Gliederung
1. EINLEITUNG. 3
2. DAS BRETTON-WOODS-SYSTEM. 4
2.1. DIE KONFERENZ VON BRETTON-WOODS 4
2.2. DER KEYNES-PLAN UND DER WHITE-PLAN 5
2.3. FUNKTIONSWEISE DES BRETTON-WOODS-SYSTEMS 5
3. DIE ENTWICKLUNG DES BRETTON-WOODS-SYSTEMS. 6
3.1. DER US-DOLLAR ALS EFFEKTIVE LEITWÄHRUNG 6
3.2. SCHEITERN DES SYSTEMS FESTER WECHSELKURSE 7
4. DER INTERNATIONALE WÄHRUNGSFONDS 9
4.1. ZIELSETZUNG UND AUFGABENBEREICH 9
4.2. ORGANISATION. 9
4.3. KRITIK UND REFORMVORHABEN. 11
4.3.1. allgemeine Vorwürfe 11
4.3.2. Der IWF in der Asienkrise 12
4.4. DER IWF UND DIE AKTUELLE FINANZMARKTKRISE 14
5. DIE AKTUELLE SITUATION 15
5.1. FREIE UND GEBUNDENE WÄHRUNGEN 15
5.2. DAS LEISTUNGSBILANZDEFIZIT DER USA IM ZUSAMMENHANG MIT DEN ASIATISCHEN STAATEN 16
6. SCHLUSS 17
7. LITERATURVERZEICHNIS 19
2
1. Einleitung
Die internationale Währungsordnung musste nach dem Zweiten Weltkrieg gänzlich reformiert werden. Ausgangspunkt war das Bretton-Woods-System mit dem US-Dollar als Leitwährung, welches nach seinem Scheitern Platz für ein System flexibler und fester Wechselkurse machte. Die Gründe für das Scheitern sind sowohl in der Politik der USA als auch in den den Mitgliedsländern des Bretton-Woods-Systems zu suchen. Auch aktuell erweisen sich internationale Verschuldungen und Währungskrisen keinesfalls als überwunden, beweisen doch Währungskrisen wie die Asienkrise 1997 oder das problematische Leistungsbilanzdefizit der USA gegenteiliges.
Zwar wurde zur Behebung eben dieser Probleme der Internationale Währungsfonds 1 gegründet, offenbarten sich allerdings auch hier bald Schwierigkeiten und Kritik bezüglich der vom Fonds durchgeführten Maßnahmen gegen internationale Währungskrisen.
In der vorliegenden Arbeit soll daher zunächst auf das Bretton-Woods-System eingegangen werden. In diesem Zusammenhang wird die Konferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 und die dort diskutierten Pläne der Ökonomen John Maynard Keynes und Harry Dexter White eine Rolle spielen. Auch das auf der Konferenz erarbeitete auf einer Leitwährung und festen Wechselkursen basierende System soll dargestellt werden. Hieraus ergeben sich dann die allmählich wachsenden Probleme und schließlich das Scheitern des Systems. Die Entwicklung der internationalen Währungsordnung nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems soll nur knapp erwähnt werden, würde der Rahmen sonst gesprengt werden.
Neben dem Bretton-Woods-System soll ein weiterer Schwerpunkt durch den IWF gebildet werden, war er ursprünglich als Hüter des Systems fester Wechselkurse konzipiert und geriet auch nach dem Zusammenbruch immer wieder in die Kritik. In der vorliegenden Arbeit soll daher zunächst auf die Organisation, die sich im Laufe der Zeit wandelnden Tätigkeitsbereiche und die verschiedenen Vorwürfe und Reformvorhaben eingegangen werden.
Neben der aktuellen Lage des IWF soll schließlich auf ein heutiges gravierendes Problem der Weltwährungsordnung eingegangen werden: Das Leistungsbilanzdefizit der USA. In diesem Zuge muss dann die Währungspolitik der asiatischen Staaten beleuchtet werden. An Literatur wird sich besonders auf Eckart Kochs Internationale Wirtschaftsbeziehungen 2 ,
1 Im Folgenden: Internationaler Währungsfonds = IWF.
2 Koch, Eckart: Internationale Wirtschaftsbeziehungen. München 1998.
3
einige Beiträger aus dem Handbuch ökonomisch-politische Bildung 3 und auf den Artikel „Strukturen der internationalen Währungs- und Finanzpolitik“ 4 bezogen.
2. Das Bretton-Woods-System
2.1. Die Konferenz von Bretton-Woods
Noch vor Ende des Zweiten Weltkriegs waren sich die damaligen vorherrschenden Staaten darüber einig, ein neues internationales Währungssystem institutionalisieren zu wollen. Man hatte in der Zwischenkriegszeit verschiedene Erfahrungen gemacht, aus denen man nun gelernt haben wollte. Es hatte zum Beispiel Abwertungswettläufe gegeben, in deren Zuge Länder ihre Währungen unablässig abwerteten, um ihren Export zu fördern. Außerdem hatten manche Länder protektionistische Maßnahmen wie Importbeschränkungen ergriffen oder waren zweiseitige Handelsvereinbarungen eingegangen. Obendrein hatten viele Länder einen Mangel an Währungsreserven, so dass sie jene Devisen nur in limitierten Mengen herausgaben, also Devisenbewirtschaftung betrieben. 5
In dem Ort Bretton Woods im amerikanischen Bundesstaat New Hampshire fand im Juli 1944 zu diesem Zweck die Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen statt. Hauptsächlich unter der Regie der USA und Großbritanniens 6 war sie von langer Hand vorbereitet worden und dauerte insgesamt drei Wochen. Als allgemeine Zielsetzung hatte man sich vorgenommen, den Welthandel zu beleben, wozu das internationale Währungssystem von Beschränkungen befreit werden musste. 7
Während der internationale Handel durch die World Trade Organization (WTO) organisiert werden sollte, wurde zur Aufsicht der Währungsordnung der IWF und die International Bank for Reconstruction and Development (IBRD), die so genannte Weltbank, gegründet. Der Weltbank, welche hier keine größere Rolle spielen soll, oblag die Unterstützung des Wiederaufbaus im Krieg zerstörter Länder und der Vergabe von günstigen Krediten an Entwicklungs- und Schwellenländer. 8 Auch sollten sich die damaligen Machtverhältnisse in der neuen
3 Handbuch ökonomisch-politische Bildung. Althammer, Jörg; Andersen, Uwe; Detjen, Joachim; Kruber, Klaus-Peter (Hrsg.). Schwalbach /Ts. 2007.
4 Kruber, Klaus-Peter; Mees, Anna Lena; Meyer, Christian: „Strukturen der internationalen Währungs- und Finanzpolitik“. In: Informationen zur politischen Bildung (Heft 299): Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Bonn 2008. S. 44-50.
5 Koch, S. 61.
6 Kruber, Klaus-Peter: Ökonomische Bildung kompakt: Internationale Wirtschaftsbeziehungen. Braunschweig 2005. S. 81.
7 Koch, S. 61.
8 Kruber; Mees; Meyer, S. 51.
4
Währungsordnung widerspiegeln, was eine besondere Berücksichtigung der Interessen der politisch und wirtschaftlich vorherrschenden USA bedeutete. 9
2.2. Der Keynes-Plan und der White-Plan
Zur Umsetzung der Reform des internationalen Währungssystems wurden auf der Konferenz zwei Pläne diskutiert: Der Entwurf des Engländers John Maynard Keynes und ein Vorschlag des Amerikaners Harry Dexter White. Kern des Keynes-Plans bildete neben festen Wechselkursen eine Art Welt-Zentralbank, die so genannte International Clearing Union. Falls es also in Ländern zu Leistungsbilanzdefiziten kam, sollten diesen Ländern Kredite gewährt werden, welche von Überschussländern finanziert werden sollten. Zu betonen ist, dass die Kreditgewährung in Form einer internationale Rechnungseinheit, dem Bancor, vorgenommen werden sollte. Hierbei handelte es sich um Buchgeld, welches in Krisensituationen zur Gewährung gegenseitiger Buchkredite eingesetzt werden sollte. Der White-Plan bezog sich im Gegensatz zum Keynes-Plan nicht auf Buchgeld, sondern sah neben festen Wechselkursen die Institutionalisierung eines Inter-Alliierten Stabilisierungsfonds vor, der selber nicht zur Geldschöpfung berechtigt war und die Länder ihre Defizite somit hauptsächlich eigenständig bekämpfen mussten. In diesen sollten von den Mitgliedsländern Beiträge zu festgelegten Quoten eingezahlt werden und er sollte im Fall von Zahlungsbilanzproblemen Kredite vergeben. 10 Zum Hintergrund der beiden Pläne ist auf die nationale Herkunft der Ökonomen hinzuweisen. So stammte der Befürworter einer zur Geldschöpfung befähigten Institution aus dem durch den Zweiten Weltkrieg stark verschuldeten Großbritannien, während der Verfechter einer eher selbständigen Bekämpfung von Zahlungsbilanzungleichgewichten aus der Gläubigernation Amerika stammte. Der Plan des Amerikaners White wurde dann auch zum Teil des Bretton-Woods-Abkommens.
2.3. Funktionsweise des Bretton-Woods-Systems
Den Kern des Bretton-Woods-Systems bildeten feste Wechselkurse und der Dollar als Leitwährung. 11 Der Wert des Dollars wurde hierbei durch eine festgelegte Relation zum Gold bestimmt. Dieser so genannte Gold-Devisen-Standard 12 basierte auf dem Goldstandard, welcher schon 1880 eingeführt worden war. Hier hatten die Länder für ihre Währungen einen festen
9 Koch, S. 61.
10 Wagner, Helmut: Einführung in die Weltwirtschaftspolitik. München 1995. S. 42f.
11 Ohr, Renate: Internationale Währungsbeziehungen. Frankfurt a.M. 2001. S. 10.
12 Kruber: Ökonomische Bildung kompakt, S. 82.
5
Wechselkurs ihrer Währung zum Gold, eine so genannte Goldparität, festlegen müssen. 13 Nun gab es neben dem Gold noch den US-Dollar und anfangs auch das britische Pfund als Reservewährung. 14 Nachdem das Pfund in den fünfziger Jahren dann allerdings einige Krisen durchlief, wurde der US-Dollar bald zur alleinigen Reservewährung. 15 Hierzu musste also zunächst der Wert des Dollars in Gold definiert werden. Man legte einen Golddevisenstandard fest, welcher besagte, dass eine Feinunze Gold (31,104 g) 35 US-Dollar entsprechen sollte. Die US-Zentralbank verpflichtete sich mit jener Richtlinie, Dollars zu eben diesem Kurs umzutauschen. 16 Somit waren die USA im Gegensatz zu allen anderen Staaten eigenständig in ihrer Währungspolitik. Für jene 17 teilnehmenden Länder wurde ein Gegenwert
zum Dollar oder Gold, eine so genannte Anfangsparität, bestimmt. Die Länder verpflichteten sich hiermit wiederum den Wert ihrer Währung zum Dollar stabil zu halten, indem ihre Zentralbanken im Fall einer Veränderung des Wechselkurses intervenieren musste. Das bedeutete, dass im Fall eines Überangebots an Dollars die Zentralbanken der Mitgliedsländer somit jenes Überangebot mit den eigenen Währungen aufkaufen mussten. Im Falle eines Mangels an Dollars, waren die Zentralbanken wiederum verpflichtet, ihre Dollarreserven auf den Markt bringen. 18 Es gab allerdings eine Bandbreite von plus / minus ein Prozent, in dessen Rahmen der Wechselkurs zur Leitwährung den Marktkräften überlassen bleiben sollte. Falls es Ländern nicht gelangen sollte, die Relation zum Dollar stabil zu halten, gab es zwei Möglichkeiten. Die erste Maßnahme stellten Devisenkredite dar, welche der weiter unten noch zu behandelnde IWF gewährte. Falls die Zahlungsbilanzdefizite zu eklatant und nicht durch Kredite zu lösen waren, sollte der IWF Paritätsänderungen, also eine Änderung des festen Wechselkurses, vornehmen. 19
3. Die Entwicklung des Bretton-Woods-Systems
3.1. Der US-Dollar als effektive Leitwährung
Das System funktionierte zunächst sehr gut. Das lag unter anderem daran, dass die Goldeinlösepflicht der USA durch große Goldvorräte gesichert schien, so konnten die USA zunächst eine fünfundzwanzig-prozentige Deckung des Dollars aufrecht erhalten. 20 Bis Anfang
13 Dieckheuer, Gustav: Internationale Wirtschaftsbeziehungen. München 2001. S. 264.
14 Koch, S. 62.
15 Koch, S. 74.
16 Koch, S. 62. 17 Kruber; Mees; Meyer, S. 51.
18 Koch, S. 62f.
19 Kruber: Ökonomische Bildung kompakt, S. 82.
20 Koch, S. 62.
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Arbeit zitieren:
hanna heller, 2009, Die internationale Währungsordnung im Wandel, München, GRIN Verlag GmbH
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