Inhaltsverzeichnis
Seite
Einleitung 3-4
1. Der Begriff Armut 4
1.1 Absolute Armut 4
1.2 Relative Armut 4-5
1.3. Erweiterte Armutsdefinitionen 5
2. Die Schuldensituation im subsaharischen Afrika 5-6
3. Die HIPC-Initiative 6
3.1 Initiatoren und Akteure 7
3.2 Das Konzept und die Durchführung 7-8
3.2.1 Die Poverty Reduction Strategy Papers 8-9
3.3 Verlauf und Schwächen der HIPC-Initiative 9-10
4. Auswirkungen auf die Armutsbekämpfung 10-11
Fazit 11-12
Literaturverzeichnis 13
Internetquellen 14
Seite 3
Einleitung
Die vorliegende Hausarbeit betrachtet den Einfluss der HIPC-Initiative und die Schuldensituation in Entwicklungsländern und versucht zu beurteilen, ob diese Initiative ein effektives Mittel zur Armutsbekämpfung in diesen Ländern darstellt.
Heutzutage leben ca. 18% der Weltbevölkerung in extremer Armut. Das heißt, dass sie über weniger als 1 $ pro Tag verfügen. Weitere 40% müssen mit weniger als 2 $ pro Tag auskommen. Unter anderem daraus resultiert, dass weltweit ca. 840 Millionen Menschen unter Hunger leiden (vgl. Collier: 2007).
Der Prozentsatz der extrem Armen ist zwar prozentual weltweit leicht zurückgegangen, aber diese Entwicklung ist fast ausschließlich auf die wirtschaftliche Entwicklung in Südostasien und China zurückzuführen. In den Regionen, in denen kein ökonomischer Aufschwung stattfand, ist die Zahl der Armen nach Informationen der Global Economic Prospects der Weltbank weiter steigend. Ebenso nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich im weltweiten Vergleichsmaßstab stetig zu. Allein zwischen 1988 bis 1993 stieg der Gini-Index um 4,4 Punkte; eine Tendenz, die in den folgenden Jahren nur geringfügig abnahm (vgl. HDR 2008).
Armut ist ein Problem, das nicht von den betroffenen Ländern allein gelöst werden kann. Die vergangenen Jahrzehnte haben verschiedenartige Konzepte der Armutsbewältigung hervorgebracht, die sich in punkto der angenommen Ursachen von Armut gegeneinander abgrenzen und auf dieser Grundlage in unterschiedlichen Vorgehensweisen zur Bekämpfung von Elend mündeten. In den Millennium Development Goals der Generalversammlung der Vereinten Nationen wurde die Armutsbekämpfung als oberstes Ziel für das neue Jahrtausend angegeben. Bis 2015 soll im Vergleich zu 1990 die Zahl der Armen, die mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen müssen, weltweit um die Hälfte zurückgegangen sein.
Ein hemmender Faktor für die Entwicklung eines Landes ist die große Schuldenlast, die viele Entwicklungsländer dazu zwingt, ihre Einnahmen für Schuldentilgungen anstatt für benötigte Entwicklungsprojekte auszugeben.
Spätestens mit den MDG‘s und der Forderung nach einer umfangreichen Entschuldung der Entwicklungsländer drang die Problematik der Verschuldung in das öffentliche Bewusstsein. Im Rahmen der globalen Strukturpolitik sieht die Bundesregierung, in ihrer Vertretung durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, ihren Auftrag darin, einen Beitrag zur Armutsbekämpfung zu leisten. In diesem Zusammenhang wird die HIPC-Initiative als wirkungsvolles Instrument verstanden, dieses Ziel zu erreichen.
Seite 4
Bis dahin wurden andere Entschuldungsmechanismen als Lösung des Verschuldungsproblems angenommen. Nun aber erklärten sich auch die internationalen Finanzinstitutionen wie der Internationale Währungsfond (IWF) und die Weltbank bereit, eine umfassende Entschuldung vorzunehmen. Eine Schuldensituation, die sie in hohem Maße selbst zu verantworten hatten. Mit der HIPC-Initiative soll es gelingen, die Schulden der Entwicklungsländer auf ein tragfähiges Level zu reduzieren und so nachhaltige Entwicklung möglich zu machen.
Die Kernfrage dieser Arbeit laute, ob die HIPC-Initiative ein wirksames Mittel zur Armutsbekämpfung ist. In diesem Rahmen wird zunächst das Problem der Armut analysiert, die Initiative vorgestellt und abschließend erfolgt eine Bewertung darüber, was sie im Bereich der sozialen Verbesserungen leisten kann.
Da sich die HIPC-Initiative vorwiegend auf Länder aus dem südlich der Sahara gelegenen Afrika bezieht, werden sich auch die Zahlen und Prognosen dieser Arbeit auf diese Region beschränken. Vorher ist es jedoch nötig, den begriff Armut kurz zu umreißen und auf dessen unterschiedliches Verständnis hinzuweisen.
1. Der Begriff Armut
Armut ist ein multidimensionales Phänomen, dessen Messung weit über das bloße Einkommen hinausgeht und ähnlich den meisten relevanten Schlüsselbegriffen der politischen Wissenschaften ist auch der Begriff Armut nicht deutlich definiert (vgl. Collier 2007).
1.1 Absolute Armut
Zum einen wird Armut als absolutes Konzept gesehen. Der Teil der Bevölkerung, der unter eine bestimmte Armutsgrenze (Kalorien oder Einkommen) gezählt wird, gilt als arm. Ein prominentes Beispiel dafür ist das 2 $ pro Kopf/Tag-Einkommen für "Arme" und das 1 $ pro Kopf/Tag-Einkommen für "extrem Arme". Diese Grenze wurde von der Weltbank angelegt und von vielen Autoren, unter anderem Paul Collier, als Maßstab für Bemessung von Armut benutzt.
1.2 Relative Armut
Ein weiteres Konzept, um Armut als relativen Begriff zu bezeichnen, nutzt das individuelle Pro-Kopf-Einkommen und setzt es ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen des jeweiligen Landes. Arm ist hiernach derjenige, der weniger als 20% des Durchschnittseinkommens des entsprechen Landes ver-
Seite 5
dient. Auf diesem Verständnis von Armut bauen z.B. Messprogramme wie der Gini-Index auf. Kaum Anwendung findet hingegen die Vorstellung von Armut als subjektives Konzept. Demnach ist die Empfindung der eigenen Lebensumstände entscheidend für die Einordnung innerhalb oder außerhalb von Armutsverhältnissen.
1.3 Erweiterte Armutsbegriffe
Zum Ende des 20. Jahrhunderts fand zudem ein ausgedehnter Armutsbegriff stärkeren Anklang. Diese Definition misst Armut nicht nur an wirtschaftlichen Indikatoren, sondern bezieht auch humanitäre Aspekte (Gesundheitsversorgung, Nahrung und Bildung), politische Rechte (Freiheit, Einfluss, Stimme), soziokulturelle Aspekte (Würde, Status, kulturelle Zugehörigkeit und Identität) verstärkt in die Bewertung von Armut mit ein.
Diese unterschiedlichen Definitionen von Armut zeigen, dass keine Einigkeit darüber besteht, was genau unter Armut zu verstehen ist. Es kristallisieren sich jedoch die folgenden Punkte heraus: niedriges Einkommen, Hunger, keine feste Unterkunft, kein Zugang zu Bildung und politischer Teilhabe. Vor diesem Hintergrund soll die Bewertung der HIPC-Initiative erfolgen. Im nächsten Abschnitt wird auf die Verschuldung des südlichen Afrikas eingegangen und der Zusammenhang mit der Armut verdeutlicht.
2. Die Schuldensituation im subsaharischen Afrika
Verschuldung wird als Folge einer Entwicklungsstrategie verstanden, nach der durch Kreditaufnahme finanzierte Investitionen ein Wirtschaftsaufschwung herbeigeführt werden soll, wobei die beabsichtigte Wirkung jedoch nicht eintritt und die Kredite nicht zurückbezahlt werden können. (vgl. Thomi 2003: S.217). Die Ursachen der Verschuldung in Afrika haben sowohl externe als auch interne Fak-toren. Die entscheidenden externen Faktoren für Afrika sind die sich verschlechternden „terms of trade“ (vgl. Krugman; Obstfeld 2007 S.79). Außerdem bilden die Agrarsubventionen der EU und der Vereinigten Staaten Handelshemmnisse, da die eigentlich günstigeren Produkte aus Afrika über dem Preis der hochsubventionierten europäischen und US-amerikanischen Erzeugnisse liegen und dadurch Absatzschwierigkeiten haben. Da viele afrikanische Staaten immer noch als eine ihre Haupteinnahmequellen die Mittel der öffentlichen Entwicklungszusammenarbeit haben und diese seit Jahren kontinuierlich sinken, verringert sich das Einkommen der Staaten bei gleichbleibenden oder sogar steigenden Ausgaben (vgl. Thomi 2003: S.218). Zu den internen Ursachen der Verschuldung gehören Missmanagement der erhaltenen Gelder, etwa für unrentable Großprojekte, sowie das Fehlen von festen makroökonomischen Rahmenbedingungen, so dass Haushaltsdefizite chronisch werden und die
Arbeit zitieren:
Sebastian Schmelzer, 2009, Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungspolitk am Beispiel der HIPC-Initiative, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Integration lokaler Agrarproduktion von Entwicklungsländern in globale...
Das Beispiel der exportorienti...
Geowissenschaften / Geographie - Wirtschaftsgeographie
Diplomarbeit, 139 Seiten
Das Heterarchiekonzept (Hedlund) - Darstellung und kritische Würdigung
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Neue Organisationskonzepte als Alternative zur Hierarchie? - Eine Unte...
BWL - Personal und Organisation
Diplomarbeit, 62 Seiten
Welche Armutsbegriffe gibt es, und wer ist in Deutschland von Armut be...
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Seminararbeit, 17 Seiten
Reduzierung von Armut und Hunger in den Ländern südlich der Sahara
Die Milleniumsziele
Politik - Internationale Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit
Hausarbeit, 23 Seiten
Globalisierung: Die Weltwirtschaftsordnung und ihr Einfluss auf die Er...
Soziologie - Wirtschaft und Industrie
Seminararbeit, 30 Seiten
Afrikawissenschaften: Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungspolitk am Beispiel der HIPC-Initiative ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Afrikawissenschaften: neuer Titel erschienen: Möglichkeiten und Grenzen von Entwicklungspolitk am Beispiel der HIPC-Initiative
Sebastian Schmelzer hat einen neuen Text hochgeladen
Long-Term Debt Sustainability in Low-Income Countries; The HIPC Initia...
Njuguna S. Ndungu, Matthew Odedokun, H. K. R. Amani
Möglichkeiten und Grenzen effektiver Marktbearbeitungsstrategien in de...
Andree Poeradiredja
0 Kommentare