Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung S.1
2. Die Stellung der Frau S.2
3. Jesus begegnet Frauen S.4
3.1 Maria und Marta S.6
3.2 Maria Magdalena S.8
4. Zusammenfassung S.10
5. Literaturverzeichnis S 11
1. Einleitung
Das Interesse, über dieses Thema eine Hauptseminararbeit zu schreiben, entstand während des Seminars „Jesus von Nazaret“. Ein kurzer Hinweis auf die besondere Beziehung Jesu zu den Frauen weckte die Neugierde, allgemein den Umgang Jesu mit den Frauen seiner Zeit und auch Beziehungen zu besonderen Frauen genauer zu beleuchten. Während eines Kompaktseminars in Theologie wurden die Frauen Maria und Marta näher betrachtet. Die gewonnenen Einblicke wollte ich vertiefen. Mit dieser Thematik hatte ich mich zuvor noch nicht beschäftigt, da die Frauen hauptsächlich Nebenrollen in der Bibel einnehmen. Lediglich in den Evangelien werden sie an verschiedenen Stellen zu Hauptdarstellern, wie beispielsweise als Auferstehungszeuginnen. Die Gründe für diesen Darstellungswechsel scheinen in der Person Jesus verankert zu sein.
Der inhaltliche Schwerpunkt der Hausarbeit soll demnach auf der Frage nach der Besonderheit des Verhaltens von Jesus gegenüber den Frauen liegen. Hierfür möchte ich zunächst die gesellschaftliche Stellung der Frau zur Zeit Jesu beleuchten. Anschließend soll die Beziehung Jesu zu ausgewählten Frauen aus den Synoptikern untersucht werden. Das Johannesevangelium wird hierbei außer Acht gelassen, da es sich von den Synoptikern weitgehend abgrenzt. Das Evangelium wird oftmals als eigenständig betrachtet, da es sich sowohl inhaltlich als auch in Sprache, Stil und Aufbau von den synoptischen Evangelien Matthäus, Markus und Lukas unterscheidet. 1 Als Beispiele für Frauen mit besonderer Beziehung zu Jesus habe ich mich für Maria Magdalena und die Schwestern Maria und Marta entschieden.
Die Suche nach geeigneter Literatur gestaltete sich schwieriger als erwartet. Zum Thema Frauen und Jesus finden sich viele Schriften der feministischen Theologie und gemeindeerbaulichen Literatur, welche für eine wissenschaftliche Hausarbeit ungeeignet sind. Zu den spezifischeren Themen, wie die der Personen Maria Magdalena sowie Maria und Marta ließ sich einfacher geeignete Literatur finden. Der Verlag Bibelwerk Linz in Kooperation mit dem Verlag Katholisches Bibelwerk Stuttgart haben Hefte 2 zum Thema „Frauen in biblischer Zeit“ herausgebracht, die das Leben der Frauen zur Zeit Jesu anschaulich und prägnant beschreiben. Daher stützen sich die allgemeinen Aussagen über das
1 Vgl. Kirchschläger, Walter: Einführung in das Neue Testament. In: Struppe, Ursula/Kirchschläger, Walter: Einführung in das Alte und Neue Testament. Stuttgart 1998, Verlag Katholisches Bibelwerk GmbH, S.103ff.
2 Erschienene Titel u.a. „Frauenalltag in biblischer Zeit.“, „Frauenleben.“ oder „Die Ahnfrauen Jesu.“
1
Leben der Frauen in der vorliegende Hausarbeit zu einem großen Teil auf diese Hefte des Bibelwerks.
2. Die Stellung der Frau
Sowohl das Alte Testament, als auch die unmittelbare Umgebung Jesu waren gekennzeichnet von einer Abwertung der Frau. Ihr Leben spielte sich in einer patriarchalisch geprägten Umwelt ab. Ihre Rechte wurden von Männern festgelegt, wodurch sie in Rechtsgeschäften lediglich eingeschränkt beteiligt waren. Die biblischen Vorschriften und Verbote, welche Frauen betreffen, galten für die Bereiche Familie und Religion. So hatte sie beispielsweise die Aufgabe auf die Einhaltung der Speisevorschriften zu achten. Zudem war es ihre Verantwortung die Traditionen und Gebote z.B. des Pessachfestes an die nächste Generation, vor allem an die Töchter, weiterzugeben. 3
Die Stellung der Frau innerhalb der Familie hing hauptsächlich von ihrer Fruchtbarkeit ab. Hierbei bedeutete jedoch die Geburt von Söhnen ungleich mehr Wertschätzung, als die Geburt von Töchtern. Das Überleben des Stammes hatte absoluten Vorrang, Söhne waren zugleich Sicherung des Stammes und erbten auch den Familienbesitz. Eine Tochter hingegen, hatte kein Erbrecht, es sei denn, es gab in der Familie keine Söhne. Blieb eine Frau längere Zeit kinderlos, so nahm sich der Mann meist eine zweite Frau. Wenn diese dann ein Kind zur Welt brachte, nahm sie im Gegensatz zur kinderlosen Ehefrau eine höhere Stellung ein. Es war indes Glück für die kinderlose Ehefrau, wenn sie weiterhin geduldet wurde, denn Kinderlosigkeit konnte auch Anlass sein, aus der Ehe entlassen zu werden. Einen anderen Ausweg bot sich darin, dass die Frau dem Mann ihre Magd zur Verfügung stellte und deren Kind dann als gemeinsames Kind des Ehepaares galt. 4 Innerhalb des Haushaltes hatte die Frau das Sagen, dort wurde ihr Achtung und Wertschätzung entgegengebracht. Den Bereich des Hauses verließen Frauen selten. Es geschah nur, wenn es gewisse Umstände wie Wasserholen am Brunnen, Mitarbeit auf dem Feld oder ähnliches es nötig machten.
Im Verhältnis Mann und Frau werden Frauen in einigen Texten als Besitz des Mannes betrachtet. Ein Beispiel hierfür bieten die 10 Gebote. Dort heißt es in 2.Mose 20,17: „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau,
3 Vgl. Penner, Ingrid/ Zwickel, Wolfgang/ Kogler, Franz: Das Leben der Frauen in biblischer Zeit. „Schön bist du, meine Freundin!“ Linz 2007, Katholisches Bibelwerk Linz. S.7;34.
4 Vgl. 1.Mose 16 und 21: Abraham, Sara und die Magd Hagar.
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Arbeit zitieren:
Tanja Steiner, 2009, Die Beziehung Jesu zu Frauen seiner Zeit , München, GRIN Verlag GmbH
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