Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Definition von Konflikten 3
3. Geschichte der Mediation 4
4. Grundprinzipien der Mediation 5
5. Mediation in der Schule Seite 6- 11
5.1 Ziele und Grenzen 6
5.2 Phasen 9
6. Fazit 12
7. Literaturverzeichnis 13
2
1. Einleitung
Der Mensch lebt in einer sozialen Gemeinschaft und ist auf sie angewiesen. In dieser Gemeinschaft kommt es zwangsläufig zu Konflikten, die auf Unvereinbarkeiten im Denken, Handeln und Fühlen beruhen. Diesen Aspekt der zwangsläufigen Konflikte im Zusammenleben der Menschen kann auch auf die Schule übertragen werden. Grundsätzlich ist eine wachsende Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen, gerade in Schulen, zu beobachten. Die Häufigkeit von Beschimpfungen bis hin zu tätlichen Gewalttaten variiert dabei in den verschiedenen Altersgruppen und Schulformen. In vielen Fällen sind diese Verhaltensweisen bereits auf das Elternhaus zurückzuführen. Da allem Anschein nach den betroffenen Schülern die Fähigkeit zur friedlichen Konfliktlösung fehlt, muss die Schule an die Stelle treten und den Schülern angemessene Instrumente und Techniken zur friedlichen Konfliktlösung an die Hand geben. Eine dieser Techniken ist die Mediation. Ich werde in meiner Arbeit den Blick auf die Mediation in der Schule zur harmonischen bzw. friedlichen Konfliktlösung legen. Dazu werde ich zunächst auf die Geschichte der Mediation eingehen. Im weiteren Verlauf gehe ich auf die Grundprinzipien dieser Methode ein und werde darauf aufbauend die Schulmediation und ihre Durchführung, anhand ihrer charakteristischen Phasen, näher erläutern. Nach dieser Vorstellung des Phasenmodells soll dann anhand eines kritischen Fazits der Sinn der Schulmediation bewertend dargelegt werden.
2. Definition von Konflikten
Konflikte entstehen dann, wenn verschiedene Interessen aufeinander treffen. Von Konflikten wird dann gesprochen, wenn sich die Konfliktparteien durch feindseliges oder negatives Verhalten gegenseitig schädigen. Der Konflikte kann zwischen mehreren Parteien oder innerhalb einer Person geschehen.
Walter Neubauer weist den Konflikten z.B. drei Merkmale zu. Auseinandersetzungen müssen folgende Merkmale erfüllen, damit sie nach Neubauer als Konflikt bezeichnet werden können: das „Vorhandensein von mindestens zwei Konfliktparteien“, die „Unvereinbarkeit der Handlungstendenzen“ und die „Unvereinbarkeit des Verhaltens“. 1 Nach Neubauer bestehen Konfliktparteien aus einer oder mehreren Personen welche die gleichen Interessen vertreten und der anderen Partei mit feindlichen Absichten gegenübersteht. 2
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1 Neubauer/Gampe/Knapp/Wichterich: Konflikte in der Schule. Neuwied 1999. S.5f..
2 vgl. ebd..
3
3. Geschichte der Mediation
„Der Aufbau einer friedlichen Welt erfordert die Entwicklung und den weit verbreiteten Einsatz von effektiven Methoden, mit Konflikten umzugehen und sie zu lösen.“ 1 Eine dieser Lösungsmethoden ist die Mediation. Der Begriff der „Mediation“ hat seinen Ursprung im lateinischen „mediare“, welches übersetzt „vermitteln“ bedeutet. Die Vermittlung zwischen den jeweiligen Streitparteien stellt gleichzeitig die wesentliche Aufgabe der Mediation dar. A. Marx schreibt z.B.: „Mediation ist eine Alternative zu gesellschaftlich etablierten Konfliktlösungsmechanismen, wie Urteilen und Schlichten und betont im Gegensatz zu diesen die Selbstbestimmung der Streitparteien. Mit Hilfe eines neutralen Dritten werden die Verhandlungen der Parteien erleichtert.“ 2 . Entstanden ist das Konzept in den 60er und 70er Jahren aus den Bürgerrechts- und Anti- Kriegs Bewegung in Amerika. Auf der einen Seite wollte man für die Streitigkeiten keine autoritäre Instanz einsetzen, die Entscheidungen trifft, ohne dass man auf diese Einfluss hätte und auf der anderen Seite fehlte das Vertrauen gegenüber den staatlichen Institutionen. 3 Im Zuge dessen entstanden in den 70er Jahren die sog. „Community Mediation Centers“, in denen Mediatoren für sämtliche Bereiche, wie z.B. Nachbarschaftsstreitigkeiten, Familien-, Ehe-, und Scheidungskonflikten und bei Konflikten in Organisationen, Betrieben und am Arbeitsplatz, ausgebildet wurden. 4 In Deutschland fand dieses Konzept der Mediation erst Mitte der 90er Jahre seine Anwendung. In anderen Ländern haben ähnliche Konflikte allerdings schon eine viel längere Tradition. So wurde z.B. im antiken Griechenland versucht, Konflikte zwischen Stadtstaaten durch Vermittlung Dritter beizulegen, und in einigen Stämmen Afrikas gibt es bis heute die Einrichtung einer Volksversammlung, in der ein Teilnehmer als Mediator tätig ist. 5 In diesen historischen Formen wurde die Mediation meist von Personen durchgeführt, die dies lediglich im Kontext anderer Aufgabengebiete durchführten, so z.B. Stammesälteste oder Priester. Zu einer eigenen Institution und zu einem anerkannten Beruf des Mediators kam es im Westen erst im 20. Jahrhundert. Neu an dieser Form ist, dass sich der heutige Mediator um die konsequente Anwendung mit Hilfe von Techniken und um das Verfahren und die Fairness, aber nicht um den Inhalt, kümmert.
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1 vgl. Wessels, M.: Psychologische Dimension internationaler Mediation. In: Gewaltfreie Konfliktlösungen.
Interdisziplinäre Beiträge zu Theorie und Praxis friedlicher Konfliktbearbeitung. Hrsg. von Wilhelm Kempf,
Wolfgang Frindte, Gert Sommer und Michael Spreiter. Heidelberg 1993. S. 71.
2 vgl. Marx, A.: Mediation und Sozialarbeit. F/M 1999. S.16.
3 vgl. Pehle,M.: Konflikte in der Schule. Entstehung und Möglichkeit der Bewältigung durch Mediation.
Dresden 2007. S. 11f..
4 vgl. Walker, J (Hrsg.): Mediation in der Schule. Berlin 2001. S.15.
5 vgl. Klammer, G.; Geißler, P.: Mediation, Einblicke in Theorie und Praxis professioneller Konfliktregelung, 1.
Aufl., Wien 1999. S.12.
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Arbeit zitieren:
Marcel Verkouter, 2010, Mediation - Ein Modell zur friedlichen Konfliktlösung in Schulen , München, GRIN Verlag GmbH
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