Lisl Schwab. Die erste Kunstfliegerin in Bayern
Lisl Schwab (1900-1967)
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Lisl Schwab. Die erste Kunstfliegerin in Bayern
E ine bekannte deutsche Flugpionierin, Motorfliegerin
und Kunstfliegerin war die aus Ingolstadt stammende Lisl Schwab (1900-1967), eigentlich Elisabeth Maria Schwab. Bayerns erste Kunstfliegerin feierte in den 1930-er Jahren ihre größten Triumphe. Später wurde es auffallend still um sie und sie starb arm und unbeachtet.
Elisabeth Maria Schwab kam am 3. September 1900 in Ingolstadt (Bayern) als erstes von sieben Kindern der Eheleute Johann Josef Schwab und Therese Schwab (1878-1968), geborene Wolf, zur Welt. Ihre Eltern hatten am 9. August 1899 in Pegnitz (Mittelfranken) geheiratet, einige Monate lang dort gewohnt und waren im Januar 1900 nach Ingolstadt gezogen. Der Vater von Lisl war ein Gutsbesitzersohn aus Steinbach im Odenwald und arbeitete zunächst als Rechtsanwalt mit bescheidenen Einkünften und später als Justizrat mit sicheren Einkommen am Amtsgericht Eichstätt. Er war 13 Jahre älter als seine Gattin. Über ihn hieß es später, er sei anständig, geachtet und angesehen gewesen. Man beschrieb ihn als den biedersten Menschen in einer etwas verrückten Familie.
Die Mutter von Lisl Schwab war die Tochter eines Ziegeleibesitzers in Ingolstadt, galt als Schönheit und lebte die meiste Zeit ihres Lebens in ihrem Geburtsort. Die Familie Schwab wohnte in Ingolstadt im Haus Ludwigstraße 7. Dort wuchsen Lisl und die anderen
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Kinder auf. Einige der Geschwister von Lisl sind sehr jung gestorben. Ihre Schwester Eleonora starb 1904 bereits zwei Tage nach der Geburt, ihr Bruder Alfred 1905 mit vier Jahren und ihr Bruder Friedrich 1908 zwei Wochen nach der Geburt.
Die katholische Lisl Schwab besuchte die sechsklassige höhere Töchterschule des Klosters Gnadenthal in Ingolstadt. In der Schulkartei ist „Elsa“ als ihr Vorname eingetragen. Von Kindheit an wurde sie aber „Lisl“ gerufen. Ihre Teenagerphase fiel in die Zeit des Ersten Weltkrieges (1914-1918).
Während des Ersten Weltkrieges diente der Vater von Lisl Schwab in der Bürgerwehr. Ihre Mutter Therese begegnete damals in Ingolstadt einem französischen Kriegsgefangenen, der Maler war und sie offenbar für die Malerei begeisterte. Fortan widmete die talentierte Frau einen Großteil ihrer Freizeit dem Malen, sammelte Malerfreunde um sich, die in ihrem Haus in der Ludwigstraße ein- und ausgingen und wollte sogar noch während des Ersten Weltkrieges eine „Künstlerkolonie“ gründen. Sie malte vor allem Stadtansichten, aber auch Blumen und Porträts und hatte damit Erfolg. Die Mutter von Lisl Schwab bewies bei ihrem Hobby Mut, Willensstärke, Durchsetzungsvermögen und Energie. Diese Wesenszüge besaß offenbar auch ihre älteste Tochter Lisl. „Beide setzen sich in einer Männerwelt durch, beide verfolgen unbeirrt das, was sie begeistert, beiden gelingt die Realisierung ihrer Ziele.“
Lisl Schwab. Die erste Kunstfliegerin in Bayern
schrieb Christa Niklas in dem Beitrag „Therese und Lisl Schwab - Die Malerin und die Pilotin“ für das Werk „Zeit der Frauen. Ingolstädterinnen aus drei Jahrtausenden“ (2004).
Vom 3. Januar bis zum 3. Februar 1917 wurde die 16jährige Lisl Schwab als Helferin des „Roten Kreuzes“ ausgebildet. Weil sie die jüngste Kursteilnehmerin war, hat man sie anschließend 1917/1918 nicht als Helferin eingesetzt, sondern als Bürokraft auf der Telefonstation des „Reserve-Lazaretts II“ in Ingolstadt. Im Lazarett lernte Lisl Schwab einen jungen Fliegerleutnant namens Klotz kennen, der sie nicht nur persönlich interessierte, sondern auch ihre Begeisterung für die Fliegerei weckte. Über ihn hat sie sich später nie öffentlich geäußert. Deshalb weiß man nicht, wie dieser Fliegerleutnant aussah und wie alt er war. In ihrem Kopf setzte sich der Gedanke fest: „Wetten, dass ich das auch könnte“.
Ob Lisl Schwab nach dem Ende des Ersten Weltkrieges noch briefliche Kontakte oder sogar persönliche Treffen mit dem Fliegerleutnant Klotz hatte, ist nicht bekannt. Fest steht, dass sie im Alter von 19 Jahren, was damals als noch nicht volljährig galt, ihr Elternhaus verließ und nach München zog. Im Januar 1921 kehrte sie für ein halbes Jahr in die Wohnung ihrer Eltern in der Ludwigstraße nach Ingolstadt zurück. Im Juli 1921 zog sie nach Bamberg und im November jenes Jahres nach Neu-Ulm.
Lisl Schwab. Die erste Kunstfliegerin in Bayern
Im Frühsommer 1926 fand Lisl Schwab in Ulm einen Lehrer namens Stautner, der ihr für gutes Geld mit „Trockenübungen“ das Fallschirmspringen beibrachte. Am 26. Juni 1926 wagte die 26-jährige Lisl bei einem Flugtag in Bad Oeynhausen ihren ersten Sprung mit dem Fallschirm. Dabei saß sie erstmals in einem Flugzeug und hatte mehr Angst vor dem Fliegen als vor dem Fallschirmabsprung. Doch der Absprung glückte. Die Erde flog ihr entgegen, sie landete butterweich und es war so windstill, dass sich der Fallschirm geräuschlos auf den Rasen legte und zu einem Tuch zusammensank.
In der Folgezeit bestritt Lisl Schwab ihren Lebensunterhalt mit Fallschirmabsprüngen bei Flugtagen. Von Januar 1927 bis Oktober 1928 gab sie noch ihr Elternhaus in Ingolstadt als ihre Anschrift an, kam aber nur noch besuchsweise dorthin. Das Geld, das sie als Fallschirmspringerin verdiente, verwendete sie nicht nur für ihren Lebensunterhalt, sondern auch zur Finanzierung des Pilotenscheins für Leichtflugzeuge, den sie vermutlich Ende der 1920-er oder Anfang der 1930er Jahre erwarb.
Häufig wechselte Lisl Schwab ihren Wohnort. Sie lebte zeitweise in Neuburg, Hohenwart, Böblingen und 1931 wieder einmal in der Ludwigstraße 7 in Ingolstadt.
Anfang der 1930-er Jahre kaufte Lisl Schwab ihr eigenes Flugzeug. Dabei handelte es sich um eine zweisitzige
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Maschine des Typs „Messerschmitt“, die sie auf den flotten Namen „Schnattergans“ taufte. Bei Flugtagen trat sie unter wechselnden Künstlernamen wie „Elfriede Corring“, „Elfriede Corriny“ oder „Filmdiva Elila Corinny“ auf.
Ende Januar 1932 fragte Lisl Schwab bei Rudolf Heß (1894-1987), der 1933 „Stellvertreter des Führers“ wurde, wegen Propaganda-Aufträgen für die „Nazis“ an. Heß antwortete ihr, wenn der Wahlkampf einsetze, werde er sich ihrer erinnern. Auf alle Fälle gebe er ihre Zeilen befürwortend an die Propagandaabteilung weiter und empfehle ihr, dieser ihre Bedingungen zu übermitteln.
Bald konnte Lisl Schwab von den Honoraren für Fallschirmabsprünge und Schauflüge bei Flugtagen sowie mit Reklameflügen - beispielsweise für die Webwaren-Firma Witt in Weiden, für die Zigarettenfabrik Sturm in Dresden und für die Parteizeitung der „Nazis“ in Franken während der so genannten „Kampfzeit“ vor 1933 - leben. Für die „Nazis“ zog sie Transparente oder warf sie Propagandamaterial ab. Am 25. Mai 1932 war Lisl Schwab die große Attraktion beim Flugtag in ihrem Geburtsort Ingolstadt. Bei diesem Auftritt wagte sie einen Fallschirmabsprung aus rund 800 Metern Höhe, der problemlos gelang und von mehreren Tausend Zuschauern bejubelt wurde. Anfang Juni 1932 trat sie beim Nürnberger Großflugtag auf.
Arbeit zitieren:
Ernst Probst, 2010, Lisl Schwab - Die erste Kunstfliegerin in Bayern, München, GRIN Verlag GmbH
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Karl W. Schwab Karl
I can not read or speak German but I am interested in this article/book as it is about my Aunt Lisl. My father had left Germany in about 1925 for Canada. He married my mother, Francis Forsey. We children, came to the United States shortly after he joined the American Navy in 1943. We settled in Chicago, Ill. but were never allowed to learn and/or speak German. As a result, we never learned much about our relatives who were from the Munich-Ingolstadt area. I would like to know if there is an English translation of this book. I would love to buy it and learn more about my relatives in Germany and what they were involved in during WWII.
Sincerely,
Karl W. Schwab
1718 Triway Ln.
Houston, Texas 77043
karlwschwab@sbcglobal.net
am Tuesday, November 16, 2010-