Inhaltsverzeichnis
1. Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis 2
1.1 Einleitung 2
1.2 Beispiele und Gefahren 2
1.3 Motivationsmodell nach Rheinberg 3
2. Mihaly Csikszentmihaly. 4
3. Die Bedingungen und Kennzeichen für einen Flow-Zustand 4
3.1 Störungsfreiheit der Handlung 5
3.2 Absolute Handlungsklarheit. 5
3.3 Kennzeichen 6
3.4 Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein 6
3.5 Versinken in eine Art von Selbstvergessenheit. 6
3.6 Verschmelzen der Zeitperspektiven Vergangenheit und Zukunft auf die Gegenwart des
Handelns. 6
3.7 Autotelische Erfahrung 7
4. Beispiele und Gefahren des Flow-Zustandes 7
5. Literaturverzeichnis. 10
1
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Institut für Sport und Sportwissenschaft
Proseminar: Motivation und Emotion im Sport Sommersemester 2006
Referenten: Daniel Obländer, Marco Bräuninger, Christoph Rutsch
1. Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis
1.1 Einleitung
Das tätigkeitsorientierte Modell stellt in der Psychologie eines der Modelle dar, die Erklärungen zu den Ursachen des menschlichen Handelns und zum Antrieb und zur Motivation von Tätigkeiten eines Menschen geben. Im Gegensatz zum zweckorientierten Modell basiert das tätigkeitsorientierte Modell auf der Annahme, der Mensch übt eine Tätigkeit nur der Tätigkeit selbst wegen aus, ohne dabei auf mögliche Konsequenzen seiner Handlungen zu achten. In seiner Tätigkeit kann der Mensch soviel Spaß haben, dass er komplett darin aufgeht und sich in ein Flow-Erlebnis hineinbegibt, bei dem er die Außenwelt ausblendet und sich nur noch in vollem Umfang seiner ausübenden Tätigkeit widmet.
1.2 Beispiele und Gefahren
Das tätigkeitsorientierte Modell lässt sich auf Handlungen in allen Bereichen des Lebens anwenden. Ob es die Arbeit ist, in der jemand aufgehen kann oder die Beziehung, den Sport, die Freizeitaktivität, der Mensch kann in allen Sparten des Lebens tätigkeitsorientiert handeln, das heißt er macht die Tätigkeit überwiegend aus Freude an der Tätigkeit selbst. Beispielsweise ist das Skifahren für die meisten Menschen überwiegend eine tätigkeitsorientierte Sportart. Niemand fährt einen Berg hinab, um ihn anschließend wieder hinauf zu fahren (was einer zweckorientierten Handlungsweise folgen würde), sondern viele haben am Hinabfahren eines Berges, bei möglichst hoher Geschwindigkeit, einfach so einen Riesenspaß, dass sie die Konsequenzen gar nicht so interessieren. Doch auch Gesundheitsaspekte können beim Skifahren eine Rolle spielen und so vermischen sich zweckorientierte und tätigkeitsorientierte Handlungen oft. Ein weiteres Beispiel für eine eher tätigkeitsorientierte Handlung ist beispielsweise das Motorradfahren, wo die nüchtern betrachteten Konsequenzen des Fahrens neben dem Spritverbrauch die stets gegebene Unfallgefahr sind, also die Motorradfahrer sich nicht deswegen auf ihre Maschine setzen. Neben der Bewegungsgeschwindigkeit gibt es viele Beispiele tätigkeitsorientierter Anreize, etwa ein Zusammenspiel, das optimal läuft, oder auch Präzisionsgenüsse (ein Freistoß ans Lattenkreuz ist oft schöner als ein durchschnittliches Freistoßtor). Aber auch ein gewisses Angstprickeln wie beim Bungee-Jumping, Krafterlebnisse und spezifische
Naturwahrnehmungen können Anreize dafür sein, dass man etwas aus purer Freude an der Handlung selbst macht und die Folgen der Handlung vernachlässigt.
Hierbei liegen allerdings auch die Gefahren der tätigkeitsorientierten Handlungsweise. Macht einem Menschen das Motorradfahren beispielsweise soviel Spaß, sodaß er komplett darin aufgeht, kann es sein, dass er sich seiner hohen gefahrenen Geschwindigkeit gar nicht mehr bewusst ist und sich so in große Unfallgefahr begibt. Durch übermäßiges Vertiefen in eine Tätigkeit, wird die Außenwelt und damit auch eventuelle Gefahren und Risiken nicht mehr richtig wahrgenommen. Somit ist besonders bei Aktivitäten mit hohen Geschwindigkeiten und erhöhter Unfall- bzw. Verletzungsgefahr stete Wachsamkeit geboten, die bei stark tätigkeitsorientierter Handlungsweise aber fast nicht zu gewährleisten ist. Daher sollte man, auch wenn die Freude an der Aktivität noch so groß ist, immer auch ein Auge für die Umgebung und die objektive Gefahr haben.
2
2 Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis
1.3 Motivationsmodell nach Rheinberg
Rheinberg hat die verschiedenen Motivationsmodelle in einen situationsabhängigen Zusammenhang gebracht. Der handelnde Mensch steht vor seiner Tätigkeit immer vor einer gegebenen Situation. Das Modell beschäftigt sich mit der Frage, was einen Menschen veranlasst zu handeln und was einen Menschen veranlasst, nicht zu handeln. Ein Mensch denkt sich, wie gehe ich mit der Situation um, wie handle ich bzw. wie habe ich vor, zu handeln? (Situation Handlung). Die nächste Stufe des Modells beschreibt die Abhängigkeit des Ergebnisses von der Handlung (Inwiefern führt eine Handlung zu einem Ergebnis; Handlung Ergebnis) und die letzte Stufe sagt etwas über die Konsequenzen dieses Ergebnisses für den Einzelnen bzw. für die Gemeinschaft aus. Sämtliche
menschlichen Handlungen gehen nach diesem Schema vor.
Beispielsweise steht ein Fussballer vor einem Spiel gegen den Tabellenführer (Situation) und ist deswegen besonders motiviert vor dem Spiel (S H). Er handelt während des Spieles, ist aber übermotiviert und lässt sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und bekommt deshalb eine rote Karte (H E). Mit dieser roten Karte ist seine Mannschaft in Unterzahl und verliert das Spiel (E F).
Um die verschiedenen Anreize noch ins Modell einzubringen, wird nun ein Profifussballer als Beispiel genommen. Er steht vor einem Fussballspiel (Situation) und hat so Spaß am Fussballspielen, dass ihm die Folgen des Spieles zunächst völlig egal sind. Er spielt mit solcher Freude und will möglichst alle Minuten der Partie genießen. Solche tätigkeitsspezifischen Anreize sind ideal für die Motivation eines Spielers, haben aber das Problem, durch Schönspielerei die Konsequenzen zu überdecken ( „brotlose Kunst“ ).
3
Arbeit zitieren:
Daniel Obländer, Marco Bräuninger, Christoph Rutsch, 2009, Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Charlotte Kerners Jugendbuch "Blueprint-Blaupause" als liter...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Produktiver Umgang mit Kinder- und Jugendliteratur
Produktionsorientierte Verfahr...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Essay, 22 Seiten
Entwurf einer Unterrichtseinheit
Hans Jonas: Das Prinzip Verant...
Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)
Hausarbeit, 39 Seiten
Didaktische Überlegungen zu Charlotte Kerner: 'Blueprint. Blaupaus...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 26 Seiten
Akrobatik - Erarbeiten und Darstellen von Menschenpyramiden
Sport - Sportarten: Theorie und Praxis
Unterrichtsentwurf, 24 Seiten
Praxisansätze zum selbstgesteuerten Lernen im Sport
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Seminararbeit, 13 Seiten
Erarbeitung und Präsentation von akrobatischen Bewegungskunststücken ü...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 5 Seiten
Unterrichtsstunde: Freundschaft: Was gehört zu einer Freundschaft? Vom...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Akrobatik – „Zug und Gegenzug": Methodische Erarbeitung der „Stuh...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 16 Seiten
Kant: Aus Menschenliebe lügen?
Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts
Seminararbeit, 24 Seiten
Massenmedien in der modernen Gesellschaft: Erzeugt gesehene Gewalt Gew...
Stundenentwurf Gemeinschaftsku...
Gemeinschaftskunde / Sozialkunde
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Zu den Problemen und Grenzen der Leistungsbewertung, Leistungsbeurteil...
Im Literaturunterricht in der ...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 117 Seiten
Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 24 Seiten
Der reflexive Einsatz der literarischen Form des Essays im Ethikunterr...
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Spielen in und mit Regelstrukturen - Fußball
Fußball Spielen mit Bänken – e...
Sport - Sportpädagogik, Didaktik
Unterrichtsentwurf, 7 Seiten
Sport - Sportpsychologie: Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sport - Sportpsychologie: neuer Titel erschienen: Tätigkeitsorientiertes Modell und Flow-Erlebnis
Daniel Obländer hat einen neuen Text hochgeladen
Gifted Parent Groups: The Seng Model: Flowing with Rather Than Fightin...
James T. Webb, Arlene DeVries
Jenseits von Angst und Langewe...
Mihaly Csikszentmihalyi, Hans Aebli, Urs Aeschbacher
Conceptual Models of Flow and Transport in the Fractured Vadose Zone
National Research Council, Panel on Conceptual Models of Flow and T, U S National Committee for Rock Mechanic
OIL SPILL MODEL By FLOW ESTIMATION AND PROBABILITY WIND DISTRIBUTION
Environmental Modeling
Mohammad Ali Badri, Ahmad Reza Azimian
Mathematical Modeling for Flow and Transport Through Porous Media
Gedeon Dagan, Peter Knabner, Ulrich Hornung
0 Kommentare