Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
2 RISIKOEINFLÜSSE 4
2.1 VULNERABILITÄT DES KINDES 4
2.2 RISIKOFAKTOREN 4
2.3 TRAUMATISCHE ERLEBNISSE. 5
3 DAS RESILIENZKONZEPT. 5
3.1 RESILIENZ - WAS IST DAS ÜBERHAUPT? CHARAKTERISTIKA DES KONZEPTS. 5
3.2 SCHUTZFAKTOREN. 7
3.2.1 Lebensbegünstigende Eigenschaften des Kindes. 7
3.2.2 Protektive Faktoren in der Familie 8
3.2.3 Positive Erfahrungen im außerfamiliären sozialen Umfeld 9
3.3 RESILIENZFÖRDERUNG IN DER PRAXIS. 9
4 MONTESSORI - PÄDAGOGIK. 11
4.1 DAS KIND ALS AKTIVER GESTALTER - DER INNERE BAUPLAN. 12
4.2 „HILF MIR, ES SELBST ZU TUN“- FÖRDERUNG DER SELBSTÄNDIGKEIT 13
5 FAZIT. 14
6 LITERATURVERZEICHNIS 15
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1 Einleitung
In der heutigen Gesellschaft sind Kinder der großen Anforderung ausgesetzt, mit vielfältigen Belastungen und schwierigen Lebensbedingungen bewältigen zu müssen. Sie werden mit Armut, der elterlichen Trennung oder Scheidung, Verlust von nahen Verwandten, Arbeitslosigkeit, Migration, Missbrauch oder Kriegserlebnissen direkt oder indirekt konfrontiert. Es erstaunt, dass trotz dieser schwierigen Umstände zahlreiche Kinder die Belastungen erfolgreich meistern und sich positiv entwickeln.
In den letzten Jahren nahm das Forschungsinteresse daran, was diese Kinder „stark“ macht und wie sie Bewältigungskompetenzen entwickeln können, enorm zu - das Forschungsfeld „Resilienz“ entstand. Damit einher geht die Abkehr von der bloßen Defizitorientierung, was also Kinder krank und schwach macht, hin zur Ressourcenorientierung. Das Hauptaugenmerk liegt nun darauf welche Stärken und Kompetenzen dabei helfen können, Risikosituationen zu bewältigen und wie diese Kompetenzen aufgebaut bzw. gezielt gefördert werden können 1 . Das Resilienzkonzept ist daher auch eng mit der Risiko- und Schutzfaktoren-Forschung verknüpft.
In Anbetracht der Tatsache, dass gegenwärtig viele Kinder extrem belastenden Situationen ausgesetzt sind, erscheint mir die Frage nach Möglichkeiten des Konzepts der „Resilienz“ für eine wissenschaftliche Ausarbeitung besonders interessant. Ausgehend von dem Standpunkt, dass Kinder das Recht auf Wahrnehmung ihrer Interessen und Verbesserung ihrer Lebenssituation 2 haben, sollen in dieser Arbeit zunächst mögliche Risikofaktoren beleuchtet werden, um das Ausmaß gefährdender Lebensbedingungen zu klären. Darauf aufbauend wird das Resilienzkonzept in seinen Grundsätzen vorgestellt, neben den Charakteristika werden schützende Faktoren vorgestellt sowie Schlussfolgerungen für die pädagogische Praxis zur Förderung dieser Faktoren gezogen.
Als eine weitere Möglichkeit, die Widerstandsfähigkeit der Kinder zu stärken und sie resilient gegenüber belastenden Situationen zu machen, wird im dritten Teil (auszugsweise) die Mon-tessori-Pädagogik vorgestellt, die sich dadurch auszeichnet das Kind zu befähigen, selbständig zu denken und zu handeln sowie Schwierigkeiten gegenüber zu treten 3 .
1 Wurstmann, Corinna: Von den Stärken der Kinder ausgehen. Das Konzept der Resilienz und seine Bedeutung
für das pädagogische Handeln, in: Unsere Jugend 56, Heft 10, 2004, S.403 f.
2 Deutsches Komitee für UNICEF (Hrsg.): Kinder haben Rechte! Die UN-Konvention über die Rechte des Kin-
des. Eine Einführung, in: unicef.de
http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/projekte/themen/PDF/D0011.pdf, Zugriff 7.8.2007.
3 IFAP e.V. (Hrsg.): Montessori-Pädagogik, in: montessori.de http://www.montessori.de/, Zugriff 7.8.2007.
3
2 Risikoeinflüsse
2.1 Vulnerabilität des Kindes
Das Phänomen Vulnerabilität ist das negative Gegenstück zur Resilienz (die unter 3.1 erläutert wird). Der Begriff kennzeichnet die Verwundbarkeit, Verletzbarkeit oder Empfindlichkeit einer Person gegenüber äußeren Einflussfaktoren - also eine erhöhte Bereitschaft, psychische Erkrankungen zu entwickeln 4 . Vulnerabilitätsfaktoren sind demnach entwicklungsgefährdende Merkmale, die sich auf die biologische oder psychologische Entwicklung des Kindes beziehen. Die Risikoeinflüsse können dabei von Faktoren, die mit der Geburt in Zusammenhang stehen (Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht, Erkrankung des Säuglings) über genetische Faktoren, chronische Erkrankungen (Asthma, Neurodermitis, schwere Herzfehler) bis hin zu schwierigen Temperamentsmerkmalen reichen 5
2.2 Risikofaktoren
Unter den weiteren Risikofaktoren sind entwicklungsgefährdende Merkmale zu verstehen, die psychosoziale Merkmale der Umwelt des Kindes betreffen. Hinsichtlich der Erziehungsperson können eine frühe Schwangerschaft bzw. sehr junge Elternschaft die frühkindliche Entwicklung genauso beeinträchtigen, wie Alkohol- oder Drogenkonsum der Eltern, psychische Erkrankungen eines oder beider Elternteile, eigene negative Kindheitserfahrungen oder die Abwesenheit eines Elternteils, wenn das Kind allein erziehend betreut wird. Ebenfalls ist die Partnerschaft der Eltern von großer Bedeutung, familiäre Disharmonie, Trennung bzw. Scheidung der Eltern können zu schwierigen Lebensbedingungen für das Kind führen. Problematisch kann es ebenfalls werden, wenn die Eltern häufig wechselnde Partnerschaften schließen. Risikosituationen ergeben sich weiterhin aus Erziehungsdefiziten der Eltern sowie aus einem negativen sozialen Umfeld. Hierunter sind insbesondere Wohngegenden mit hohem Kriminalitätsanteil, eine soziale Isolation der Familie, ein bestehender Migrationshintergrund sowie Armut oder Arbeitslosigkeit der Eltern zu fassen 6 .
4 Wurstmann, Corinna: Resilienz, in: Bundesministerium für Bildung u. Forschung (Hrsg.): Auf den Anfang
kommt es an. Perspektiven für eine Neuorientierung frühkindlicher Bildung (= Bildungsforschung Bd.16), Bonn
u. Berlin 2007, S.122.
5 Wurstmann 2004, S.406, Tabelle 1.
6 Ebd.
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2.3 Traumatische Erlebnisse
Eine besondere Erscheinungsform der Risikoeinflüsse stellen außerdem traumatische Erlebnisse dar. Schwere Verkehrsunfälle, der Tod eines Elternteils, Gewalt oder sexueller Missbrauch können die kindliche Entwicklung nachhaltig beeinträchtigen und stellen die Kinder vor die Aufgabe, diese Erlebnisse verarbeiten und sich davon erholen zu müssen. Es ist insgesamt zu beachten, dass Risikofaktoren meist nicht isoliert auftreten, sondern ein Kind in der Regel mehreren Risikobelastungen gegenübersteht. Ein Beispiel hierfür wäre ein Kind, dessen Eltern ein geringes Bildungsniveau aufweisen und zudem arbeitslos sind, infolgedessen sich eine soziale Isolation ergeben kann.
Andererseits sind Risikofaktoren nicht gleichbedeutend mit Risikofolgen. Es ist jeweils individuell zu prüfen, in welchem Fall das Kind Beeinträchtigungen zeigt 7 .
3 Das Resilienzkonzept
3.1 Resilienz - Was ist das überhaupt? Charakteristika des Konzepts
Selbst eine Anhäufung von Risikobelastungen führt also nicht zwingend dazu, dass das Kind Entwicklungsauffälligkeiten zeigen wird. Daher liegt die Vermutung nahe, dass Schutzfaktoren in den Kinder selber bzw. der Umwelt bestehen, die das Auftreten von Entwicklungsauffälligkeiten minimieren können.
Diese Annahme speist sich insbesondere aus Forschungsergebnissen der sogenannten Kauai-Längsschnittstudie von Werner und Smith, die auf der Hawaii-Insel Kauai Kinder über 40 Jahre begleiteten und untersuchten, die 1955 geboren wurden. Obwohl bei ca. 30% der Kinder ein erhebliches Risikopotenzial bestand, entwickelte sich ein Drittel der Kinder zu leistungsfähigen und zuversichtlichen Erwachsenen 8 . Daraus wird gefolgert, dass bestimmte Eigenschaften der Kinder bzw. soziale Einflüsse im Umfeld protektive Kräfte bilden können, das Ergebnis dieser Faktoren nennt man „resiliency“ bzw. im Deutschen „Resilienz“. 9 Resilienz wird demnach als Fähigkeit verstanden, erfolgreich mit Risikosituationen und negativen Folgen von Stress umzugehen. Der Begriff bezeichnet „eine psychische Widerstandsfähigkeit von Kindern gegenüber biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwick-
7 Merten,Roland: Bildung und soziale Ungleichheiten. Oder: „...die sozialen Bedingungen der Bildung und die
Bildungsbedingungen des sozialen Lebens“, in: Spies, Anke / Stecklina, Gerd/ Richter, André (Hrsg.): Die
Ganztagsschule. Herausforderungen an Schule und Jugendhilfe, Bd.1, Bad Heilbrunn 2005, S. 125.
8 Ebd., S.26; Wurstmann, 2007, S.147 ff.
9 Opp, Günther/ Fingerle, Michael/ Freytag, Andreas: Was Kinder stärkt. Erziehung zwischen Risiko und Resi-
lienz, München u.a. 1999, S.15.
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Arbeit zitieren:
Britta Wehen, 2007, Wie man Kinder zu Stärke und Widerstandsfähigkeit befähigen kann , München, GRIN Verlag GmbH
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