Fakultät Elektro - und Informationstechnik Medienproduktion und Medientechnik
Die Konvergenz von E-Mail, Web und Sozialen Netzwerken am
Beispiel von Google Wave
Fakultät Elektro - und Informationstechnik Studiengang: Medienproduktion und Medientechnik
Bachelorarbeit Zusammenfassung
Student: Gilich Waldemar Studiengang: Medienproduktion und Medientechnik
Semester der Anmeldung: 7
Durchgeführt in: Hochschule Amberg-Weiden Ausgabedatum: 14.01.2010 Abgabedatum: 13.04.2010
Semester der Abgabe: 7 Thema:
Die Konvergenz von E-Mail, Web und Sozialen Netzwerken am Beispiel von Google Wave Zusammenfassung:
Die Kommunikation der Zukunft, unter diesem Aspekt hat Google Inc. ihr neues online System »Wave« entwickelt. Mit diesem innovativen Produkt versucht das Unternehmen die Kommunikation im Web zu vereinfachen und zu revolutionieren. In Google Wave werden deswegen zahlreiche bekannte Technologien, wie E-Mail, Instant Messaging und Wikis, kombiniert, mit dem Ziel diese Dienste und Anwendungen im Laufe der Zeit ersetzen zu können. In dieser Bachelorarbeit wird die Konvergenz dieser Technologien, Anwendungen und Dienste in Google Wave behandelt. Schlüsselworte:
Kommunikation, Web, Wave, Google, Kollaboration, Social Software, soziale Netzwerke, Microblogging, Konvergenz, E-Mail, Raindrop
Vorwort
Bevor Sie in die Thematik der vorliegenden Arbeit einsteigen, möchte ich Ihnen zunächst einige Hinweise mit auf den Weg geben. Abhängig von dem Vorwissen und dem persönlichen Interessensschwerpunkt kann diese Arbeit entweder durchgehend, vom Anfang bis zum Ende, oder abschnittsweise gelesen werden. Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wurde zudem auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie z. B. Teilnehmer/Innen, verzichtet, so dass entsprechende Begriffe im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter gelten. Des Weiteren wurden Begriffe, welche eventuell als unverständlich erscheinen könnten, in den Fußnoten erklärt. Da es sich bei Google Wave um eine komplett neue Art der Webtechnologie handelt, existieren bisher kaum Literaturquellen, die sich mit dieser Thematik beschäftigen. Somit bezieht sich diese Arbeit überwiegend auf online verfügbare Publikationen, Webseiten und eigene herausgearbeitete Ergebnisse. Bei der Auswahl der Online-Quellen wurde auf möglichst unabhängige und renommierte Webseiten geachtet. Weiterhin muss beachtet werden, dass, aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets, die vorkommenden Fakten, Daten und Zahlen bereits kurz nach Erstellung der Bachelorarbeit ungültig sein können.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung 1
2 Zielsetzung der Arbeit 2
3 Aktueller Stand von Kommunikationstechnologien 3
3.1 Web 2.0 - Herleitung und Definition 3
3.2 Social Software Anwendungen 5
3.3 Microblogging-Dienste 10
4 Google Wave 14
4.1 Die Entstehung von Google Wave 14
4.2 Was ist Google Wave? - Die Konvergenz verschiedener Technologien 15
4.3 Nutzungsanforderungen und Aufbau 19
4.4 Google Wave Technologie, API Protokoll 24
4.5 Google Wave Client Interface 35
4.6 Umgang mit dem Google Wave Client 52
4.7 Account Management und Suchfunktionen 87
4.8 Einsatzmöglichkeiten von Google Wave 98
4.9 Die Ziele, Ökonomie und Konkurrenz von Google Wave 104
5 Fazit Ausblick 111
Literaturverzeichnis 114
Abbildungsverzeichnis 124
Tabellenverzeichnis 128
1 Einleitung
Am 28. Mai 2009 hat die Google Inc. auf ihrer alljährlichen Entwicklerkonferenz in San Francisco ein Echtzeit-Kommunikationssystem, welches die Kommunikation und Kollaboration im Web revolutionieren soll, vorgestellt. Das Ziel dieses System ist, der immer größer werdenden Problematik, die durch die Vielzahl der Kommunikationsformen, -dienste und -awendungen im Web entsteht, entgegen zu wirken. Erreicht werden soll dies, in dem die wichtigsten aktuellen und alten Kommunikationstechnologien und Ideen des Webs in einer Plattform mit der Bezeichnung »Google Wave« kombiniert werden.
Diese Arbeit befasst sich mit genau dieser Plattform und bietet einen detaillierten Einblick in den Aufbau, die Funktionsweise und die Verwendung von Google Wave.
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2 Zielsetzung der Arbeit
In der vorliegenden Arbeit wird der aktuelle Stand der Kommunikationsentwicklung im Web aufgegriffen und dadurch Wissen über verschiedene Webtechnologien vermittelt. Dabei wird in erster Linie aufgezeigt welche Technologien und Ideen in Google Wave kombiniert werden. Des Weiteren wird das wesentliche Konzept der Plattform anschaulich erläutert, so dass der Aufbau und die Funktionsweise von Google Wave verständlich werden. Zugleich wird auch anschaulich der Umgang mit dem Client Interfaces dieser Plattform erörtert. Anhand praxisbezogener Beispiele wird auf den konkreten Nutzen und die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten dieses Produktes im Unternehmensumfeld, aber auch im Privatgebrauch, eingegangen. Weiterhin werden die Ziele, die Google mit dieser neuen Technologie verfolgt, herausgearbeitet und zusammengefasst. Abschließend folgt ein Ausblick sowie eine realistische Prognose für die zukünftige Weiterentwicklung dieser neuen Technologie.
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3 Aktueller Stand von Kommunikationstechnologien
Dieses Kapitel beschäftigt sich mit dem aktuellen Stand der Web-Technologien und den damit verbundenen Kommunikationsanwendungen und -diensten. Dabei wird sowohl der Begriff Web 2.0 als auch Web-Technologien, wie soziale Netzwerke, Blogging-Dienste und Wikis, die unter diesem Begriff zusammegefasst werden, detailliert erläutert und definiert. Des Weiteren wird am Ende dieses Kapitels näher auf Microblogging-Dienste und den Grund ihres enormen Erfolges eingegangen.
3�1 Web 2�0 - Herleitung und Definition
Um auf den aktuellen Stand der Technik näher eingehen zu können, muss zuerst der Begriff Web 2.0, der im Grunde alle neuen Webentwicklungen umfasst hinreichend verständlich erklärt und definiert werden. Im Grunde gibt es keine einheitliche Definition für das Web 2.0, sogar der Namensgeber selbst, Tim O`Reilly hat die Definition mehrmals überarbeitet. Die aktuelle von Tim O`Reilly stammende Kurzdefinition ist ohne ein gewisses Vorwissen nicht vollständig verständlich. Deshalb bedarf es zunächst einiger Erklärungen, um die nachkommende Definition komplett verstehen zu können.
Die erste Frage, die für ein besseres Verständnis gestellt werden muss, ist nicht »Was ist das Web 2.0 und wie ist es definiert?«, sondern viel mehr »Was ist mit dem Web 1.0 passiert, dass eine neue Version entstanden ist. Zunächst muss festgestellt werden, dass es keine 2.0 Version des Webs gibt. Das World Wide Web existiert nach wie vor in seiner ursprünglichen von Berners-Lee entwickelten Form. Es hatte von Anfang an weder eine Release- noch eine Levelnummer 1 und somit ist die Versions 2.0 nicht vollkommen zutreffend. Jedoch ist ersichtlich, dass sich das Web, seine Nutzer und das gesamte Umfeld seit der New Economy 2 stark verändert haben. [Alby 2007] 1 Release- und Levelnummer sind Bestandteile einer Versionsnummer eines Software-Elements, wobei die Releasenummer
durch einen nachstehenden Punkt von der Levelnummer getrennt wird.
2 New Economy bezeichnet eine neue, durch die Globalisierung geprägte und durch das Aufkommen von Computern und
neuen Kommunikationsmedien in den späten 1990er Jahren entstandene Wirtschaftsform, die kurze Zeit später scheiterte.
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Von dieser Überlegung ausgehend kann das Web in Generationen, bei denen entscheidende Veränderungen beim Übergang von der ersten zur zweiten Generation stattgefunden haben, klassifiziert werden. Anhand dieser Veränderungen können die Anwendungen und Dienste der ersten und zweiten Generation durch ihre verschiedenen inhaltlichen und technischen Eigenschaften unterschieden werden und sich so einer Definition des Begriffs Web 2.0 annähern. Einer der größten Unterschiede von Web 2.0-Anwendungen zu denen der ersten Generation ist, dass die Inhalte im Internet überwiegend von den Nutzern selbst bereitgestellt werden (User Generated Content). Ein Beispiel für diese neue Generation der Kommunikation stellen Weblogs dar. Sie werden von Webnutzern zur Erstellung von persönlichen Tagebüchern und Journalen verwendet, oder um fremde Blogeinträge zu bewerten und zu kommentieren. Ebenso gehören zur Web 2.0-Generation Dienste, wie z. B. Twitter und Facebook, mit denen sich Meinungen und Gedanken in Form von kurzen Texten in Echtzeit in das Internet übertragen lassen. Es können mit diesen Anwendungen aber auch Fotos (Flickr), Lieder (last.fm) und Lesezeichen (Del.icio.us) katalogisiert, kategorisiert und mit anderen Nutzern geteilt werden. Durch diese neue Art der direkten beziehungsweise indirekten Kommunikation und Interaktion werden soziale Netzwerke aufgebaut. Zu beachten ist jedoch, dass das Ziehen einer klaren Grenze zwischen den aktuellen und den älteren Anwendungen schwierig ist, da einige Webseiten wie z. B. Amazon seit langer Zeit ihren Nutzern erlauben Beiträge zu publizieren und zu kommentieren. Dies ist einer der Hauptgründe, wieso Webseiten dieser Art den New Economy Crash überstanden haben.
Aus der technischen Sicht ist die wichtigste Eigenschaft von Web 2.0-Anwendungen, dass diese im Internet eine Nutzungsmöglichkeit, ohne vorherige Softwareinstallation über einen Webbrowser bieten. Dieses Prinzip funktioniert, da die Web 2.0-Anwendungen auf einer Web-Plattform eines Dienstbetreibers angeboten werden. Ein weiterer großer Vorteil dieses Systems ist, dass den Nutzern immer die aktuellsten Versionen der Software zu Verfügung stehen. [Blaschke et al. 2008] Auch das Verwenden und Bereitstellen von APIs 3 gehört zu den entscheidenden Neuerungen der Web 2.0-Generation. APIs ermöglichen nicht nur Dritten neue Funktionen für ihre Dienste zu entwickeln, sondern erlauben anderen Diensten Daten abzurufen und diese weiter zu verwenden. [Blaschke et al. 2008, Alby 2007]
3 APIs Abkürzung für »Application Programming Interfaces« sind Programmierschnittstellen, die dazu verwendet werden
verschiedene Systeme zu verbinden um so einen Datenaustausch zu ermöglichen.
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Ausgehend von diesen Erkenntnissen wird die von Tim O'Reilly in einem Interview veröffentlichte Definition nun vollkommen verständlich:
Beim Web 2.0 geht es darum, Anwendungen zu bauen, die das Netz als Plattform nutzen. Und die erste Regel dabei ist, dass die Anwendungen von ihren Nutzern lernen, also besser werden, je mehr Menschen sie benutzen. Beim Web 2.0 geht es um die Nutzung kollektiver Intelligenz. [Deutsche Welle 2010]
3�2 Social Software Anwendungen
Ebenso wie für den Begriff Web 2.0 gib es auch für Social Software keine genaue Definition. Im Grunde umfasst der Begriff alle internetbasierten Anwendungen, die der Kommunikation, Interaktion und Zusammenarbeit dienen und somit soziale Netzwerke unterstützen. Dabei basieren diese Anwendungen und Dienste zum größten Teil auf den oben genannten Technologien. Eine passende Methode um das breite Spektrum von Social Software Anwendungen zu strukturieren, liefert die Einteilung der Anwendungen in die drei Basis-Funktionen ihres Einsatzes (Abbildung 1). [Koch 2008]
• Informationsmanagement: Ermöglicht das Finden, Bewerten und Verwalten von (online verfügbaren) Informationen.
• Identitäts- und Netzwerkmanagement: Ermöglicht die Darstellung von Aspekten seiner selbst im Internet, sowie die Verwaltung von sozialen Netzwerken.
• Kommunikation: Direkte und indirekte Kommunikation mit Partnern im Netzwerk.
Bei dem Social Software Dreieck handelt es sich nur um eine momentane Darstellung, bei der durch die kontinuierliche Weiterentwicklung der Anwendungen stets eine Verschiebung in Richtung der Dreiecksmitte stattfinden kann.
Im Nachfolgenden werden bekannte und häufig benutzte Social Software Anwendungen aufgezählt und kurz beschrieben, dabei wird auch auf ihre Funktionsweise eingegangen. Blog
Der Begriff Blog wird aus den Worten Web und Log gebildet und beschreibt ein online geführtes Tagebuch auf einer Webseite. Die Reihenfolge der Blogeinträge ist umgekehrt chronologisch aufgebaut, so dass neueste Einträge immer oben stehen. Außerdem bieten die meisten Blogs eine Bewertungssystem, mit dem Kommentare durch die Leser zu den Einträge verfasst werden können. Podcast
Ein Podcast/Video-Podcast (abgekürzt Vodcast oder Vidcast) ist eine Art Radio- /Fernsehsendung im Internet, welche unabhängig von der Sendezeit über einen Feed publiziert und heruntergeladen werden kann. Podcasts/Vidcasts sind in der Regel kostenlos und werden wie Blogeinträge nach und nach veröffentlicht und sind somit auch eine Form von Blogs. Das Beziehen von Podcasts erfolgt meistens (automatisch) über RSS Feeds. [Wikipedia Podcats 2010]
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Feed (RSS 2�0)
RSS 4 ist ein XML-Format 5 , welches dazu verwendet wird Änderungen auf Webseiten, wie zum Beispiel Blogs oder News-Seiten, einfach und strukturiert zu veröffentlichen. Dabei werden die RSS-Dienste in Form von sogenannten RSS-Channels angeboten. Diese RSS-Channels versorgen die Abonnenten mit Informationsblöcken, die aus einer Schlagzeile mit einem kurzen Textanriss, dem Publikationsdatum und einem Permalink 6 zur Originalseite bestehen. Eine solche Bereitstellung von Daten im RSS-Format wird als RSS-Feed bezeichnet.
Somit bieten RSS-Feeds den Webnutzern die Möglichkeit sich über aktuelle Webseiteninhalte zu informieren, ohne diese besuchen zu müssen. Außerdem wird durch RSS-Feeds vor allem das Verfolgen mehrerer Quellen erheblich vereinfacht. [Wikipedia RSS 2010] Social Tagging und Folksonomie
Tags sind Schlagwörter, die dazu benutzt werden Bookmarks, Fotos, Videos als auch Blogeinträge zu kategorisieren und zu verwalten. Weiterhin dienen Tags auch als Suchbegriffe in soziale Netzwerken, die diese Funktion unterstützen. Tagging bezeichnet dabei den Vorgang bei dem einem Objekt ein Tag zugewiesen wird. Zudem ist ein Tag nicht auf die Anzahl seiner Wörter begrenzt, sondern kann auch aus mehreren Wörtern bestehen.
4 RSS-Feed (Englisch: to feed - im Sinne von füttern, einspeisen, zuführen). RSS steht für:
RSS 0.9x - Rich Site Summary (1999); RSS 1.0 - RDF Site Summary (2000); RSS 2.0 - Really Simple Syndication (2002)
5 XML (Extensible Markup Language) ist eine erweiterbare Auszeichnungssprache, die im Grunde keine eigentliche
Programmiersprache, sondern eine Sprache, um anwendungsspezifische Datenstrukturen betriebssystem- und-
medienübergreifend abzuspeichern, zu bearbeiten und auszugeben.
6 Permalink (von permanent und Hyperlink) ist eine dauerhafte URL mit der eine Webseite, auch bei Änderung ihrer Adressen,
aufgerufen werden kann.
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Die Visualisierung mehrerer verwendeter Tags wird als Tag Cloud bezeichnet (Abbildung 2). Bei einer Tag Cloud ist die Größe der einzelnen Tags von der Häufigkeit ihrer Verwendung abhängig. Häufig benutze Tags werden größer dargestellt, als Tags die von Benutzern selten verwendet werden. Eine auf diese Art und Weise, von mehreren Benutzern erstellte Sammlung von Tags wird als Folksonomie bezeichnet. Social Bookmarking
Unter Social Bookmarking sind Dienste zu verstehen, bei denen die Benutzer die Möglichkeit besitzen gemeinsam Lesezeichen von Webseiten zu sammeln und zu verwalten. Dabei geschieht die Kategorisierung der Webseiten durch das Hinzufügen von individuellen Tags. Jeder Benutzer besitzt eine eigene Linkliste, die er mit anderen Nutzern teilen und gemeinsam erweitern kann. So können z. B. Aktualisierungen von Linklisten anderer Benutzer als RSS-Feeds abonniert werden. Durch dieses gemeinsame Sammeln, Taggen und Bewerten von Lesenzeichen entsteht eine qualitativ hochwertige Sammlung, die vor allem als eine Art Suchmaschine genutzt werden kann. Soziale Netzwerke
Soziale Netzwerke sind Webdienste, die auf der Web 2.0-Technologie basieren und Menschen mit gemeinsamen Interessen, Vorlieben und Tätigkeiten verbinden. Der größte Anteil des Inhaltes dieser Netzgemeinschaften wird hauptsächlich von den Benutzern selbst erzeugt (User Generated Content). Deswegen bieten Webportale dieser Art ihren Nutzern ein breites Spektrum an direkten und indirekten Kommunikationsmöglichkeiten. Bei sozialen Netzwerken kommt eine Vielzahl der bereits beschriebenen Social Software-Technologien, wie z. B. Microblogs und Blogs, Podcasts, E-Mail, Fotos, Profilseiten und zahlreiche weitere Kommunikationswerkzeuge zum Einsatz. Bekannte Beispiele für soziale Netzwerke im international Raum sind Facebook, Twitter, MySpace und LinkedIn. Im deutschsprachigen Raum sind StudiVZ, XING, Wer-kennt-wen und Stayfriends sehr beliebte soziale Netzwerke.
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Wikis
Wikis sind offene, dynamische Webseiten, deren Inhalte von Nutzern frei erstellt, gelöscht und verändert werden können. Die Wiki-Software, die es den Webnutzern ermöglicht bereits vorhandene Inhalte zu editieren oder neue zu erstellen, funktioniert wie ein Content-Management-System und erlaubt den Nutzern ein direktes Bearbeiten der Inhalte über ihren Browser. Das bekannteste Beispeil für ein Wiki ist die freie Enzyklopädie Wikipedia. Online-Dokumente
Online-Dokument-Dienste sind günstige oder kostenlose Alternativen zu den oftmals sehr teuren Desktop-Anwendungen. Sie bieten die Möglichkeit Dokumente direkt im Webbrowser zu erstellen, zu bearbeiten oder mit anderen zu teilen. Bekannte Dienste dieser Art sind z. B. Google Docs und Zoho.com. E-Mail
Die E-Mail ist nicht nur einer der ältesten Dienste im Web, sondern zugleich auch die bekannteste und wichtigste Methode um elektronische Nachrichten auszutauschen. Viele hunderte Millionen Benutzer verwenden verschiedene webbasierte E-Mail Dienste, wie GMail, Hotmail oder Web.de, um täglich ihre elektronische Post zu versenden und zu verwalten. Online Communities
Online Communities sind Internet-Gemeinschaften in denen Menschen mit gleichen Interessen und Absichten, ihre Meinungen, Erfahrungen und Eindrücke austauschen und sich gegenseitig unterstützen.
Die klassische Form einer Online Community bildet das Forum. Hingegen sind soziale Netzwerke eine moderne Variante von Internet-Gemeinschaften, die aus mehreren verschiedenen Online Communities bestehen können. Instant Messaging und Voice over IP
Instant Messaging (IM) ist eine der ältersten Kommunikationsformen im Web, die sowohl von Geschäftsleuten als auch von privaten Nutzern verwendet wird. Das erste Chatsystem, der Internet
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Relay Chat, wurde bereits 1988 entwickelt und ist somit sogar älter als das World Wide Web. Trotzdem ist Instant Messaging immer noch einer der am häufigsten benutze Dienst des Internets, was sich auch dadurch äußert, dass große Soziale Netzwerke wie Facebook und StudiVZ ähnliche Chatfunktionen in ihre Systeme integriert haben. Beim Chatten können sich zwei oder mehrere Teilnehmer in Echtzeit unterhalten. Dazu müssen sie, sofern sie nicht online chatten zunächst ein Chatprogramm, einen sogenannten Client auf ihren Computern installieren. Viele dieser Clients unterstützen zusätzlich die Übertragung von Dateien, Audio- und Video-Streams und ermöglichen somit auch das Voice over IP (kurz VoIP) Telefonieren im Internet.
Einer der bekanntesten Clients für das Voice over IP Telefonieren ist Skype, welcher auch bei internen Konferenzen von namhaften Unternehmen eingesetz wird. Mashups
Mashups kombinieren alle bisher vorgestellten Web 2.0-Anwendungen und Technologien und erstellen dadurch neue Medieninhalte. Dabei verwenden sie APIs um bereits vorhandene Webinhalte, wie z. B. Fotos, Videos, Texte und Töne zu kombinieren. Der Begriff selbst stammt aus dem Bereich der Musik und bedeutet dort soviel wie Remix.
Ein Mashup ist sozusagen ein »Remix« von Funktionen anderer Webseiten, um etwas Neues zu erstellen[...]. [Alby 2007]
Ein gutes Beispiel für ein Mashup ist die netvibes.com Webseite, die ihren Benutzern ermöglicht eine personalisierte Webseite zu gestalten.
3�3 Microblogging-Dienste
Wie aus dem Begriff bereits ersichtlich wird, handelt es sich bei Microblogging um eine kurze Variante des Bloggens. Wie das Bloggen selbst gehört auch das Microbblogging zu den Social Software Anwendungen der Web 2.0-Generation. Jedoch bedarf es, wegen seiner Aktualität und des enorm schnellen Wachstums seiner Communities einer gesonderten Erklärung. Die Funktionsweise beim Microbloggen ist ähnlich wie bei dem SMS Schreiben. Es werden kurze, meist nur 140 Zeichen lange, Textnachrichten im Internet veröffentlicht. Die Textnachrichten können zusätzlich mit anderen Medieninhalten wie Fotos, Videos oder Sprachnachrichten, meist durch
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Verlinkung, kombiniert werden. Hinzu kommt das Microblogging plattformübergreifend funktioniert. Die Nachrichten können dadurch nicht nur über die Webanwendungen der Dienstbetreiber, sondern auch über SMS, E-Mail und Instant Messaging veröffentlicht und abonniert werden. Aus dieser Mobilität ergibt sich auch die Begrenzung der Nachrichten. Zugleich ist diese Mobilität, die auch eine neue Form der Echtzeit-Kommunikation und -suche darstellt, der Hauptgrund für den enormen Erfolg der Microblogging-Dienste.
Der weltweit bekannteste Microblogging-Dienst ist Twitter.
Bei Twitter handelt es sich um einen MicroBlogging-Dienst, und gleichzeitig um eins der am schnellsten wachsenden Social Networks überhaupt. [Berns et al. 2009] Das enorme Potential dieser neuen Echtzeit-Internetdienste haben auch die Anbieter anderer Social Software Anwendungen erkannt und versuchen dieses für sich zu nutzen. Deshalb bieten soziale Netzwerke wie Facebook, StudiVZ und XING ihren Nutzern ähnliche Funktionen, um Microblogs, die meist Statusmeldungen genannt werden, zu erstellen. Des Weiteren geben diese Plattformen ihren Benutzern die Möglichkeit bereits vorhandene Microblogging Accounts mit ihren sozialen Netzwerken zu verbinden. Diese Verknüpfung verschiedener Technologien funktioniert durch die Freigabe der Twitter API, die für jeden frei zugänglich ist. Aufgrund dieser Tatsache und der enormen Popularität von Twitter, sind bereits fast alle großen sozialen Netzwerke mit Twitter vernetzt.
Aber auch an Google ist diese neue Technologie nicht spurlos vorbeigezogen. Deswegen hat der Konzern ein direktes Konkurrenzprodukt zu Twitter, mit dem Namen »Google buzz«, entwickelt. Dieser Erfolg und das enorme Potential von Microblogging-Diensten spiegelt sich vor allem im stetigen Wachstum der Besucher- und Mitgliederzahlen dieser Plattformen wieder. Dies lässt sich am besten am Beispiel von Twitter veranschaulichen.
Im April 2009 wurde durch das amerikanischen Marktforschungsunternehmens »comScore.« bekannt gegeben, dass Twitter in dem zurückliegenden Jahr ein Wachstum von 700 Prozent verzeichnen konnte. Wie in Abbildung 3 erkenntlich ist, näherten sich die weltweiten Besucherzahlen im Februar 2009 bis auf 10 Millionen einzelne Besucher an. [comScore 2010]
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Abbildung 3: Wachstum der Twitter Besucherzahlen im Zeitraum 2008 bis 2009 [comScore 2010]
Auch im nachfolgenden Jahr konnte Twitter diese enorme Besucherwachstumsrate halten und damit erneut beweisen, dass es zu einem der am schnellsten wachsenden sozialen Netzwerke gehört.
In diesem Zusammenhang hat »comScore.« ermittelt, dass im Januar 2010 die Twitter Webseite von 73,5 Millionen einzelnen Besuchern aufgesucht wurde. Das entspricht einem Besucherwachstum von 1.105 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als Twitter nur 6 Millionen einzelne Besucher verzeichnen konnte (Abbildung 4). [TechCrunch Twitter 2010]
Abbildung 4: Wachstum der weltweiten Twitter Besucherzahlen im Zeitraum 2009 bis 2010 [TechCrunch 2010]
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Laut dem globalen Marktforschungsunternehmen »nielsen« konnte Twitter in Deutschland ebenfalls einen enormen Nutzerzahlenanstieg verzeichnen. Dabei wurde ermittelt, dass die Besucherzahlen von Twitter im Februar 2010 einen Anstieg von 1.014 Prozent, auf 1,5 Millionen einzelne Besucher, zum Vorjahr verzeichnen konnte. Damit hat dieses Ergebnis sogar die meisten Vorhersagen von Social Media Experten übertroffen. [nielsen 2010] Des Weiteren hat eine Studie von »comScore.« im März 2010 ergeben, dass sich auch die mobilen Twitter Nutzerzahlen in dem vergangen Jahr mehr als vervierfacht haben. Somit greifen 4.7 Millionen Benutzer über ihr Mobiltelefon auf den Twitter-Dienst zu. [Times 2010]
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4 Google Wave
In diesem Kapitel wird die neue Plattform von Google Inc., Namens Google Wave, eingehend behandelt und analysiert. Nach einem kurzen Einblick in die Entstehung von Google Wave beschäftigt sich dieses Kapitel umfassend mit der Plattform selbst. Dabei wird auch geklärt, welche Technologien, die bereits im zweiten Kapitel vorgestellt worden sind, in diesem System kombiniert werden. Auch das Interface des Google Wave Clients, das eine komplett neue Sorte von Webanwendungen darstellt, wird in diesem Kapitel anschaulich beschrieben. Des Weiteren wird der Aufbau von Google Wave aufgezeigt und erläutert, wie die Schlüsselkonzepte dieser Plattform ein komplett neues Kommunikations- und Kollaborationsmodell darstellen. Auf Basis dieser Informationen werden die Funktionen ausführlich dargelegt und an konkreten Beispielen veranschaulicht. Dabei wird nicht nur das Wissen über das verschachtelte Kommunikationsmodell vermittelt, sondern auch verdeutlicht, dass durch eine Unterhaltung zugleich eine neue Art von Online-Dokumenten entsteht. Zusätzlich wird näher darauf eingegangen was Extensions, wie Gadgets und Robots sind und wie diese zur Verbesserung der Kommunikation und Kollaboration eingesetzt werden können. Ein weiterer Aspekt dieses Kapitels ist das bestmögliche Management des Google Wave Accounts, die Optimierung der Suchfunktionen sowie die Nutzung dieser neuen Plattform. Abschließend werden die Ziele und Chancen, die Google mit dieser neuen Technologie verfolgt, erörtert.
4�1 Die Entstehung von Google Wave
Am 28. Mai 2009 wurde Google Wave zum ersten mal auf der Google-I/O-Konferenz 7 der Öffentlichkeit vorgestellt. Präsentiert wurde diese neue Web-Plattform von den Brüdern Rasmussen, die zugleich auch die Erfinden dieser Technologie sowie auch von Google Maps sind, zusammen mit Stephanie Hannon, der Produktmanagering von Google Wave. Dabei wurde Google Wave als eine innovative auf dem HTML5 8 Standard basierende Webanwendung, die das Ziel verfolgt die Kommunikation
7 Googles alljährlichen Entwicklerkonferenz in San Francisco.
8 HTML5 ist die nächste Revision von HTML (Hypertext Markup Language). Das primäre Ziel von HTML5 ist die Kompatibilität
zwischen Browsern zu gewährleisten.
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und Kollaboration im Internet zu revolutionieren und zu verbessern, vorgestellt. [YouTube I/O 2010, TechChrunch I/O 2010] Die Idee hinter Google Wave
Die Idee für Google Wave hatten die beiden Brüder bereits 2002, während sie an Google Maps arbeiteten. Dabei haben sie sich die Frage gestellt, wie die E-Mail aussehen könnten, wenn sie heute neu erfunden werden würde. [YouTube I/O 2010, TechChrunch I/O 2010] Der grundlegende Gedanke hinter dieser Frage war, ob es möglich ist ein einheitliches Kommunikations- und Kollaborationssystem zu schaffen, welches die Benutzung mehrerer verschiedener Kommunikationsarten und -anwendungen unnötig machen würde. Durch dieses System würden Fragen nach der Wahl der richtigen Anwendung, wie »Chat oder E-Mail?« überflüssig werden können. Um eine derartige neue Form der Kommunikation und Kollaboration zu entwickeln, müssten die wichtigsten bekannten Technologien und Ideen aus diesen Kategorien in einer einzelnen Anwendung kombiniert werden. [Google Blog 2010]
Seit der Veröffentlichung von Google Wave wird viel darüber spekuliert was Google Wave ist bzw. was es nicht ist und ob diese Technologie E-Mail und Instant Messaging ersetzen wird. Dabei sind die Meinungen zwiespältig. Einerseits wird Google Wave als das nächste große soziale Netzwerk bezeichnet, andererseits vertreten viele die Meinung, dass diese Innovation keine Chancen im Wettbewerb mit anderen sozialen Netzwerken hat. Aktuell hat Google Inc. jedoch nicht explizit bekannt gegeben, ob Google Wave in irgendeiner Form mit anderen sozialen Netzwerken konkurrieren wird.
Bei einer so jungen Plattform, die sich noch in der Entwicklungsphase befindet ist es schwer eine Vorhersage zu treffen, wie sich diese in Zukunft weiter verändern wird und ob sich diese am Ende im Internet durchsetzen kann. Laut Googles eigenen Prognosen wird sich ihre Plattform mit zunehmenden Benutzerzahlen sehr schnell weiterentwickeln. [Ferraté 2010]
4�2 Was ist Google Wave? - Die Konvergenz verschiedener Technologien
Google Wave ist eine neuartige webbasierte Online-Anwendung, die es ihren Benutzern ermöglicht in Echtzeit miteinander zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten.
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Eine Wave stellt dabei sowohl eine Unterhaltung als auch eine neue Art von Online-Dokumenten dar. Dadurch bietet die Plattform seinen Benutzern nicht nur eine Instant Messaging ähnliche Form der Online-Unterhaltung, sondern vereinfacht auch die Zusammenarbeit mehrerer Personen an einem gemeinsamen Dokument. Des Weiteren kombiniert das System einige der besten Funktionen bekannter und neuer Technologien im Web mit dem Ziel die Kommunikation und Kollaboration zu verbessern.
In Google Wave kombinierte Technologien
Die nützlichsten Funktionen und Eigenschaften der E-Mail, wie das Archivieren, das Versenden von Nachrichten an beliebig viele Empfänger und die Verwendung von Anhängen, wurden in Google Wave ebenfalls integriert. Jedoch wurden die Schwächen der E-Mail in Google Wave ausgebessert. So gibt es beispielsweise keine einfache Methode um anspruchsvolle Inhalte, wie Landkarten, Videos oder Foto Slideshows bei einer E-Mail einzubinden. Hinzu kommt, dass die HTML Formatierung von E-Mails in jedem E-Mail Client unterschiedlich dargestellt werden und deshalb beschränkt mit Formatierungen umgegangen werden muss.
Abbildung 5: E-Mails breiten sich durch mehrfaches Abbildung 6: Waves breiten sich durch gemeinsames
Kopieren und Weiterleiten aus. [YouTube Overview 2010] Arbeiten an Waves aus. [YouTube Overview 2010]
Bei Google Wave stellen Anhänge jeglicher Art und konsistente Formatierungen von Nachrichten keine Probleme dar. Ein weiterer Nachteil der E-Mail ist ihre Verbreitungsart. Da sich eine E-Mail durch mehrfaches Kopieren, Bearbeiten und Weiterleiten verbreitet, entstehen vor allem bei vielen Empfängern schnell verschiedene Versionen einer Nachricht. Hierbei ist es schwierig einen Überblick zu behalten (Abbildung 5). Zudem können, durch einen fehlenden Bezug zu einem bestimmten Abschnitt in einer E-Mail, Missverständnisse entstehen. Bei Google Wave hingegen arbeiten alle
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Beteiligten an einer gemeinsamen »E-Mail«, die nicht nur übersichtlicher, sondern auch flexibler ist (Abbildung 6). Instant Messaging
Auch die Kommunikation wie bei einem Chatsystem ist in Google Wave möglich. Die Benutzer von Google Wave können sich in Echtzeit miteinander unterhalten und sich kurze Instant Messaging ähnliche Nachrichten hinterlassen. Dabei müssen, im Gegensatz zum Instant Messaging, nicht alle Teilnehmer einer Unterhaltung gleichzeitig online sein, da die Nachricht wie eine E-Mail behandelt wird. [Ferraté 2010] Online Communities
Die Unterhaltungen in Google Wave sind in Form von »threaded conversations«, ähnlich wie bei Online-Foren, aufgebaut (Abbildung 7).
Abbildung 7: Beispiel für eine »threaded conversation« durch Kommentare zu einem Artikel [Mashable Thread 2010]
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Soziale Netzwerke
Sowohl soziale Netzwerke als auch Google Wave vereinen viele der bereits beschriebenen Social Software-Technologien und bieten ihren Nutzer ein breites Spektrum an Kommunikationsmöglichkeiten. Auch die Inhalte werden bei Google Wave, ähnlich wie bei sozialen Netzwerken zum größten Teil von den Benutzern selbst erzeugt. Des Weiteren verhält sich Plattform nicht nur wie ein soziales Netzwerk, es bietet seinen Nutzer auch die Möglichkeit durch Erweiterungen direkt an anderen sozialen Netzwerken, wie Facebook oder Twitter teilzunehmen. Wikis
Ebenso wie bei Wikis kann auch bei Google Wave der Inhalt von Nachrichten, unabhängig von wem der Inhalt erstellt worden ist, beliebig verändert oder gelöscht werden. Auch das Verlinken von Waves in andere Unterhaltungen funktioniert nach dem selben Prinzip wie das von Wiki-Systemen. [Ferraté 2010] Online-Dokument
In Google Wave stellt jede Unterhaltung zu gleich auch ein Online-Dokument dar. Die Technologie und Funktionsweise ähnelt dabei der Google Docs Anwendung. Jedoch fehlen zur Zeit noch einige, für eine Online-Dokument-Anwendung typische Funktionen, wie zum Beispiel das Exportieren der Dokumente im PDF-Format. Es ist aber nur eine Frage der Zeit bis diese fehlenden Funktionen ebenfalls in Google Wave implementiert werden. Social Tagging
Ebenso wie bei Social Bookmarking- oder Photo Sharing-Seiten werden auch in Google Wave Tags dazu verwendet, um Waves zu kategorisieren und zu verwalten. Das Taggen dient zudem der Suchoptimierung, so dass sich einzelne Waves einfacher wiederfinden lassen. Photo Sharing
Mit Google Wave lassen sich ähnlich wie auf Photo Sharing-Seiten wie flickr.com, Fotoalben erstellen und mit anderen Benutzern teilen. Zudem generiert Google Wave beim Hinzufügen von mehreren Fotos automatisch eine Foto Slideshow, die sich mit wenigen Klicks abspielen lässt. Auch Inhalte, wie Videos oder Dateien lassen sich in die Plattform einbinden. Jedoch ist hierbei die Funktionalität noch nicht so weit ausgereift.
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Mashups
Mashups entstehen in Google Wave vor allem bei dem Erstellen von Erweiterungen, wie Robots oder Gadgets. Dabei bedienen sich die Erweiterungen der APIs anderer Anwendungen und erstellen durch die Kombination dieser, neue Funktionen und Anwendungen.
Es werden jedoch nicht nur die bis jetzt genannten Technologien und Ideen in Google Wave kombiniert, sondern auch zahlreiche Weitere, wie das Blogging oder das Microblogging. Diese lassen sich durch das Einbinden von Erweiterungen in Google Wave realisieren.
4�3 Nutzungsanforderungen und Aufbau
Wie bereits zu Anfang dieses Kapitels erwähnt wurde, handelt es sich bei Google Wave um eine revolutionäre, auf dem HTML5 Standard basierende Webanwendung. Das heißt, dass für die Benutzung von Google Wave nur ein geeigneter Webbrowser 9 und Internetzugang benötigt wird. Dabei folgt Google dem aktuellen Trend, bei dem neue Anwendungen komplett im Webbrowser ausgeführt werden (Abbildung 8). Durch die Einflüsse des HTML5 Standards und der AJAX 10 Technologie auf das Google Wave Client Interface, wird einem das Gefühl vermittelt, dass es sich um eine Desktop- und keine Webanwendung handelt. Dateien vom Desktop lassen sich beispielsweise per Drag and Drop direkt in den Browser ziehen. 11 [Ferraté 2010] Neben dieser Webbrowser Variante lässt sich Google Wave auch über Desktop Clients ausführen. Auf diese Weise kann die Plattform zum Beispiel in den Desktop E-Mail Client »Mozilla Thunderbird« integriert oder über den Desktop und Mobile Client »Waveboard« genutzt werden. Des Weiteren lässt sich Google Wave bereits auf den meisten Smartphones 12 , die einen kompatiblen Browser besitzen, verwenden.
9 Geeignete Webbrowser sind Browser die HTML5 unterstützen. Dazu gehören aktuell Google Chrome, Firefox 3,5+ und
Safari 4. Beim Internet Explorer lässt sich die HTML5 Unterstützung nachträglich durch ein Google Chrome Frame hinzufügen.
10 Ajax (Asynchronous JavaScript and XML) ist ein Sammelbegriff für mehrere miteinander verknüpfte Web-Technologien, die
dazu verwendet werden um interaktive Webanwendungen zu erstellen.
11 Diese Funktion wird aktuell nur von dem Google Chrome Browser unterstützt, da bei diesem die Software Google Gears
bereits vorinstalliert sind. Diese können aber auch jederzeit für alle anderen Browser wie Firefox oder Safari installieren werden.
12 Aktuell kompatible Smratphones sind iPhones und Mobiltelefone mit Android Betriebssystem.
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Aufbau von Google Wave
Google Wave besteht aus drei unterschiedlichen Ebenen (Abbildung 9). Die Kombination dieser stellt das gesamte und umfassende Angebot von Google Wave dar. Die Ebenen bestehen unabhängig von einander, sie besitzen verschiedene Zielgruppen und bieten den Nutzern unterschiedliche Funktionen. [Google Blog 2010, YouTube I/O 2010] 1. Produktebene
Zunächst stellt Google Wave ein Produkt dar, das seinen Benutzern die Kommunikation und Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglicht. Aus dieser Sicht betrachtet, stellt Google Wave eine Webanwendung dar, die den Nutzern erlaubt auf Waves zuzugreifen und diese zu bearbeiten. Dabei handelt es sich um eine HTML5 Anwendung, die mit dem Google Web Toolkit erstellt wurde und seinen Benutzern, neben einem vielseitigen Texteditor weitere Funktionen, wie das Drag and Drop vom Desktop, bietet. Mit dieser Funktion lassen sich beispielsweise Fotos direkt in die Wave einfügen. Aus der Produktebene betrachtet stellt Google Wave einen Client dar.
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2. Plattformebene
Zugleich ist Google Wave auch eine Plattform, die viele offene Programmierschnittstellen (APIs) besitzt. Über die APIs haben dritte Entwickler die Möglichkeit Waves in andere Internetdienste einzubinden und Erweiterungen, die innerhalb der Waves funktionieren, zu entwickeln. 3. Protokollebene
Google Wave ist auch ein offenes Protokoll, das die Basis für die Speicherung und das Mittel für die gemeinsame Nutzung von Waves darstellt. Es beinhaltet auch die Echtzeit-Steuerung, mit der den Nutzern Änderungen in allen genutzten Diensten sofort angezeigt werden. Das Protokoll wurde für eine offene Zusammenarbeit entworfen, so dass fremde Wave Dienste miteinander und mit dem Google Wave Dienst kooperieren können. Um die Übernahme des Protokolls zu fördern bietet Google das Protokoll als offenen Standard an.
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Arbeit zitieren:
B. Eng. Waldemar Gilich, 2010, Die Konvergenz von E-Mail, Web und Sozialen Netzwerken am Beispiel von Google Wave, München, GRIN Verlag GmbH
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