Inhalt
1. Einleitung 3
1.1 Was ist Verbvalenz? 3
1.2 Was sind Ergänzungen und Angaben? 5
2. Tests zur Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben und deren Schwachstellen 6
2.1 Der Weglass- / Eliminierungstest 6
2.2
Der „geschehen-Test“ 8
2.3 Der „und-zwar“-Test 10
3. Fazit 11
4. Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
In dem folgenden Text soll ausgearbeitet werden was man im Allgemeinen unter dem linguistischen Terminus Verbvalenz versteht in diesem Zusammenhang soll auch geklärt werden um was es sich bei Ergänzungen und freien Angaben handelt. Jedoch soll es in erster Linie darum gehen die geläufigsten Unterscheidungsmethoden zwischen Ergänzungen und Angaben zu schildern, zu diskutieren und diese
Untersuchungsmethoden in Frage zu stellen, da sie sich oftmals als problematisch herausstellen und nicht immer ein eindeutiges Ergebnis hervorbringen. Zunächst sollte aber dargestellt werden wie sich der Valenzbegriff entwickelt hat und was man sich im heutigen Deutsch darunter vorstellen kann.
1.1 Was ist Verbvalenz?
Der folgenden Darstellung des Valenzbegriffs liegt der Text „Einführung in die Valenztheorie“ von Helbig (1982) zugrunde. Um den Begriff zu definieren geht Helbig in seinem Text zunächst zurück auf den französischen Linguisten Lucien Ternsière, der mit seiner Abhängigkeits- oder Dependenzgrammatik den Begriff „Valenz“ für die Linguistik geprägt hat. Ternsière,
„[…] der im Rahmen seiner Abhängigkeitsgrammatik bei seiner strukturellen Satzanalyse vom Verb ausgeht und als dessen >> subordinés immédiats<< die >>actants<< und die >>circonstants<<, d.h. die Handelnden und die Umstände, ansieht. Im Unterschied zu den >>circonstants<< sind die >>actants<< im Satz zahlenmäßig durch das Verb begrenzt. Die Fähigkeit der Verben, eine bestimmte Anzahl von >>actants<< zu sich zu nehmen, vergleicht Ternsière mit der Wertigkeit eines Atoms und nennt sie Valenz.“ (Helbig und Schenkel , S.13)
Ternsière vergleicht einen Satz also in erster Linie mit einer Bühne, auf der ein Schauspiel aufgeführt wird. Das Verb übernimmt die Regie in diesem Fall und bestimmt die Glieder in diesem Satz. Bei den restlichen Satzgliedern unterscheidet er zwischen ‚actants‘(Schauspieler, Mitspieler, Aktanten), die den Ergänzungen entsprechen und ‚circonstants‘(äußere Umstände, Kulissen), die den Angaben entsprechen. Diese Angaben besitzen im Satz keine grammatische Notwendigkeit.
Diese Definition bildet den Grundgedanken der Valenztheorie, die aber nicht unproblematisch ist. Die Problematik in Ternsières Valenzbegriffs liegt nach Helbig darin, dass die ‚actants‘ eines Verbs nur von Substantiven oder Äquivalenten vertreten werden können, sowie die ‚circonstants‘ nur von Adverbien oder Äquivalenten. Neben anderen Linguisten wurde dieses Problem von Erben erkannt. Es werden also nicht nur Objekte und Subjekte als Ergänzungsbestimmungen angesehen, „sondern auch Prädikativa, notwendige Präpositionalobjekte und Adverbialbestimmungen[…]“ (Helbig und Schenkel , S. 15-16) . Somit wird dem Subjekt die Sonderstellung im Satz genommen und der Rang einer Ergänzung verliehen.
Aufgrund der großen Auswahl der Valenzbegriffe verschiedenster Linguisten, sollen sie an dieser Stelle in das Schema von Helbig eingeordnet werden. Man unterscheidet grob drei Gruppen von Linguisten. Da der zweite Punkt des Helbig-Schemas der wichtigste Punkt für die deutsche Grammatik ist, soll dieser nun zuerst genannt werden: „Im Unterschied dazu versteht eine zweite Gruppe von Linguisten die Valenz im engeren Sinne als eine Eigenschaft, die nur dem Verb zukommt (Tersnière, Erben u.a.). In dieser Fassung ist der Valenzbegriff vor allem in der deutschen Grammatik bekannt geworden“ (Helbig und Schenkel , S. 21).
Im Gegensatz zu dieser Gruppe von Linguisten stehen die, die Valenz als eine Eigenschaft betrachten, „die allen Wortarten zukommt“. Jede Wortart hat somit die Fähigkeit andere Worte und Wortarten innerhalb eines Satzes zu fordern und an sich zu binden. Vertreter dieser Gruppe sind unter anderem Bühler und Admoni. Eine dritte Gruppe vertritt sogar die Meinung, dass man „den Begriff der Valenz nicht nur auf das Verb oder alle Wortarten, sondern sogar auf alle sprachlichen Elemente überhaupt anwenden“ (Helbig und Schenkel , S.21) kann. Valenz wird weiter als “potentielle Verknüpfbarkeit von gleichartigen Sprachelementen“ (Helbig und Schenkel , S. 21) definiert. Also spricht man nicht nur von semantischen und syntaktischen Valenzarten, sondern auch von phonologischen und morphologischen Valenzarten.
Um nun von einer Verbvalenz sprechen zu können muss „Das Verb als strukturelles Zentrum des Satzes“ (Helbig und Schenkel , S. 24) fungieren. Das Prädikat muss also Herrscher oder „Regens“ (Ternsière) des Satzes sein und somit stehen alle anderen Satzglieder in einer Abhängigkeitsbeziehung zum Prädikat, wobei unterschieden wird
Arbeit zitieren:
Sven Rudolph, 2010, Verbvalenzen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unidad didáctica sobre el imperfecto de subjuntivo
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Unterrichtsentwurf, 12 Seiten
Der spanische Konjunktiv/Subjunktiv - Semantische Hintergründe
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Wille und Philosophie in Azoríns Roman 'La voluntad'
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 22 Seiten
Spanien und Frankreich - Julio Camba
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Fiktion und Realität bei Miguel de Unamuno
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Seminararbeit, 26 Seiten
Germanistik - Linguistik: Verbvalenzen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Germanistik - Linguistik: neuer Titel erschienen: Verbvalenzen
Sven Rudolph hat einen neuen Text hochgeladen
Das Kronjuwel der Unterscheidung
Ein Weg zur Gotterfahrung
Shankaracharya, Emanuel Meyer, Christoph Rentsch
Evangelische Ethik als Ethik der Unterscheidung
Mit einer Gesamtbibliographie ...
Martin Honecker
0 Kommentare