I Inhaltsverzeichnis
I INHALTSVERZEICHNIS 2
II ABBILDUNGSVERZEICHNIS. 3
III TABELLENVERZEICHNIS 4
1 EINLEITUNG 5
2 UNTERNEHMEN 5
2.1 VORSTELLUNG 5
2.2 UNTERNEHMENSSTRUKTUR 6
2.3 VERTRIEBSSTRUKTUR 7
2.4 PRODUKTE 8
2.4.1 Produktgruppen 8
2.4.2 Einordnung der Produkte 9
2.4.3 Produktportfolio Streuwagen. 10
3 MARKT 11
3.1 INDUSTRIE- UND TECHNOLOGIEENTWICKLUNG 11
3.2 GARTENMARKTENTWICKLUNG 13
3.3 KUNDEN 15
3.3.1 Äußere Kriterien. 15
3.3.2 Innere Kriterien 16
3.3.3 Zielgruppen der Gartenbesitzer 17
3.4 WETTBEWERBER. 19
4 PRODUKT 21
4.1 ANFORDERUNGEN 21
4.2 QUALITY FUNCTION DEPLOYMENT (HOUSE OF QUALITY) 23
4.3 BESCHREIBUNG DES PRODUKTS 24
4.3.1 Produktmerkmale. 24
4.3.2 Funktionen 26
4.4 KONSTRUKTION. 28
4.5 STÜCKLISTE. 29
4.6 PRODUKT FEHLERMÖGLICHKEITS- UND EINFLUSS-ANALYSE. 30
5 PRODUKTION. 33
5.1 FERTIGUNGSABLAUF. 33
5.2 PROZESS FEHLERMÖGLICHKEITS- UND EINFLUSS-ANALYSE 39
5.3 PROZESSBEWERTUNG 43
5.3.1 Kennzahlen. 43
5.3.2 Prozessfähigkeit 45
5.3.3 Prozesswirkungsgrad 46
5.4 FERTIGUNGSLAYOUT. 47
5.5 QUALITÄTSSICHERUNG IN PRODUKTREALISIERUNG. 52
6 WIRTSCHAFTLICHKEIT / KOSTENRECHNUNG 54
IV QUELLENVERZEICHNIS. 56
ANHANG I - ANGEBOTENE STREUWAGEN IN DEUTSCHLAND 2007. 58
ANHANG II - ÜBERSICHT DER KOMPONENTEN 59
ANHANG III - PROZESSFÄHIGKEITSUNTERSUCHUNG 60
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II Abbildungsverzeichnis
ABB. 1: WERK IM HEUCHLINGEN
ABB. 2: UNTERNEHMENSSTRUKTUR.
ABB. 3: VERTEILUNG DES UMSATZES AUF DIE VERSCHIEDENE VERTRIEBSKANÄLE.
ABB. 4: EINORDNUNG DES PRODUKTS STREUWAGEN.
ABB. 5: PRODUKTPORTFOLIO STREUWAGEN.
ABB. 6: PROGNOSTIZIERTES MARKTPOTENTIAL UND MARKTVOLUMEN FÜR DAS PRODUKT - STREUWAGEN IN
DEUTSCHLAND IM JAHR 2010.
ABB. 7: EINSTELLUNGS- UND SOZIODEMOGRAFISCHE MERKMALE DER ZIELGRUPPEN „GARTENBESITZER“
ABB. 8: MARKTANTEILE IM BEREICH STREUWAGEN ABSATZ- (LINKS) BZW. UMSATZBEZOGEN (RECHTS) IM JAHR
2005.
ABB. 9: STÄRKE-N UND SCHWÄCHENPROFILE FÜR GARDENA UND WOLF-GARTEN.
ABB. 10: QFD FÜR GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300.
ABB. 11: GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300.
ABB. 12: AUSLASSGEOMETRIE.
ABB. 13: GARDENA STREUWEG - MARKIERUNG.
ABB. 14: FUNKTION - AUSBRINGEN VON STREUGUT.
ABB. 15: TECHNISCHE ZEICHNUNG FÜR GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300.
ABB. 16: PRODUKTBAUM FÜR GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300.
ABB.17: ÜBERSICHT FERTIGUNGSABLAUF.
ABB. 18: ZUSAMMENHANG ZWISCHEN EINGANGS-, PROZESS- UND ZIELGRÖßEN IM SPRITZGIEßVERFAHREN AM
BEISPIEL DES VORRATSKASTENS (TEILENR. 111)
ABB. 19: ÜBERSICHT DER ANLAGENZEITEN.
ABB. 20: DARSTELLUNG DER LEISTUNGSAUFTEILUNG IN DER PRODUKTION DES VORRATSKASTEN UND DES
GESAMTEN STREUWAGENS.
ABB. 21: WERK HEUCHLINGEN.
ABB. 22: HOCHREGALLAGER ULM.
ABB. 23: ANLAGE-N UND HALLENLAYOUT HEUCHLINGEN - KUNSTSTOFFVERARBEITUNG.
ABB. 24: ANLAGE-N UND HALLENLAYOUT (HALLE B) NIEDERSTOTZINGEN - METALLBEARBEITUNG.
ABB. 25: MONTAGEABLAUF UND HALLENLAYOUT ULM.
ABB. 26: ZUSAMMENHANG ZWISCHEN DEM WERKZEUGINNENDRUCK (MAX) UND DEM FORMTEILGEWICHT
(REGRESSIONSANALYSE)
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III Tabellenverzeichnis
TABELLE 1: GARTENMARKTENTWICKLUNG IM MARKTSEGMENT - STREUWAGEN 2006 - 2010. 14
TABELLE 2: MENGENÜBERSICHTSSTÜCKLISTE FÜR GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300. 30
TABELLE 3: PRODUKT FMEA FÜR GARDENA STREUWAGEN CLASSIC 300. 32
TABELLE 4: FERTIGUNGSABLAUF VORRATSKASTEN (TEILENR. 111) 35
TABELLE 5: PROZESS-FMEA (KUNSTSTOFFTEILE) 42
TABELLE 6: ERGEBNISSE DER PROZESSFÄHIGKEITSUNTERSUCHUNG TEIL - VORRATSKASTEN. 46
TABELLE 7: WIRTSCHAFTLICHKEITSRECHNUNG STREUWAGEN CLASSIC 300 (2006-2010) 55
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1 Einleitung
In dieser Hausarbeit wird das von der Gardena erstellte Produkt Streuwagen Classic 300 vorgestellt und untersucht. Zunächst wird hier auf das Unternehmen und die Produkte der Gardena näher eingegangen. Des Weiteren werden die Gartenmarktentwicklungen sowie die Kunden und Wettbewerber im Bereich Streuwagen betrachtet und analysiert. Anschließend wird das Produkt Streuwagen Classic 300 und die Herstellung des Produkts beschrieben. Zuletzt wird die Kostenkalkulation und Wirtschaftlichkeitsrechnung vorgestellt und erläutert.
2 Unternehmen
2.1 Vorstellung
Gardena wurde im Jahr 1961 gegründet und hat sich seitdem von einem kleinen Handelshaus für Gartengeräte in nur wenigen Jahrzehnten zum weltweit anerkannten Hersteller intelligenter Produkte und Systeme für die Gartenpflege entwickelt. Im Jahr 1996 wurde die Gardena Gruppe von der typischen Familiengesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und wenige Jahre später zu einem internationalen Konzern umgebaut. Mit der Gardena Vision, die Gartenarbeit durch intelligente und einfache Produktlösungen zu erleichtern, hat die Marke international Standards gesetzt und sich eine führende Position im Handel und beim Endverbraucher verschafft.
Heute ist Gardena eine der größten europäischen Hersteller von Gartengeräten und Systemteilen. Die Marke Gardena ist eine der stärksten Marken auf dem Gartensektor im internationalen Wettbewerb. So beträgt z.B. der gestützte Bekanntheitsgrad der Marke Gardena bei den Gartenbesitzern in Deutschland mehr als 90%. Auch in anderen europäischen Ländern ist die Gardena außerordentlich bekannt.
Das Geheimnis für den Erfolg ist ein von Beginn an konsequent verfolgter Weg des
Abb. 1: Werk im Heuchlingen . Quelle: www.gardena.de.
1 Abschnitt basiert auf Daten von Gardena Website www.gardena.de.
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2.2 Unternehmensstruktur
Das Unternehmen wurde im März 2007 durch die schwedische Husqvarna Gruppe übernommen und besteht selbst aus einer Vielzahl von Gesellschaften. Die Unternehmensstruktur ist in der Abb. 2 dargestellt. Die führende Gesellschaft ist dabei die Gardena GmbH, die als Management- und Finanzholding fungiert. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt im Standort Ulm, wo die Bereiche Logistik, Service, Forschung & Entwicklung, Qualitätswesen, Einkauf und Verwaltung zentralisiert zusammengefasst sind.
Bei den Tochtergesellschaften der Gardena GmbH wird zwischen Vertriebsgesellschaften und Produktionsgesellschaften unterschieden. Die Vertriebsgesellschaften haben jeweils Ihren Sitz im Ausland. Insgesamt sind 26 ausländische Vertriebsgesellschaften tätig. Dabei werden verschiedene Vertriebsgesellschaften in Regionen zusammengefasst, so dass regional bedingte Gleichartigkeiten erkannt werden und Berücksichtigung finden.
Abb. 2: Unternehmensstruktur. Quelle: Eigene Darstellung anhand www.gardena.de.
Insgesamt ist Gardena in mehr als 100 Länder der Welt vertreten und beschäftigte im Jahr 2006 weltweit 2.785 Mitarbeiter.
Zu der Produktionsgesellschaft Gardena Manufacturing GmbH gehören die Werke im Heuchlingen, Niederstotzingen sowie Ulm (s. auch Abschnitt 4.4).
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2.3 Vertriebsstruktur
Der Verkauf findet hauptsächlich über Heimwerker- und Baumärkte sowie Gartenfachgeschäfte statt. (s. Abb. 3). Mit 16% des Umsatzes stellen die Online-Händler den dritten wichtigsten Verkaufskanal dar. Es ist jedoch zu erwarten, dass die Anzahl der über das Internet verkauften Produkte in der Zukunft weiter ansteigen wird.
Zu den sonstigen Verkaufskanälen gehört beispielsweise der Sonderverkaufszelt, der auf dem Standort Ulm zu finden ist und direkt den Endkunden bedient sowie der Direktverkauf an gewerbliche Kunden, wie etwa Landschaftsgestaltungsbetriebe, Gärtnereien usw.
Abb. 3: Verteilung des Umsatzes auf die verschiedene Vertriebskanäle. Quelle: Eigene Darstellung.
In der Gartenbranche liegt die Hochsaison im Sommer daher kaufen die Gartenhändler die neue Ware im Zeitraum von Januar bis März ein. Dementsprechend wird das Sendungsvolumen ab dem Distributionszentrum jährlich im Rahmen einer Ausschreibung vergeben, was in der Regel in den Monaten September/Oktober stattfindet. Daneben werden aber auch weitere Belieferungen geplant und durchgeführt. Diese hängen aus der aktuellen Nachfrage der Produkte ab.
Des Weiteren hat das Unternehmen verschiedene Maßnahmen ergriffen, um die Anzahl der Transporte möglichst zu reduzieren. Dies ist unter anderem auch in das Umweltschutzprogramm der Gardena verankert. Beispielsweise werden die Händler, soweit möglich, direkt aus dem Werk beliefert. Ist dies nicht realisierbar, so wird die Ware in dem neu gebauten Hochregallager im Ulm zwischengelagert. Das neue Logistikzentrum verfügt über eine Lagerfläche von 6.000 m 2 , 25 Verladerampen sowie eine neue Lagerverwaltungssoftware. Von hier aus werden die Sendungen zusammengefasst und an die verschiedenen Händler bzw. Empfangsstationen ausgeliefert. Dabei wird den Direktbelieferungen wieder Vorzug gegeben.
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Neben den diversen Empfangsstationen in Deutschland werden folgende Standorte ab dem Logistikzentrum Ulm beliefert:
Frankreich (Strasbourg) Dänemark (Taastrup) Spanien (Barcelona) Großbritannien (Nuneaton) Belgien (Genk) Russland (Moskau) Griechenland (Koropi Athens) Italien (Lainate) Ungarn (Budapest) Niederlande (Vianen) Polen (Baniocha) Türkei (Kartal Istanbul) Tschechien (Brno) 2 Schweiz (Winterthur) Portugal (Sintra)
In diesen Empfangsstationen werden die Produkte entsprechend sortiert und an den jeweiligen Händler weitergeliefert.
2.4 Produkte
Im nachfolgenden Abschnitt wird auf die Produktpalette der Gardena sowie auf das Produkt -Streuwagen näher eingegangen.
2.4.1 Produktgruppen
Die Gardena Produktpalette erstreckt sich von Geräten für Garten, Bodenbearbeitung sowie Rasen- und Gehölzpflege bis hin zum Pumpen und Produkten für die Bewässerung sowie den Teich. Insgesamt bietet Gardena mehr als 7.500 verschiedene Produkte an. Diese können in folgenden Produktgruppen eingeteilt werden:
Bewässerungstechnik & Original GARDENA System Rasenpflege:
Gartengeräte, Bodenbearbeitung Baum- und Strauchpflege Pumpen
GARDENA Aquamotion (Produkte für Teich)
Grundsätzlich zeichnen sich Gardena Produkte durch ein hohes Qualitätsniveau, neue, innovative Lösungen sowie ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aus.
2 www.gardena.de
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2.4.2 Einordnung der Produkte
Das betrachtete Produkt - Streuwagen - kann folgendermaßen (s. Abb. 4) im gesamten Weltmarkt eingeordnet werden. Farblich lässt sich erkennen, dass das Produkt weltweit abgesetzt wird. Des Weiteren kann es innerhalb des sekundären Sektors und zwar bei der Industrie eingeordnet werden.
Abb. 4: Einordnung des Produkts Streuwagen. Quelle: Eigene Darstellung.
Weiterhin findet sich der Streuwagen in der Branche für Heimwerk und Gartengeräte wieder und wird fast ausschließlich über verschiedene Vertriebswege an die Endverbraucher verkauft. Andere Produkte der Gardena werden jedoch auch an gewerbliche Kunden, wie etwa Landschaftsgestaltungsbetriebe, Gärtnereien, Baumschulen usw. vertrieben.
Zuletzt zeichnet sich der Gardena Streuwagen Classic 300 durch ein hohes Qualitätsniveau aus und gehört somit zu den Markenprodukten.
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2.4.3 Produktportfolio Streuwagen
Im Produktbereich Streuwagen bietet Gardena derzeit 6 verschiedene Produkte an (s. Abb. 5). Das betrachtete Produkt Classic 300 wurde auf dem Markt gebracht, um zusammen mit den Produkten Comfort 500 und Comfort 800 die Auslaufmodelle Universal 410 und Universal 425 zu ersetzen. Deutlich zu sehen sind die hohen Marktwachstumspotentiale für die neuen Produkte im Vergleich zu den Auslaufmodellen.
Des Weiteren sind die Streuwagen der mittleren Größen am weitesten verbreitet, was aus den Umätzpotentialen (vergleichbar mit den Größen der „bubble“) ersichtlich ist. Diese finden sich in der untersten Preiskategorie wieder und sind geeignet für mittlere Flächen (bis 300m²).
Abb. 5: Produktportfolio Streuwagen. Quelle: Eigene Darstellung anhand www.gardena.de.
Die beiden neuen Comfort Streuwagen sind etwas teurer und eignen sich für größere Flächen (bis ca. 500 m² bzw. 800 m²). Außerdem weisen sie neu Funktionen auf, die die Arbeit erleichtern soll. Im Vergleich zu den Preisen anderer Wettbewerber sind sie jedoch als sehr günstig zu bezeichnen. Dies könnte zum Teil durch die Nutzung gleicher Teile, etwa Stiel, Räder oder Vorratskasten, erreicht werden.
Zuletzt kann der Combi-System Streuwagen für kleinste Flächen eingesetzt werden und ist mit dem universalen Combi-System Stiel anwendbar.
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3 Markt
3.1 Industrie- und Technologieentwicklung
Die heutige Marktentwicklung ist geprägt durch einen enorm starken Wettbewerb, steigende Qualitätsanforderungen, kürzere Innovationszyklen sowie komplexen und hochintegrierten zugleich aber möglichst preisgünstigen und umweltfreundlichen Produkten. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, greifen die Hersteller auf verschiedene Maßnahmen, wie Automatisierung, Produktintegration und Effizienzsteigerung sowie auch Verwendung neuer Verfahren und Materialien zurück. Im Folgenden wird hier näher auf die Entwicklungen in der Kunststoffindustrie eingegangen, da diese für das betrachtete Produkt von besonderer Bedeutung sind.
Kunststoff weist noch heute ein enormes Entwicklungspotential auf. Es gibt kein anderes Material, der einen breiteren Anwendungspotential und höheren Vielfalt in den Arten und Formen hätte. Heutzutage sind mehr als 200 verschiedene Kunststoffarten bekannt und es werden immer neue entwickelt. Oft werden zwei oder mehrere Kunststoffarten gemischt, um so neue Materialien zu erhalten. Außerdem werden immer häufiger Metallkonstruktionen durch Kunststofflösungen ersetzt, insbesondere in der Automobil- Elektro- und Elektronikindustrie sowie auch im Apparate- und Gerätebau. Dementsprechend ist auch die Nachfrage nach Kunststoffen seit 1990 um durchschnittlich 5,5 % pro Jahr gestiegen und es wird erwartet, dass sich dieser Trend mit einer jährlichen Wachstumsrate von ungefähr 5 % bis 2015 fortsetzt 3 .
Im Bereich der Kunststoffverarbeitung hat sich das Verfahren Spritzgießen als eines der erfolgreichsten herausgestellt. Spritzgießen verdrängt zunehmend andere Verfahren, da hier ein automatischer Betrieb leicht möglich ist, was sich positiv auf die Prozesswirtschaftlichkeit auswirkt. Ein Verfahren, was in direkter Konkurrenz mit Spritzgießen steht ist das Thermoformen. Beide Verfahren ermöglichen auch die Herstellung qualitativ hochwertiger Produkte. Die Vorteile des Thermoformens sind die geringeren Formwerkzeugkosten, die Verwendung kombinierter Maschinenanlagen, schneller Verfahrensablauf und damit hohe Ausstoßleistungen. Außerdem kann der Druck beim Thermoformen über die gesamte Formteiloberfläche einwirken, was niedrigere Umformdrücke und leichtere Maschinenbauweise zur Folge hat. Weiterhin erzielt man geringere Wanddicken und somit auch Gewicht als beim Spritzgießen. Die Nachteile des Thermoformens sind begrenzte Formgebung sowie weniger fortgeschrittener Automatisierungsgrad. 4
Ein weiterer Vorteil des Spritzgießens ist die Möglichkeit, verschiedene Sonderverfahren sowie deren Kombinationen einsetzen zu können, um den Marktanforderungen besser gerecht
3 Feldmann, Geschäftsmodelle, Strategie und Wachstumschancen, 2007.
4 Walter, Einführung in die Kunststoffverarbeitung, 2006, S.186.
11
zu werden. Insbesondere von Bedeutung sind diese Verfahren: Thermoplastschaumguss, Spritzprägen, Kaskadenspritzgießen, Hinterspritztechnik, Schmelzkerntechnik sowie Mehrkomponenten-Spritzgießen. Mit dem letztgenannten Verfahren wird die Entwicklung neuer Materialien-Verbunde ermöglicht, beispielsweise werden klassische Gummi-Metall-Kombinationen durch Verbund-spritzgussteile für Hart-Weich-Kombinationen ersetzt. 5
Des Weiteren werden im Spritzgießen aufgrund der steigenden Qualitätsanforderungen immer häufiger Druckaufnehmer und Temperaturfühler verwendet. Insbesondere die Werkzeuginnendrucksensoren werden von Bichler als einzig adäquates Mittel erachtet, um eine hohe Prozesskonstanz und somit optimale Qualität über lange Zeiträume sicherzustellen, da nur der Werkzeuginnendruck eine ausreichende Korrelation zur Teilequalität besitzt 6 . Mit dieser Technologie lassen sich folgende Vorteile erzielen: Prozessdarstellung und -überwachung optimale Teilequalität
Verkürzug der Prozessoptimierung und der Werkzeugeinrichtungszeit Reduzierung der Ausschussrate Einsparung der Kosten in der Qualitätssicherung Energiekostenreduzierung Maschinenunabhängigkeit
langfristiges Archivieren aller qualitätsrelevanten Daten. Es muss jedoch noch angemerkt werden, dass auch weitere Parameter, insbesondere die Werkzeugwandtemperatur von Bedeutung sind und deshalb in engen Toleranzen eingehalten werden müssen.
Ein weiterer Trend im Spritzgussverfahren ist der Einsatz voll-elektrisch anstatt hydraulisch angetriebener Maschinen. Die Vorteile liegen vor allem in der Energieeinsparung, was bis zu 50% betragen kann. Weitere Stärken sind hohe Reproduzierbarkeit und Geschwindigkeit sowie Geräuscharmut, einfache Bedien- und Einrichtungsmöglichkeiten und das Entfallen der Kosten für aufwändiges Ölmanagement. 7 In Anbetracht der steigenden Energiepreisen kann es erwartet werden, dass die elektrisch angetriebenen Maschinen in Zukunft zunehmend an Bedeutung gewinnen werden.
Abschließend kann es festgestellt werden, dass die Entwicklungen in der Richtung innovativer, energiesparender sowie auch komplexerer Produktion gehen, um die steigenden Kundenanforderungen zu erfüllen. Dabei muss der Hersteller die verschiedenen Verfahren entsprechend ihrer Eignung für das Produkt auswählen, kombinieren und weiterentwickeln.
5 Walter, Einführung in die Kunststoffverarbeitung, 2006, S.12-134.
6 Bichler, Qualitätssicherung beim Spritzgießen, 2004, S.73-83.
7 Johannaber, Michaeli, Handbuch Spritzgießen, 2004, S.922.
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Linda Vuskane, 2007, Analyse des Unternehmens Gardena, München, GRIN Verlag GmbH
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