DAS INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung. 4
1. Der Film und seine Geschichte 5
1.1 Filme im Unterricht. 8
1.2 Kino als Lieblingsort der Freizeitgestaltung von Jugendlichen. 9
1.3 Altersunabhängiges Interesse am Film 10
2. Charakterisierung der Zielgruppe unter dem psychologisch-sozialen Aspekt 10
3. Seh-Verstehen als Fertigkeit 11
3.1 Die Wahrnehmung 12
3.2 Sehen fördert das Lernen 12
3.2.1 Arten der Aufmerksamkeit. 13
3.3 Emotionen beim Filmeinsatz. 14
4. Einsatz von Filmsequenzen im Fremdspracheunterricht 15
4.1 Vorgehensweisen beim Filmeinsatz. 16
4.1.1 Blockverfahren. 16
4.1.2 Intervallverfahren. 16
4.1.3 Sandwichverfahren. 17
4.1.4 Mischformen 17
4.2 Aufgaben bei dem Filmeinsatz. 18
4.2.1 Aufgaben vor dem Filmeinsatz 18
4.2.2 Aufgaben während des Filmeinsatzes. 19
4.2.3 Aufgaben nach dem Filmeinsatz. 21
4.3 Rechtliche Aspekte und technische Voraussetzungen 22
5. Praktischer Teil der Arbeit - Stundenentwürfe 24
Stundenentwurf 1 25
Stundenentwurf 2 30
Stundenentwurf 3 35
6. Bewertung des Unterrichtmediums ,,Filmsequenzen“ 40
6.1 Vorteile. 40
6.2 Nachteile 41
Schlussfolgerungen. 42
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Einleitung
Ohne Informationsmedien hätte es zwischen den Menschen keine Fortentwicklung gegeben. Was wäre unsere Gesellschaft ohne Information? Das Wissen kann durch Bücher, Zeitungen, Zeitschriften, Radio, Internet sowie Fernsehen weitergegeben werden.
Wir lernen aus Medien, umso wichtiger ist es, Medien im Fremdsprachenunterricht einzusetzen. In der Fremdsprachendidaktik versteht man unter Medien alle Lehr- und Lernmittel wie: Bilder, Fotos, Filme, Overheadfolien, Musikkassetten, Computer - aber auch das Lehrbuch und vor allem das Charakteristikum für ein Klassenzimmer: die Tafel. Diese Medien vermitteln und speichern Informationen für die Lernenden. Da der Bereich „Medien“ sehr umfangreich ist, dementsprechend groß sind auch die Unterschiede in den Wirkungsweisen der verschiedenen Medien. Der Gegenstand dieser Arbeit ist es zu zeigen, auf welche praktische Art und Weise man die Filmsequenzen im DaF-Unterricht für Fortgeschrittene einsetzen kann. Sehend lernen ist für viele Jungendliche heutzutage ein Traum, der mit Hilfe von interessanten Übungsformen leicht in Erfühlung gehen kann. Die Arbeit betont die Bedeutung des Seh-Hörverstehens, das oft als die fünfte Fertigkeit genannt wird. Anhand dieser Arbeit werden unterschiedliche Vorgehensweisen und Darbietungsformen der Arbeit mit Hilfe von Filmsequenzen präsentiert. Die Ergebnisse meiner Überlegung werden am Ende in Stichpunkten und Schlussfolgerungen zusammengefasst, die auf der Basis der ganzen Arbeit auf die Vorteile und Nachteile eines filmunterstützten Unterrichts hinweisen.
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1. Der Film und seine Geschichte
Der Film ist eine Kunstform, die ihren Ausdruck in der Produktion bewegter Bilder findet. In der Regel werden die Bilder mit einem Filmprojektor auf eine Leinwand projiziert oder auf einem Bildschirm erzeugt. Das sind meist farbige Bilder die vertont und musikalisch untermalt werden.
Die Vorgeschichte der Filmkunst begann schon im 17. Jahrhundert mit dem
Projektionsgerät das Laterna magica 1 hieß. Dieses Gerät konnte eine Reihe von Bildern an die Wand werfen, musste aber manuell bewegt werden. Erst im Jahre 1832 haben der Deutschösterreicher Simon Stampfer und der Belgier Joseph Plateau das
Phenakistiskop 2 entwickelt. Das war ein Vorläufer des heutigen Filmprojektors, der den stroboskopischen Effekt verwendet hat. Der richtige Ursprung des Films liegt in einem Trick, dem kinematografischen Trickfilm. Der Trick beruht auf im schnellen Tempo bewegten Bildern. Deswegen spielt in der Filmgeschichte die Entwicklung der Fotografie eine sehr große Rolle. Louis Daguerre machte im Jahre 1837 den
Entwicklungsschritt mit seiner Daguerreotypie 3 . Damit war es endlich möglich, die Natur sich selbst abbilden zu lassen und nicht, wie es früher war, nur durch selbständige Handarbeit.
Bis zur einer fließenden Filmaufnahme musste aber noch viel gemacht werden. Vor allem die Belichtungszeit für ein Einzelbild war noch zu lang, um eine Bilderfolge zu erstellen. Erst im Jahre 1872 gelang dies dem Fotografen Eadweard Muybridge, der die ersten Serienfotografien erstellte. Einige Zeit später hat er ein Vorführgerät für seine
Fotografien erfunden, es hieß das Zoopraxiskop 4 . Ernst Kohlrausch ist einer der ersten Deutschen, die aus der Erfindung von Eadweard Muybridge nutzte und ab dem Jahr
1890 selber in Reihen mit einem selber gebauten Chronofotografen 5 fotografierte. In derselben Zeit entwickelte der Franzose Louis Le Prince die erste Filmkamera mit nur einem Objektiv. 1888 drehte er damit die ersten bewegten Bilder, die man aus heutiger Sicht als Film bezeichnen kann.
1 Laterna magica - Projektionsgerät.
2 Phenakistiskop - Vorläufer der heutigen Filmprojektoren.
3 Daguerreotypie - Eine Art von Bilderaufnahme genannt nach dem französischen Maler Louis Daguerre.
4 Zoopraxiskop - Projektionsgerät für chronofotografisch erzeugte Bilder.
5 Chronofotografie - Hochgeschwindigkeitsfotografie
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Unabhängig von Le Prince entwickelte im Jahre 1891 William K.L. Dickson den
Kinematographen 6 und das Kinestoskop, die die Filmbetrachtung überhaupt ermöglichten.
Danach kam die Stummfilmzeit. Die ersten Stummfilme waren in Theatern vorgeführt, später in Wanderkinos bei Volksfesten. Mit Anstieg des Popularitätsgrades des Films entstanden auch erste ortsfeste Kinos. Sehr beliebt beim Publikum waren Komödien, deren bekanntester Vertreter, Charlie Chaplin, schon um 1910 mit kurzen Sketchen großen Erfolg hatte. Der erste Weltkrieg hat aber die Entwicklung der Filmindustrie verlangsamt. Ausschlaggebend dafür war der Bedarf nach Rohstoffen, die auch zur Filmherstellung notwendig waren.
Die Epoche des Tonfilms wurde 1927 in den USA mit den Jazzsänger eingeleitet. Eine gute Synchronisation war bei den ersten Tonfilmen aus technischen Gründen noch nicht möglich. Der Tonfilm unterstützte in den 1930er Jahren die Entwicklung neuer Filmarten, wie z.B.: Musicals, Gangsterfilme, Horrorfilme, Komödien. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs hat die europäische Filmindustrie ihre Position verloren. Die massive Emigration von deutschsprachigen und jüdischen Filmschaffenden ins Ausland, vor allem nach Amerika, war nicht zu stoppen. Rund 800 von 2000 Tausend Emigranten gelangten nach Hollywood, wo sich, wie wir aus der heutigen Sicht wissen, das Zentrum der weltweiten Filmindustrie entwickelt hat. Typisch für Hollywood waren die unbegrenzten Möglichkeiten, z.B. das Bild von Glück und Hoffnung ein Merkmal dafür ist das obligatorische ,,Happy End’’, das als eine Ablenkung von dem grauen Alltag gedient hat. Die amerikanische Industrie befand sich in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in einer Krise. Nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg wurde ein Großteil der amerikanischen Filmproduktion auf Propaganda umgestellt. Charlie Chaplin und Walt Disney beteiligten sich auch an der Anti-Nazi-Propaganda.
In Deutschland hat der expressionistische Film in den 1930er Jahren eine wichtige Rolle gespielt. ,,Der blaue Engel’’ ließ Marlene Dietrich zum Star werden. Während des Zweiten Weltkrieges hielt die deutsche Filmproduktion an, nur Propagandafilmen wurden gedreht.
Damit hat sich eine berühmte deutsche Regisseurin, Anhängerin von Adolf Hitler, Leni Riefenstahl beschäftigt.
6 Kinematograph - die erste funktionierende Filmkamera der Welt
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Die Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg waren sehr schwer für die europäische Filmindustrie, weil sie neu anfangen musste. Die ersten europäischen Nachkriegsfilme entstanden in Italien. Sie behandelten das Leben der kleinen Bürger. In Deutschland haben sich die Regisseure mit Trümmerfilmen beschäftigt, um der Gesellschaft zu zeigen, welche Schäden nach einem Krieg entstanden. Es sollte eine Lehre für die Menschheit sein. In Amerika dagegen hat man Science-Fiction-Filme produziert. Sie handelten meist von Invasionen Außerirdischer und dienten als eine Allegorie der Angst von dem Kommunismus.
Die weltweite Verbreitung des Fernsehens in den 60er Jahren hat sich zu einer ernsthaften Konkurrenz für das Kino entwickelt. Um konkurrenzfähig zu bleiben, musste das Kino sein Publikum mit technischen Neuerungen anziehen. Zu solchen Innovationen gehörten: Breitbildformat, Stereofon und Farbe. All diese Neuerungen konnten allerdings nicht verhindern, dass das Kino an einer jahrelangen Rezession leiden musste. Eine besondere neue Vermarktungsstrategie waren Filme für das jugendliche Publikum. Das waren vor allem Musikfilme, die wegen ihrer einfachen Fabel die Jugend anlockten.
Die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts waren Zeiten des Niedergangs der Goldenen Ära Hollywoods. Den Grund dafür sollte man bei den Besitzern der größten Studios suchen. Die Produzenten haben seit der Stummfilmzeit ihre Posten bekleidet und deshalb haben sie den Kontakt zu der gesellschaftlichen Realität verloren. Sie waren zu alt und wollten das Kino nicht mehr reformieren. In Deutschland wurde die Filmbranche revolutioniert. Junge deutsche Filmemacher haben stilistische und inhaltliche
Neuerungen in den Film eingeführt. Die Filme haben oft politisch brisante Themen behandelt. Zu den einflussreichsten Regisseuren des Neuen Deutschen Films gehörten: Werner Herzog, Volker Schlöndorff und Reiner Werner Fassbinder. Der amerikanische Film folgte dieser Renovierung des Films mit dem New-Hollywood-Kino. Das amerikanische Kino wird politischer, gesellschaftskritischer und beschäftigt sich mit solchen Themen wie Sex und Gewalt.
In den 90er Jahren steigen die Budgets der Hollywood-Filmen in schwindelnde Höhen. Die neuen Möglichkeiten im Bereich der Technik machen die Filme feiner für das Auge. Besonders teuer produzierte Filme wie ,,Titanic’’, ,,Armageddon’’ und ,,Jurassic
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Park’’ sind zu den Kassenschlagern des Jahrzehnts geworden. Während dieser
Entwicklung hat der Begriff Blockbuster 7 an der Popularität gewonnen. Als eine Alternative für Blockbusters werden Independentfilme 8 genannt. Das sind Produktionen mit niedrigem Budget und höherem künstlerischen Anspruch. Viele Independentfilme waren zwar keine Markterfolge, wurden aber im Laufe der Zeit zu Kultfilmen. Zu den bekanntesten Regisseuren der Independentfilme gehören: Quentin Tarantino, Terry Gilliam und die Coen-Brüders, die im Jahre 2008 vier Oscarpreise für den Film unter dem Titel „No Country for Old Men“ bekommen haben. Neue Entwicklung der 90er Jahre ist der computeranimierte Trickfilm. „Toy Story“ von Pixar war der erste Kinolangfilm, der nur am Computer bearbeitet wurde. Diese Art von Filmen wird durch einen ironischen Humor gekennzeichnet. Die Trickfilme eignen sich nicht nur für das junge Publikum, sondern auch für Erwachsene. Heutzutage haben wir mit drei Bedeutungen des Films zu tun: der Film als Massenmedium, der Film und seine wirtschaftliche Bedeutung und der Film als Kunstgattung. Die Filmindustrie hat einen enormen Einfluss auf den Menschen. Mit Hilfe eines Films kann man heutzutage die Gesellschaft steuern, Gefühle vermitteln von denen der Zuschauer keine Ahnung hatte, dass er sie besitzt.
1.1 Filme im Unterricht
Ende der siebziger Jahre wurde der Spielfilm als Textsorte für den fremdsprachlichen Unterricht entdeckt. Damals war der Zugang zu Filmen schwer, jetzt ist es anders: Video- und Bibliotheken verleihen entsprechende Kassetten, im Handel können Originalversionen käuflich erworben werden, ausländische TV-Stationen mit Filmausstrahlungen sind über Satellit zu empfangen. Die Spielfilme spielen heutzutage immer noch eine geringe Rolle im Fremdsprachenunterricht. Oft werden sie noch als ein Lückenfüller zum Ferienbeginn eingesetzt oder eine Literaturverfilmung wird als Belohnung angesehen. Es ist allgemein bekannt, dass Film und Fernsehen ein wichtiger Bestandteil der heutigen Jugendkultur sind. Das Freizeitverhalten von Jugendlichen
7 Blockbuster - kommerziell sehr erfolgreiche Produkte, meist Kinoproduktionen.
8 Independentfilm - „kleine“ Filme, die mit geringem Geldeinsatz und unter hohem Zeitdruck hergestellt werden.
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zeigt deutlich, dass sie Filme bevorzugen. Dennoch werden in der Schule weiterhin geschriebene Texte vorgezogen. Filme werden viel zu selten als eigenständige Kunstwerke behandelt. Es ist notwendig nicht nur die Bedeutung eines Filmes zu verstehen, sondern auch seine ästhetischen Besonderheiten. Das Zusammenspiel von visuellen und akustischen Reizen kann als eine Verstärkung dienen. Viele Fremdsprachenlehrer sind leider noch sehr konservativ und verfügen über keine methodische Schulung beim Einsatz von Videosequenzen, deswegen werden die Filme im Unterricht immer noch selten behandelt.
1.2 Kino als Lieblingsort der Freizeitgestaltung von Jugendlichen
Das typische Kinopublikum ist jung: 1999 waren 71% aller Kinogänger 14 bis 29 Jahre alt (Baacke 1999). Mehrere Studien belegen, dass die Attraktivität des Kinos für Jugendliche und junge Erwachsene nicht nur auf die dort gezeigten Filme zurückzuführen ist. Das Kino wird als ein „sozialer Erlebnisort" bezeichnet (Baacke 1999). Man kann sich dort mit Freunden treffen und neue Kontakte knüpfen. Für den Unterricht folgt daraus, dass man zwar mit erhöhter Aufmerksamkeit bei Schülern und Schülerinnen rechnen darf sobald ein Film eingesetzt wird. Man muss aber als Lehrer dessen bewusst sein, dass Filme von den Jugendlichen als langweilig wahrgenommen werden. Ein weiteres Untersuchungsergebnis ist in diesem Zusammenhang bedeutsam. Die meisten jungen Zuschauer sprechen offenbar nach dem Kinobesuch noch miteinander über den Film, viele denken noch darüber nach (Baacke 1999). Bei Gymnasiasten der Oberstufe stehen im Mittelpunkt solcher Unterhaltungen vor allem: Gags und lustige Szenen, die Musik, die Aussage des Films, die Figuren, die Schauspieler und die Gefühle, die der Film geweckt hat (Baacke 1999). Von daher stehen die Chancen für ein intensives Rezeptionsgespräch im Unterricht wahrscheinlich nicht schlecht.
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Arbeit zitieren:
Michael Melerowicz, 2008, Einsatz von Filmsequenzen im DaF-Unterricht in der Oberschule, München, GRIN Verlag GmbH
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