In dem folgenden Text soll ausgearbeitet werden was man im Allgemeinen unter dem linguistischen Terminus Verbvalenz versteht in diesem Zusammenhang soll auch geklärt werden um was es sich bei Ergänzungen und freien Angaben handelt. Jedoch soll es in erster Linie darum gehen die geläufigsten Unterscheidungsmethoden zwischen Ergänzungen und Angaben zu schildern, zu diskutieren und diese Untersuchungsmethoden in Frage zu stellen, da sie sich oftmals als problematisch herausstellen und nicht immer ein eindeutiges Ergebnis hervorbringen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Was ist Verbvalenz?
1.2 Was sind Ergänzungen und Angaben?
2. Tests zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben und deren Schwachstellen
2.1 Der Weglass- / Eliminierungstest
2.2 Der „geschehen-Test“
2.3 Der „und-zwar“-Test
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das linguistische Konzept der Verbvalenz mit dem primären Ziel, die gängigen Methoden zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben kritisch zu beleuchten. Dabei wird erörtert, inwieweit diese syntaktischen Testverfahren in der praktischen Anwendung problematisch sind und warum sie oft zu uneindeutigen Ergebnissen führen.
- Grundlagen der Valenztheorie nach Lucien Tesnière und nachfolgenden Linguisten
- Definition und Abgrenzung von Aktanten (Ergänzungen) und Zirkumstanten (Angaben)
- Methodische Analyse des Weglass- oder Eliminierungstests
- Funktionsweise und Schwachstellen des „geschehen-Tests“
- Anwendung und Limitationen des „und-zwar“-Tests
Auszug aus dem Buch
2.1 Der Weglass- / Eliminierungstest
Der Weglass- oder Eliminierungstest ist der am häufigsten angewandte Test zur Abgrenzung von obligatorischen Valenzen und fakultativen Valenzen und freien Angaben. Der Test ist auf Weisgerbers und Grebes „Abstrichmethode“ zurückzuführen:
„Mit ihrer Hilfe will man versuchen, beliebige deutsche Sätze >>auf ein Mindestmaß zu reduzieren<<; es bleiben >> beim Abstreichen alles Entbehrlichen teils zweigliedrige, teils dreigliedrige Sätze als für die Bewahrung des Satzcharakters unentbehrlicher Restbestand<<“ (Helbig und Schenkel , S. 32).
Das Reduzieren auf ein Mindestmaß würde jedoch bedeuten, dass ungrammatische Satzreste wie beispielsweise „Berlin liegt“, oder „Er wohnt“ auch einen Satzcharakter aufweisen. Der Weglasstest von Glinz führt jedoch zu exakteren, messbaren Ergebnissen:
Ein Satzglied wird eliminiert und es wird beobachtet, ob der Satz ohne das Glied grammatisch oder ungrammatisch ist. Ist der Satz grammatisch, so wurde keine obligatorische Ergänzung eliminiert, sondern eine fakultative Ergänzung oder eine freie Angabe (Helbig und Schenkel , S. 32-33). Desweiteren darf ein Satzglied beim Weglasstest seine Bedeutung nicht ändern (Pittner und Berman , S. 45).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema Verbvalenz ein und legt das Ziel fest, die gebräuchlichen Unterscheidungsmethoden zwischen Ergänzungen und freien Angaben kritisch zu hinterfragen.
1.1 Was ist Verbvalenz?: Dieses Kapitel erläutert den Valenzbegriff basierend auf der Dependenzgrammatik von Lucien Tesnière und vergleicht verschiedene linguistische Ansätze zur Valenztheorie.
1.2 Was sind Ergänzungen und Angaben?: Hier werden die zentralen Begriffe Ergänzungen und Angaben definiert und die unterschiedlichen Auffassungen verschiedener Sprachwissenschaftler bezüglich ihrer Abgrenzung dargestellt.
2. Tests zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben und deren Schwachstellen: Es erfolgt eine Einleitung in die methodische Prüfung von Satzgliedern auf Basis ihrer syntaktischen Eliminierbarkeit und Umformbarkeit.
2.1 Der Weglass- / Eliminierungstest: Der Abschnitt demonstriert den am häufigsten verwendeten Test zur Abgrenzung von Valenzen und analysiert dessen kontextabhängige Schwachstellen.
2.2 Der „geschehen-Test“: Dieses Kapitel behandelt das Verfahren, bei dem Satzglieder mithilfe semantisch unspezifischer Verben in einen Nebensatz ausgelagert werden, um ihren Status als Ergänzung oder Angabe zu prüfen.
2.3 Der „und-zwar“-Test: Der „und-zwar“-Test wird als Methode zur Präzisierung der Unterscheidung vorgestellt und hinsichtlich seiner Anwendbarkeit und Probleme bei der Beurteilung von Satzstrukturen diskutiert.
3. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine objektive, rein syntaktische Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben aufgrund semantischer Faktoren und individueller Sprecherkontexte in der Praxis oft schwierig bleibt.
Schlüsselwörter
Verbvalenz, Ergänzungen, freie Angaben, Dependenzgrammatik, Eliminierungstest, geschehen-Test, und-zwar-Test, Satzanalyse, Syntax, Valenztheorie, Aktanten, Zirkumstanten, Sprachwissenschaft, grammatische Notwendigkeit, semantische Valenz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der linguistischen Theorie der Verbvalenz und den Problemen bei der wissenschaftlichen Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben innerhalb eines Satzes.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Valenzgrammatik sowie die methodische Prüfung von Satzgliedern durch spezifische syntaktische Testverfahren.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die gängigen Methoden zur Differenzierung von Ergänzungen und Angaben darzustellen, zu diskutieren und ihre Grenzen sowie mangelnde Eindeutigkeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit analysiert linguistische Standardtests wie den Weglass-Test (Eliminierungstest), den „geschehen-Test“ und den „und-zwar“-Test auf ihre methodische Validität.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die einzelnen Testverfahren detailliert erklärt, anhand von Beispielen demonstriert und ihre jeweilige Problematik bei der Anwendung auf unterschiedliche Satzstrukturen kritisch reflektiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Verbvalenz, Ergänzung, freie Angabe, Dependenzgrammatik und die spezifischen Testverfahren (Eliminierung, geschehen, und-zwar) definiert.
Warum ist eine objektive Unterscheidung zwischen Ergänzungen und Angaben laut Autor so schwer?
Der Autor argumentiert, dass das Sprachgefühl, das Vorwissen und der individuelle Kontext des Prüfenden einen zu starken Einfluss auf die Testergebnisse haben, was eine rein objektive, syntaktische Trennung erschwert.
Was unterscheidet eine „obligatorische Ergänzung“ von einer „freien Angabe“?
Eine obligatorische Ergänzung ist vom Verb gefordert und führt bei Weglassung zu einem ungrammatischen Satz, während eine freie Angabe optional hinzugefügt oder entfernt werden kann, ohne die grammatische Korrektheit des Satzes zu beeinträchtigen.
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- Sven Rudolph (Author), 2010, Verbvalenzen. Problematische Untersuchungsmethoden zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/155654