„Gewinn ist nicht gleich Gewinn. Wie ein Unternehmen wirklich dasteht, ist immer ein 1 größeres Rätsel - für Anleger, Analysten, Fondsmanager und auch Wirtschaftsprüfer.“
1 Frankfurter Allgemeine Zeitung 26.Juli 2001
Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis. II
Darstellungsverzeichnis. III
1. Unternehmen Greiffenberger AG. 1
2. Aufbereitung des Datenmaterials 3
2.1 Bilanzielles Gesamtvermögen und Gesamtkapital. 3
2.2 Betriebsvermögen, Finanzvermögen, Verbundvermögen. 3
3. Analyse der Bilanzpolitik und stillen Reserven und Lasten 5
3.1 Bilanzpolitik 5
3.2 Stille Reserven und Lasten. 5
4. Retrospektive Analyse der Erfolgslage. 7
4.1 Analyse der absoluten Betragshöhe. 7
4.2 Analyse der Erfolgszusammensetzung 7
4.3 Aufwands- und Ertragsanalyse. 8
4.4 Rentabilitätsanalyse. 9
5. Retrospektive Analyse der Finanzlage 11
5.1 Vermögensanalyse 11
5.2 Kapitalanalyse 13
5.3 Deckungsverhältnisse von Vermögen und Kapital. 14
5.4 Finanzflussanalyse 15
6 Prognose-GuV 17
7. Fundamentalanalyse. 19
Quellenverzeichnis 20
Anhangverzeichnis 22
Abkürzungsverzeichnis
AV Anlagevermögen BEK Bilanzsumme BV Betriebsvermögen bzw. beziehungsweise EBIT Earnings Before Interests EBITA Earnings Before Interests, Taxes and Amortization EBITDA Earnings Before Interests, Taxes, Depreciation and Amortization EE Einkommen und Ertrag EKR Eigenkapitalrentabilität EUR Euro FV Finanzvermögen GAG Greiffenberger AG ggü. gegenüber GK Gesamtkapital GKR Gesamtkapitalrentabilität GL Gesamtleistung GoF Geschäfts- oder Firmenwerte GuV Gewinn und Verlust GV Gesamtvermögen i.H.v. in Höhe von IAV Immaterielles Anlagevermögen IFRS International Financial Reporting Standards KBV Kurs-Buch-Verhältnis KFK Kurzfristiges Fremdkapital KfW Kreditanstalt für Wiederaufbau KGV Kurs-Gewinn-Verhältnis KUV Kurs-Umsatz-Verhältnis L.u.L. Lieferung und Leistung LFK Langfristiges Fremdkapital Mio. Millionen ord. ordentlich RHB Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe ROCE Return on Capital Employed ROI Return on Investment ROTA Return on Total Assets SAV Sachanlagevermögen T. Tausend u.a. unter anderem UV Umlaufvermögen
VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau VV Verbundvermögen
Darstellungsverzeichnis
Darst. 1: Unternehmensbereiche der Greiffenberger AG Darst. 2: Stille Reserven und Lasten (kumuliert) Darst. 3: Jahresergebnis nach Steuern (bereinigt) Darst. 4: Erfolgszusammensetzung 2008/2009 Darst. 5: Aufwendungen und Erträge 2008/2009 Darst. 6: Rentabilitätskennzahlen Darst. 7: Kennzahlen für Vermögensumschlag Darst. 8: Bilanzielles und bereinigtes Eigenkapital Darst. 9: CashEarnings nach DVFA / SG Darst. 10: Cashflow-Deckungs-Kennzahlen Darst. 11: Prognose-GuV 2010 Darst. 12: Aktienkurs der letzten 6 Monate
1. Unternehmen Greiffenberger AG
Die Greiffenberger AG, kurz GAG, ist eine familiengeführte Industrieholding mit Sitz in Marktredwitz. Der Konzern beschäftigt 946 Mitarbeiter und setzt weltweit (Exportanteil bei 54%) in der Maschinen- und Anlagenbaubranche über EUR 107 Mio. um. Die Stärken der GAG liegen zum Einen darin, dass es 1 familiengeführt wird und mehr als die Hälfte der Unternehmensanteile der Familie gehören . Und zum
Anderen darin, dass sich das Unternehmen in Marktnischen positioniert hat und durch Qualitätsführerschaft sowie technologischem Know-How, sich deutlich vom Wettbewerb abhebt.
Gegründet wurde das Unternehmen 1981 durch Heinz Greiffenberger, der dafür bekannt wurde, innerhalb kürzester Zeit zwei angeschlagene Unternehmen mit zusammen etwa 1.000 Mitarbeitern erfolgreich zu sanieren und zur Rentabilität zu führen. Die Initiative von Greiffenberger begann mit einem Eigenkapital von EUR 175 T. in die J.N. Eberle & Cie. GmbH, einem der ältesten Industrieunternehmen in Augsburg. Heute zählt die J.N. Eberle & Cie. GmbH zu einer von drei tragenden Unternehmensbereichen der Greiffenberger Gruppe in der über 26% des Konzernsumsatzes verdient wird. Greiffenberger brachte den Konzern 1986 an die Börse und leitete die Holding als Hauptaktionär und alleiniger Vorstand bis Mitte 2003, wonach er in den Aufsichtsratsvorsitz wechselte. Seitdem ist sein ältester Sohn Stefan Greiffenberger alleiniger Vorstand und verantwortlich für die Führung des Konzerns. Stefan Greiffenberger betätigte sich fünf Jahre lang im Bereich Restrukturierung und Sanierung in mittelständischen Unternehmen, bevor er 1998 als Geschäftsführer der J.N. Eberle & Cie. GmbH, in den Konzern einstieg.
Die GAG betätigt sich in verschiedenen Industriezweigen, welche in drei Unternehmensbereiche aufgeteilt sind. Das größte Segment Antriebstechnik besteht aus der 100%igen Tochtergesellschaft ABM Greiffenberger GmbH, kurz ABM, in Marktredwitz. Zu ABM gehören Tochtergesellschaften in China, Frankreich, den Niederlanden, Österreich sowie in den USA. Als Spezialist für Getriebe, Elektromotoren und elektronische Antriebssteuerungen produziert ABM für den Maschinen- und Anlagenbau. Neben dem
Hauptgeschäft versucht ABM die eigene Marktposition durch Produktinnovationen weiter auszubauen und neue Zielmärkte in Wachstumsbranchen wie Biomasseheizungen oder Windkraft zu erschließen. ABM beschäftigt 631 Mitarbeiter und setzt 62,9 Mio. Euro (davon 44% im Ausland) um - das entspricht etwa 59 % des Konzernumsatzes.
Der Unternehmensbereich Metallsägeblätter & Präzisionsbandstahl wird durch die 100%ige Tochtergesellschaft J.N. Eberle & Cie. GmbH, kurz Eberle, mit Sitz in Augsburg abgebildet. Mit Auslandstöchtern in Frankreich, Italien und den USA stellt Eberle Hochleistungs-Sägeblätter und Präzisionsbandstahl für die Industrie her. Neben Präzisionsbandstahl konzentriert sich Eberle auf
1 Studien belegen, das Familienunternehmen häufig erfolgreicher sind, da sie den langfristigen erhalt des Familieneigentum anstreben.
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Hightech-Sägen, beispielsweise neuartige Hartmetallsägen, spezielle Beschichtungen oder Sägen aus Bimetall mit doppelt geschliffenen Zahngeometrien. Damit agiert Eberle in hochspezialisierten Segmenten und zielt auf Qualitätsführerschaft und technologischem Spezial-Know-How ab, um dem Wettbewerbsdruck aus China, Indien und anderen Regionen zu entgehen. Eberle setzt mit 256 Mitarbeitern über 28 Mio. Euro um, wovon 90 % im Ausland erzielt werden.
Die BKP Berolina Polyester GmbH & Co. KG, kurz BKP, mit Sitz in Berlin stellt den Unternehmensbereich für Kanalsanierungstechnologie dar. Die GAG ist an der Kommanditgesellschaft mit 75% beteiligt. Neben deutschen Standorten gehört auch eine Auslandstochter in Dänemark zur Gesellschaft. BKP ist spezialisiert auf grabenlose und umweltschonende Kanalsanierung durch Schlauchlining und auf die Verarbeitung von glasfaserverstärkten Kunststoffen für die Entwicklung und den Einsatz extrem belastbarer und dauerhafter Materialien. Das Know-How wird auch für speziell entwickelte Rohrummantelungen genutzt. BKP plant für 2010 den Start von Lösungen für kleine Rohrdurchmesser, die so auch die Sanierung von Hausanschlüssen möglich machen sollen. Zudem sind Erweiterungen der Produktionskapazitäten in Deutschland und die Expansion nach Nordamerika und Saudi-Arabien geplant. Mit 58 Mitarbeitern und über 16 Mio. Euro Jahresumsatz (davon 29 % im Auslandgeschäft) trägt BKP zum Konzernumsatz 15 % bei.
Auf dem Kapitalmarkt werden die Aktien der GAG seit 1986 gehandelt - im General Standard des regulierten Marktes. Es befinden sich zurzeit 4,4 Mio. Aktien im Umlauf, die sich mehrheitlich im Besitz der Greiffenberger Holding GmbH, Thurna (61,34%) befinden. Ein weiterer Großaktionär ist Herr Dr. Karl Gerhard Schmidt, Hof, mit 11,36 % der Aktien. Die verbleibenden 27,30% der Aktien sind breit gestreut.
Die Branche Maschinen- und Anlagenbaubranche blickt in 2009 laut dem Branchenverband Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) auf das schlechteste Jahr seit Jahrzehnten zurück. Die Produktionsleistung musste an den stark zurückgegangenem Nachfragerückgang entsprechend angepasst werden. Auch die GAG wurde davon nicht verschont und musste deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Allerdings sind seit der 2. Hälfte 2009 Erholungstendenzen erkennbar, die sich auch 2010 weiter fortsetzen.
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2. Aufbereitung des Datenmaterials
2.1 Bilanzielles Gesamtvermögen und Gesamtkapital
Eine erste durch Aufbereitung abzuleitende Größe ist das bilanzielle Gesamtvermögen und das bilanzielle Gesamtkapital. Nachfolgend wird die Vorgehensweise zur Aufbereitung der Jahresabschluss-Einzelposten beschrieben, während auch im gleichen Zuge auffällige Veränderungen erläutert werden.
Bei den Aktiva werden zur Ermittlung des Anlagevermögens alle Positionen bis auf die aktiven latenten Steuern aus den Rechenwerken der GAG übernommen. Die Position aktive latente Steuer wird nicht mit einbezogen, da es grundsätzlich nicht für werthaltig betrachtet wird. Bei der Ermittlung des Umlaufvermögens wird die Position Vermögen aufgegebener Geschäftsbereiche in 2006 aufgrund des Einmaligkeitscharakters den sonstigen Vermögensgegenständen zugewiesen. Zudem wird der Posten der aktiven Rechnungsabgrenzung aus den sonstigen Vermögensgegenständen entnommen und direkt dem UV zugewiesen. Die Summe von AV und UV ergibt das bilanzielle Gesamtvermögen für das jeweilige Geschäftsjahr.
Auf der Passivseite wird bei der Ermittlung des Eigenkapitals, der Posten Minderheitsanteile aufgrund der Investororientierung der Analyse den langfristigen Schulden zugeordnet. Außerdem werden die aus dem AV herausgelassenen aktiven Latenten Steuern von den Gewinnrücklagen/Verlustvortrag im Eigenkapital abgezogen. Beim Eigenkapital ist eine Unregelmäßigkeit des gezeichneten Kapitals in 2007/2008 auffällig. Hier wurde eine Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln um EUR 13.200 auf EUR 11,264 Mio. sowie eine Neueinteilung des Grundkapitals durchgeführt. Damit erhöhte sich die Aktienmenge von 440.000 auf 4,4 Mio. Stückaktien, während auch der Aktienkurs im Verhältnis 1:10 angepasst wurde. Das ermittelte bilanzielle Eigenkapital weicht um die aktiven latenten Steuern vom Eigenkapital im Rechenwerk ab. Die heraus gerechneten Minderheitsanteile sind Anteile anderer Gesellschafter, die am Eigenkapital einer Tochtergesellschaft beteiligt sind. Die Umgruppierung erhöht den Minderheitsanteil anderer Gesellschafter in den langfristigen Schulden. Die übrigen Posten aus den kurzfristigen und langfristigen Schulden werden aus den Rechenwerken ohne weitere Bearbeitung übernommen und jeweils in langfristiges und kurzfristiges Fremdkapital umbenannt. Das Gesamtkapital errechnet sich aus der Summe von Eigenkapital, lang- und kurzfristigem Fremdkapital in dem jeweiligen Jahr und entspricht jeweils dem Gesamtvermögen.
2.2 Betriebsvermögen, Finanzvermögen, Verbundvermögen
Bei Aufbereitung der Vermögensseite der Bilanz ergibt sich zudem die Notwendigkeit, einige analyserelevante Vermögensteilgruppen zu bilden, die nicht unmittelbar im Rechenwerk ausgewiesen werden. Dazu gehört die Aufteilung in Betriebs- und Finanzvermögen.
Die wenigen Abzüge zur Ermittlung des Betriebsvermögens und die geringe Abweichung in den Jahren 2007 bis 2009 vom Gesamtvermögen zeigen, dass die GAG sich überwiegend mit seinem Kerngeschäft befasst. Im Jahr 2006 musste die Tochtergesellschaft Wiessner GmbH - Unternehmensbereich für Air-Engineering für industrielle Prozesse - nach gescheiterten Restrukturierungsversuchen zum Verkauf
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Arbeit zitieren:
Süleyman Yücel, 2010, Investororientierte Unternehmensanalyse der Greiffenberger AG, München, GRIN Verlag GmbH
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