Inhaltsverzeichnis
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1. Einleitung 3
2. Der Begriff Armut 4
2.1 Absolute Armut 4
2.2 Relative Armut 4
2.3 Erweiterte Armutsbegriffe 4 - 5
3. Lösungsversuche zur Bekämpfung der
Armut in der Vergangenheit 5 - 6
4. Ausgangspunkte und Standards für
zuk ünftige Entwicklungsarbeit 7
4.1 Post-Washington Consensus 7
4.2 Poverty Reduction Strategy Papers 7 - 8
4.3 Millennium Development Goals 8
5. Aufgaben und Zielsetzung der Armutsbekämpfung
in Gegenwart und Zukunft 9
5.1 Verteilung von Entwicklungshilfe 9 - 10
5.2 Direkte Budgethilfen 10
5.3 Capacity Building 11
5.4 Pro-Poor Growth 11 - 12
6. Literaturverzeichnis 13 - 14
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1. Einleitung
Entwicklungspolitik im heutigen Sinne nahm Anfang der 60er Jahre ihren Anfang. Dies geschah durch die Gründung der Organisation für Internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die Armutsbekämpfung gilt, neben der Verbesserung des Gesundheits- und Bildungswesens, als das erklärte Hauptbestreben von Entwicklungspolitik (vgl. Nuschler 2005). Ein Hauptziel, das in den letzten 60 Jahren zu keinen eindeutigen Ergebnissen, geschweige denn Verbesserungen, führte (vgl. Easterly 2006). Heutzutage leben ca. 18% der Weltbevölkerung in extremer Armut. Das heißt, dass sie über weniger als 1 $ pro Tag verfügen. Weitere 40% müssen mit weniger als 2 $ pro Tag auskommen. Unter anderem daraus resultiert, dass weltweit ca. 840 Millionen Menschen unter Hunger leiden (vgl. Collier 2007).
Der Prozentsatz der extrem Armen ist zwar insgesamt leicht zurückgegangen, aber diese Entwicklung ist ausschließlich auf die wirtschaftliche Entwicklung in Südostasien und China zurückzuführen. In den Regionen, in denen kein ökonomischer Aufschwung stattfand, ist die Zahl der Armen, nach Informationen der Global Economic Prospects 1 der Weltbank weiter steigend. Ebenso nimmt die Kluft zwischen Arm und Reich im weltweiten Vergleichsmaßstab stetig zu. Allein zwischen 1988 bis 1993 stieg der Gini-Index 2 um 4,4 Punkte; eine Tendenz, die in den folgenden Jahren nur geringfügig abnahm. Daher ist auch nötig sich die Frage zu stellen, wie lange sich eine wachsende Divergenz zwischen Teilen der Weltbevölkerung in einer Zeit des wirtschaftlichen und kommunikativen Zusammenwachsens beibehalten lässt, bevor sie in Instabilität und Verweigerung von beteiligten Akteuren umschlägt (vgl. Dussel 2002).
Die vergangenen Jahrzehnte haben verschiedenartige Konzepte der Armutsbewältigung hervorgebracht, die sich in punkto der angenommen Ursachen von Armut gegeneinander abgrenzen und auf dieser Grundlage in unterschiedliche Vorgehensweisen zur Bekämpfung von Elend mündeten.
Auf diese Konzepte wird im Laufe der Arbeit eingegangen. Jedoch erscheint es nötig, den Begriff Armut vorher kurz zu umreißen. Darauf folgt eine knappe geschichtliche Beschreibung der entwicklungspolitischen Muster in der Armutsbekämpfung, bevor sich die Arbeit eingehend den aktuellen Konzepten hinwendet und versucht, diese zu bewerten.
1 Für detaillierte Informationen vgl. http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTDEC
2 Der GINI-Index ist eine statistische Maßzahl, die angibt, wie gleichmäßig bzw. gerecht Einkommen innerhalb
einer Volkswirtschaft verteilt sind.
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2. Der Begriff Armut
Ähnlich den meisten relevanten Schlüsselbegriffen der politischen Wissenschaften ist auch der Begriff Armut nicht deutlich definiert (vgl. Collier 2007).
2.1 Absolute Armut
Zum einen wird Armut als absolutes Konzept gesehen. Der Teil der Bevölkerung, der unter eine bestimmte Armutsgrenze (Kalorien oder Einkommen) gezählt wird, gilt als arm. Ein prominentes Beispiel dafür ist das 2 $ pro Kopf/Tag-Einkommen für "Arme" und das 1 $ pro Kopf/Tag-Einkommen für "extrem Arme". Diese Grenze wurde von der Weltbank angelegt und von vielen Autoren, unter anderem Paul Collier, als Maßstab für Bemessung von Armut benutzt.
2.2 Relative Armut
Ein weiteres Konzept, um Armut als relativen Begriff zu bezeichnen, nutzt das individuelle Pro-Kopf-Einkommen und setzt es ins Verhältnis zum Durchschnittseinkommen des jeweiligen Landes. Arm ist hiernach derjenige, der weniger als 20% des Durchschnittseinkommens des entsprechen Landes verdient. Auf diesem Verständnis von Armut bauen z.B. Messprogramme wie der Gini-Index auf. Kaum Anwendung findet hingegen die Vorstellung von Armut als subjektives Konzept. Demnach ist die Empfindung der eigenen Lebensumstände entscheidend für die Einordnung innerhalb oder außerhalb von Armutsverhältnissen.
2.3 Erweiterte Armutsbegriffe
Zum Ende des 20. Jahrhunderts fand zudem ein ausgedehnter Armutsbegriff stärkeren Anklang. Diese Definition misst Armut nicht nur an wirtschaftlichen Indikatoren, sondern bezieht auch humanitäre Aspekte (Gesundheitsversorgung, Nahrung und Bildung), politische Rechte (Freiheit, Einfluss, Stimme), soziokulturelle Aspekte (Würde, Status, kulturelle Zugehörigkeit und Identität) verstärkt in die Bewertung von Armut mit ein. Als Vorreiter dieser erweiterten Definition gilt der indische Wirtschaftswissenschaftler Amartya Sen, auf dessen
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Vorschläge u. a. die Einrichtung des Human Development Index 3 der Vereinten Nationen zurückgeht. Der HDI wird seit 1990 jährlich im Human Development Report veröffentlicht und dem World Development Report 4 der Weltbank gegenübergestellt.
3. Lösungsversuche zur Bekämpfung der Armut in der Vergangenheit In den vergangenen Dekaden wurde auf unterschiedliche Konzepte zur Armutsbekämpfung durch Entwicklungspolitik zurückgegriffen, die hier in Kurzfassung vorgestellt werden sollen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Armut ausnahmslos als Abwesenheit von Wirtschaftswachstum in Folge von fehlendem Kapital verstanden. Dieses Verständnis wurde weitestgehend bis in die 70er Jahre beibehalten. Es wurde hierbei von Modernisierungstheorien ausgegangen, die von einem universellen Entwicklungsstrang ausgingen und die wirtschaftliche Entwicklung eines Staates wurde innerhalb eines bestimmten Stadiums auf diesem Strang eingeordnet. Dies führte zur Vorstellung einer nachholenden Entwicklung, die viele Staaten durchlaufen müssten. Als Instrumente zur Umsetzung dienten die in jenen Tagen klassischen Rezepte der westlichen Wirtschaftspolitik. Dazu zählen unter anderem staatliche Unternehmen, Kontrolle des Finanzsektors sowie Preiskontrollen (vgl. Loewe 2005).
Im Jahre 1969 wurde der Entwicklungspolitik in Bezug auf die Armutsreduzierung ein negatives Urteil ausgestellt. Dies geschah durch den Pearson-Report 5 der Weltbank. Dieser Bericht sagt unter anderem, dass die Entwicklungsländer schon zu diesem Zeitpunkt zu stark verschuldet waren und unterstützt werden müssen oder ihnen ein Teil ihrer Schulden erlassen werden sollte. Damit hätte sich die Vorstellung, dass allein der Kapitalmangel für die Armut verantwortlich ist, als hinfällig erwiesen. Die Schlussfolgerungen für die Beteiligten an der Entwicklungspolitik waren jedoch nur schwach ausformulierte und ebenso schwach umgesetzte Programme wie z.B. „Nahrung und Bildung für alle“. Der erhoffte Politikwechsel blieb aus (vgl. Nuschler 2005).
3 Werte des HDI 2007/08: http://hdr.undp.org/en/media/hdr_20072008_table_1.pdf
4 Vollständiger Report von 2007: http://siteresources.worldbank.org/INTWDR2007/Resources/1489782-
1158107976655/overview.pdf
5 Auszüge aus dem Pearson-Report:
http://web.worldbank.org/WBSITE/EXTERNAL/EXTABOUTUS/EXTARCHIVES/0,,contentMDK:20121526~
pagePK:36726~piPK:36092~theSitePK:29506,00.html
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Arbeit zitieren:
Sebastian Schmelzer, 2008, Möglichkeiten und Grenzen der Entwicklungspolitik unter besonderer Betrachtung von Konzepten zur Armutsbekämpfung, München, GRIN Verlag GmbH
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