1 Einleitung 3
2 Definition des Begriffes „Spielbeobachtung“ 4
3 Spielbeobachtungsformen 5
3.1 Systematische (quantitative) Spielbeobachtung 5
3.1.1 Strukturierte und unstrukturierte Beobachtungsverfahren 6
3.1.2 Leistungsdiagnostische Modelle der quantitativen Spielbeobachtung 8
3.2 Qualitative Spielbeobachtung 9
4 Methoden der Systematischen Spielbeobachtung 10
5 Besondere Umsetzung der Spielbeobachtung 11
5.1 VIAS - Video Analyse System (qualitative Spielbeobachtung) 11
5.1.1 Praktischer Einsatz des VIAS im Beachvolleyball 13
5.1.2 Anwendungsbeispiel zur qualitativen Spielbeobachtung 14
5.1.3 IVIAS - Internet Video Analyse System 15
5.2 Anwendungsbeispiel zur Systematischen Spielbeobachtung 15
5.2.1 Analyse der Spielpositionen im Basketball mittels Box-Scores 15
6 Fazit 19
7 Literaturverzeichnis 20
8 Abbildungsverzeichnis 17
9 Tabellenverzeichnis 18
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1 Einleitung
Ist es in der Sportwelt möglich, die Leistung eines Teams durch Spielbeobachtung zu steigern oder zu verbessern? Heutzutage ist es im Sport allgemein üblich, das Spiel oder das Training zu beobachten und zu dokumentieren. Hierbei versucht man Ver-besserungsvorschläge für den individuellen Sportler beziehungsweise für eine komplette Mannschaft zu erlangen. Man spricht hierbei von „Spielbeobach-tung“. Ein jeder von uns kennt die vermeintlichen Experten, die z.B. nach einem Fußballspiel versuchen, den Grund von Niederlage oder Siege zu klären, sei es im Hobby- oder Professionellenbereich. Ein weiteres Beispiel sind die oft zur Halbzeit beziehungsweise nach Ende der Spielzeit eingeblendeten Statistiken über gewonnene Zweikämpfe, Ballbesitz, Ecken ect. Die Bereitstellung derartiger Kenngrößen wird mit der Digitalisierung des Sports immer einfacher durchführbar. Kein Millimeter des Spielfelds bleibt heute bei einem Bundesligaspiel im Fußball unbeobachtet, dank moderner Kamera- und Videotechnik. Hierdurch entsteht die Möglichkeit der passiven Analyse nach einem Spiel, durch Studieren der Aufzeichnungen. „Räumlich-zeitliche Koordinaten aller Spieler und des Spielgegenstandes werden in Echtzeit erfasst, die Merkmale per Bilderkennung automatisch registriert, eine Auswertung der Bild- und Beo-bachtungsinformationen ist sofort möglich“ (Hansen & Lames, 2001, S.63). Man muss das Spiel also nicht mehr mit eigenen Augen gesehen haben. Vor allem dem Trainer bietet es die Möglichkeit, im Nachhinein aus dem Spiel zu lernen, welches er nun aus einem anderen Blickwinkel betrachten kann.
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2 Definition des Begriffes „Spielbeobachtung“
Auch die Wissenschaft setzt sich mit derartigen Fragen auseinander und versucht Methoden und Formen zu entwickeln, welche helfen, Spiele zu analysieren, und die somit zu deren Verbesserung beitragen sollen. „Die Spielbeobachtung ist ein Datenerhebungsverfahren, mit dessen Hilfe die Struktur sportlicher Leistung im Sportspiel aufgeklärt werden soll. Sie hat in der deutschen Spielforschung eine mehr als 40jährige Tradition und ist als ein zentraler Bestandteil der Trainings-wissenschaft etabliert“ (Stiehler, 1962, zitiert nach Link, 2006, S.59).
Zunächst soll untersucht werden, für welche Art von Sportarten eine solche Spielbeobachtung überhaupt in Frage kommt. Es liegt auf der Hand, dass es sich hierbei um Sportspiele wie Basketball, Fußball, Handball oder Volleyball handelt, um nur einige zu nennen. Jedoch darf man nicht vergessen, dass sie nicht ausschließlich in Mann-schaftssportarten Anwendung findet, sondern auch in individuellen Sportspielen wie beispielsweise Tennis und Badminton zum Einsatz kommt.
„Sportspiele sind Sportarten mit international kodifiziertem Regelwerk, bei denen zwei Parteien (Einzel, Doppel oder Mannschaften) in einen Interaktionsprozess eintreten, der dadurch zustande kommt, dass beide Parteien gleichzeitig ihr eigenes Spielziel anstreben und verhindern wollen, dass die gegnerische Partei ihr Spielziel erreicht; das Spielziel in den Sportspielen ist eine in den Regeln festgelegte, symbolische Handlung“ (Lames, 1994, S.15).
Diese beschriebenen Sportspiele sind viel komplexer als Individualsportarten. Das Problem besteht in der leistungsdiagnostischen Analyse, also der wissenschaftlich begründeten Ableitung von Empfehlungen zur „Verbesserung“. Zusätzlich zu medizinischen und motorischen Untersuchungen müssen demzufolge systema-tische Spiel-und Wettkampfbeobachtungen vorgenommen werden, so fordern Winkler und Freibichler (1991, S. 25).
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3 Spielbeobachtungsformen
3.1 Systematische (quantitative) Spielbeobachtung
Lames (1994, S.23) umschreibt die systematische Spielbeobachtung, indem er sie der subjektiven Eindrucksanalyse gegenüberstellt. Eine weitere Beobachtungsmethode, das so genannte Scouting - Verfahren, lässt sich zwischen diesen bei-den Gegensatzpaaren einordnen (vgl. Abb. 1). Scouting dient dazu, den Gegner vor einem Aufeinandertreffen zu analysieren. Es besitzt Anteile beider konkurrierender Beobachtungsverfahren.
Abb. 1. Darstellung der Spielbeobachtungsverfahren (aus Lames, 1994)
Die systematische Spielbeobachtung ist durch ein zu Beginn erstelltes Merkmalsystem charakterisiert. Hierbei wird ein „exaktes Abbild des Spielgeschehens ‚in Worten‛ des zugrunde liegenden Beobachtungssystems erstellt“ (Lames, 1994, S.24). Diese Verfahren erlauben dem Beobachter das Spiel mehrfach zu rekapitulieren, was eine sehr genaue Analysemöglichkeit mit sich bringt. Allerdings beschränkt sich dadurch die Untersuchung auf objektives Erkennen. Im Gegensatz dazu besteht der Vorteil der subjektiven Eindrucksanalyse gerade darin, dass der Beobachter subjektiv handelt. Das bedeutet, dass er Hintergrundinformationen und Kenntnisse in seine Beobachtungen mit einfließen lässt. Er kann bspw. mit Begriffen wie Ballgefühl oder Spielwitz etwas anfangen. Andererseits ist die feh-lende Systematik die große Schwäche der subjektiven Eindrucksdiagnostik, da die Wahrnehmung ständig beeinflusst wird. So kann ein Trainer in der Endphase eines knappen Spiels oft keine zuverlässigen Daten sammeln, da er von der Spannung und Dramatik überwältigt, nicht mehr klar und objektiv analysiert. Gerade bei dieser Betrachtungsweise liegen die Stärken der systematischen Spielbeobachtung. So lässt sich
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abschließend sagen, dass beide Formen, subjektive und objektive, eigentlich keine Konkurrenten sind, sondern sich eher in einem ausgeglichenen Verhältnis gegenüberstehen.
3.1.1 Strukturierte und unstrukturierte Beobachtungsverfahren
Innerhalb der Systematischen Spielbeobachtung lässt sich in unstrukturierte und strukturierte Beobachtungsverfahren unterteilen (Hohmann, 2005, S. 383). Das erstgenannte Verfahren geht davon aus, dass die Komplexität einer Spielleistung wahrscheinlich nur durch die Meinung eines Experten angemessen festzuhalten ist. Dies geschieht meist in der Form eines Rankings, durch Dominanzpaarver-gleiche oder mit Hilfe eines Ratings, bspw. durch Punkteschätzskalen. Das Problem bei solchen Diagnosen stellt ihre Zuverlässigkeit dar. Die Urteile verschiedener Experten werden oft variieren, worunter die Objektivität des Untersuchungsgegenstandes leidet.
Bei strukturierten Spielbeobachtungsverfahren wird hingegen „Auftretungshäu-figkeit leistungsbedeutsamer Verhaltensweisen unter repäsentativen Wettkampfbedingungen ermittelt“ (Hohmann & Lames, 2005, S. 384). Dank gut ausgebilde-ten Beobachtungspersonals erhöht sich die Verlässlichkeit solcher Messungen. Bei den strukturierten Maßnahmen lässt sich wiederum eine Unterteilung vornehmen.
Zunächst soll der messtheoretische Ansatz vorgestellt werden. Er geht davon aus, dass die „Spielleistung mit Hilfe der Spielwirksamkeit, d.h. durch eine Bilanz allein des eigenen positiven und negativen Spielverhaltens“ (Hohmann & Lames, 2005, S. 385) beschrieben wird. Der Gegner wird hierbei nicht genauer untersucht, da er nur als Störfaktor des eigenen Spiels in Betracht zu ziehen ist. Es wird ein so genannter Spielwirksamkeitsindex, kurz SWI, gebildet, welcher das Spielverhalten abbildet. Hierbei werden „Tore, Pässe, Zweikämpfe usw. gezählt, nach ihrer ‚Wertigkeit‛ für den Spielerfolg gewichtet und aufsummiert“ (Hohmann & Lames, 2005, S. 385) (vgl. Tab. 1). Die ermittelte Maßzahl repräsentiert die Leistung eines Spielers.
Tab. 1. Beispiele für Spielwertskalen zur Berechnung des SWI in ausgewählten Sportspielen (Basketball: Cwalina, 1980; Handball: Ulrich, 1998, verändert nach Hohmann und Lames, 2005)
Arbeit zitieren:
Philipp Zipfel, 2008, Training und Bewegung - Methoden der Systematischen Spielbeobachtung, München, GRIN Verlag GmbH
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