Gliederung
1. Einleitung 2
2. Begriffsklärung Erlebnispädagogik 4
3. Historische Entwicklung 6
3.1 Kurt Hahn als der Begründer 6
3.2 Die erlebnispädagogische Renaissance 8
4. Theoretische Fundierung 10
4.1 Erziehungswissenschaftliche Fundierung 10
4.2 Sozialwissenschaftliche Fundierung 11
4.3 Forschung 12
5. Lernen mit Kopf, Herz und Hand -
Leitlinien und Ziele der Erlebnispädagogik 13
6. Die Relevanz der Erlebnispädagogik in der
au ßerschulischen Jugendbildung 15
6.1 Erlebnispädagogik als Erfahrungsfeld für Jugendliche und Pädagogen 15
6.2 Erlebnispädagogische Angebote am Beispiel „Tigersprung e.V.“ Bamberg 16
6.2.1 Klettern 17
6.2.2 Kanu- und Kajakfahren 18
6.2.3 City Bound 19
7. Kritikpunkte - Grenzen der Erlebnispädagogik 20
8. Fazit 21
9. Literaturverzeichnis 22
1
1. Einleitung
Ein jeder kennt sie, die Träume, in denen man als selbstbewusster und vor Glück strotzender Abenteurer durch die Wälder zieht, reißende Flüsse überquert, Abhänge besiegt und selbsterlegtes Wild verzehrt. Wer träumt nicht von solch einem Abenteuer, raus aus dem Globalisierungs- und Konsumdschungel. Einfach nur man selbst sein, stark sein und sich austesten.
Auch in der Pädagogik findet man Action und Abenteuer als Ausdruck neuer Gegenwartsbezogenheit: Leben im Hier und Jetzt. Doch was hat Abenteuer mit Pädagogik zu tun?
Erziehung und Lernen, sei es im Kindergarten, in der Jugendarbeit, in der Jugendhilfe oder in der Erwachsenenbildung soll Spaß machen, soll spannend sein. Die Erlebnispädagogik greift dieses Wissen auf und will durch Erfahrungslernen unsere Kompetenzen wie Selbstständigkeit, Verantwortlichkeit, soziale Kompetenz und Mündigkeit erweitern.
Doch man muss aufpassen, dass man seine Abenteuerträume nicht mit Erlebnispädagogischen Angeboten verwechselt, denn hier geht es nicht um ein Überlebenstraining, sondern um pädagogische Modelle. Eine weitere wichtige Frage, mit der ich mich beschäftigen möchte, ist: Kann Erfahrungslernen etwas zur Persönlichkeitsbildung beitragen und wenn ja, werden die dort gelernten Fähigkeiten in den Alltag umgesetzt?
Im zweiten Kapitel soll es mir darum gehen, inwiefern der Begriff „Erlebnispädagogik“ gerechtfertigt ist oder nicht, denn der Begründer der Erlebnispädagogik, Kurt Hahn, nannte es zu seiner Zeit „Erlebnistherapie“. Pädagogik und Therapie sind jedoch zwei unterschiedliche paar Schuhe. Mit den Vorreitern und dem Begründer Kurt Hahn soll es im dritten Kapitel weiter gehen. Ich möchte von der Epoche der Aufklärung über die Reformpädagogik bis in die heutige Zeit einen geschichtlichen Abriss geben, um die Entwicklung der Gedanken und Ziele im Zeitverlauf nachvollziehen zu können. Dieses Kapitel soll auch eine Antwort auf die Frage geben: Was hat Abenteuer mit Pädagogik zu tun? Ein weiterer wichtiger Punkt, um die Erlebnispädagogik als Wissenschaft anzuerkennen, ist die theoretische Fundierung, mit welcher ich mich in Kapitel vier beschäftigen werde. Die Artikel fünf und sechs sollen mehr Einblick in die Praxis geben. Was für Ziele werden
2
verfolgt, wie werden diese Ziele umgesetzt und welchen Einfluss hat die Erlebnispädagogik in der außerschulischen Jugendbildung? Ein paar Beispiele des Vereins „Tigersprung e.V.“ aus Bamberg sollen einen kleinen Einblick über ausgewählte Angebote gewähren. Zu guter letzt will ich die Erlebnispädagogik einer kritischen Würdigung unterziehen und ihre Grenzen aufzeigen.
3
2. Begriffsklärung Erlebnispädagogik
Der Begriff Erlebnispädagogik birgt eine große Vielfalt in sich. Aufgrund der Heterogenität, der vielen verschiedenen Begrifflichkeiten und der verschwimmenden Grenzen lässt sich eine Definition schwer finden. Abenteuerpädagogik, Aktionspädagogik, Wanderpädagogik, Erfahrungspädagogik, Outdoor-Pädagogik u.v.m. sind Bezeichnungen, mit denen Erlebnispädagogik gleichgesetzt oder in Verbindung gebracht wird (vgl. Raithel u.a. 2007, 208). Hinzu kommt, dass sie noch immer keine in sich geschlossene Theorie entwickelt hat und somit als eine handlungsorientierte Methode verstanden oder als eine Teildisziplin angesehen wird (vgl. Heckmair/Michl 1993).
Erlebnispädagogik ist auch nicht als eine rein pädagogische Methode anzusehen, sondern verbindet sich sowohl mit unterschiedlichen therapeutischen als auch sozialpädagogischen Ansätzen sowie mit anderen „Spezialpädagogiken“. Diese negativ klingenden Ausführungen sollen die Erlebnispädagogik jedoch nicht in ein schlechtes Licht rücken. Es ist wie mit der sozialen Arbeit, auch sie steckt in einem Bestimmungsdilemma zwischen Sozialarbeit (Armenfürsorge) und der wissenschaftlichen Sozialpädagogik, zieht jedoch aus jedem die Stärken und entwickelt daraus vielfältige wirksame Methoden. Genauso muss man die Vielfältigkeit in der Erlebnispädagogik als Nutzen, als Stärke und als Chance ansehen: Vielfältigkeit als innovativer, offener, attraktiver und universal anwendbarer pädagogischer Ansatz (vgl. Raithel u.a. 2007, 208) . Lernen mit Kopf, Herz und Hand - den Lernprozess durch eine Verbindung aus Denken, Fühlen und Handeln zu fördern, steht im Zentrum der Erlebnispädagogik. Sie zielt auf die Entwicklung einer autonomen, verantwortlichen und sozial kompetenten Persönlichkeit ab und bezieht sich somit nur sekundär auf die normale Wissensvermittlung (vgl. Otto/Thiersch 2005, 394). Heute bringt man mit dem Begriff Erlebnispädagogik eher natursportliche Unternehmungen in Verbindung. Diese einseitige Betrachtungsweise der „Outdoor-Pädagogik“ muss jedoch Platz für die immer mehr aufkommende „Indoor-Pädagogik“ schaffen. Denn hier ist ein großes musisches, künstlerisches und
4
kulturelles Potential an erlebnispädagogischen Entwicklungs-und
Gestaltungsmöglichkeiten vorhanden (vgl. Ziegenspeck 2000). Auch die starke Abenteuerorientierung schießt über das eigentliche Ziel der Erlebnispädagogik hinaus. Denn erstens sind Abenteuer pädagogisch nicht planbar und zweitens ist dieses eine Merkmal zu oberflächlich um Erlebnispädagogik zu charakterisieren, denn sie ist weit mehr als ein Abenteuer. Abenteuer und „Action“ sind einem pädagogischen Ziel unterworfen - sie sind nichts anderes als ein Rohbau. Aus diesen Gründen sollte man die Bezeichnung
„Abenteuerpädagogik“ vermeiden (vgl. Heckmair/Michl 1993, 65). Abschließend und gleichzeitig als Zusammenfassung dienend, möchte ich auf zwei Definitionsversuche eingehen. Der erste Definitionsversuch ist angelehnt an Kurt Hahn (vgl. Heckmair/Michl 1993, 66): „Erlebnispädagogik als handlungsorientierte Methode, in der die Elemente Natur, Erlebnis und Gemeinschaft pädagogisch zielgerichtet miteinander verbunden werden.“ Diese Definition schließt allerdings neue Entwicklungen aus. Daran anknüpfend folgt der zweite Definitionsversuch nach Heckmair/Michl (1993, 66): „Unter Erlebnispädagogik verstehen wir eine handlungsorientierte Methode, in der durch Gemeinschaft und Erlebnisse in naturnahen oder pädagogisch unerschlossenen Räumen neue Raum- und Zeitperspektiven erschlossen werden, die einem pädagogischem Zweck dienen.“ Auch wenn der Begriff der Erlebnispädagogik und die verschiedenen Definitionsversuche nicht zufrieden stellend sind, so hat er sich jedoch bei uns eingebürgert und verweist auf eine historische Verbundenheit, worauf im Folgenden näher eingegangen werden soll.
5
Arbeit zitieren:
Franziska Gäbler, 2009, Lernen mit Kopf, Herz und Hand , München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Pädagogik / Erziehungswissenschaften: Lernen mit Kopf, Herz und Hand ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Pädagogik / Erziehungswissenschaften: neuer Titel erschienen: Lernen mit Kopf, Herz und Hand
Franziska Gäbler hat einen neuen Text hochgeladen
Das Komplett-Programm zur Entw...
David L. Dotlich, Peter C. Cairo, Stephen H. Rhinesmith, Jutta Scherer
Religionsunterricht mit Herz, Hand und Verstand
Eine Methodenlehre für ganzhei...
Godwin Lämmermann
Coaching und Systemische Supervision mit Herz, Hand und Verstand
Handlungsorientiert arbeiten, ...
Klaus Theuretzbacher, Peter Nemetschek
Seelisch fit für die Liebe - Ein Yoga für Kopf und Herz
Ein Yoga für Kopf und Herz
Heidrun Maurer
0 Kommentare