert der Fahrbahnen der Bundesstraßen (freie Strecken) im
Erhebungszeitraum 2000[6]
Bei Ingenieurbauwerken (Brücken, Tunnel, Verkehrszeichenbrücken, Lärmschutzwände und Stützbauwerke sowie sonstige Ingenieurbauwerke) wird ein ähnliches Bewertungsverfahren Angewendet. Diese Prüfungen werden alle 3 Jahre als „einfache Prüfung“, sowie alle 6 Jahre als „Hauptprüfung“ durchgeführt. Dabei werden die Bauwerke in 6 Zustandsnoten (ZN) eingeteilt, die den Bauwerkszustand beschreiben sollen, wobei schon bei einem „befriedigenden Bauwerkszustand“ (ZN 2,0-2,4) zumindest mittelfristig eine Instandsetzung erforderlich ist. Die Erhebungen über diese Bauwerke sind noch nicht vollständig abgeschlossen, jedoch liegen dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen erste Ergebnisse zu Brückenbauwerken vor, die anteilsmäßig die größte Bauwerksart darstellen.
Abbildung 2 zeigt eine Hochrechnung, aus der hervorgeht, dass für rd. 65% der Brücken Investitionen zur Instandsetzung erforderlich sind.
[6] BMVBW: Straßenbaubericht 2001 S.9
Situationsbeschreibung - 6 ____________________________________________________________________
Abbildung 2 : Zustandsbewertung der Brückenbauwerke im Zuge von Bundesfernstraßen (Hochrechnung)[7]
2.2.3. Verkehrsprognosen für die Zukunft
Zum heutigen Zeitpunkt werden ca. 70% aller Verkehrsleistungen auf den Straßen erbracht[8]. Prognosen des BMVBW zufolge wird der Personenverkehr bis zum Jahr 2015 um rd. 20% zunehmen, der Güterverkehr sogar um rd. 64%, jeweils bezogen auf das Basisjahr 1997. Seitens der Politik wird versucht die Verkehrsströme teilweise auf die Schiene zu verlagern, nichtsdestotrotz wird die Straße aber auch in Zukunft der Hauptverkehrsträger bleiben[9]. Diese Prognosen machen deutlich, dass in Zukunft erhebliche Investitionen nötig sein werden, um ein leistungsfähiges Straßennetz bereitzustellen, auszubauen und zu erhalten.
Situationsbeschreibung - 7 ____________________________________________________________________
2.3. Haushaltspolitische Situation
Aus den bisherigen Betrachtungen wurde ersichtlich, dass Status und Entwicklung unseres Landes erhebliche, über das derzeitige Maß hinausgehende Investitionen in die Straßenverkehrsinfrastruktur erfordern. Dabei ist zu überlegen, wie die Mittel zur Finanzierung dieser Investitionen aufgebracht werden können. Die verkehrsspezifischen Einnahmequellen, d.h. Einnahmen, die sich aus dem Verkehr direkt oder indirekt generieren, sind die Mineralölsteuer, Kraftfahrzeugsteuer und die Einnahmen durch die 1995 eingeführte LKW-Vignette. Da jedoch diese Einnahmen in Deutschland nicht zweckgebunden eingesetzt werden, fließen sie in die Kassen der öffentlichen Haushalte ein.
Insgesamt gesehen sind die Kassen der öffentlichen Hand jedoch leer. Schon heute ist der Bund hoch verschuldet, und hinsichtlich der Neuverschuldung sind dem Haushalt durch die Maastrichter Kriterien enge Grenzen gesetzt. Darüber hinaus werden die öffentlichen Kassen in Zukunft auch durch andere Bereiche enormen Belastungen ausgesetzt sein, was auch am Beispiel der demographischen Entwicklung und der daraus resultierenden Belastung der Rentenkassen deutlich wird[10].
So kommt es, dass nur ein Bruchteil der durch den Verkehr generierten Einnahmen auch wirklich diesem zugute kommt. In Abbildung 3 sind die Einnahmen, die sich aus der Kfz-Steuer und der Mineralölsteuer ergeben den Ausgaben, die für den Bundesfernstraßenbau getätigt wurden, beispielhaft gegenübergestellt. Hieraus kann man erkennen, dass die in Art.1 StrFinG festgeschriebene Verwendung von 50% des Mineralölsteueraufkommens für den Straßenbau faktisch nicht gegeben ist.
Situationsbeschreibung - 8 ____________________________________________________________________
Abbildung 3 : Vergleich der verkehrsgenerierten Einnahmen zu den Ausgaben für den Verkehr[11]
Trotz der offensichtlichen Notwendigkeit von mehr Investitionen stagnieren seit Jahren, aus den eben genannten Gründen der Finanzknappheit, die Mittel, die für den Ausbau und den Erhalt von Straßen zur Verfügung gestellt werden. Sie sind sogar, wie in Abbildung 4 gezeigt, leicht rückläufig.
Abbildung 4 : Finanzrahmen 2000 bis 2005 in Mio. Euro gemäß Haushalt 2002[12]
Situationsbeschreibung - 9 ____________________________________________________________________
2.4. Situation der Bauwirtschaft
Die insgesamt schlechte Wirtschaftslage der letzten Jahre in Verbindung mit der angespannten Haushaltssituation wirkt sich ebenfalls negativ auf die Bauwirtschaft aus. Abbildung 5 zeigt, dass die getätigten Bauinvestitionen seit 1995 rückläufig sind. Dieser Negativtrend wird sich voraussichtlich auch in den folgenden Jahren fortsetzen. So wird bis Jahresende 2002 mit einem Minus von 4% gegenüber dem Vorjahr gerechnet und für 2003 wird ein Bauinvestitionsvolumen von ca. 215 Mrd. Euro erwartet[13].
Abbildung 5 : Entwicklung der Bauinvestitionen[14]
Um dieses verbleibende Auftragsvolumen vollzieht sich ein umso intensiverer Wettbewerb. Da sich der Wettbewerb vor allem über den Preis regelt, liegt das Preisniveau, beispielsweise im Rohbau, heute unter dem von 1995. Im Gegensatz dazu sind aber sowohl die Kosten für Löhne und Gehälter, als auch die Kosten für Material und Baumaschinen im selben Vergleichszeitraum gestiegen, was auch der Vergleich der Preisindizes in Abbildung 6 zeigt. Die immer weiter
Situationsbeschreibung - 10 ____________________________________________________________________ auseinanderklaffende Schere zwischen Kosten und erzielbaren Preisen führt dazu, dass Bauleistungen, durch die früher noch Gewinne erwirtschaftet werden konnten, heute immer öfter nicht einmal mehr kostendeckend angeboten werden können.
Abbildung 6 : Vergleich ausgewählter Preisindizes[15]
Einen Beleg dieser Interpretation der Zusammenhänge liefert ein Blick in die Insolvenzstatistik. 9.026 Firmen gingen 2001 im Baugewerbe insolvent, gegenüber dem Vorjahr ist das eine Steigerung von 8,5%[16].
Die Reaktion der Betriebe auf die konjunkturelle Misslage ist ein zunehmender Personalabbau im gesamten Baugewerbe. Wurden im Bauhauptgewerbe 1995 jahresdurchschnittlich noch 1,41 Mio. Beschäftigte gezählt, so waren es 2001 nur noch 954.000[17], das ist ein Rückgang von 32%. Für das Jahr 2002 wird nochmals ein Rückgang der Beschäftigtenzahlen um 10% auf 855.000 erwartet[18].
Problemstellung und Zielsetzung - 11 ____________________________________________________________________
3. Problemstellung und Zielsetzung
Die in Kapitel 2 getroffenen Aussagen zeigen auf, dass in Deutschland ein erheblicher Bedarf besteht, in die Erhaltung bestehender Verkehrswege zu investieren. Darüber hinaus muss in Anbetracht zukünftiger Verkehrsentwicklungen auch der Neu- und Ausbau von Straßen vorangetrieben werden. Angesichts der leeren öffentlichen Kassen sind diese Aufgaben aber in konventioneller Art und Weise nicht realisierbar.
Auch die konjunkturelle Lage der Bauindustrie ist mehr als schlecht. Trotz des offensichtlichen Investitionsbedarfs sind die Auftragsbücher der Unternehmen leer. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ist in naher Zukunft nicht in Sicht. In Anbetracht dieser Probleme wird klar, dass es in Zukunft unumgänglich sein wird, bei der Realisierung von Straßenbauprojekten neue Wege einzuschlagen. Im kommunalen Bereich werden immer wieder private Unternehmen in Planung, Finanzierung, Ausführung, Betrieb und Erhaltung von Infrastrukturprojekten einbezogen.
Das Ziel der Kommunen an dem Einsatz privater Unternehmen besteht darin, Investitionen zu beschleunigen, Projektkosten zu mindern und, wenn möglich, aus den öffentlichen Haushalten auszulagern. Dabei bedient man sich folgender Eigenschaften der Privatwirtschaft:
Einbeziehung privatwirtschaftlichen Know-hows
- Förderninnovativer Lösungen durch Wettbewerb
- Verminderungvon Reibungsverlusten an den Schnittstellen einzelner
- Projektphasen Risikoverlagerungen in die Private Wirtschaft
-
Problemstellung und Zielsetzung - 12 ____________________________________________________________________ Das Interesse der Bauwirtschaft liegt darin, durch die Übernahme von Komplettleistungen neue Märkte zu erschließen und über das klassische Baugeschäft hinaus Aufgaben zu übernehmen, um sich dadurch Aufträge und langfristige Beschäftigung zu sichern.
Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden die im kommunalen Bereich angewandten Modelle in ihrer Funktionsweise vorgestellt und es wird überprüft, inwieweit sich die im Folgenden beschriebenen Modelle auf den Straßensektor übertragen lassen, welche Voraussetzungen für die Durchführbarkeit erfüllt sein müssen und ob die Ziele der Kommunen auch im Straßenbau zu erreichen sind.
Quote paper:
Jens Hauke, 2003, Betreibermodelle als Instrumentarium zur Planung und Finanzierung sowie zum Bau und zur Unterhaltung öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen, Munich, GRIN Publishing GmbH
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DOI
Konzeption eines Public Private Partnership Modells für den Bereich de...
Business economics - Miscellaneous
Diploma Thesis, 96 Pages
Grundlagen der Projektfinanzierung
Business economics - Investment and Finance
Scholary Paper (Seminar), 29 Pages
Zur Problematik der Wirtschaftlichkeitsuntersuchung von organisatorisc...
Organisation and Administration
Scholary Paper (Seminar), 18 Pages
Engineering - Civil Engineering: Betreibermodelle als Instrumentarium zur Planung und Finanzierung sowie zum Bau und zur Unterhaltung öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen is now available as a printed book
Jens Hauke has published the text Betreibermodelle als Instrumentarium zur Planung und Finanzierung sowie zum Bau und zur Unterhaltung öffentlicher Infrastrukturmaßnahmen
Jens Hauke has uploaded a new text
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Bau der Gesellschaft / Construction of the Society
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