Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Verstädterung in Kanada
Abb. 2: Armut Stadt/ Land 1970-1995.
Abb. 3: Armut nach Geschlecht und Alter
Abb. 4: Visible Minority Bevölkerung und ihr Status
Abb. 5: Armut von Ureinwohner in Städten
Abb. 5: Armutsgefährdete Menschen mit Behinderung.
Abb. 6: Haushaltstyp und Armut
Abb. 7: Beschäftige Industrie-/ Dienstleistungssektor
Abb. 8: Beschäftige Industrie-/ Dienstleistungssektor
Abb. 9: Bildung und Armut.
Abb. 10: Gini Koeffizient ausgewählter Länder
Abb. 11: Sozialausgaben 2002- 2003 Canada.
Abb. 12: Bevölkerungsentwicklung GVRD und Vancouver
Abb. 13: Stadtteile Vancouver
Abb. 14: Zonen DTES.
Abb. 15: Bvölkerungsveränderung DTES 1991- 2001
Abb. 16: Bevölkerungsverteilung DTES.
Abb. 15: Bvölkerungsveränderung DTES 1991- 2001
Abb. 16: Altersstruktur DTES 1991- 2001.
Abb. 17: Haushaltsstruktur DTES
Abb. 18: Haushaltsstruktur DTES in Zonen.
Abb. 19: Immigranten DTES
Abb. 20: Einkommen DTES.
Abb. 21: Wohnungsmarkt
Abb. 22: Emergency Shelters
Abb. 23: Obdachlosigkeit Vancouver
2
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis 2
1 Einleitung 4
2 Armut und die Aufgabe des Sozialstaats. 4
3. Armut in Kanada 6
3.1 Von Armut betroffene Bevölkerungsgruppen in Kanada. 7
3.2 Der kanadische Wirtschafts- und Arbeitsmarkt 10
3.3 Sozialleistungen in Kanada 11
4. Vancouver. 14
4.1 Downtown Eastside 15
4.1.1 Demografisches Profil der DTES. 16
4.1.2 Wohnungsmarkt 20
4.1.3 Öffentliche soziale Einrichtungen und Leistungen 21
4.1.4 Revitalisierung. 21
4.1.5 Sichtbare Probleme in der DTES 21
5. Ausblick. 22
Literaturverzeichnis. 23
3
1 Einleitung
In Zeiten der Globalisierung und dem damit verbundenem allgemeinen Anstieg des Wohlstandes stehen die Länder dennoch vor großen Problemen. Auf die raschen und oft unvorhersehbaren Entwicklungen auf dem Markt und in der Wirtschaft wird und kann nicht immer optimal reagiert werden. Die Folgen sind unter anderem ein großes Ansteigen der Arbeitslosigkeit und der daraus resultierenden Armut. Von einer absoluten Armut, also einer Existenz bedrohenden Armut, kann in Industriestaaten nicht mehr die Rede sein. Die sozialen Sicherungssysteme wissen das gut zu verhindern. Allerdings sind viele Menschen von relativer Armut bedroht. Das macht sich durch ein deutliches Zurückbleiben hinter gewissen Lebensstandards bemerkbar. Die Schere zwischen "Armen" und "Reichen" wird immer größer und scheint ganz auseinanderzubrechen.
In internationalen Studien und Umfragen gelten kanadische Städte als die Städte mit der größten "liveability". Vancouver wurde gerade von ECONOMIST.COM zur Stadt mit der größten Lebensqualität gewählt. Dies bestätigen auch die Zahlen; nach LENZ verbuchen die Bevölkerungszahlen einen stetigen Anstieg. Einen großen Anteil daran haben die Einwanderer. Nach STATISTICS CANADA CENSUS 2006 sind 20% der kanadischen Bevölkerung nicht in Kanada geboren. Hinsichtlich dieser starken Migration stellt sich die Frage, ob überhaupt genug Arbeitsplätze zur Verfügung stehen, damit sich die Menschen versorgen können und vielmehr ist es von Interesse was mit den Menschen passiert, die eben keine Arbeit haben? Wie reagiert Kanada als Sozialstaat auf soziale Disparitäten? Was passiert in den Städten - gibt es auch Ghetto Bildung wie bei seinem Nachbarn USA? Diese Fragen sollen in dieser Seminararbeit untersucht und beantwortet werden. Als Untersuchungsobjekt gilt dabei die Stadt Vancouver.
2 Armut und die Aufgabe des Sozialstaats
"Seit es ihn gibt, ist der Sozialstaat umstritten, und zwar paradoxerweise nicht nur bei denjenigen, die zu seiner Finanzierung beitragen, ohne von Leistungen zu profitieren, sondern auch bei vielen seiner Nutznießer." (Butterwegge,1999)
Das Bestreben eines Staates ist es, dass es seinen Bürgern gut geht. Ohne zufriedene Bürger gibt es auch keinen Staat. Der Sozialstaat bemüht sich um eine soziale Gerechtigkeit innerhalb seiner Landesgrenzen. In jedem Land gibt es sehr benachteiligte Bevölkerungsgruppen wie Alte, Kranke, Behinderte und Erwerbslose. Der Sozialstaat versucht über den "ökonomischen Reproduktionsprozess durch Geld-, Sach-, und/oder personenbezogene
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Dienstleistungen des Bildungs-, Gesundheits-, und Sozialwesen" soziale Disparitäten auszugleichen bzw. zu verringern. (Butterwegge, 1999, S.9)
Man versteht also unter einem Sozialstaat ein Gemeinwesen, das seine Bürger gegen Krankheit, Erwerbslosigkeit und Unterversorgung zu schützen versucht und den Betroffenen eine ausreichende Unterstützung gewährt. Erwerbslosigkeit, Krankheit und Unterver-sorgung kann man auch zusammenfassend als Armut bezeichnen. Der Staat hat die schwierige Aufgabe herauszufinden wen er tatsächlich unterstützen muss bzw. wann ein Mensch als "arm" gilt und Hilfe benötigt.
Man unterscheidet zwischen absoluter Armut und der relativen Armut. Die WELTBANK quantifiziert die "absolute Armut" mit 1,25$ pro Person und pro Tag. Wenn die Menschen weniger Geld zur Verfügung haben, können sie sich eine erforderliche Ernährung bzw. lebenswichtige Bedarfsartikel nicht mehr leisten. Die Messung der absoluten Armut wird oft in Entwicklungsländern verwendet.
Die "relative Armut" hingegen misst die Armut im Vergleich zu seinem sozialen Umfeld eines Menschen. Ein "armer" Mensch in Deutschland ist deutlich "reicher" als ein "armer" Mensch in einem Entwicklungsland. Zu sagen, dass sich ärmere Menschen in Industrieländer nicht beschweren sollten, da es ihnen viel besser ergeht, wie den Armen in Entwicklungsländern ist schlichtweg eine irreführende Aussage.
Die Quantifizierung von der relativen Armut ist von Land zu Land sehr unterschiedlich. Die BUNDESREGIERUNG VON DEUTSCHLAND definiert Armut als "ein gesellschaftliches Phänomen mit vielen Gesichtern" weshalb es sich "einer eindeutigen Messung" entzieht. Dennoch muss es gemessen werden. Deutschland misst das "relative Armutsrisiko", also der "Anteil der Personen in Haushalten, deren bedarfsgewichtetes Nettoäquivalenzeinkommen weniger als 60% des Medians aller Personen beträgt." (Bundesregierung, 2008, S. IX) Nach Datenbasis von EU-SILC 2006 liegt die Armutsrisikoschwelle in Deutschland bei 781€ dies entspricht einer Armutsrisikoquote von 13%. (Bundesregierung, 2008, S.XI) Kanadas inoffizielle Definition basiert auf den Zahlen von STATISTICS CANADA's Low Income Cut- Offs kurz LICOs. "Ein Haushalt, der mehr als 54,7% seiner jährlichen Einkommen für Nahrung, Unterkunft und Kleidung ausgibt" gilt in Kanada als arm.(Community Social Planning Council, 2003, S.1) Nach STATISTICS CANADA CENSUS 2006 beträgt der LICOs im Jahre 2006 10,5%. Im Sechsjahresvergleich ist er fallend. Man erkennt, dass es relativ schwierig ist, Armut zu definieren und damit ist es auch schwierig arme Menschen zu unterstützen und zu helfen. Die Frage, die sich auftut ist, gibt
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es tatsächlich soziale Gerechtigkeit im Hinblick auf immer knapper werdenden Mitteln und Einsparungen seitens der Regierungen.
3. Armut in Kanada
Kanadas Bevölkerung lebt zum Großteil in urbanen
Gebieten. Während um 1920 das Verhältnis zwischen den Menschen, die in Städten lebt und den Menschen auf dem Land ausgeglichen ist, änderte sich dies in den folgenden Jahren extrem zugunsten der Städte. Heute leben 77,9% in den Städten und 22,1% auf dem Land. Abbildung 1 bestätigt die rasante Verstädterung bzw. zeigt die Prognose für das Jahr 2025. Demnach leben im Jahre 2025 mehr als 82% in den Städten. Die Verstädterung ist somit sehr fortgeschritten und ist weiterhin ansteigend.(vgl. Lenz, 2001, S.119).
Zurückzuführen ist dies auf das extreme Städtewachstum während des Industriezeitalters. In dieser Zeit entstehen viele Arbeitsplätze innerhalb von Städten; es kommt zu einer "Land- Stadt- Wanderungswelle". (Heineberg, 2006, S.218) Dieses Phänomen trat nicht nur in Kanada auf, sondern war in allen Industrie-
ländern zu beobachten. Parallel zum starken Anstieg der Stadtbevölkerung wächst auch die Armut innerhalb der Städte. Abbildung 2 veranschaulicht die Situation der wachsenden Armut . Die Grafik zeigt den Anstieg der Armut zwischen den Jahren 1970 und 1995. Auffällig ist, dass die Armut in den Städten (All CMAs) deutlich größer ist als auf dem Land (Non- CMAs). Jedoch verzeichnet Stadt und Land einen starken Anstieg der Armut seit der 90er Jahre.
Arbeit zitieren:
Max Essig, 2009, Soziale Disparitäten in Kanada am Beispiel von Vancouver, München, GRIN Verlag GmbH
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