1 Einleitung
Das Referat zum Thema: ‚Diagnostik mathematischer Basiskompetenzen im Grundschulalter’ wurde in drei Teile gegliedert. Zu Beginn wird die aktuelle Situation betrachtet, in der es um die Frage geht: Warum und wie werden Basiskompetenzen überhaupt getestet? Daran schließt die Erläuterung des Aufbaus und der Durchführung des Heidelberger Rechentests, als exemplarisches Verfahren an, bevor dann im dritten Teil die Befunde im internationalen Vergleich dargestellt werden. Der erste, einleitende Teil soll auf den folgenden Seiten noch einmal genauer betrachtet werden.
Die Grundlage dieser Ausarbeitung, sowie auch des Referats bildet dabei das Jahrbuch der pädagogisch- psycholgischen Diagnostik, mit dem Titel ‚Diagnostik von Mathematikleistungen’. Die wesentlichen Elemente des Referats stammen aus dem gleichnamigen Text und sollen einen Einblick in ein Testerfahren, den Heidelberger Rechentest (HRT), geben. Um dieses Thema greifbar zu machen haben wir versucht die Aktualität und Wichtigkeit der Diskussion über Diagnoseverfahren und Rechentests heraus zu stellen. In diesem Zusammenhang werde ich weitere Testverfahren vorstellen und die neuropsychologische Grundlage der Entwicklung von Rechenfähigkeiten genauer betrachten. Es soll herausgearbeitet werden wie das Gehirn bei Mathematikaufgaben arbeitet, damit ein Bewusstsein entwickelt wird, was in einem Verfahren zur Feststellung einer Rechenschwäche getestet wird. An dieser Stelle gehe ich auch kurz auf die Definition von Rechenschwäche ein, was diese Bezeichnung meint und welche mathematischen Bereiche bei Kindern mit einer solchen Schwäche beeinträchtigt sind. Daran anschließend werden erste diagnostische Ziele und der Aufbau des Heidelberger Rechentests in einem kurzen Überblick vorgestellt. Abschließend möchte ich in einem Fazit aus Beiträgen zum Kongress des Bundesverbandes für Legasthenie und Dyskalkulie, der 2005 in Berlin gehalten wurde zitieren und selber Stellung zu dem Thema beziehen.
2 Warum werden Basiskompetenzen getestet?
Schon der Titel des Referats wirft bei manchem Hörer Fragen auf. Was genau sind eigentlich Basiskompetenzen, wie werden sie getestet und vor allem, warum? Der Begriff der Basiskompetenzen wird in diesem Bereich explizit auf die fachlichen Bereiche der Mathematik bezogen und spiegelt die Grundfähigkeiten wieder, die
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einem eine erfolgreiche Teilhabe an der Gesellschaft ermöglichen. 1 Eine Diskussion um diese Kompetenzen ist aufgekommen, da die deutschen Schüler bei internationalen Vergleichsstudien wie PISA oder IGLU unterdurchschnittliche Mathematikleistungen erbracht haben. Aus dieser öffentlich geführten Debatte über Diagnostik entstand ein großes Interesse an der Entwicklung und Förderung mathematischer Kompetenzen. Genauer gesagt, die Nachfrage nach konkreten Testverfahren, die eine Diagnose von Rechenschwächen ermöglichen ist enorm gestiegen. Auf diese Entwicklung der letzten Jahre wurde reagiert, indem „die diagnostischen Möglichkeiten in der Grundschule [durch], die im Rahmen der Reihe ‚Deutsche Mathematiktests’ produzierten Testverfahren eindeutig verbessert w[u]rden.“ 2 Das im einleitenden Satz vorgestellte Buch, welches dieser Ausarbeitung als Grundlage dienen soll, enthält so etwas wie eine Bestandsaufnahme der Tests, die heute in der Diagnostik ihre Verwendung finden. Darum sollen an dieser Stelle die wohl bekanntesten Testverfahren in einer kurzen Übersicht exemplarisch vorgestellt werden.
2.1 Verschiedene Testverfahren
Das erste Verfahren ist der DEMAT 1+, ein deutscher Mathematiktest für erste Klassen, der im Jahr 2002 von Krajewski, Küspert und Schneider entwickelt wurde. Eingesetzt wird er zur Überprüfung der mathematischen Kompetenzen in Bezug auf die Lehrpläne aller deutschen Bundesländer. Außerdem ist eine frühzeitige Diagnose von Rechenschwächen oder aber besonderen Mathematikleistungen auf diese Weise möglich. Aufgebaut ist der DEMAT als Gruppentest, was sich in besonderem Maße dazu eignet, die Rechenleistungen einer ganzen Schulklasse zu erfassen und Leistungsschwache Kinder im Klassenverband zu identifizieren. Der Test ist folgendermaßen ist in neun Subtets konzipiert. Mengen-Zahlen, Zahlenraum, Addition und Subtraktion, Zahlzerlegung-Zahlenergänzung, Teil-Ganzes-Schema, Kettenaufgaben, Ungleichungen und Sachaufgaben werden thematisiert. Diese neun Inhaltsschwerpunkte die in werden an Hand von Schablonen, durch eine Punktevergabe pro Subtest ausgewertet. Dadurch besteht die Möglichkeit ein Leistungsprofil zu bilden, was Aufschluss über‚ schwache Bereiche’ geben soll.
1 (Vgl. http://www.uni-bielefeld.de/Universitaet/Einrichtungen/Zentrale%20Institute /IWT/FWG/PISA/Basiskompete
2 Hasselhorn, Marx, Schneider (Hrsg.), (2005): Diagnostik von Mathematikleistungen, Hogrefe, Göttingen, Vorwort
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Ein weiteres anerkanntes Testverfahren zu Dyskalkulie ist der ZAREKI von Weinhold, Horn und von Aster. Eingesetzt wird er bei Grundschulkindern, um Einblicke in wesentliche Aspekte der Zahlverarbeitung und des Rechnens zu bekommen. Dieser Test ist auf eine Einzeldiagnose ausgelegt und bietet anschauliches Material kombiniert mit einer kurzen Bearbeitungsdauer, was rechenschwachen Kindern die Angst vor den Aufgaben nehmen soll. Auch in diesem Test werden die Inhaltsbereiche in Subtests abgefragt, diesmal allerdings in elf verschiedenen: Abzählen, Zählen rückwärts mündlich, Zahlen schrieben, Kopfrechnen, Zahlenlesen, Anordnen von Zahlen auf einem Zahlenstrahl, Zahlvergleich, Perzeptive Mengenbeurteilung, Kognitive Mengenbeurteilung, Textaufgaben und Zahlenvergleich. Jeder dieser Subtests prüft einen eigenen Fertigkeitsbereich, der jeweils so aufgebaut ist, dass die Aufgaben einem gestaffelten Schwierigkeitsgrad entsprechen.
Der letzte Test, der an dieser Stelle vorgestellt werden soll, ist der Osnabrücker Test zur Zahlbegriffsentwicklung kurz OTZ. Das Verfahren wurde 2001 von van Luit, van de Rijt und Hasemann entwickelt. Eingesetzt wird es bei Kindern im Alter von 4,6 bis 7,6 Jahren mit dem Ziel die Niveaus bei der Zahlbegriffsentwicklung einschätzen zu können. Anders als die beiden bereits vorgestellten Tests, wird dieses Verfahren bereits im Kindergarten eingesetzt, um Kinder heraus zu filtern deren Zahlbegriffsentwicklung im Verhältnis zu ihren Altersgenossen verzögert ist. Der OTZ testet in zwei Parallelversionen acht unterschiedliche Komponenten des frühen Zahlbegriffs, wie beispielsweise Vergleichen, eins-zu-eins Zuordnen, Zahlwörter benutzen oder nach Reihenfolge ordnen. 3 Er richtet sich nicht, wie der DEMAT 1+ nach curricularen Lehrplänen, sondern basiert auf der Grundlage aktueller Untersuchungen zur Zahlbegriffsentwicklung.
2.2 Theoretische Grundlagen des HRT
Nachdem nun drei führende Testverfahren vorgestellt wurden, sollen die theoretischen Grundlagen auf denen ein solcher Test basiert genauer vorgestellt werden. Das Verfahren, welches als exemplarisches dargestellt wird, ist der Heidelberger Rechentest, der von Haffner, Baro, Parzer und Resch im Jahr 2005 entwickelt wurde. Er zielt darauf ab mathematische Basiskompetenzen in der Grundschule zu testen. Inhaltlich richtet sich auch der HRT nicht nach Lehrplänen,
3 http://www.legasthenietherapie-info.de/rechentest.html, 05.02.2008
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Arbeit zitieren:
Inga Schmale, 2008, Diagnostik mathematischer Basiskompetenzen im Grundschulalter, München, GRIN Verlag GmbH
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