INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS
INHALTSVERZEICHNIS 1
1 EINLEITUNG. 3
2 DIE ENTWICKLUNG DER KONFLIKTFORSCHUNG 3
2.1 IN DEN USA 4
2.2 IN EUROPA UND DEUTSCHLAND. 5
3 WICHTIGE DATENBANKEN DER KONFLIKTFORSCHUNG IM ÜBERBLICK 6
3.1 CORRELATES OF WAR (COW) 7
3.2 MILITARIZED INTERSTATE DISPUTES (MID) 8
3.3 UPPSALA CONFLICT DATA PROGRAM (UCDP) 8
3.4 HAMBURGER ARBEITSGEMEINSCHAFT KRIEGSURSACHENFORSCHUNG 10
3.5 HEIDELBERGER KONFLIKT-SIMULATIONSMODELL (KOSIMO) UND CONFLICT
INFORMATION SYSTEM (CONIS) 11
4 DER HINTERGRUND DES ZWEITEN GOLFKRIEGS 12
5 DER ZWEITE GOLFKRIEG IN DEN EINZELNEN DATENBANKEN. 13
5.1 CORRELATES OF WAR (COW) 13
5.2 UPPSALA CONFLICT DATA PROGRAM (UCDP) 13
6 FAZIT 14
7 LITERATURVERZEICHNIS 18
7 18
2
2
EINLEITUNG
1 EINLEITUNG
Innerhalb der Politikwissenschaft, genauer gesagt der Konflikt- und Friedensforschung gibt es sehr viele verschiedene Ansätze Konflikte und Kriege zu definieren. Dabei existieren zum einem unterschiedliche Meinungen darüber, wer überhaupt einen Krieg führen darf und ab wann Interessengegensätze zwischen Ländern oder innerhalb von Ländern relevant für die Konfliktforschung werden. Zum anderen gibt es zwei verschiedene Zugänge, nach qualitativen Kriterien oder nach quantitativen Kriterien, Kriege und Konflikte zu betrachten. Diese Arbeit soll einen kurzen Abriss über die Entwicklung der Konflikt- und Friedensforschung auf akademischer Ebene geben und im Anschluss daran die aktuell wichtigsten Projekte vorstellen. Dabei wird auf das Correlates of War Projekt von David Singer an der Universität Michigan in Amerika, der entsprechenden Ergänzung Militarized Interstate Disputes, dem Uppsala Conflict Data Program der Universität Uppsala in Schweden und den beiden deutschen Projekten Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung der Universität Hamburg und dem Heidelberger Konflikt-Simulationsmodell eingegangen. Die Ansätze der qualitativen Kriegsursachenforschung werden innerhalb dieser Arbeit nur beschrieben, und fließen nicht mit in den Vergleich ein und werden auch nicht hinsichtlich der Darstellung des zweiten Golfkrieges untersucht.
Anhand des zweiten Golfkriegs soll dann aufgezeigt werden, wie ein Krieg innerhalb der relevanten Datenbanken der quantitativen Kriegsursachenforschung hinsichtlich verschiedener Kriterien, wie z.B. Beginn, Dauer, beteiligte Akteure, etc. unterschiedlich aufgenommen wird. Anschließend sollen die unterschiedlichen Stärken und Schwächen der einzelnen Projekte aufgezeigt werden.
2 DIE ENTWICKLUNG DER KONFLIKTFORSCHUNG
Da Konflikte und Kriege schon immer auftraten, wo sich menschliche Gesellschaft ausbildete, gab es auch zu jeder Zeit menschlicher Kultur, Personen die sich über das Wesen dieser Phänomene Gedanken gemacht haben. Aus diesem Grund ist es schwer, einen wirklichen Anfang für die systematische Erforschung von Konflikten zu geben. Als einen der ersten Vertreter der systematischen Erforschung von Kriegen in der modernen Zeit, lässt sich Carl von Clausewitz bezeichnen. In seinem achtbändigen Werk „Vom Kriege“ analysiert er die Kriege 3
DIE Entwicklung der Konfliktforschung
und Konflikte seiner Zeit. Die Auseinandersetzung mit dieser Thematik im akademischen Bereich vollzog sich erst später. Heutzutage versucht die Konfliktforschung mit Hilfe qualitativer und quantitativer Ansätze die Ursachen für internationale, nationale und regionale Konflikte zu finden und Konfliktlösungsstrategien zu entwickeln.
2.1 IN DEN USA
Bereits zwischen 1817 und 1819 gab es in den USA erste Untersuchungen über Menschenverluste in Kriegen und die Vergeudung von Ressourcen als Folge von
Kriegsführung durch die Massachusetts Peace Society. 1 Unter den Eindrücken der Entwicklung in Europa und dem Ersten Weltkrieg entstanden Anfang des 20. Jahrhunderts viele Vereinigungen zum Thema Friedens- und Konfliktforschung in Amerika. Darunter die von Andrew Carnegie 1910 gegründete Organisation „Carnegie Endowment for International Peace“ in New York oder 1911 die „World Peace Foundation“. Das erste Forschungsinstitut
(Hoover Institution on War, Revolution and Peace) entstand 1919 an der Stanford University. 2 Dabei ging es vor allem auch um die Frage nach der zukünftigen Rolle der USA bei internationalen Konflikten, was schließlich zur Gründung einer interdisziplinären Forschungseinrichtung (entstanden aus Völkerrecht, Politologie, Psychologie) führte und später in die moderne Konfliktforschung überging.
Durch die Veröffentlichung seines Werkes zur Untersuchung des Krieges als gesellschaftliche Institution „A Study of War“ (Chicago 1942) gilt Quincy Wright als der Begründer der
modernen Konfliktforschung. 3 Er war unter anderem die Basis für die quantitative Kriegsforschung unter David Singer an der Universität Michigan. Durch den Zweiten Weltkrieg und den kalten Krieg wurden für die Konfliktforschung neue entscheidende Impulse gesetzt, da die neue Gefahr, die von Massenvernichtungswaffen ausging und das Entstehen von Initiativen zur friedlichen Konfliktbewältigung, z.B. durch Albert Einstein in den Fokus des
Interesses rückte. 4 Bereits 1948 gab es in den USA die Möglichkeit einen Abschluss im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung an dem Manchester College zu machen. Ein Angebot was innerhalb kürzester Zeit von fast allen bedeutenden Universitäten Amerikas durch die Gründung entsprechender Institute ebenfalls zur Verfügung gestellt wurde. Typischerweise
1 Vgl. (Koppe, 1999) S. 24
2 Vgl. (Koppe, 1999) S. 25
3 Vgl. (Koppe, 1999) S. 25
4 Vgl. (Koppe, 1999) S. 26
4
DIE Entwicklung der Konfliktforschung
wurden und werden diese Institute durch private Spenden und Stiftungen unterstützt und
gefördert, wobei mittlerweile aber auch Fördergelder vom Staat beantragt werden können. 5 Aufgrund dieser frühzeitigen Auseinandersetzung mit der Thematik stammen nahezu alle wichtigen empirischen und analytischen Ansätze von Wissenschaftlern amerikanischer Universitäten. Im Folgenden sollen neben dem bereits erwähnten Quincy Wright nur einige weitere wichtige Vertreter mit ihrem Beiträgen genannt werden: ‐ Karl W. Deutsch, Politikwissenschaftler an der Harvard University hat mit seiner Analyse der internationalen Beziehungen ein Grundlagenwerk dieser Forschungsrichtung geschaffen.
‐ Ole R. Holsti bezog als einer der ersten Forscher das individuelle Verhalten bei der Beurteilung von Konfliktsituationen mit ein.
‐ Der in Russland geborene Wissenschaftler Anatol Rapoport bezog mathematische Denkweisen in seine sozialwissenschaftlichen Forschungsansätze mit ein und
entwickelte so die Spieletheorie. 6
‐ David Singer und Melvin Small haben durch die systematisch quantitative Erfassung von Konflikten in dem „Correlates of War“ - Projekt neue Perspektiven für die Untersuchung von Konflikten geschaffen.
2.2 IN EUROPA UND DEUTSCHLAND
In Europa entstanden seit den 50er an den Hochschulen in Großbritannien, den Niederlanden und Skandinavien die ersten Institute zur Konfliktforschung. Trotz des Einflusses von Amerika, kann diese Entwicklung als eigenständige Reaktion auf den zweiten Weltkrieg, die Ost-West
Problematik sowie die zunehmenden Probleme der Dritten Welt verstanden werden. 7 Im Gegensatz zu den USA wurde die Friedens- und Konfliktforschung in Europa durch Karl Kaiser viel stärker als normative Wissenschaft konstituiert, deren primäre Ziele nicht nur die Erkenntnis und der Fortschritt sind, sondern auch die Verbesserung eines Forschungsgegenstandes - Frieden - durch das Ableiten normativer konkreter Vorschläge für
die Politik. 8
Die Zeit von 1957 bis 1972 kann als die Gründerzeit der europäischen Konfliktforschung angesehen werden. In dieser Epoche, die unter dem Eindruck zunehmender Militarisierung
5 Vgl. (Koppe, 1999) S. 27
6 Vgl. (Koppe, 1999) S. 30 - 32
7 Vgl. (Koppe, 1999) S. 32
8 Vgl. (Koppe, 1999) S. 34
5
WICHTIGE Datenbanken der Konfliktforschung im Überblick
zwischenstaatlicher und innerstaatlicher Beziehungen stand, wurden zum Beispiel das International Institute for Stratetic Studies (IISS) - 1957, die Studiengesellschaft für Friedensforschung in Zürich und München - 1959, die Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) - 1959 uvm. gegründet.
Der Ursprung der deutschen Friedens- und Konfliktforschung ist nach Ansicht von Karlheinz Koppe die Göttinger Erklärung von 1957 durch 18 Atomwissenschaftler zu den Folgen der Stationierung von Atomwaffen auf deutschem Boden. Dies war seiner Meinung nach der erste
Schritt von der reinen wissenschaftlichen Tätigkeit zur Übernahme politischer Verantwortung. 9 Sie steht in enger Verbindung mit der Gründung der „Vereinigung Deutscher Wissenschaftler“
1959 durch Carl Friedrich von Weizsäcker und weiteren prominenten Atomwissenschaftlern. 10 Der Schwerpunkt dieser Vereinigung liegt auf friedens- und sicherheitspolitischen Fragen. 1970 wurden neben der Deutschen Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung (DGFK), deren Schwerpunkte internationale Konflikte und die Entwicklungsländerproblematik waren, die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung (HSFK) gegründet. Während sich die DGFK aufgrund innenpolitischer Proteste 1983 auflöste und in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) überging, bildet die HSFK heute das älteste und größte Institut
Deutschlands. 11 Eine weitere wichtige Forschungsstelle, die Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) wurde 1986 an der Universität Hamburg gegründet. 12 Mit dem Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung, welches 1991 aus der DFG hervorging und sich als gemeinnütziger Verein der Erforschung, Dokumentation und Auswertung innerstaatlicher und internationaler politischer Konflikte widmet, existiert in
Deutschland eine weitere wichtige Einrichtung der Konfliktforschung. 13
3 WICHTIGE DATENBANKEN DER KONFLIKTFORSCHUNG IM ÜBERBLICK
In dem Abschnitt über die historische Entwicklung der Friedens- und Konfliktforschung wurden bereits einige wichtige Projekte angesprochen. Im folgenden Abschnitt soll eine kurze Beschreibung der aktuell wichtigen Datenbanken der Konfliktforschung erfolgen. Dabei können grundsätzlich zwei verschiedene Richtungen der Analyse von Konflikten unterschieden werden. Zum einen der quantitative Ansatz der stark durch das Correlates of War (COW) -
9 Vgl. (Koppe, 1999) S. 37
10 Vgl. (Vereinigung Deutscher Wissenschaftler)
11 Vgl. (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung)
12 Vgl. (Arbeitsgemeinschaftskrieg Ursachenforschung)
13 Vgl. (Heidelberger Institut für internationale Konfliktforschung) 6
Arbeit zitieren:
Stefan Lippmann, 2008, Verschiedene Ansätze zur Konfliktforschung im Vergleich am Beispiel des Irakkriegs, München, GRIN Verlag GmbH
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