bestimmter Güter. Somit besteht also ein Zielkonflikt zwischen der Preisniveaustabilität der Güter und einem konstanten Beschäftigungsniveau.
Hierbei kann man davon ausgehen, dass bei steigender Arbeitslosigkeit die Nominallöhne sinken. Bewirkt wird dies vor allem durch Verdrängungseffekte auf dem Arbeitsmarkt. Durch die zahlenmäßig geringer werdenden Arbeitsplätze, sind die Erwerbspersonen bereit zu einem geringeren Erwartungslohn (Nominallohn) zu arbeiten. Das Preisniveau tritt hierbei einigermaßen in den Hintergrund, denn die wenig erbauliche Alternative hieße erwerbslos zu sein, und keinen Reallohn zu erzielen.
Aber auch andere Effekte nehmen Einfluss auf die Nominallöhne. Zu nennen sind hierbei unter anderem Arbeitsmarktregelungen (Kündigungsschutz etc.) oder Sozialleistungen (v. a. Höhe, Dauer und Bedingungen des Bezugs von Arbeitslosengeldes und Sozialhilfe). Diese Einflüsse sollen aber im Folgenden nicht näher beschrieben werden.
Viel wichtiger erscheint der Grundsatz, dass die Arbeitslosigkeit nicht aus sich selbst heraus entsteht. Auch der eigentliche Zusammenhang zwischen Inflation und Arbeitslosigkeit ist noch nicht hinreichend geklärt. Es lohnt sich also in die Problematik tiefer einzutauchen. Wir haben bereits festgestellt, dass bei steigender Arbeitslosigkeit der Nominallohn sinkt und der Nominallohn sich weniger stark am Preisniveau orientiert. Worin besteht aber nun der Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Arbeitslosenquote?
In der Diskussion steht hierbei immer wieder der so genannte politische Konjunkturzyklus, der sich mit der Fiskalpolitik des Staates beschäftigt. Man unterscheidet hierbei zwischen der Fiskalpolitik vor einer Wahl bzw. nach einer Wahl. Synonym könnte man aber auch die Begriffe einer Inflation „befeuernden“ bzw. Inflation „eindämmenden“ Fiskalpolitik verwenden. Damit kommen wir dem ursprünglichen Zusammenhang schon etwas näher.
Vor der Wahl betreibt der Staat‐ genauer gesagt die Regierung‐ hinsichtlich einer gewollten Wiederwahl eine expansive Fiskalpolitik. Aufgrund einer gestiegenen Staatsnachfrage und Steuersenkungen, die eine (weitere) Verschuldung des Staates bedeutet, steigt das Produktionsvolumen der Industrie an. Dies bedeutet eine Erhöhung des verfügbaren Einkommens der Erwerbstätigen, und somit einen Anstieg der privaten Nachfrage nach Konsum‐ und Investitionsgütern. Dies wiederum impliziert eine erhöhte Nachfrage nach Geld. Die Geldmenge steigt zwangsläufig an. Die Inflationsrate steigt. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage nach Konsum‐ und Investitionsgütern ergeben sich wiederum positive Beschäftigungs‐ und Einkommenseffekte. Beschäftigung und (reales bzw. nominales) Einkommen steigen. Die Arbeitslosenquote sinkt. Durch den kurzfristigen Nachfrageüberhang steigt kommt es zu Preiserhöhungen. Das Preisniveau steigt also ebenfalls. Hier kommen wir wieder zu dem Zusammenhang von steigenden Nominallöhnen und steigendem Preisniveau. Das gestiegene Preisniveau bedingt steigende Nominallöhne. Diese Politik bereitet einer steigenden Inflationsrate das Feld.
Nach der Wahl betreibt die Regierung nun eine restriktive Fiskalpolitik, um die Verschuldung des Staates einzudämmen und zu verringern. Dies bedeutet im Speziellen eine Senkung der Staatsausgaben sowie eine Erhöhung der Steuerlast. Die Nachfrage sinkt. Beschäftigung und Löhne entwickeln sich deshalb negativ, d.h. die Arbeitslosenquote steigt an. Durch die steigende 2
Arbeit zitieren:
Christian Rau, 2010, Makroökonomische Fragestellungen, München, GRIN Verlag GmbH
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