Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG 4
2 ZIELSETZUNG 5
3 GEGENWÄRTIGER KENNTNISSTAND 5
3.1 Die motorische Fähigkeit Ausdauer 5
3.2 Die Bedeutung der Ausdauer in den Sportspielen 8
3.3 Die Bedeutung der Ausdauer für das Handballspiel 9
3.4 Die Wirkung des Ausdauertrainings auf den Organismus 11
3.5 Trainingssteuerung 12
3.6 Leistungsdiagnostik 13
3.6.1 Cooper-Ausdauer-Test 14
3.7 Trainingsmethoden 15
4 METHODIK 18
4.1 Untersuchungsplan 18
4.1.1 Probanden 18
4.2 Die sportmotorischen Testverfahren (Eingangstest/ Re-Test) 19
4.2.1 Planung 19
4.2.2 Aufbau 19
4.2.3 Durchführung 20
4.3 Die betriebswirtschaftlichen Testverfahren 20
5 ERGEBNISSE 23
5.1 Trainingsprogramme. 23
5.1.1 Trainingsgruppe 1 25
5.1.2 Trainingsgruppe 2 25
5.2 Testergebnisse (Hypothesenprüfung) 26
5.2.1 Ergebnisse beim Eingangs-Test am 15.06.2009 27
2
5.2.2 Ergebnisse beim Re-Test am 10.08.2009 28
5.2.3 Vergleich der Laufleistungen der Trainingsgruppe 1. 29
5.2.4 Vergleich der Laufleistungen der Trainingsgruppe 2. 30
5.2.5 Vergleich der Herzfrequenzen nach maximaler Belastung (TG 1) 30
5.2.6 Vergleich der Herzfrequenzen bei maximaler Belastung (TG 2) 31
5.3 Betriebswirtschaftliche Ergebnisse 31
5.3.1 Investitionen 31
5.3.2 Personalkosten / Platzkosten 32
5.3.3 Kosten-Nutzen-Rechnung / Endgültiger Jahresabschluss 2009 33
6 DISKUSSION 35
6.1 Bewertung der Ergebnisse im Vergleich zur Literatur 35
6.1.1 Betrachtung der Laufleistung im Cooper-Test 35
6.1.2 Betrachtung der Nachbelastungsherzfrequenzen 36
6.1.3 Betrachtung der Finanzierung der Saisonvorbereitung 37
6.2 Methodenkritiken 37
6.2.1 Der Cooper-Ausdauer-Test 37
6.2.2 Die Herzfrequenzmessung 38
6.2.3 Die Realisierung der Trainingsprogramme 38
6.3 Fazit und Ausblick 39
7 ZUSAMMENFASSUNG 39
8 VERZEICHNISSE 41
8.1 Inhaltsverzeichnis 41
8.2 Verzeichnis verwendeter Abkürzungen 43
8.3 Abbildungsverzeichnis 44
8.4 Tabellenverzeichnis 44
9 ANLAGEN 45
3
1 Einleitung und Problemstellung
In der Vorbereitung auf die neue Saison wird in vielen Spielsportarten im konditionellen Bereich der Grundstein für eine erfolgreiche Spielzeit gelegt. Neben dem für alle Sportspiele zentralen Technik- und Taktiktraining, erweist sich das Konditions- und Koordinationstraining - auch ohne Ball - als unverzichtbar. Jeder Athlet, der sich schon einmal eine gute konditionelle Basis in der Vorbereitung erarbeitet hat, weiß, dass er über die ganze Saison von dem 8-wöchigen Training profitiert. Endscheidend für das Training ist es, die Anforderungen des jeweiligen Spiels und die individuellen Stärken und Schwächen jedes einzelnen Spielers zu berücksichtigen. Leider sieht die Realität im Breitensport ganz anders aus. Für viele Übungsleiter hat das Konditionstraining in den Mannschaftssportspielen im Hinblick auf eine erfolgreiche Saison eine zu geringe Gewichtung im Rahmen der Vorbereitung. Oft fordern sie von ihre Spielern in dieser so wichtigen Phase Höchstleistungen in gemeinschaftlichen Laufeinheiten, ohne den konditionellen Zustand der verschiedenen Spielertypen bewerten zu können. Dabei sollen die Athleten auf Grundlage ihres konditionellen Zustandes in Trainingsgruppen eingeteilt werden, sodass jeder einen individuell trainingswirksamen Reiz erfährt.
Blickt man auf die finanzielle Situation in den Breitensportvereinen erkennt man, wie die Vereine in der wirtschaftlich schwierigen Zeit vermehrt um regionale und überregionale Sponsoren kämpfen müssen. Gerade die Personal- und Fahrtkosten sowie die Abgaben an die Sportverbände bilden den Großteil der betrieblichen Kosten und stellen die Vereine vor eine schwierige Aufgabe. Die für den angestrebten sportlichen Erfolg entwickelten Trainingsprogramme sollen für die Vereine auch finanziell realisierbar sein.
4
2 Zielsetzung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, Wege zur Erschließung von Leistungsreserven aufzuzeigen, um die konditionellen Leistungssysteme von Amateur-Handballern weiter zu entwickeln. Im Rahmen der 8-wöchigen Saisonvorbereitung sollen diese Programme nun hinsichtlich der konditionellen Leistungsentwicklung der ermittelten Trainingsgruppen untersucht werden. Die Aufgabe ist es, die Anforderungen des Handballspiels und die individuellen konditionellen Stärken und Schwächen jedes einzelnen Spielers zu berücksichtigen.
Unter Berücksichtigung der entstehenden Kosten bei der Umsetzung von Ausdauertests und Trainingsprogrammen soll die Möglichkeit der Kostendeckung durch den Verein untersucht, und mögliche Alternativen der Finanzierung aufgedeckt werden.
3 Gegenwärtiger Kenntnisstand
3.1 Die motorische Fähigkeit Ausdauer
In der Literatur der Sportmedizin finden sich zahlreiche Definitionen der Fähigkeit Ausdauer, die sich inhaltlich kaum voneinander abgrenzen. Zu den bedeutendsten dürften die Aussage von GROSSER (1989) und ZINTL (1994) gehören:
„Ausdauer - als komplexe motorisch-konditionelle Fähigkeit - wird demnach definiert als Fähigkeit, einer sportlichen Belastung physisch und psychisch möglichst lange widerstehen zu können (d.h. eine bestimmte Leistung über einen möglichst langen Zeitraum aufrechterhalten zu können) und/ oder sich nach sportlichen (psychophysischen) Belastungen möglichst rasch zu erholen.“
5
„ Ausdauer = Ermüdungswiderstandsfähigkeit + schnelle Erholungsfähigkeit“
Nach welchen Kriterien die Ausdauer strukturiert wird, zeigt die Tabelle 1.
Tab. 1: Strukturkriterien der Ausdauer (mod. nach ZINTL, 1997, S. 30)
Die Sportmedizin unterteilt die Ausdauerleistungsfähigkeit nach dem Ansatz von HOLLMANN/ HETTINGER (1980, S. 304) in die aerobe Ausdauer (mit ausreichendem Sauerstoffangebot) und in die anaerobe Ausdauer (ohne Sauerstoffbeteiligung). In der Trainingslehre finden sich Einteilungen wie Kurz-, Mittel-, Langzeitausdauer oder Grundlagen- bzw. spezielle Ausdauer, die in Tabelle 2 näher erläutert werden.
Tab. 2: Übersicht zu Arten und Typen der Ausdauer aus trainingsmethodischer Sicht
(GROSSER, STARISCHKA & ZIMMERMANN, 2001, S. 110)
3.2 Die Bedeutung der Ausdauer in den Sportspielen
Analysiert man die Belastungsstrukturen in den vier großen
Mannschaftssportspielen ergeben sich daraus, trotz aller spielspezifischer Unterschiede, einige Gemeinsamkeiten. Die allgemeine Ausdauerleistungsfähigkeit ist in allen Sportspielen die Entscheidende, wobei in vielen Phasen die aerobe Energiebereitstellung überwiegt. Bei kurzeitigen intensiven Belastungen, bei denen es zu einer anaeroben Energiebereitstellung kommt, wird keine Milchsäure gebildet, da die Energie alaktazid aus den ATP- und KP-Speichern gebildet wird und in den folgenden Spielpausen oder Spielphasen mit geringer Belastung wieder aufgefüllt wird. Den intensiven Belastungen, in denen verstärkt Milchsäure gebildet wird, folgen Spielpausen in denen das Laktat zum Teil wieder abgebaut wird und der Laktatspiegel somit niedrig gehalten wird. Demenstrechend steht für Spielsportler überwiegend die allgemeine Ausdauer im Vordergrund. Dazu zählen die allgemeine dynamische aerobe Ausdauer, die allgemeine dynamische anaerobe alaktazide Ausdauer und die allgemeine dynamische laktazide Ausdauer. (vgl. STEINHÖFER, 2008, S. 237-238) „Ausschließlich durch das Spiel induzierte Trainingsreize schulen die Ausdauer zwar mit, aber die im Spiel wichtigen spezifischen Ausprägungsformen der Ausdauer keineswegs hinreichend. Deshalb sollten sich auch Spielsportler auf die klassischen Ausdauertrainingsinhalte und -methoden besinnen. Ausgehend von trainingsmethodischen Prinzipien sollten die Charaktaristika der einzelnen Trainingsmethoden fetsgelegt und damit die Trainingswirkung angesteuert werden“. (STEINHÖFER, 2008, S. 238)
8
3.3 Die Bedeutung der Ausdauer für das Handballspiel
Zur richtigen Einordnung, der für das Handballspiel relevanten Ausdauerfähigkeit, betrachtet man die Untersuchung von BRINGS, PLATEN & HOFFMANN (1998, S. 26) zur Ermittlung der Quantität der Laufstrecken einer Bundesliga-Handball-Spielerin in 4 Meiserschaftspielen (Tabelle 3).
Tab. 3: Anteile der Laufgeschwindigkeit (BRINGS, PLATEN & HOFFMANN, 1998, S. 26)
Die Untersuchungen zeigen, dass über die Hälfte der Einsatzzeit (55,8%) durch Gehen bewältigt wird. Dabei ist zu beachten, dass die Spieler nicht die volle Spielzeit von 60 Minuten im Einsatz sind.
Bereits 1982 wurden 4 Spiele der A-Weltmeisterschaft sowie 4 Spiele der 1. und 2. Bundesliga untersucht. Die Ergebnis zeigen, dass das Handballspiel geprägt ist von intervallartigen Belastungen, die sich durch hochintensive, mittlere und ruhige Phase in unregelmäßigen Abständen ergeben. (vgl. SICHELSCHMIDT & KLEIN, 1986, S. 3)
9
Nach den Rückschlüssen auf die Belastung im Handballspiel durch die Ananlyse der Laufgeschwindigkeit bezieht sich sich BÖTTCHER in Tabelle 4 auf die Belastungsintensität der Herzfrequenz während des Handballspiels.
Tab. 4: Belastungsintensität beim Handballspiel anhand der Herzfrequenz
(BÖTTCHER, 1998, S. 118-119)
„Die unten beschriebenen Herzschlagfrequenzen weisen auf die
unterschiedlichen Belastungsintensitäten und den intervallartigen Charakter des Handballspiels hin. Die durchschnittlichen Herzfrequenzen bewegen sich während der gesamten Einsatzzeit der Spieler im anaeroben Schwellenbereich und verbleiben damit im trainingswirksamen Ausdauerbereich (…). In jeder Halbzeit werden zwischen 8 und 10 Spitzenwerte erreicht, die oberhalb dieser Schwelle liegen. Auf kurzzeitige Belastungsspitzen bis 190 Hf/min folgt spielsituativ ein Rückgang der Herzschlagfrequenz auf ca. 140 Hf/min. Die ermittelten Herzschlagfrequenzen deuten auf Differenzen in der
Belastungsintensität auf den unterschiedlichen Spielsituationen hin, wobei sie während des Abwehrspiels durchschnittlich 15 Hf/min niedriger liegen als im Angriffsspiel. Dies lässt auf eine höhere Herz-Kreislauf-Belastung während des Angriffsspiel schließen…“. (BÖTTCHER, 1998, S. 118-119)
Die Struktur des Handballspiels zeichnet sich durch ein intervallartiges Belastungsgefüge aus, welches sich aus ständigen Tempowechseln zwischen hohen (Sprint) und niedrigen (Gehen) Intensitäten ergibt. Die
Energiebereitstellung ist auf Grund der häufigen, kurzen und hochintensiven Belastungsphasen anaerob und überwiegend alaktazid. Das Handballspiel verlangt vom Athleten eine azyklische Schnellkraftausdauer aufgrund der kurzen Regenerationszeiten, wie auch eine gute aerobe Basisenergiebereitstellung. (vgl. BÖTTCHER, 1998, S. 119, 131-132)
10
Arbeit zitieren:
Michael Noack, 2010, Untersuchung zur Wirksamkeit von Ausdauertrainingsprogrammen auf die Entwicklung der allgemeinen Kondition bei Handball-Amateur-Sportlern in der 8-wöchigen Saisonvorbereitung, München, GRIN Verlag GmbH
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