Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Die Geschichte von Opiaten 3
2.1 Heroin als Heil- und Genussmittel 3
2.2 Heroin als Rauschgift 4
3. Was ist Heroin und wie wird es konsumiert? 5
3.1 Die Gewinnung von Rohopium 5
3.2 Die Herstellung von Heroin 5
3.3 Konsumformen 6
3.4 Statistische Eckdaten. 6
4. Wirkung 8
4.1 Effekte 8
4.2 Wirkungsweise 8
5. Folgewirkungen 10
5.1 Akute Risiken 10
5.2 Langzeitfolgen 11
5.3 Abhängigkeit und Entzugserscheinungen 12
6. Ursachen der Heroinabhängigkeit: soziologische Ansätze 13
7. Fazit 15
Literaturverzeichnis 16
Anhang 17
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1. Einleitung
„Es riss mich fort in eine andere Zeit, in andere Welten. Ich floh vor mir, vor meinem Hirn und vor meinen Ängsten. Durch die Mauern des Bewusstseins in das Reich des Vergessens, in nie endendem Rausch - vom Heroin besessen.“ (Songtext „Heroin“ der Böhsen Onkelz)
Heroin ist die suchterzeugendste Droge, die es momentan auf dem illegalen Markt gibt und sie ist vor allem die Droge, die von der Gesellschaft am meisten abgewertet wird. Wenn in der Öffentlichkeit von Heroin die Rede ist, ist eine Droge gemeint, die wie kaum eine zweite mit süchtigem Verhalten assoziiert wird. Sie steht als Inbegriff für Tod, Krankheit, Verelendung und Delinquenz - kurzum für abweichendes, gesellschaftlich nicht akzeptiertes Verhalten, welches unter keinen Umständen toleriert wird. Dass Heroin jedoch nicht als Droge in die Welt kam, sondern als Arzneimittel entwickelt wurde und ein sehr geschätztes Medikament war, ist kaum bekannt.
Ich persönlich habe von der Droge mit 12 Jahren zum ersten Mal gehört, als ich auf einem Flohmarkt das Buch „Chrstiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ gefunden und gelesen habe. Dieses Buch handelt von einem jungen Mädchen, welches über die Einstiegsdroge Cannabis zu Ectasy und Kokain gelangt und schließlich in die Heroinszene abrutscht. Durch das Seminar „Drogenkonsum - Erklärungsmodelle und Interventionsmöglichkeiten“ und die Recherche für das Referat habe ich Hintergrundinformationen erhalten, um meinen Horizont bzw. mein Problembewusstsein erweitern zu können. In meiner Arbeit möchte ich versuchen, die Substanz Heroin von allen Seiten zu beleuchten. Beginnend mit der Geschichte soll der Wandel des Heroins vom Heilmittel zur Droge aufgezeigt werden. Ich erkläre zunächst, woraus es gewonnen, wie es hergestellt und konsumiert wird, dabei werde ich zwei soziologische Erklärungsansätze anwenden. In der zweiten Hälfte der Arbeit will ich mich mit der Wirkungsweise und den Folgewirkungen der Droge auseinandersetzen und diese Faktoren kritisch beleuchten. Auf Interventionsmöglichkeiten werde ich nicht eingehen, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, sondern lediglich über die Droge Heroin berichten.
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2. Die Geschichte von Opiaten
Um zu einer Gesamtsicht des Heroins zu gelangen, ist als Erstes ein kurzer kultur-historischer Rückblick auf die Verwendung und Verbreitung des Opiums notwendig. Dabei soll deutlich werden, wie sich die Einstellungen in Bezug auf das Opium - vom medizinischen Heilmittel über ein persönliches Genussmittel hin zum Rauschgift - im historischen Abriss deutlich wandeln.
2.1 Heroin als Heil- und Genussmittel
„Der Gebrauch von Substanzen, die das Bewusstsein und die Emotionen als Schmerz-, Schlaf- und Betäubungsmittel beeinflussen, reicht bis in die Epochen prähistorischer Urvölker zurück.“ (Viethen 2003, 51) So war auch der Schlafmohn eine der wichtigsten Heilpflanzen der gesamten Pharmaziegeschichte (vgl. Kloppe 2004, 141). Zur Behandlung von Krankheiten aller Art haben bereits die Sumerer und die Ägypter um 4000 v.Chr. die heilsame und berauschende Wirkung des Opiums entdeckt und genutzt. Von Ägypten aus gelangte das Wissen darüber sehr früh in das antike Griechenland, wo das Opium seinen heute gebräuchlichen Namen bekam (griechisch opòs). Mit der Eroberung Griechenlands durch Roms Soldaten gelangte die Droge weiter nach Westen bis zu den Alpen (vgl. Selling 1989, 276f). Durch seine Kultivierung in China hielt der Schlafmohn auch Einzug in die traditionelle chinesische Medizin (vgl. DHS o.J., 1). Die Nutzung als Heilmittel ist so alt wie die Nutzung als Rausch- und Genussmittel (vgl. Selling 1989, 277). In der römischen Gesellschaft wurde dem Wein häufig Mohnsaft beigemischt, was als gewohnheitsmäßiges Getränk galt. Die Römer sahen den Gebrauch von Opium nicht als Sucht oder kriminelle Handlung an (vgl. Kloppe 2004, 143). „Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wird die Wirkung des Opiums an seiner Qualität und an seiner Vielfalt bezüglich medizinischer Verwendungsmöglichkeiten gemessen. Es gibt aus dieser Zeit keinen Hinweis auf einen verbreiteten Konsum von Opium als Genuss- und Rauschmittel im europäischen Raum. Lediglich Reisebeschreibungen aus dem Orient lassen auf frühe Formen von Opiumsucht im 16.Jahrhundert schließen.“ (Kloppe 2004, 144) In dieser Zeit wurden in der Medizin auch große Verordnungen von Opiumzubereitungen verzeichnet, was eine Zunahme des missbrauchenden Personenkreises zuließ. In der europäischen Gesellschaft des 16., 17. und 18. Jahrhunderts nahm man das Opium sorglos ein (vgl. Wanke 2004, 145ff).
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Auch in China wurde das Rauchen von Opiumpfeifen im 17. Jahrhundert zur Mode, was jedoch sehr bald zu großen Suchtproblemen führte (vgl. DHS o.J., 1).
2.2 Heroin als Rauschgift
Das Problem der Sucht taucht mit seiner ganzen sozialen Schwere erst im 19. Jahrhundert auf (vgl. Wanke 1985, 150). Dem deutschen Apotheker Friedrich Wilhelm Sertürner gelang es 1806, den Hauptwirkstoff des Opiums - das Alkaloid Morphin - zu isolieren. 1828 wurde die Substanz von der Firma Merck als stark wirkendes Schmerzmittel auf den Markt gebracht. In den Kriegen dieser Zeit wurden Verwundete in großem Umfang mit Morphium behandelt, was jedoch schnell zu einer starken Abhängigkeit führte (vgl. DHS o.J., 2). „Erst der drastische Anstieg der Süchtigen durch den kritiklosen Einsatz des Morphins als Schmerzmittel bei den verwundeten Soldaten des amerikanischen Bürgerkrieges 1861-1865 sowie des preußisch-österreichischen Krieges von 1866 und des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 hat die Medizin letztlich auf das Problem aufmerksam gemacht.“ (Wanke 1985, 150) Man suchte nun nach einem nicht abhängig machenden Ersatzmittel für Morphium und synthetisierte 1874 erstmals das so genannte Diamorphin. Im Jahre 1898 wurde es von der Firma Bayer in großen Mengen hergestellt und unter dem Namen Heroin u.a. als Mittel zur Hustenstillung, als Schmerzmittel und zur Behandlung von Morphiumabhängigkeit marktreif gemacht. Schnell wurde jedoch klar, dass Heroin viel stärker wirkt als Morphin und vor allem ein viel höheres Abhängigkeitspotential besitzt (vgl. DHS o.J., 2). Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann sich ein Problembewusstsein in Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik zu entwickeln (vgl. Selling 1989, 281). Zunächst wurde Heroin als verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel eingestuft und strikten internationalen Handelsbeschränkungen unterworfen, bevor es dann in den meisten Ländern ganz und gar verboten wurde. Mit dem Verbot kam aber auch der illegale Handel mit Heroin und es wurde vor allem im Zweiten Weltkrieg wieder als Schmerzmittel genutzt (vgl. DHS o.J., 3). Mitte der siebziger Jahre dominierte Heroin dann schließlich die Drogenszene (vgl. Viethen 2003, 62).
Die folgenden Kapitel beziehen sich auf die heutige Drogenszene und deren Umgang mit dem Rauschmittel, doch vorher soll noch kurz erläutert werden, woraus der Wirkstoff Heroin gewonnen wird.
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3. Was ist Heroin und wie wird es konsumiert?
„Heroin ist ein durch chemische Prozesse aus dem Rohopium des Schlafmohns (Papaver somniferum L.) gewonnenes Pulver mit betäubender und zugleich euphorisierender Wirkung. Heroin gehört zu den illegalen Suchtmitteln, deren Besitz und Anbau sowie dessen Handel nach dem Betäubungsmittelgesetz verboten sind und strafrechtlich verfolgt werden.“ (DHS o.J., 1)
3.1 Die Gewinnung von Rohopium
Die Herkunftspflanze des Heroins ist der Schlafmohn, dessen Anbaugebiete sich von der Türkei über den Iran, Indien, Afghanistan, Pakistan bis hin zum Südosten Asiens erstrecken. Mittlerweile wird auch wieder in Mittel- und Südamerika Mohn angebaut (vgl. DHS o.J., 1). Opium wird aus dem Milchsaft der Kapsel des Schlafmohns gewonnen (vgl. Selling 1989, 275). Dieser Saft enthält eine Vielzahl von Alkaloiden wie u.a. Morphin (welches den Hauptanteil bildet), Narkotin und Codein (vgl. Viethen 2003, 50). Zur Gewinnung von Rohopium wird die Samenkapsel vor dem Ausreifen der Samen angeritzt und der ausgetretene Saft wird abgeschabt und gesammelt. Pro Kapsel rechnet man mit einer Ausbeute von etwa ½ Gramm Rohopium. Das heißt, um 1kg Rohopium zu gewinnen, muss man ein 400m² großes Mohnfeld wiederholt bearbeiten. Dieser Vorgang ist sehr arbeitsintensiv, da der Ernteprozess per Hand durchgeführt werden muss. Nach der Gewinnung wird das Rohopium zu festen Klumpen getrocknet, bevor es zum weiteren Verkauf verpackt wird (vgl. Selling 1989, 276).
3.2 Die Herstellung von Heroin
Heroin ist ein Derivat des Morphins, des wichtigsten Alkaloids des Opiums. Ausgangsstoff für die Heroinherstellung ist das Rohopium, welches etwa 10-18% Morphin enthält. Durch verschiedene chemische Prozesse wird dem Rohopium eine Morphinbase entzogen und über ein weiteres chemisches Verfahren (Acetylierung) in Morphinhydrochlorid umgewandelt, welches einen Wirkstoffgehalt von 60-80% besitzt. Durch weitere Verfahren wird die als graues bis weißes Pulver erscheinende Heroinbase und eine wasserlösliche grau-braune Substanz gewonnen. Schließlich wird ein kristallines Pulver erzeugt, dessen Wirkstoffkonzentration bei über 90% liegen kann.
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Arbeit zitieren:
Franziska Gäbler, 2009, Konsum psychotroper Substanzen am Beispiel von Heroin, München, GRIN Verlag GmbH
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