0. Inhaltsverzeichnis
0. INHALTSVERZEICHNIS 2
1. BEDINGUNGSANALYSE 3
1.1. INNERE SITUATION 3
1.2. ÄUßERE SITUATION 4
2. DIDAKTISCH-METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN UND BEGRÜNDUNGEN 6
2.1. STELLUNG DER STUNDE IN DER STOFFEINHEIT 6
2.2. AUSWAHL UND BEGRÜNDUNG DER INHALTE 8
2.3. AUSWAHL UND BEGRÜNDUNG DER LERNZIELE 11
Begr ündung 12
2.4. BEGRÜNDUNG DER DIDAKTISCHEN STUFUNG DES UNTERRICHTS UND DES
GEW ÄHLTEN METHODENKONZEPTES 14
3. GEPLANTER UNTERRICHTSVERLAUF 19
4. LITERATURVERZEICHNIS 22
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1. Bedingungsanalyse
1.1. Innere Situation
Im Leistungskurs 12 Geschichte der IGS G lernen 9 Jungen und 5 Mädchen. Die Lerngruppe bildet zugleich einen Stammkurs unter der Leitung des Fachlehrers. Der Kurs wurde auf Grundlage der Einwahlmöglichkeiten der Schülerinnen und Schüler in das Kurssystem, dass an der IGS die Jahrgangsstufen 12 und 13 umfasst, erst zu Beginn des Schuljahres in dieser Form gebildet. Ein Schüler wurde aus der 13. Jahrgangsstufe zu Beginn des Kalenderjahres in diesen Stammkurs rückversetzt.
Seit September habe ich kontinuierlich diesen Kurs hospitiert. Dabei fiel mir auf, dass das Lern- und Sozialklima innerhalb der Lerngruppe bereits gut gefestigt ist und von mir als sehr angenehm empfunden wird und das, obwohl die Lerngruppe erst seit einem halben Jahr in dieser Zusammensetzung besteht. Dies zeigt sich dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler untereinander einen freundschaftlichen Umgangston pflegen, offen und ehrlich miteinander umgehen, zugleich aber auch kritisch untereinander sind.
Während das schriftliche Leistungsniveau der Lerngruppe im befriedigenden Bereich liegt, gelingt es den Schülerinnen und Schülern durch mündliche Leistungen zu überzeugen. Sie verfügen über gute sprachliche Fähigkeiten, die zum Teil über die fachlich fehlende Durchdringung des historischen Sachverhaltes hinwegtäuschen können. Im Gegensatz dazu müssen bei der Bearbeitung von komplexeren Sach- und Quellentexten die Schülerinnen und Schüler noch teilweise zum tiefgründigen Arbeiten angehalten werden. Aufgrund der Wahl der Jugendlichen, Geschichte im Leistungskurs zu belegen, ist davon auszugehen, dass sie Interesse am Geschichtsunterricht besitzen. Dieses zeichnet sich vor allem durch eine kontinuierliche und gute Mitarbeit aus, in der wichtige Erkenntnisse aber auch kritische Anmerkungen zum Ausdruck kommen, die für die Gestaltung des Unterrichts von Bedeutung sind. Aus diesem Grund kommt kommunikativen Unterrichtsformen eine wesentliche Bedeutung zu. Es bleibt festzuhalten, dass die bestehenden Stärken der Schülerinnen und Schüler im kommunikativ-mündlichen Bereich bei der Unterrichtsgestaltung
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effektiv genutzt, zugleich aber auch der schriftliche Sprachgebrauch gefördert werden sollte. Vor allem im Hinblick auf das angestrebte Abitur muss an der letztgenannten Kompetenz kontinuierlich gearbeitet werden. Bereits im Oktober absolvierte ich eine Unterrichtsreihe in diesem Kurs zum Thema: „Staatstheoretisches Denken in der Frühen Neuzeit.“ Am Ende dieser acht Stunden umfassenden Stoffeinheit stand die Durchführung und audiotechnische Aufzeichnung von Streitdialogen zur Frage „Was ist der ideale Staat?“ Diese Materialien konnte ich zur Erstellung einer Unterrichtsreihe in Zusammenarbeit mit dem ThILLM gewinnbringend nutzen. Während dieser Zeit gelang es mir, erste Kontakte zum Kurs zu knüpfen. Seit Januar unterrichte ich den Kurs dauerhaft in alle sechs Wochenstunden.
In meinen vorangegangenen Hospitationsstunden fiel mir auf, dass vorwiegend frontal unterrichtet wurde. Da ich die Klasse aber als sehr kommunikativ und kreativ einschätze, begann ich, den Unterricht zunehmend stärker schülerorientiert zu planen und durchzuführen. Bedurfte es anfangs noch der konkreten Anleitung beim Gruppenpuzzle oder der Gruppenarbeit, so hat sich diese Arbeitsform schon teilweise konditioniert und intensiviert. Dennoch achte ich stets darauf, dass der Arbeitsprozess kontinuierlich im Gang bleibt. Durch regelmäßige Feedbacks und Metakognitionen zum Lernprozess bekundeten die Schülerinnen und Schüler mehrheitlich ihr Gefallen an offenen und kreativen Unterrichtsformen. Diese habe ich daher auch bei der Planung und Durchführung der Lehrprobe berücksichtigt. Als Lehrperson werde ich von den Schülerinnen und Schülern nicht nur während des Unterrichts werde als Lehrperson, Berater und Lernhelfer akzeptiert und respektiert. Begünstigt durch die gemeinsame Durchführung außerschulischer Unterrichtsgänge und einem gemeinsamen Wandertag, konnte sich dadurch zu den Schülerinnen und Schülern ein freundschaftliches Verhältnis entwickeln.
1.2. Äußere Situation
Der Raum 55 ist ein heller und großer Raum. Als Fachraum für den Geschichtsunterricht ist er nicht nur mit einem Kartenständer und einer Wandtafel, sondern vor allem mit wichtigem Lehrmaterial, wie Geschichtskarten, Wandplakaten zu unterschiedlichen Epochen und einer Vielzahl von Schul- und Fachbüchern in Klassensatzstärke, ausgestattet. Zudem verfügt der Raum über
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einen eigenen Overheadprojektor und eine Multimediastation mit Fernseher und Videorekorder. Um den Einsatz des Fernsehers und des Overheadprojektors zu optimieren, können die an allen Fernstern vorhandenen Vorhänge zur eventuellen Verdunklung des Raumes genutzt werden. Das Beleuchtungssystem im Raum kann getrennt den Schülerbereich oder den Tafelbereich erhellen, was beispielsweise bei der Nutzung des Overheadprojektors sinnvoll ist. Als problematisch erweist sich zum Teil die Lage des Raumes hin zur stark befahrenen Straße. Durch den Straßenlärm und die Nähe der Klinik ist das Öffnen der Fenster während des Unterrichts nicht möglich, ohne die Akustik des Raumes zu beeinträchtigen. Um eine optimale Sauerstoffzufuhr den Schülerinnen und Schülern zu gewährleisten, wird vor dem Beginn des Unterrichts der Raum ausgiebig gelüftet. Zudem kann bei Bedarf während nicht kommunikativer Unterrichtsformen das Fenster im vorderen Bereich des Klassenraums kurzzeitig geöffnet werden, ohne den Unterrichtsverlauf dabei zu beeinträchtigen. Der Unterricht im Kurssystem wird im Leistungsfach in Doppelstunden durchgeführt. Zwischen den Stunden gibt es keine Pause, das bedeutet, dass eine Kursstunde in einer 90-minütigen Lerneinheit unterrichtet wird. Die ausreichend zur Verfügung stehenden Bänke und Stühle sind in U-Form angeordnet, können aber leicht handhabbar im Raum umgestellt werden. Da in der Lehrprobenstunde die Gruppenarbeit als Sozialform im Mittelpunkt des Stundenverlaufes steht, werden von Beginn an die Tische in Tischgruppen zusammengestellt, an denen vier bzw. fünf Schülerinnen und Schüler Platz finden.
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2. Didaktisch-methodische Überlegungen und Begründungen
2.1. Stellung der Stunde in der Stoffeinheit
Das Thüringer Modell für die Integrierte Gesamtschule sieht für die Erreichung der Allgemeinen Hochschulreife 13 Schuljahre vor. Die Sekundarstufe II setzt demzufolge erst mit der Klassenstufe 11 ein. Entsprechend dieser Verschiebung werden die Schülerinnen und Schüler erst mit Beginn der 11. Klasse nach den gymnasialen Lehrplananforderungen für Klasse 10/II unterrichtet. Durch diese Verschiebung steht den Lehrenden und Lernenden ein größerer Zeitraum für den zweiten Durchlauf im Fach Geschichte zur Verfügung. Dadurch ist es möglich, einzelne Themenbereiche tiefgründiger zu bearbeiten, als das nach den allgemeinen Lehrplanangaben vorgesehen ist.
Mit der Übernahme des LK 12 zu Beginn des Kalenderjahres habe ich zugleich die Schülerinnen und Schüler in den Themenbereich „Gesellschaft und Wirtschaft in Deutschland im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert“ eingeführt. Nach den Vorgaben des Lehrplans wäre dieser Themenbereich im Kurshalbjahr 11/II zu absolvieren. Doch aufgrund der oben geschilderten gesonderten
Rahmenbedingungen die an der IGS gelten, wird dieser Themenbereich am Ende von 12/I und Beginn von 12/II unterrichtet.
Die Einführungsstunde verfolgte das Ziel, durch Bilder, Zitate, Schlagworte und historische Persönlichkeiten den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Geschichte des „langen 19. Jahrhunderts“ 1 zu geben. Ausgehend davon wird in drei großen Themenbereichen die Entwicklung des 19. Jahrhunderts chronologisch und problemorientiert behandelt. Der erste Themenbereich umfasst die Epoche des Vormärz zwischen 1815-1848. Im zweiten Themenbereich „Vom Deutschen Bund zum Deutschen Reich 1848-1871“ wurde neben der politischen Entwicklung Deutschlands der Schwerpunkt vor allem auf die Industrialisierung, die daraus resultierende soziale Frage und deren Lösungsansätze problematisiert. Der dritte Themenbereich umfasst die Geschichte des Deutschen Kaiserreiches von der Reichsgründung 1871 bis zum Ende des 1.Weltkrieges 1918. Bis zur
1 Kocka, Jürgen; Das lange 19. Jahrhundert. Arbeit, Nation und bürgerliche Gesellschaft (=
Handbuch der Deutschen Geschichte, Bd. 13), Stuttgart 10 2001.
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Arbeit zitieren:
Toralf Schenk, 2004, Schule und Erziehung im Deutschen Kaiserreich , München, GRIN Verlag GmbH
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