Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Allgemeine Systemtheorie Seite 2
3. Soziologische Systemtheorie Seite 3
4. Systemtheorie Niklas Luhmann Seite 6
4.1 Die Person Niklas Luhmann Seite 6
4.2 Systemtheorie Luhmann Seite 7
4.2.1 Der funktional- strukturelle Aspekt Seite 7
4.2.2 System und Umwelt Seite 9
4.2.3 Sinn Seite 10
4.2.4 Autopoiesis Seite 12
4.2.5 Kommunikation Seite 13
5. Fazit Seite 15
6. Literaturverzeichnis Seite 16
1
1. Einleitung
In meiner Arbeit möchte ich einen Überblick von der Systemtheorie von Niklas Luhmann geben. Zu Beginn werde ich die Entstehungsgeschichte des Begriffs „Systemtheorie“ näher erläutern. Darauf aufbauend, gehe ich auf die Theorie von Talcott Parsons ein. Parsons hat sich als erster Soziologe mit diesem Themengebiet der Soziologie befasst. Als Erweiterung, was auch Veränderungen bedeutet, kommt dann die Theorie von Niklas Luhmann ins Spiel. Der Soziologe Niklas Luhmann führte zahlreiche Forschungen in der Soziologie, in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, in der Theologie, in der Geisteswissenschaft, in der Kommunikationswissenschaft und in der Literaturwissenschaft durch. Ziel Luhmanns war es die gesellschaftlichen Teilbereiche mit denselben Kategorien zu beschreiben. Er versuchte eine Universaltheorie zu schaffen, indem er seine Theorie aus der Sicht verschiedenster Wissensgebiete untermauerte.
In diesem Zusammenhang werde ich den Begriff des sozialen Systems und die System/Umwelt Differenz näher erläutern. Im weiteren Verlauf werde ich die Begriffe „Sinn“, „Autopoiesis“ und die „Kommunikation“, als Letzteinheit des sozialen Systems, genauer beschreiben und ihre Bedeutung aufzeigen.
2. Allgemeine Systemtheorie
Der Begriff der „Systemtheorie“ kommt ursprünglich aus der Naturwissenschaft und wurde in den 1920er Jahren konzipiert. Die „Systemtheorie“ ist ein Modell welches zur Gewinnung von Erkenntnissen dient. Dazu werden Systeme zur Beschreibung und Erklärung unterschiedlicher komplexer Phänomene herangezogen. Ziel dieses Modells ist es, mit Hilfe der Analyse von Strukturen und Funktionen, Vorhersagen über das Verhalten im Rahmen des jeweiligen Systems treffen zu können.
Eine Strömung der „Systemtheorie“ ist die „Allgemeine Systemtheorie“. Diese geht auf den Biologen Ludwig von Bertalanffy zurück und entstand um 1950. Zu dieser Zeit gab es eine Debatte zwischen der Physik und der Biologie. Die Physik leitete das Einzelne vom Allgemeinen ab. Die Biologie war dagegen der Ansicht, dass das Leben nicht nur auf reine chemische und physikalische Abläufe reduziert und begründet werden kann. Auf Grundlage dessen, verschob die Biologie ihre Betrachtung vom Einzelnen zum System. Die Einzelphänomene sollten in ihrer Vernetzung betrachtet werden. Ludwig von Bertalanffy entwickelte dazu das Modell der „organisierten Komplexität“. Von „organisierter Komplexität“ spricht er, wenn Einzelphänomene nicht einfach linear ablaufen, sondern wenn unter ihnen Wechselbeziehungen bestehen. Dadurch kann eine genauere
2
Beschreibung der Vernetzungsbedingungen und die Summe der Einzelphänomene aufgezeigt werden.
In seinem Modell wird zwischen offenen und geschlossenen Systemen unterschieden. Das offene System steht im Gegensatz zum geschlossenen System im regelmäßigen Austauschprozess mit seiner Umwelt. Das geschlossene System steht dagegen in keinem Austausch mit der Umwelt und kann daher als innen stabil bezeichnet werden. Es ist durch eine vollkommen geschlossene Grenze zur Umwelt gekennzeichnet. In diesem System ist ein inneres Gleichgewicht garantiert, was dagegen im offenen System, durch den ständigen Austausch mit der Umwelt, nicht immer gewährleistet ist. Das offene System hält sich durch Veränderungen im Inneren am Leben. Die Umwelt steuert dabei nicht, sondern irritiert es lediglich. Die Veränderungen im Inneren laufen nach der eigenen Logik des Systems ab. Dem Beobachter bleiben allerdings die Prozesse, die im Inneren ablaufen, verborgen. Er kann lediglich beobachten, welche Einflüsse auf das System einwirken und wie es darauf reagiert. Da es allein entscheidet, was im Inneren abläuft, spricht man vom sog. „Black-Box-Verfahren“. Das offene kann daher als selbst organisiertes System betrachtet werden. 1 Maturana und Varela verdeutlichen die Einteilung in Systeme am Beispiel einer Zelle. Auf der einen Seite stellt sie auf molekularer Ebene ihre Bestandteile wie z.B. Nukleinsäuren und Proteine, welche sie zur Erhaltung ihrer Organisation benötigt, selbst her. Ebenso grenzt sich die Zelle durch ihre Membran von der Umwelt ab und kann somit als geschlossenes System bezeichnet werden. Auf der anderen Seite bezieht die Zelle auch Materie und Energie von ihrer Umwelt. Da sie jedoch stets in der Lage ist, die Bedürfnisse selbst zu regeln, kann sie auch als offenes System betrachtet werden, welches allerdings seine Geschlossenheit bewahrt. 2
3. Soziologische Systemtheorie
Die soziologische Systemtheorie hat den Anspruch, eine universelle Theorie im Sinne eines umfassenden Theorierahmens für alle Formen der Sozialität zu sein. Als Formen der Sozialität sind z.B. Familien, Organisationen, Funktionssysteme und Gesellschaften gemeint. Der erste und einer der bedeutendsten Soziologen, der sich mit der Systemtheorie auseinander gesetzt hat, war Talcott Parsons. Parsons wurde am 13. Dezember 1902 in Colorado geboren und verstarb am 8.Mai 1979 in München während einer Deutschlandreise anlässlich des 50. Jahrestags seiner Promotion in Heidelberg.
___________________________________________________________________________
1 vgl. Kneer,G./Nassehi,A.: Niklas Luhmanns Theorie sozialer Systeme. Eine Einführung. München 1993.
S.21f..
2 vgl. ebd., S.47f.
3
Er studierte zunächst von 1920- 1924 Biologie in Massachusetts, bevor er an die Fakultät für Wirtschaftswissenschaften wechselte und dort seinen B.A.- Abschluss machte. Von 1924-1927 studierte er in Heidelberg Nationalökonomie, wo er dann auch promovierte. Nach seinem Promotionsaufenthalt in Deutschland lehrte Parsons von 1927- 1973 an der Harvard Universität in Cambridge. Nach dem 2. Weltkrieg galt er als der einflussreichste USamerikanische- soziologische- Theoretiker.
Talcott Parsons stellt in seinem „Strukturfunktionalismus“ die Beziehung zwischen Individuum und Gesellschaft in den Mittelpunkt. Sein Ziel war es, die Gesellschaftsordnung anhand seiner Theorie zu erklären.
„Parsons hat sich vor allem darum bemüht, die Mikroperspektive der individuell- psychischen Dynamik und die Makroperspektive gesellschaftlicher Sozialstrukturen in eine Synthese zu bringen.“ 3 Die Ordnung der Gesellschaft beruht nach Parsons auf bestimmten, von der Gesellschaft angenommenen Werten und Normen.
Vorbild seiner Theorie sind die Gleichungen der Naturwissenschaften. Er greift vor allem theoretische Elemente aus der Biologie auf. Nach Parsons tritt menschliches Handeln niemals vereinzelt, sondern vielmehr in speziellen Verbindungen auf. Diese bezeichnet er als Systeme. Er versteht das menschliche Handeln als Gesamtsystem, welches aus drei Subsystemen besteht. Zu diesen Subsystemen gehören das soziale System, das Persönlichkeitssystem und das kulturelle System. Das soziale System besteht aus sozialen Interaktionen, das Persönlichkeitssystem aus Bedürfnissen und das kulturelle aus kulturellen Symbolen. Als Grundvoraussetzung für soziales Handeln sieht er, dass immer ein Bezugsrahmen zu den handelnden Personen geschaffen werden muss. Der Bezugsrahmen wird durch den Handelnden, die Situation des Handelns und der Orientierung der Handelnden festgelegt. Damit aber soziales Handeln endgültig zustande kommen kann, muss eine Abstimmung zwischen den drei bereits genannten Systemen erfolgen. Ziel ist es, dass sich ein Gleichgewichtszustand zwischen den drei Systemen einstellt. Erkennbar wird dieser dadurch, „[…], dass die kognitive und motivationale Struktur eines Menschen sich in Übereinstimmung mit den Strukturen des sozialen Systems […] befindet.“ 4 . Nach Parsons soll diese Gleichgewichtsvorstellung in jedem einzelnen System angestrebt werden. Die Sozialisation des Individuums bezeichnet er als „gleichgewichtsstabilisierender Mechanismus“ 5 .
___________________________________________________________________________
3 Hurrelmann,K.: Einführung in die Sozialisationstheorie. Über den Zusammenhang von Sozialstruktur und
Persönlichkeit. 5. überarbeitete Auflage. Basel 1995. S.41.
4 ebd., S.42.
5 ebd., S.43.
4
Arbeit zitieren:
Marcel Verkouter, 2010, „Systemtheorie“ von Niklas Luhmann - Theoretische Grundlagen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Das Traineeprogramm als Instrument der Personalentwicklung
BWL - Personal und Organisation
Hausarbeit, 23 Seiten
Verbürgerlichung der politischen Elite in Deutschland?
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 35 Seiten
Traineeprogramme: Funktionen aus Sicht von Unternehmen und Trainee
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 28 Seiten
Hitler und der Nationalsozialismus
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Referat / Aufsatz (Schule), 7 Seiten
Das Kommunikationsmodell von Shannon & Weaver - Anwendbarkeit auf ...
Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie
Hausarbeit, 24 Seiten
Alice Salomon und die Rolle der Frau in der Sozialen Arbeit unter Berü...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Referat (Ausarbeitung), 11 Seiten
Möglichkeiten und Grenzen akzeptanzorientierter Drogenarbeit am Beispi...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 70 Seiten
Bewusstsein und Kommunikation bei Niklas Luhmann
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 11 Seiten
Erlebnispädagogik - Chancen und Grenzen in der Jugendarbeit mit Hilfe ...
Seminararbeit, 20 Seiten
Die Rekrutierung von Eliten in Politik und Wirtschaft am Beispiel Deut...
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Bachelorarbeit, 58 Seiten
Was ist Soziologie? Prozeß- und Figurationstheorie von Norbert Elias
Soziologie - Klassiker und Theorierichtungen
Seminararbeit, 17 Seiten
Elitenbildung - eine Frage der sozialen Herkunft
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Vordiplomarbeit, 27 Seiten
Wirtschaftseliten - Wer ist eigentlich das Topmanagement?
Soziologie - Soziales System, Sozialstruktur, Klasse, Schichtung
Hausarbeit, 13 Seiten
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte: „Systemtheorie“ von Niklas Luhmann - Theoretische Grundlagen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte: neuer Titel erschienen: „Systemtheorie“ von Niklas Luhmann - Theoretische Grundlagen
Marcel Verkouter hat einen neuen Text hochgeladen
Logistikkonzeptionen Band 1: Theoretische Grundlagen und Modellierung
Theoretische Grundlagen und Mo...
Thomas Schake
Theoretische Grundlagen der bankgeschäftlichen Kreditgewährung
Kritischer Beitrag zur Kredits...
Martin Scheytt
Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik 1
Roland Süße, Peter Burger, Ute Diemar, Bernd Marx, Tom Ströhla
Theoretische Grundlagen der Elektrotechnik 2
Roland Süße, Peter Burger, Ute Diemar, Eberhard Kallenbach, Bernd Marx, Tom Ströhla
Theoretische Grundlagen der zerstörungsfreien Materialprüfung mit Ultr...
Karl-Jörg Langenberg, René Marklein, Klaus Mayer
0 Kommentare