Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung 2
1. Planungsphase 2
1.1 Theoretische Erkenntnisse 2
1.2 Problemstellung und Untersuchungsgegenstand 3
1.3 Auswahl des Untersuchungsmaterials 4
1.4 Methode. 5
1.5 Forschungsfrage und Hypothesenbildung. 5
2. Entwicklungsphase. 6
2.1 Theoriegeleitete Kategorienbildung 6
2.2 Empiriegeleitete Kategorienbildung. 7
3. Anwendungsphase 8
3.1 Datenerhebung. 8
3.2 Auswertung 9
4. Zusammenfassung 10
Literaturverzeichnis 11
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0. Einleitung
„Wenn im Kino die Erregung steigt, geht es auf der Leinwand nur selten richtig zur Sache, denn wahre Erotik findet in unserer Phantasie statt.“ Dies besagt zumindest die Theorie, nach der sich der verhüllte Erotikfilm deutlich vom Porno mit all seinen nackten Tatsachen unterscheidet. Die Frage nach dem tatsächlichen Unterschied ist nicht nur interessant, sondern auch medienpädagogisch sehr wichtig. Schließlich hängt von der Unterscheidung der Erotik von der Pornographie ab, was im Fernsehen gezeigt werden darf und was nicht. Der Rundfunkstaatsvertrag legt fest: „Sendungen sind unzulässig, wenn sie pornographisch sind.“ (§ 184 StGB) Diese Formulierung ist jedoch sehr schwammig, da Pornographie und Erotik nicht so einfach abzugrenzen sind. Historisch gesehen hat die Pornographie ihren Ursprung in den griechischen Wörtern „porne“ und „graphos“, was besagt, dass sich die Pornographie anfänglich mit der Darstellung von Leben und Sitten der Prostituierten und ihren Kunden in Schrift und Bild beschäftigte. Heute spricht man im Fernsehen von Pornographie, wenn die Häufigkeit der sexuellen Aktivität zunimmt, während die Befriedigung abnimmt, wenn der Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern erfolgt und wenn Frauen in den Darstellungen zur Ware und zum reinen Lustobjekt erniedrigt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Pornographie die Intention der sexuellen Reizwirkung im Vordergrund steht. Anders ist das bei der Erotik, denn hier steht die seelische und sinnliche Form der Liebe im Rampenlicht. Ursprung der Erotik war der griechische „eros“, der Gott der Geschlechtsliebe und Sohn der Liebesgöttin Aphrodite, der mit seinen Pfeilen Götter und Menschen trifft, die daraufhin von Liebessehnsucht, Wonne und Liebesschmerz heimgesucht werden. Der Begriff „Erotik“ umfasst demnach Zärtlichkeit und Geborgenheit vereint mit Sinnlichkeit und Leidenschaft. Vergleichend kann man sagen, dass die Grenzen zwischen Pornographie und Erotik offensichtlich fließend sind, denn in beiden Fällen geht es um die Darstellung von Sexualität und Geschlechtsverkehr und so müssen das Erotische und das Pornographische zusammenwirken, denn während das eine das Begehren schürt, betont das andere die Befriedigung. Herauszufinden, ob der Unterschied zwischen Erotik und Pornographie wirklich so deutlich ist und in welche Geschlechterrollen Mann und Frau im Genre des Erotikfilms gepresst werden, war Ziel unserer Gruppenarbeit.
1. Planungsphase
1.1 Theoretische Erkenntnisse
Anhand der Studie „Sexualität und Geschlechtsrollenklischees im Fernsehen“ von Horst
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Scarbath, Margareta Gorschenek und Petra Grell soll beispielhaft gezeigt werden, welche theoretischen Erkenntnisse wir bereits aus wissenschaftlichen Publikationen und Studien gewinnen konnten.
Im Rahmen dieser Studie wurden Geschlechtsrollenklischees und Sexualität im Privatfernsehen durch das Team des Instituts für Interdisziplinäre Kultur- und Medienforschung (IKM) in Hamburg unter Leitung von Prof. Horst Scarbath untersucht. Anlass waren öffentliche Klagen über eine angebliche Porno-Welle im Fernsehen sowie die zunehmende Kritik der Feministinnen an den verbreiteten Geschlechterbildern. Der Auftraggeber war die Hamburgische Anstalt für Neue Medien (HAM). Für die Studie wurden sämtliche Unterhaltungssendungen wie z.B. Spielfilme, Spielshows, Kindersendungen und Werbespots untersucht, wofür die Wochenendangebote von RTL, Sat.1, Pro 7, DSF und Premiere TV an zwei Wochenenden ausgewählt wurden.
Dabei kamen Prof. Scarbath und sein Team zu einer Vielzahl von Ergebnissen, die hier nur grob aufgezählt werden sollen. So wurde herausgefunden, dass die Sexualität und Nacktheit, insbesondere der Frau, vorrangig als Zuschauerköder und Mittel zur emotionalen Aufladung der Konsumenten dient. Weiterhin fiel bei der Analyse des Untersuchungsmaterials auf, dass eine voyeuristische Perspektive, speziell aus dem männlichen Blickwinkel, vorherrschend ist, die sich hauptsächlich brennpunktartig auf die sexuell bedeutsamen Körperregionen der Frau beschränkt. Weitere Ergebnisse sind das Klischee des aktiven, aggressiven, rationalen und Technikorientierten Mannes und das Bild von der passiven, schwachen, hingebungsvoll dienenden und gefühlsbetonten Frau. Ebenso fand man heraus, dass sehr häufig Gewalt gegen Frauen dargestellt wird, ausgeführt von destruktiven, Machtausübenden Männern.
Die Ergebnisse dieser und auch weiterer Studien waren für uns ein wichtiger Ausgangspunkt für die Problemstellung unserer Arbeit.
1.2 Problemstellung und Untersuchungsgegenstand
Um festzustellen, wie deutlich eine Grenze zwischen der Erotik und der Pornographie überhaupt gezogen werden kann und um herauszufinden, welche Geschlechterbilder und Klischees der Erotikfilm bedient, haben wir uns für die Methode der Inhaltsanalyse entschieden.
Voraussetzung für jede inhaltsanalytische Untersuchung ist, dass sich der Forscher eine bestimmte Frage stellt und etwas in Erfahrung bringen möchte. Das ist die Grundlage, um zunächst das Untersuchungsziel festzulegen. Zu diesem Zweck fasst der Forscher all seine Ideen und Fragen zu einem Problem zusammen, um dieses dann als offene Generalhypothese bzw. als Forschungsfrage seiner Untersuchung zu formulieren.
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Arbeit zitieren:
Maja Roseck, 2003, Mars oder Venus? - Geschlechterrollen in Erotikfilmen, München, GRIN Verlag GmbH
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