Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung
2. Was ist Leben
2.1 Was ist Leben aus Sicht der monotheistischen Religion
2.2 Was ist Sterben
2.2.1 Die fünf Sterbephasen
2.3 Sterben aus biologischer Sicht
3. Sterbehilfe
3.1 Palliative Therapie
3.2 Passive Sterbehilfe
3.3 Aktive Sterbehilfe
4. Der Tod aus Religiöser Sicht
4.1 Judentum
4.2 Christentum
4.3 Islam
5. Übersicht
6. Schlusswort
1
Der Tod ist ein Problem der Lebenden
Sterbehilfe im Blickpunkt der drei monotheistischen Religionen
1. Einleitung:
Gegen Ende des Seminars, „der Tod ist ein Problem der Lebenden“ tauchten mir immer mehr Fragen auf, die sich alle um den Kontext des menschlichen Sterbens drehen. Erst durch das Seminar bin ich Aufmerksam geworden, wie viel Tod eigentlich in unserer Gesellschaft wirklich steckt und auf der ganzen Welt geschieht und wie viel man doch darüber in der Öffentlichkeit hört. Proportional zu dem was Gestorben wird und dem was man darüber hört, ist es eine fast schon lächerlich anmutend schwindende Größe. Nicht auch zuletzt deswegen einer der Bewegründe mich in diesem Semester damit, im Rahmen der FH auseinandersetzen zu dürfen.
Wenn wir vom Tod reden, ist es vielleicht die Angst selbst einmal davon betroffen zu sein, was auch ziemlich sicher scheint und wir das Gerede über den Tod deshalb einfach wegschieben. Der Tod betrifft uns in unseren Lebensjahren einfach nicht, er ist nur für die Alten da oder die Schwerkranken. Doch die die noch nichts über ihren Tod wissen wollen, weil er einfach noch viel zu weit weg zu sein vermag, scheinen ihn wunderbar zu verdrängen. Soweit das es Seminare gibt die sich der Thematik anpassen und darin ein Problem erkunden. Mir ist es ein Anliegen näher auf den Bezug der großen monotheistischen Religionen und das Sterben in der heutigen Zeit einzugehen. Wie sehen die Autoritäten dieser Religionen, die
Möglichkeiten moderner medizinischer Versorgung und wie stehen sie vor allem den Begriffen der Sterbehilfe gegenüber. Nicht zuletzt die Neugier auf die Antwort dieser Fragen motiviert mich, sondern denke ich als angehende Sozialarbeiter, finde ich dieses ein ebenso spannendes wie wichtiges Feld, das es zu erschließen gilt.
Neben einleitenden Erklärungen von Begriffen, wie Leben, Tod, Sterbehilfe und seinen Unterpunkten, der Palliativ Medizin, aktive- und passive Sterbehilfe, nehme ich Bezug auf die Religionen und stelle diese letzten Begrifflichkeiten der Sterbehilfe, das Judentum, das Christentum, und den Islam gegenüber.
2. Was ist Leben?
Leben stellt wohl den erfolgreichsten Prozess der Erde dar. Zwar kann es dennoch in seinem Terminus nicht wirklich erfasst werden, aber immerhin lässt es sich in Merkmale für wenige Augenblicke einfangen. Wenn es sich um eine naturwissenschaftliche Erörterung der gestellten Frage handelt, was ist Leben, so holt es zu einem weiten Schlag aus und müsste in etwa so anfangen: „Vor ungefähr 13,7 Milliarden Jahren entstand unser Universum und einen Bruchteil von einer Sekunde später, bildeten sich erste Moleküle, aus den Leben hervorgegangen sein muss. Aus Kohlenstoff, flüssigem Wasser und Energie könnten sich vor gut vier Milliarden Jahren erste Polymere, eine Art RNA entwickelt haben.“ Das Leben fand von nun an seinen eigenen Weg, von damals bis heute und entwickelte sich in einer schier mannigfaltigen Artenvielfalt.
Letztlich interpretieren wir in Leben eine Autonomie hinein, die so nie wieder passiert, eine Reihe von Zufällen, die scheinbar aufeinander abgestimmt gewesen waren. Eine Individualität von physikalischen sowohl als auch gleich chemischen Prozessen, deren Leben eine unteilbare Realität darstellt.
Allerdings ist dies ein Ansatz, der sich in der naturwissenschaftlichen Debatte um die Entstehung des Lebens wiederspiegelt. Die sog. Darwinsche Evolutionstheorie, die darauf basierend alles biologische Leben zu erklären sucht. Eine validierende Aussage über die Entstehung des Lebens trifft.
2.1.Was ist Leben aus Sicht der monotheistischen Religionen?
Die Geschichte des Lebens hier, findet aus Sicht des Judentums, des Christentums und des Islams eine andere Entstehung. Diese findet sich in den Schöpfungen allen Lebens durch das Werken Gottes wieder. Anders als eben in der naturwissenschaftlichen Debatte, wird Leben nicht als zufällige Reihenfolge gesehen, sondern als eine von Generation zu Generation interpretierte Schöpfungsgeschichte durch Gott. Gott ist der Quell allen Lebens. Im Christentum ist die Spitze, der Gipfel allen Lebens der Mensch selbst. „Ihn hat Gott zur Unvergänglichkeit geschaffen und ihm zum Abbild seines eigensten Wesen gemacht“ Im Koran, so heißt es, sei der Mensch nicht der Gipfel, das Höchste Wesen auf Erden, sondern neben den Tieren, gesegnet, damit sie fruchtbar sind. Somit sollen sie von Generation zu Generation die Erde mit Leben füllen. Gott hat ihnen einen Teil seiner Macht zukommen
lassen, damit sie selbst, in seinem Namen, schöpferisch ebenso gestalterisch die Erde verwalten dürfen.
Daraus ergibt sich die Antwort nach der Frage des Lebens, für einen gottgläubigen Menschen, gleich den monotheistischen Religionen; das Leben als ein göttlicher Plan zu verstehen und diesem auch zu Grunde liegt.
(vgl. Rey-Stocker, I., Am Anfang und Ende des menschlichen Lebens, S. 35 ff.)
2.2.Was ist Sterben?
Das Sterben selbst ist als eines der Merkmale des Lebens zu bezeichnen. Wir erinnern uns an die oben aufgeführte Erklärung zum Leben, dass diese sich durch Merkmale kennzeichnet. „Der Tod bleibt niemanden erspart“, (Taureck Bernhard H.F., Philosophieren: Sterben lernen? S. 32) folglich wird alles Leben irgendwann einmal mit seinem individuellen Tod konfrontiert werden. So wissen wir in jedem Fall, dass etwas stirbt, wenn seine Zeit gekommen ist. Die Philosophie scheint eine ihrer Definitionen des Todes gefunden zu haben, die sich gleichsam mit der naturwissenschaftlichen zu decken vermag. Bei Taureck heißt es nämlich weiter; „Unter Tod lässt sich das irreversible und vollständige Aufhören der Lebensfunktionen eines Individuums verstehen“ (S.33). Aus der naturwissenschaftlichen, genauer der medizinischen Ecke, verlautet der Tod folgendermaßen: „Der Todeszeitpunkt wird heute mit dem definitiven Ausfall aller zerebralen Funktionen gleichgesetzt. Dieser irreversible Funktionsausfall des Gehirns, der Hirntod, ist auch das wissenschaftliche Kriterium für den Tod des Menschen“ (Pflege Heute, S. 285)
Arbeit zitieren:
Dan Pönicke, 2010, Sterbehilfe aus Sicht der drei monotheistischen Religionen, München, GRIN Verlag GmbH
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