Leben, Investieren, Arbeit und
Ruhestand im »Land des Lächelns«
unter Berücksichtigung des Regierungswechsels 2011
2
Vorwort
Kaum ein Zeitgenosse aus der westlichen Hemisphäre kann
die Mentalität der Thailänder nachvollziehen. Sie ist für uns
undurchdringlich und aus unserer Sicht ist sie oft auch völlig
unlogisch. Manch einer wird an ihr verzweifeln oder durch
sie geradezu in den Wahnsinn getrieben. Mein Rat: Sie
müssen diese Mentalität nicht verstehen, aber Sie sollten sie
- wohl oder übel - respektieren.
Mit diesem Handbuch, das als Ratgeber gedacht ist,
versuche ich, Sie, die Leserinnen und Leser, an die
Besonderheiten dieses Landes heranzuführen. Denn immer
mehr Europäer engagieren sich in Thailand geschäftlich
oder wollen hier ihren Ruhestand verbringen. Sie werden
Schiffbruch erleiden, wenn Sie dabei nicht ganz bestimmte
Regeln, Sitten und Gebräuche kennen und beachten.
Das große Interesse an den beiden vorherigen Ausgaben
dieses Ratgebers hat mich veranlasst, es noch einmal zu
aktualisieren und neu aufzulegen. Dabei ist auch der
Regierungswechsel vom August 2011 berücksichtigt.
Otto Gantert
3
Thailand - Leben, Investieren, Arbeit und Ruhestand
im „Land des Lächelns“
Inhalt
Vorwort 3
1. Thailand - Das "Land des Lächelns" 7
1.1. Chancen für kluge Köpfe im Land des Lächelns’ 13
1.2. Anliegen und Aufbau dieser Studie 15
2. Geschichte, Kultur und die aktuelle politische Lage 17
2.1. Geschichtlicher Überblick 17
2.2. Geographische Merkmale 25
2.3. Bevölkerung, Religion und Sprache 26
2.5. Politische Ordnung 28
2.6. Politische Machtverhältnisse 33
2.7. Grundlagen der Außenpolitik 34
2.8. Konstanz in der Wirtschaftspolitik 35
3. Grundzüge der Wirtschaft Thailands 37
3.1. Wirtschaftsstruktur 40
3.2. Tourismus als wichtiger Devisenbringer 41
3.3. Außenwirtschaft 42
3.3.1. Exportwirtschaft 43
3.3.2. Importwirtschaft 45
4
3.4. Geld- und Währungssystem 48
4. Deutsch-thailändische Beziehungen 49
4.1. Ursprung und Entwicklung der Beziehungen 50
4.2. Das Ansehen der Deutschen in Thailand 51
5. Aus Kultur und Religion ableitbare Verhaltensregeln 52
5.1. Fatalismus als Gebot des Buddhismus 52
5.2. Unterordnung als Gebot des Buddhismus 53
5.3 Gelassenheit als Gebot des Buddhismus 54
5.4 Selbstbeherrschung als Gebot des Buddhismus 55
5.5 „Suphap“ - Höflichkeit 56
5.6 Am Anfang steht das Vertrauen 57
5.7. Gesichtswahrung und Konfliktvermeidung 58
6. Leben und Arbeiten in Thailand 60
6.1. Visa und Aufenthaltserlaubnis in Thailand 60
6.2. Allgemeine Umgangsformen 64
6.3. Wichtige Gesellschaftliche Verhaltensregeln 66
6.4. Verhandeln mit Thailändern 69
6.5. Verhalten als Vorgesetzter 71
7. Investieren in Thailand 76
7.1. Die LCC als gesellschaftsrechtliche Grundform 77
7.2. Immobilenerwerb durch Ausländer 81
7.3. Das Thailändische Steuersystem 85
7.3.1. Körperschaftssteuer 85
5
7.3.2. Umsatzsteuer 85 7.3.3. Gewerbesteuer 86 7.3.4. Einkommensteuer 86
7.3.5. Thailand - ein Steuerparadies? Vermeidung einer Doppelbesteuerung 87 8. Ruhestand in Thailand 88
9. Gesellschaftliche Harmonie und Wohlstand im „Land des Lächelns“ ? 92
10. Nepper, Schlepper, Bauernfänger und abgebrühte Lebensgefährtinnen - eine Warnung 95 Verzeichnis der Tabellen 100 Rechtsquellen 100
Quellenverzeichnis und Literaturhinweise 101 Internetquellen 104
Abbildung (Landkarte Thailand) 105
6
1. Thailand - Das ‚Land des Lächelns“
Unerwartet schnell hat sich die thailändische Wirtschaft von ihrem Tief Ende 2008 erholt. 2007 betrug das thailändische kaufkraftbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) 541 Mrd. US - Dollar, in 2008 stieg es noch auf 557 Mrd. US - Dollar. Der Rückgang auf 544 Mrd. US - Dollar in 2009 fiel für ein stark
exportabhängiges Land moderat aus. 1 Im vierten Quartal
2009 lag die Wirtschaftsleistung wieder deutlich über dem Vorjahresstand. „Getragen wurde das Wachstum … durch die Erholung der Exportwirtschaft, des Fremdenverkehrs wie
auch des Privatkonsums.“ 2 Im Zuge der weltweiten
Konjunkturerholung ist das Bruttoinlandsprodukt Thailands in 2010 nach Schätzungen der World Trade Organisation
(WTO) auf 587 Mrd. US - Dollar angestiegen. 3 Für 2012
wird zwar eine geringere Wachstumsdynamik auch in den Schwellenländern erwartet, insbesondere in der
Volksrepublik China. Eine nachhaltige Abschwächung des
Wirtschaftswachstums ist indessen nicht absehbar. 4
1 Vgl. Tabelle 1.
2 Siehe: Herb, Ernst (2010): „Thailand kann mit dem starken Baht leben.“
3 Vgl.: http://www.wto.org.
4 „In China ging das Wachstum des realen BIP im Vorjahresvergleich von
9,75% im ersten auf 9,5% im zweiten Quartal zurück.“ Deutsche Bundesbank, Monatsbericht August 2011, Nr. 8 (63. Jg.), S. 17. Eine
7
BIP - Wachstum auf
Tabelle 1: Makroökonomische Grunddaten 8
schwächere Wirtschaftsentwicklung in der VR China und mehr noch eine Rezession der US - Wirtschaft, von der auch die chinesische Wirtschaft stark abhängt, würde die thailändische Wirtschaft hart treffen. 5 Umgerechnet mit Euro-Referenzkursen der Europäischen Zentralbank:
1 US - $ = 1,471 € in 2008; 1,395 € in 2009, 1,326 € in 2010 und 1,357 für Juni 2011. Quelle: Deutsche Bundesbank (2011): Monatsbericht Nr. 7 (August), S. 75*.
6 Die offiziellen thailändischen Angaben zur Arbeitslosigkeit sind dubios.
Eine Arbeitslosenquote von 0,5 Prozent ist nicht nachvollziehbar. 7 Quelle: http://www.bankenverband.de/service/waehrungsrechner -Abruf vom 21.06.2011.
8 Quellen: The Economist, October 1 st , 2011, Economic and Financial
Indicators, S. 85 f. Angaben über Handels- und Leistungsbilanz beziehen sich auf die letzten zwölf Monate. Zahlen zum BIP nach Statistik der WTO: http://www.wto.org
8
Thailand weist weiterhin grundsolide makroökonomische Grunddaten auf (Tabelle 1) und bleibt für deutsche Investoren, Arbeitnehmer und Pensionäre ein attraktives Land - trotz oder gerade wegen des politischen und gesellschaftlichen Wandels, der sich immer wieder in heftigen Demonstrationen und Ausschreitungen
manifestiert. 9
Als Vertrauensbeweis in die thailändische Wirtschaft kann der Anstieg der ausländischen Direktinvestitionen in 2009 um 70% gegenüber 2008 angesehen werden. Der Zufluss ausländischen Kapitals war so groß, dass die thailändische
Währung unter erheblichen Aufwertungsdruck geriet. 10
Anders als in der Südostasienkrise von 1997 ist die thailändische Währung heute jedoch nicht mehr an den US-Dollar gekoppelt (Wechselkursfixierung), was der
thailändischen Zentralbank mehr Spielraum in der Geld- und Währungspolitik belässt.
THAILAND (PRATHET THAI), ehemals SIAM, ist seit 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Am 09.06.1946 bestieg der heute 82-jährige König BHUMIBOL ADULYADEJ (RAMA IX)
9 Wieser, U.B. (2010): Rotes oder blaues Blut in Thailand?
10 Herb, Ernst (2010): „Thailand kann mit dem starken Baht leben.“
9
den Thron. Er gilt als die eminente politische Integrationsfigur, die trotz zwanzig Militärputschen seit 1932
entscheidend für politische Stabilität Thailands gesorgt hat. 11
Von 2001 bis 2006 regierte der Populist THAKSIN
SINAWATA als Ministerpräsident. 12 Er wurde durch einen
Staatsstreich des Militärs entmachtet und des Landes verwiesen. Bis Dezember 2007 herrschte eine
Militärregierung, was zu politischen Spannungen mit der EU führte. Nach einem Entscheid des obersten thailändischen Gerichtshofs regierte von 2008 bis 2011 die Demokratische Partei unter Premierpräsident ABHISIT VEJAJIVA, die die globale Wirtschaftskrise von 2008/09 gut gemeistert hatte.
2011 wurden Neuwahlen angesetzt und der im Exil lebende Ex-Premier Thaksin Shinawatra schickte seine Schwester YINGLUCK als Spitzenkandidatin ins Rennen. Sie gewann die Parlamentswahlen und wurde neue Premierministerin.
11 Der Geburtstag des Königs BHUMIBOL ADULYADEJ am 5.
Dezember ist ein nationaler und ein gesetzlicher Feiertag in Thailand. Zum Zeitpunkt der letzten Aktualisierung dieser Arbeit (März 2010) befindet sich der schwer kranke 82-jährige thailändische König im Krankenhaus. Vgl.: Welt online vom 01.03.2010:
http://www.welt.de/diewelt/politik/article6617171/Koenig-Bhumibolwieder-im-Krankenhaus.html
12 Andere Schreibweise CHINNAWAT.
10
Die politische Stabilität Thailands beruht auf einer pragmatischen Politik, der großen Autorität und Popularität des Königs und auf dem königstreuen Militär. Die immer wieder auflodernden politischen Unruhen deuten zwar auf einen einschneidenden gesellschaftlichen Wandel hin. Wohin dieser sich der aktuell beschleunigende politische und gesellschaftliche Wandel führen wird, ist noch völlig offen. In den Nachbarländern Kambodscha und Malaysia
haben die Monarchen ihren politischen Einfluss verloren. 13
Die politischen Machtverhältnisse, die auf Harmonie ausgerichtete thailändische Mentalität und die besonnene thailändische Politik lassen jedoch eher auf einen
vergleichsweise friedlichen Wandel in Thailand hoffen. 14
Das Königreich Thailand gehört zu den südostasiatischen Staaten, die wegen ihres hohen Wirtschaftswachstums seit Ende den 1980er Jahre als ‚Tigerstaaten’ bezeichnet werden (siehe Tabelle 2). Die Tigerstaaten weisen seit Jahren hohe Überschüsse in ihren Handels- (Exportwert abzüglich Importwert) und Leistungsbilanzen (Handelsbilanz ergänzt um Dienstleistungen und Übertragungen) aus,
13 Vgl.: The Economist: Thailand’s Political Stalemate. The Battle for th March 2010, S. 12. Thailand, 20
14 http://www.bbc.co.uk (Stand 11.04.2010)
11
Hongkong als primärer Dienstleistungsstandort nur in der
Leistungsbilanz. 15
17 Tabelle 2: Daten zu den Südostasiatischen Tigerstaaten in 2011
Ermöglicht wurde der beeindruckende wirtschaftliche Aufschwung durch eine weitgehende Öffnung der südostasiatischen Märkte für den Welthandel und den Zufluss von Direktinvestitionen aus den westlichen Industrieländern, vornehmlich aus den verbündeten USA. Die schwere Südostasienkrise von 1997 unterbrach diesen
langfristigen Wirtschaftsaufschwung nur kurz. 18
15 Ausnahmen in der Weltwirtschaftskrise 2008/09. 16 Umgerechnet zu 1€ = 1,44 US - $ (Euro - Referenzkurs der
Europäischen Zentralbank im Juni 2011, Bundesbankbericht August 2011, XI Außenwirtschaft, Tab. 11, S. 75*.
17 Quelle: The Economist, October 1 st , 2011, Economic and Financial
Indicators, S. 85 f. Zahlen für 2011 geschätzt. Handels- und Leistungsbilanz jeweils der letzten zwölf Monate.
18 Siehe Kapitel drei.
12
1.1. Chancen für kluge Köpfe im ‚Land des Lächelns’
In den letzten Jahrzehnten war Thailand für ausländische Investoren ein Land ungewöhnlich großer Chancen, aber auch besonderer Risiken. Voraussetzung für erfolgreiche Investitionen waren und sind gründliche Kenntnisse der einschlägigen wirtschaftlich-rechtlichen Verhältnisse und die Beachtung wichtiger kultureller Unterschiede.
Gleiches gilt für Ausländer, die in Thailand unmittelbar als Unternehmer oder Arbeitnehmer tätig werden wollen und auch für Pensionäre, die im sonnigen ‚Land des Lächelns’ ihren Ruhestand genießen möchten. Eine für Deutsche kaum verständliche Rechtsfindung, unklare politische Entscheidungsprozesse, verbreitete Korruption, eine andere Mentalität und undurchsichtige Regelungen im Banken- und Immobilensektor machen es deutschen Bürgern schwer, sich in Thailand zurechtzufinden und ihre Interessen durchzusetzen. So bestehen gerade auf dem wichtigen und heute wieder lukrativen Immobiliensektor für unerfahrene Ausländer nahezu unüberwindliche Investitionsschranken. Bei aller gebotenen Vorsicht bei der Auswahl thailändischer
13
Geschäftspartner gibt es jedoch weiterhin überaus attraktive
Geschäftsmöglichkeiten in Thailand. 19
Im Zuge des Wirtschaftsaufschwungs der letzten Jahre sind in Thailand die Löhne stark angestiegen. Aus dem einstigen Billiglohnland verlagern Firmen nun zunehmend ihre Produktion in die Nachbarländer LAOS, MYANMAR und KAMBODSCHA, wo noch billige Arbeitskräfte verfügbar sind. Die thailändische Wirtschaft bietet zunehmend höherwertige Produkte an (‚up-trading’), die in dem wachsenden asiatischen Markt immer stärker nachgefragt werden. Eine vergleichbare wirtschaftliche Entwicklung von einem Billiglohnland zum Anbieter technologisch
anspruchsvollerer Produkte mit höherer Wertschöpfung haben in den 1970er und 1980er Jahren schon Japan, Südkorea und Taiwan durchlaufen.
Verglichen mit Japanern, Engländern und Amerikanern sind deutsche Unternehmen in Thailand unterrepräsentiert. Das mag sowohl historische (ehemalige südostasiatische Kolonialmacht Großbritannien, amerikanische Militärbasen
19 Vgl.: Brauns, Normann (2002): Management in Thailand. Daser,
Niklas (2003): Entwicklungen im thailändischen Immobiliensektor seit Ausbruch der Asienkrise.
14
in Thailand, geografische Nähe zu Japan) wie auch kulturelle Gründe haben (Fremdheit der thailändischen Kultur, Sprache und Geschäftsgebaren). Viel versprechende wirtschaftliche Potentiale bleiben so ungenutzt.
1.2. Anliegen und Aufbau dieser Studie
Das Anliegen der vorliegenden Studie ist es, über Arbeitsmöglichkeiten und Investitionschancen in Thailand sowie generell über das Leben dort als Ausländer zu informieren. Ein erfolgreiches Engagement in Thailand setzt ein Grundverständnis für die kulturellen Unterschiede zwischen Deutschen und Thais voraus. Dazu dienen die Ausführungen in den Kapiteln zwei (Kultur und Geschichte) und fünf (praktische Verhaltensregeln).
Relevante ökonomische Aspekte werden in Kapitel drei betrachtet. Thailand hat beachtliche ökonomische Erfolge aufzuweisen. Im Vergleich zu Deutschland mangelt es noch an modernen Managementmethoden und an einer
flächendeckend ausgebauten modernen Infrastruktur. 20
Auch der wirtschaftlich wichtige Tourismus bietet noch ein großes Entwicklungspotential, zumal 2004 durch den
20 Speziell die Wasser-, Strom- und Gesundheitsversorgung.
15
Tsunami ein Teil der touristischen Infrastruktur zerstört wurde. Wie in anderen Schwellenländern auch ist das soziale Sicherungssystem nicht so umfassend ausgebaut wie etwa in Deutschland, was insbesondere Auswanderer sorgfältig in ihre Entscheidung einbeziehen sollten.
Gezielte Informationen über Chancen und Risiken eines Engagements in Thailand helfen die unvermeidlichen Risiken zu minimieren. Dazu will dieser Ratgeber beitragen, und zwar unter den Aspekten
¾ Leben und Arbeiten als in Thailand (Kapitel sechs) ¾ Investieren in Thailand (Kapitel sieben) ¾ Leben als Rentner in Thailand (Kapitel acht)
Thailand befindet sich seit Jahren in einem politischen und sozialen Umbruch, wie die aktuellen politischen Ereignisse erneut vor Augen führen. Trotz allem haben im ‚Land des Lächelns’, Harmonie, staatliche Autorität und Königstreue bislang größte gesellschaftliche Bedeutung. In Kapitel 9 wird versucht, die aktuellen Ereignisse in ihrer Bedeutung für Leben, Arbeiten und Investieren in Thailand im nächsten Jahrzehnt einzuschätzen.
16
2. Geschichte, Kultur und die aktuelle politische Lage
2.1. Geschichtlicher Überblick 22
Die Thais (‚Freien’) sind ein sehr altes und stolzes Volk, das sich als einziges Volk in Südostasien einer europäischen Kolonialherrschaft erfolgreich widersetzen konnte. Als Alliierte der Japaner mussten die Thais von 1941 bis 1945 die Besatzung durch japanische Truppen dulden. Später wurden Truppen der amerikanischen Verbündeten in Thailand stationiert und im Vietnamkrieg eingesetzt. Wegen der Nachbarschaft zu der ehemaligen britischen Kolonie Burma (Myanmar) und der langjährigen Stationierung amerikanischen Truppen (bedeutender Wirtschaftsfaktor) ist
21 Basisinformationen zu Thailand: Williams, China u.a. (2008): Thailand.
22 Einen guten Überblick der Geschichte Thailands bietet: Williams,
China u.a. (2008): Thailand. Weitergehende aktuelle Informationen unter: http://www.countrystudies.us/Thailand
17
Thailand quasi angelsächsisch geprägt. So orientierte sich die erste Verfassung der konstitutionellen Monarchie am britischen Verfassungsmodell. Die moderne Geschichte Thailands seit 1932 ist gekennzeichnet durch mittlerweile zwanzig Militärputsche. Da das Militär dem populären König treu verbunden ist, konnte dieser immer wieder mäßigend auf verschiedene Militärregierungen einwirken.
Demokratische Grundrechte sind in Thailand nicht so fest verankert wie in Westeuropa. Bis in die 1990er Jahre war das Militär faktisch die stärkste Macht im Staat. Korruption und Vetternwirtschaft waren weit verbreitet. Mit der Globalisierung regt sich dagegen in Thailand zunehmender Widerstand, mit bisher eher mäßigem Erfolg. Thailand ist hauptsächlich in zwei politische Lager Gespalten, nämlich in die Eliten, Mittelständler und Königstreuen („Gelbhemden“) sowie die Anhänger des zu zwei Jahren Gefängnis verurteilten und im Exil lebenden ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin („Rothemden“). Seine
Begnadigung durch die neue, ihm wohl gesonnene Regierung und Rückkehr nach Thailand ist denkbar.
Wichtige Epochen und Ereignisse der Geschichte des Landes sind in der Tabelle 3 zusammengestellt.
18
23 Zusammengestellt nach eigenen Quellen, aktuellen Presseberichten
sowie Williams, China u.a.: Thailand, S. 28 - 41. a.a.O.
20
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Otto Gantert, Hartwig Lauth, 2010, Thailand - Leben, Investieren, Arbeiten und Ruhestand, München, GRIN Verlag GmbH
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